"umso wichtiger ist die Funktion des Hochschulmarketings, mit klarer Stimme und eindeutigem Absender die Vision zu artikulieren ..." [1]Aber wie funktioniert Marketing und wie stark ist der Realitätsbezug? LeuphanaWatch untersucht als Beispiel ein Bild aus der Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2]
Quelle: Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2] Seite 2/3, (c) Leuphana Universität Lüneburg
Was möchte dieses Foto dem Betrachter sagen? Es zeigt das Hörsaalfoyer im warmen Sonnenlicht des Vormittags und erzeugt eine angenehme, zum Aufenthalt einladende Atmosphäre. Der Effekt wird durch zwei sympathische Studentinnen im Vordergrund verstärkt, die offenbar in einem netten Gespräch sind und freundlich lächelnd ein positives Gefühl ausstrahlen. Hier kann man verweilen, hier ist eine positive Grundstimmung. Gleichzeitig entsteht nicht der Eindruck, als würde an der Leuphana
Ganz entscheidend ist die Umgebung der anwesenden Personen. Von den Metallträgern der Decke hängen künstlerische Bilder in kräftigen Farben. Sie zeigen Kreativität und künstlerischen Elan. An den Säulen rechts und links hängen unzählige bunte Plakate. Sie stellen das studentische Leben dar, symbolisieren geradezu die Lebendigkeit und Vielfältigkeit im Gegensatz zum kalten Beton.
Kernaussage des Bildes: Die Leuphana
Das Bild des Hörsaalfoyers ist ein Meisterstück der Marketingabteilung [3]. Es zeigt die von Sascha Spoun geforderte Vision und kommuniziert sie klar und deutlich. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Wer das Hörsaalfoyer betritt, genießt selten die warme Morgensonne. Im Sommer wäre das Bild eines Treibhauses angebracht. Bilder an der Decke sucht man vergeblich, genauso wie die vielen bunten Plakate an den Säulen. Es dominiert der Beton.
Warum zeigt die Broschüre nicht die Realität? Die Botschaft wäre vermutlich eine ganz andere. Ehrlicher wäre sie. Immerhin ist das Foto trotz vermutlich erfolgter grafischer Bearbeitung zumindest echt. Bevor die Leuphana
LeuphanaWatch findet: Die Universitätsleitung sollte sich ein Vorbild an ihrer eigenen Marketing-Vision nehmen. Mit Plakaten und Bildern sieht das Hörsaalfoyer so viel ansprechender aus. Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, könnte die Marketingvision wieder einen Realitätsbezug erhalten.
Quellen:
[1] Brune / Seyfarth / Spoun: Hochschulmarketing in Zeiten von Blogs, Wikipedia und YouTube: Zur prozessanstoßenden Kommunikation für öffentliche Universitäten, in: Heuser / Spoun (Hrsg.): Virale Kommunikation - Möglichkeiten und Grenzen prozessanstoßenden Marketings. Nomos. [Leuphana Bibliothek: BWL 634.070], Seite 240
[2] http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/college/otto_group/files/ottobroschuere_neuauflage_22.11.2010.pdf
[3] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/praesidium/universitaetsmarketing.html

