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Donnerstag, 2. Februar 2012

STUPA: Lichtblick von Eklats überschattet

Sollte ein Watchblog für die Leuphana Universität Lüneburg so ausführlich über das Studentenparlament berichten? Seit Jahresbeginn dominiert das Thema unsere Beiträge und Kommentare. Wir finden: Ja, dass sollte es! Im vergangenen Frühjahr nahm die Auseinandersetzung um die Wiederwahl von Vizepräsident Holm Keller breiten Platz ein. Die aktuellen Auseinandersetzungen im Studentenparlament sind für die Zukunft von ähnlich gewichtiger Bedeutung.

Wie LeuphanaWatch berichtete, stehen sich zwei Blöcke gegenüber. Die politisch präsidiumsnahen Listen der Fachschaft BEM und des grünen autofreien Campus liefern sich einen heftigen politischen Stellvertreterkrieg mit der eher kritisch eingestellten Liste QuattroFAK und die Satireliste Leuphana. In mehreren Marathonsitzungen ist es mittlerweile gelungen, das Amt des Personalreferenten für den ASTA und einen der drei ASTA Sprecher zu besetzen. Die weiteren beiden ASTA Sprecherposten und das Amt des Finanzreferenten waren bis heute weiterhin offen.

Auf der heutigen Sitzung, die bereits am Abend endete, konnte nun überraschend eine zweite ASTA Sprecherin gewählt werden. Die mit knapper Mehrheit gewählte Kandidatin hatte zuvor angekündigt, für einen weiteren Wahlgang auf folgenden Sitzungen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Zu den Listen QuattroFAK und Liste Leuphana muss sich trotz der festgefahrenen Fronten mindestens eine Stimme aus den Reihen der Gegenseite gesellt haben. Das berichten gut informierte Quellen aus dem Umfeld des STUPA. (1) Trotz dieses Lichtblicks muss bereits jetzt festgestellt werden, dass durch das kontinuierliche Flatratewählen der Reputation der Kandidaten ein Bärendienst erwiesen wurde. Diese starten bereits geschwächt in ihre Amtszeit. Das gilt umso mehr, als eine Diskussion über die politischen Ziele der Kandidaten erneut nicht erfolgt sein soll. Offenbar scheint allein die Zugehörigkeit zu einem der beiden Lager ausschlaggebend zu sein.

Überschattet wurde die Sitzung von mehreren Eklats. Wie Sitzungsteilnehmer berichten, soll es zum heftigen Streit zwischen Abgeordneten der Liste 3 Campi (Fachschaft BEM) und Aktiven des PlanB gekommen sein. Eine weitere Auseinandersetzung erfolgte zwischen Parlamentariern des grünen und autofreien Campus und dem kommissarisch amtierenden Finanzreferenten des ASTA. Nach einer Äußerung der Parlamentarier soll der Finanzreferent angekündigt haben, im Falle der Wahl des ASTA Sprecherkandidaten der grünen autofreien Liste seine kommissarische Tätigkeit mit sofortiger Wirkung einzustellen. Eine Zusammenarbeit sei nach den gefallenen Aussagen nicht mehr möglich. (2) Nach wie vor ist es dem Parlament nicht gelungen, für das seit Monaten kommissarisch verwaltete Finanzreferat einen Nachfolger zu wählen. Eine Arbeitsniederlegung des derzeitigen Finanzreferenten hätte somit den unmittelbaren Stillstand sämtlicher Finanzaktivitäten der Studentenschaft zur Folge.

Das giftige Klima der Sitzung scheint darüber hinaus wilde Blüten getrieben zu haben. So haben Palamentarier der Fachschaftsliste BEM gegenüber anwesenden Gästen Worte geäußert, welche von mehreren anwesenden Personen als sehr unfreundlich empfunden wurden.

[An dieser Stelle hatte LeuphanaWatch über die Aussage eines Parlamentariers der Fachschaft BEM berichtet. Der Zitierte sah darin eine nicht näher dargelegte "Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte" und setzte eine Frist zur Entfernung. Unserer expliziten Aufforderung kam er nicht nach, zur inhaltlichen Richtigkeit des veröffentlichten Zitats Stellung zu nehmen. Dennoch haben wir entschieden, als Geste des guten Willens auf die Bitte um Entfernung der benannten Textpassage einzugehen.
LeuphanaWatch, 17. Februar 2012]


Wie es angesichts der vergifteten Atmosphäre gelingen soll, einen dritten ASTA Sprecher zu wählen, bleibt vorerst das Geheimnis der Parlamentarier.

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.
(2) LeuphanaWatch dankt für die zu diesen Ereignissen eingegangenen Berichte.

Freitag, 27. Januar 2012

Eilmeldung: STUPA-Nachtsitzung bringt keinen Durchbruch

Noch am Vormittag hatte LeuphanaWatch einen Einwurf an die Parlamentarier im Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg veröffentlicht. Letztlich haben alle Aufrufe und Appelle an die Vernunft nichts genutzt. Das Kräftemessen im Studentenparlament geht unvermindert weiter.

Wie übereinstimmende Berichte bestätigen ist es zwar gelungen, das Amt des Personalreferenten im ASTA zu besetzen. Dies war möglich, nachdem einer der Bewerber seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Allerdings konnte weder für das Amt des Finanzreferenten, noch für die Sprecher des ASTA eine mehrheitsfähige Lösung gefunden werden. [1] Nach wie vor stehen sich offenbar die Lager aus Fachschaft BEM / grüner autofreier Campus sowie QuattroFAK / Liste Leuphana gegenüber.

Die Sitzung soll nach sieben Stunden Sitzungsdauer gegen 1 Uhr in der Nacht beendet worden sein. Noch unbestätigten Gerüchten zur Folge sollen die Parlamentarier die Kandidaten für die ASTA-Sprecher gebeten haben, untereinander eine Lösung zu finden. Sollte dies zutreffen, hätte das Parlament seine Unfähigkeit zur Problemlösung und Entscheidungsfindung erklärt. In einem solchen Fall müsste die Möglichkeit von Neuwahlen ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Quellen:
[1] LeuphanaWatch dankt für die Hinweise, die bei uns eingegangen sind.

Donnerstag, 19. Januar 2012

STUPA-Ergebnisse und 'Wie grün ist grün?'

Nach über zehnstündiger Sitzung vertagte sich das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg gegen 1 Uhr in der Nacht auf die nächste Woche. LeuphanaWatch hatte bereits gestern am späten Abend über die ungewöhnlich lange Sitzungsdauer berichtet. Der ASTA bestätigte mittlerweile unsere gestrige Meldung. Weiter gab er bekannt, dass weder das Amt des Personal-, noch des Finanzreferenten besetzt werden konnte. ASTA-Sprecher wurden ebenfalls nicht gewählt. Am nächsten Donnerstag soll nun ab 18 Uhr eine weitere Sitzung des Parlaments stattfinden. Auf den Leuphana-typisch inhaltsleeren Seiten des Studentenparlaments (LeuphanaWatch berichtete) unter www.leuphana.de/stupa finden sich keinerlei aktuelle Informationen.

LeuphanaWatch erreichte heute ein Beitrag aus scheinbar gut informierten Kreisen, den wir als Denkanstoß gerne veröffentlichen. Er dreht sich um die Frage

Wie grün ist grün?

Was bedeutet es eigentlich, wenn sich eine Liste „Grün“ nennt? Ist es eine Anlehnung an die Politik der Partei „Bündnis90/Die Grünen“? Geht es um das Einbringen von ökologischen Themen? Sind mit dem Wort „Grün“ wirklich Inhalte verknüpft oder ist es einfach „in“?
Schon im letzten StuPa konnte man eine Ernüchterung feststellen. Anträge in Sachen Öko oder Nachhaltigkeit wurden, wenn überhaupt, von QuattroFAK eingereicht, von der Liste „Grüner und Autofreier Campus“ kam in einem halben Jahr kein einziger Antrag – weder zu einem möglicherweise „grünen“ Thema, noch zu irgendeinem Anderen. Mitglieder der grünen Liste waren zwar an den schon seit Längerem laufenden Gesprächen über die Parkraumbewirtschaftung auf dem Campus anwesend, ein Engagement über die Sitzungen hinaus oder die Einbringung der Thematik ins StuPa gab es jedoch nicht.

Der Liste dürfte selbst sehr wohl klar sein, dass ihr schöner Name vor allem dem Stimmenfang dient und keinerlei politische Aussagekraft oder Interessenlage beinhaltet. Zusätzlich wurden wohl auch Plakate zur Hochschulwahl ohne Absprache an das Brett der grünen Hochschulgruppe gehängt. Wie viele Studierende dadurch den Eindruck bekommen haben, dass es einen Zusammenhang zwischen der grünen Hochschulgruppe und der Liste „Grüner und Autofreier Campus“ gibt und das ihr Wahlverhalten beeinflusst hat, ist unklar.

Nach der öffentlichen StuPa-Sitzung gestern kann man feststellen, dass die Liste „Grüner und Autofreier Campus“ eine Kooperation mit der Wirtschaftsliste „3 Campi eine Liste“ (Namen entfernt, LW) eingegangen ist, die in sämtlichen Personalentscheidungen zusammen abstimmen. Dabei wurden eindeutige Meinungsbilder von ReferentInnen und Mitarbeitern des AStA kommentarlos ignoriert. Zudem wurden in drei aufeinander folgenden Wahlgängen nur je eine von zwei möglichen Stimmen abgegeben, also zwei KandidatInnen aus taktischem Kalkül null Stimmen gegeben, die jedoch beide in der vorausgegangenen Diskussion von allen Listen als positiv und geeignet bewertet wurden.

Hinterzimmergemauschel, Kuhhandel und Realpolitik sind in der Verfassten Studierendenschaft angekommen. Das werden manche als einen Schritt in Richtung Demokratie bezeichnen, faktisch zerstört es das Vertrauen der Studierenden in die (Hochschul)Politik.

Fazit: Die Liste „Grüner und Autofreier Campus“ ist in etwa so grün wie die Liste „Leuphana“ Leuphana ist, es war nur nicht direkt offensichtlich. [1]

LeuphanaWatch freut sich auf eine interessante Woche.

[1] LeuphanaWatch dankt für den umfangreichen Beitrag.

Mittwoch, 18. Januar 2012

STUPA: Patt erzwingt beispiellose Marathonsitzung

Es ist ein bislang beispielloser Vorgang an der Leuphana Universität Lüneburg: nach mittlerweile neun Stunden Sitzung hat sich das Studentenparlament noch immer nicht über die Besetzung der wichtigsten Ämter in der Studentenschaft einigen können. Auf der heutigen Sitzung soll zum Beginn der neuen Amtszeit des Studentenparlaments der ASTA neu gewählt werden.

Begonnen hatte die Sitzung am Nachmittag gegen 14.30 Uhr und dauert zur Stunde (23:30) noch an. Wie aus informierten Kreisen verlautete [1], soll eine Pattsituation Grund der außergewöhnlich langen Sitzungsdauer sein. So konnten bislang offenbar weder für das Amt des Personalreferenten, noch für den Finanzreferenten und die Sprecher des ASTA tragfähige Mehrheiten erzieht werden. Es stehen anscheinend mit jeweils acht Stimmen die Blöcke QuattroFAK / Liste Leuphana und Fachschaft BWL / Grüner, autofreier Campus gegeneinander. Für die Wahl werden mindestens neun Ja-Stimmen benötigt. Keine der beiden Seiten verfügt derzeit über die notwendige Mehrheit.

LeuphanaWatch wird im Laufe des morgigen Tages berichten, sobald Ergebnisse vorliegen.

[1] LeuphanaWatch dankt für den wichtigen Hinweis.

Dienstag, 17. Januar 2012

Mehrdeutige Symbolik der Fachschaft BWL in der Kritik

Bei Facebook eingestellte Fotos der Fachschaft Business, Economics & Management der Leuphana Universität Lüneburg rufen Kritik hervor. Es geht dabei um ein Bild des Vorstands der Fachschaft (Achtung, Link zu Facebook!) und ein Bild, auf dem eine größere Gruppe Studenten (Facebooklink!) zu sehen ist.

Auf den Bildern formen die abgebildeten Personen mit ihren rechten Händen einen Fuchs: Zeigefinder und kleiner Finger werden nach oben gestreckt und bilden die Ohren. Die Spitzen von Mittel- und Ringfinger werden mit der Daumenspitze zusammengeführt und bilden das Fuchsmaul.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leisefuchs

Vermutlich möchte die Fachschaft BWL damit ihr Wappentier darstellen. Außerhalb der betroffenen Studiengänge dürfte das Zeichen als "Schweigefuchs" aus dem Schulunterricht bekannter sein. Es bedeutet, dass Schüler zu schweigen haben, wenn der Lehrer spricht. Nun könnte man einen gewissen Charme entdecken in der Verbindung von Fachschafts-Schweigefuchs und dem obrigkeitshörigen Verhalten gegenüber dem Präsidium. Gegenstand der Kritik ist aber eine andere Assoziation, die auch schon den Schweigefuchs in Verruf gebracht hat. Wikipedia fasst zusammen:
"Das Handzeichen des Leisefuchses entspricht dem Erkennungszeichen der Grauen Wölfe, einer rechtsextremen, kurdenfeindlichen Gruppierung in der Türkei." (1)
Die Gruppen dieser ultranationalistischen Vereinigung werden in mehreren deutschen Bundesländern vom Verfassungsschutz überwacht (2), haben sie doch breit gefächerte Feindbilder:
"Als Feindbilder sind vor allem Juden, Christen, Armenier, Griechen, Kommunisten, Zionisten, Freimaurer, der Vatikan und die Vereinigten Staaten zu nennen." (3)
In der Türkei gehen zahlreiche politische Morde auf ihr Konto. Der Attentäter Mehmet Ali Agca, der 1981 Papst Johannes Paul II töten wollte, war Mitglied der Gruppierung. (3) In Deutschland werden Überfälle auf kurdische Geschäfte dem Umfeld der Grauen Wölfe zugeordnet. Außerdem heißt es, die Ideologie fördere eine Radikalisierung und Gewaltaffinität. (4)

Auf den Zusammenhang zwischen dem Fachschafts- bzw. Schweigefuchs und den Grauen Wölfen (Bild des Handzeichens beim Wiesbadener Kurier) weist nun eine eMail hin, die LeuphanaWatch vor kurzem erreichte. (5) Darin heißt es:
"Die (...) Übereinstimmung (des Handzeichens, LW) ist sicher nicht gewollt entstanden, sie ist hoffentlich auch nicht in bewusster Ignoranz entstanden, vermutlich war es schlicht Unwissenheit. Das nimmt der ganzen Sache aber nicht die Brisanz. Der Vorstand der Fachschaft "Die Fachschaft - Business, Economics & Management" der Leuphana Universität Lüneburg hat sich dabei ablichten lassen, wie sie das Zeichen der Grauen Wölfe formen. Da ist eine Distanzierung und eine Entschuldigung fällig. (...)
Den Vorständen der Fachschaft BEM sollte nicht unterstellt werden, von diesen Tatsachen Kenntnis zu haben. Jedoch sollte man wohl ein wenig prüfen, welche Bilder ins Netz geladen werden - und wozu man die eigenen Studierenden ermutigt.
(...) Da in dem Bilduntertitel auch noch steht: "Sie können auch mal anders", kann man nur hoffen, dass das nicht ein unerfahrener Austauschstudent als Drohung auffasst. Also liebe Fachschaft BEM zeigt bitte Courage, räumt auf eurer Facebookseite auf, distanziert euch öffentlich und betreibt in Zukunft etwas mehr politische Bildung. Damit könnt ihr ja zunächst bei euch selbst anfangen." (5)
LeuphanaWatch meint: Tatsächlich sollte niemand der Fachschaft BWL Absicht unterstellen. Ob Grauer Wolf oder Schweigefuchs, jedenfalls scheint eine gründliche Reflexion des Handzeichens angebracht. Genau für so etwas sind Universitäten ja da: kritisches Hinterfragen und eine Einordnung in den größeren Zusammenhang.

Belege:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Leisefuchs
(2) http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/9790891.htm
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Wölfe
(4) http://www.welt.de/politik/deutschland/article13735417/Der-Schein-truegt-die-Grauen-Woelfe-sind-gefaehrlich.html
(5) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis und die umfangreiche Kommentierung.

Samstag, 17. Dezember 2011

Wahleinspruch abgelehnt

Der Wahlausschuss hat den Einspruch der Studentenparlamentsliste der Fachschaft BWL abgelehnt. Die Liste hatte, wie berichtet, das Wahlergebnis für das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg angefochten. Das vorläufige studentische Wahlergebnis hat nach Beschluss des Wahlausschusses Bestand. Details zur Beschwerde und zur Ablehnung sind auf der Seite des Wahlausschusses nachzulesen.

LeuphanaWatch meint: Peinliche Schlappe für "die" Fachschaft, die sich als schlechter Verlierer gibt.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

STUPA: Wahlverlierer erzwingen Neuauszählung

Das hat es noch nicht gegeben: Das Wahlergebnis für das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg wurde angefochten und eine neue Auszählung wird erfolgen. Das teilte der studentische Wahlleiter am gestrigen Nachmittag in einer eMail mit. Darin werden Helfer gesucht:
Liebe Studierende,
die Stimmzettel der StuPa-Wahl sollen noch einmal überprüft werden. Hierfür suchen wir noch dringend HelferInnen.

Wo & wann? : Donnerstag 14 - 18 Uhr im Senatssaal der Uni (Geb. 10 im 2.Stock)
Für Knabbereien ist gesorgt.

Mit freundlichen Grüßen
(Name entfernt, LW)
stud. Wahlleiter
Eine Beschwerde der Liste der Fachschaft BWL ist nach Informationen von LeuphanaWatch für den erheblichen Aufwand verantwortlich, der nun erneut von ehrenamtlichen Helfern vollbracht werden muss (1). Die Liste hat laut vorläufigem Wahlergebnis bei der Wahl des Studentenparlaments zwei ihrer sieben Sitze verloren.

Mit ihrer Beschwerde gehen die Wahlverlierer ein hohes Risiko: Ist ihre Aktion nicht sehr gut begründet und/oder bleibt das Ergebnis in der jetzigen Form bestehen, werden sie in den Augen vieler als schlechte Verlierer darstehen.

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Die Fachschaft BWL und ihre Wahlversprechen

Das Ergebnis dieser Wahlen steht noch nicht fest. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und den neuen Parlamentariern einiges ins Stammbuch zu schreiben. LeuphanaWatch blickt zurück auf die auslaufende Amtszeit des Parlaments.

Nach den vergangenen Wahlen im Mai waren die Mehrheitsverhältnisse im Studierendenparlament sehr besonders: es gab keine klare Mehrheit mehr für ein links-grünes Bündnis. Die Fachschaft BEM (BWL & Co.) war sehr stark und erhielt 7 von 16 Sitzen. Um die Arbeit der bei der gerade beendeten Wahl stark werbenden Fachschaft BEM (bzw. ihrer StuPa-Liste „3 Campi, eine Liste“) zu bewerten, lohnen genaue Blicke in die öffentlich zugänglichen Protokolle [1]. Aktuell machen die Bemühungen um das Mensa-Bistro Schlagzeilen, immer wieder fällt dabei auch das Schlagwort PlanB. Dabei wird leicht vergessen, dass es bereits vor Monaten einen Konzeptentwurf zu einem Café als studentischen Freiraum gab. Dabei hat „3 Campi, eine Liste“ derart geblockt, dass sich die Planungsgruppe kurzerhand auflöste, weil sie kein Interesse daran hatte, dass ihr Ehrenamt weiter mit Füßen getreten wird. Nach einer wenig aussagekräftigen Umfrage zu einer Weiternutzung der Räume in Gebäude 9 herrschte zunächst Stille - alle Menschen, die sich weiter hiermit beschäftigen wollten, waren verprellt und das StuPa war nicht bereit, ein weiteres Konzept hierfür auszuarbeiten. Nach mehrmaliger Vertagung beschloss das StuPa folgendes:
„Das Stupa möge beschließen, dass in den ehemaligen AStA Copy Räumen ein Café Betrieb und ein Aufenthaltsraum zur Durchführung von studentischen Projekten eingerichtet werden soll. Die Vorsitzenden informiere das Präsidium/ Gebäudemanagement hierüber. Zur Planung und Umsetzung der Neunutzung beauftragt das StuPa eine Projektgruppe."
„Das StuPa möge beschließen ,der Projektgruppe sofort 500 € aus den Rücklagen für die nächsten vier Wochen zu Verfügung zu stellen.“
Hierbei ist anzumerken, dass die Idee eines Cafés aus der Umfrage der Studierenden stammte und die Gelder für die Umsetzung bereits genehmigt wurden, bevor sich die Gruppe „PlanB“ zusammenfand. Dieser Beschluss rückt auch den Austausch der Schlösser von Gebäude 9 in ein neues Licht: Hat das StuPa versäumt, das Präsidium zu informieren, oder wusste dieses bereits von den Plänen der Studierenden und hat das Café in der Nacht vor der Eröffnung trotzdem verhindert? Was hat dies mit dem nun voran getriebenen Mensa-Bistro zu tun?

Auch folgendes verdient Aufmerksamkeit: Das Wahlversprechen von „3 Campi, eine Liste“ zur letzten Wahl des Studierendenparlaments war es, kontinuierlich anwesend zu sein. Die bisher öffentlichen Protokolle zeigen, dass diese Liste (7 Sitze im StuPa) in nur 62% der Fällen vollständig anwesend war, die Liste „QuattroFAK“ (7 Sitze im StuPa) in 87,5%, die Liste „Grüner und autofreier Campus“ (2 Sitze im StuPa) war in 100% der Sitzungen anwesend. Sowohl bei der konstituierenden und der sechsten Sitzung ist die Fachschaft BWL außerdem geschlossen gegangen und hat damit die StuPa-Sitzung zwangsweise beendet. Zitat aus dem Protokoll der konstituierenden Sitzung:
„Die Liste Fakultät Wirtschaft kündigt an, demnächst den Raum verlassen zu müssen.“ „Die Liste „Fakultät Wirtschaft – 3 Campi“ verlässt den Raum, damit ist das StuPa nicht mehr.“
Aus dem Protokoll der 6. ordentlichen Sitzung:
„Die Fachschaft hat gebeten, die Sitzung spätestens um 17:30 zu schließen, da sie um 18:00 einen Termin wahrnehmen muss.“
Dieser Termin ist vermutlich die Sitzung der Fachschaft BEM, welche ebenfalls Mittwochs stattfindet. Aufgrund dieses frühzeitigen Sitzungsendes wurden sechs Tagesordnungspunkte verschoben.

Ein besonderer - und ausdrücklich anzumerkender - Fall findet sich in der dritten ordentlichen Sitzung. Hier taucht eine Person als Vertreter für die Liste „3 Campi [...]“ auf, die sich nicht einmal für die StuPa-Liste der Fachschaft BEM hat zur Wahl aufstellen lassen, somit auch kein Vertreter der Liste war und keinerlei Legitimation als studentische Vertretung besaß. Diese Person hat offensichtlich sogar mit abgestimmt, das gesamte StuPa scheint hier geschlafen zu haben. Ein derart dreistes Vorgehen dürfte den Fall eines Präzedenzfalls haben. Fällt es bei den Unmengen an Kandidaten und umworbenen Gremien gar nicht mehr auf, wer wann wo im Namen der Studierenden und der Liste BEM abstimmt?

Bei der letzten Vollversammlung am 30.11.2011 pries sich die Liste „3 Campi [...]“ außerdem mit den Worten an, sie sei im StuPa in jedem Ausschuss vertreten. Ein Blick in das Protokoll der zweiten Sitzung zeigt: Von acht konstituierten Ausschüssen waren Mitglieder dieser Liste in fünf Ausschüssen vertreten. Anders als die weitere große Liste „QuattroFAK“ stellte die 3-Campi-Liste auch in keinem Ausschuss die Mehrheit.

Ein Leckerbissen zum Schluss: Nachdem die Fachschaft BEM 900 Euro an Fahrt- und Tagungskosten für die Bundesfachschaftskonferenz WiSo ausgegeben hatten, versuchte sich die Fachschaft erst nach der Konferenz diese Kosten erstatten zu lassen. Es bleibt die Frage, weshalb die Fachschaft BEM mit einem Haushalt von beinahe 8300 Euro nicht mit ihren Geldern umgehen können und zusätzliche Mittel für Fahrten benötigten, während keine andere Fachgruppe oder Fachschaft im StuPa 2011 einen Antrag auf Erhöhung ihrer Töpfe gestellt (und schließlich auch noch selbst im StuPa beschlossen) hat.

LeuphanaWatch meint: Augen auf bei Wahlversprechen - jetzt und in Zukunft. Es ist doch bedauerlich, dass die Protokolle des Studierendenparlaments nicht mehr Inhalt hergeben, aber selbst das, was darin zu finden ist, dürfte doch an der ein oder anderen Stelle erschrecken.

[1] öffentlich zugängliche Protokolle zu finden unter: www.leuphana.de/stupa

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Wahlgeschenke für die Unterstützer?

Wahlkampfzeiten sind immer aufregend, aber kaum derart abstrus wie dieses Jahr. Nun mischt sich auch das Präsidium massiv in den Wahlkampf ein: Herr Spoun und Herr Keller machen deutlich, mit welcher Liste (die sowohl für das Studierendenparlament, den Fakultätsrat, wie für den Senat antritt) sie vorrangig zusammen arbeiten möchten.

Heute verschickte das Präsidium folgende Nachricht:

Liebe Studierende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

schon länger ist bekannt, dass es auf dem Campus an einem vielseitigeren Café-Angebot mangelt. Es fehlt derzeit an Bereichen, die zum Verweilen einladen und an weiteren Möglichkeiten, in gemütlicher Atmosphäre und zu günstigen Preisen Kaffee, Kuchen und Snacks zu genießen.

Da sich diese Situation erst mit der Fertigstellung des Zentralgebäudes 2014 ändern würde, ist auf Initiative der Fachschaft Business, Economics & Management die Idee entstanden, in der Mensa eine zusätzliche Cafeteria einzurichten. Hierzu haben in den letzten Wochen Gespräche zwischen Hochschulleitung und Studentenwerk Ostniedersachsen stattgefunden. Wir freuen uns sehr, Sie bereits frühzeitig über ein erstes Ergebnis dieser Planungen informieren zu können. Eine Konzeptskizze finden Sie im Anhang.

Die Überlegungen sehen vor, eine Cafeteria im vorderen Bereich der Mensa neu einzurichten. In dieser Cafeteria sollen Frühstück, Mittagessen (Bio-Mensa), Abendessen sowie durchgängig eine erweiterte Auswahl z.B. an Snacks, Getränken, Kaffeespezialitäten und Obst angeboten werden. Die Öffnungszeiten sollen verlängert werden; vorgesehen ist ein durchgehender Betrieb im Zeitraum von 8 bis 20 Uhr, je nach Bedarf ggf. sogar bis 21 Uhr.

Die Gestaltung der Cafeteria sieht einen gemütlichen Lounge-Bereich an der vorderen und der seitlichen Fensterfront der Mensa vor. In diesem Bereich sollen großzügige Sitzgelegenheiten mit Sofas und Lounge-Tischen entstehen. In der Mitte der Cafeteria wären Tische mit Einzelstühlen vorgesehen. Insgesamt sollen 74 Sitzplätze geschaffen werden.

Die Cafeteria selbst soll mit einer Multifunktionstheke ausgestattet werden, die je nach Bedarf als Bar- oder als Speiseausgabe verwendet werden kann. Nach derzeitigem Planungsstand würde die Cafeteria die bisherigen Ausgabestellen der Bio-Mensa und der Abend-Mensa ersetzen. Als Ausstattung ist u.a. eine neue, professionelle Siebträgerkaffeemaschine vorgesehen. Damit kann eine deutliche Verbesserung des Kaffeeangebotes in der Mensa zu günstigen Preisen erreicht werden. Die Preisgestaltung soll sich an den üblichen Preisen des Studentenwerks orientieren.

Das Präsidium hat sich bereits dafür ausgesprochen, den vorliegenden Konzeptentwurf weiterzuentwickeln und in die Planungen der Campusentwicklung zu integrieren. In den nächsten Wochen finden daher weitere Gespräche statt, um die inhaltliche und bauliche Planung weiter auszugestalten. Das Präsidium möchte alle Universitätsmitglieder einladen, ihre Meinungen und Ideen einzubringen. Anmerkungen, Wünsche und Hinweise zu den Planungen können Sie gerne an Herrn Müller in der Stabsstelle Campusentwicklung richten (thomas.mueller@leuphana.de).

Über eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Cafeteria – ggf. schon zum nächsten Frühjahr – freuen wir uns.

Mit herzlichen Grüßen
Sascha Spoun
Holm Keller

Konzept Cafeteria: http://myshare.leuphana.de/380548c3b2ee26586fced0aba31fec81
Verantwortlich für diesen Newsletter: Hochschulleitung

Da tauscht zunächst die Universität in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der AStA-Räume aus, weil sie erfahren, dass Studierende einen Freiraum öffnen wollen auch mit der Option, dort Getränke anzubieten. Nun positioniert sich das Präsidium erneut als diejenigen, die neuen Raum schaffen möchten und eröffnet sogar ein eigenes Cafè. Nicht vergessen werden darf hier, dass die Mensa in der Mittagszeit bereits jetzt vollständig belegt und auch außerhalb der Stoßzeiten oft als Lese- und Lernraum wahrgenommen wird. Auch mit Sofas und neuer Einteilung wird die Mensa weder größer, noch anderweitig neue Fläche geschaffen.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Gremien der Verfassten Studierendenschaft, die nicht bestimmte Studiengänge, sondern alle Studierenden vertreten - Studierendenparlament und AStA - vom Präsidium nicht beteiligt wurden. Offensichtlich hat auch die Fachschaft Business, Economics & Management eine solche gemeinsame Initiative von Studierenden und Präsidium nicht in das Studierendenparlament getragen (obwohl sie als Liste im Parlament vertreten sind). Die Detailplanung, die bereits vorgenommen wurden, macht deutlich, dass weitere Partizipationsmöglichkeiten nicht vorgesehen sind. Angesichts dieses Arbeitsstandes mutet es sehr unpassend an, dass die Fachschaft Business, Economics & Management heute auf dem studentischen Markt der Möglichkeiten Fragebögen zu einem solchen Cafè verteilt hat, die den Eindruck suggerieren, hier sei es noch möglich, über Grundsätze mit zu entscheiden.

Interessant ist auch die (Nicht)-Rolle des Studentenwerkes, immerhin hat es die Hoheit über die Mensa inne und soll nun einem Cafè weichen. Als Holm Keller das letzte Mal im Zusammenhang mit dem Zentralgebäude von einem solchen Cafè sprach, war dies dem Studentenwerk nicht bekannt. Damals wurden Pläne öffentlich, die die Essensversorgung im Zentralgebäude betrafen. Auch hier war von 100% Bio die Rede und von studentischen Räumen. Bereits damals war das Studentenwerk nicht beteiligt worden, nun geht es ihnen auch noch an die eigenen Räume.

LeuphanaWatch denkt:
Lässt sich die Fachgruppe Business, Economics & Management vom Präsidium für eine alte Idee instrumentalisieren, um dieser den Anschein studentischer Legitimation zu geben? Das Präsidium arbeitet mit ihrem Vorgehen gezielt an der Spaltung und Polarisierung der Studierenden. Dass eine einzelne Fachschaft jetzt der vorrangige Ansprechpartner für das Präsidium wird, zeigt, dass sich Spoun und Keller im Wahlkampf klar positionieren möchten. Die Fachschaft Business, Economics & Management hingegen scheinen sich nicht dafür zu schade zu sein, sich vom Präsidium nach Belieben instrumentalisieren zu lassen (bereits eindrücklich bewiesen bei der Aktion "Spoun4President"). Dass sie dabei den Kodex verletzen, bei Angelegenheiten, die alle betreffen, auch alle (Studierende, Mitarbeitende etc.) mit ein zu beziehen, stört sie dabei nicht.

Montag, 28. November 2011

Fachschaft BWL hat Förderverein

Die Fachschaft BWL mit dem neuen Namen hat einen eigenen Förderverein. Der trat als Veranstalter der "Welcome (back) @Leuphana" HörsaalgangParty öffentlich in Erscheinung (1). Es stellt sich die Frage, ob durch den Trick der Vereinsgründung lediglich die Möglichkeit genutzt wurde, ab sofort Spendenquittungen an die reichlich vorhandenen Sponsoren (u.a. KPMG) ausstellen zu können. Interessant dürfte der Verein besonders hinsichtlich der Verwendung studentischer Gelder werden. Während sämtliche Fachschaftsfinanzen vom Finanzreferenten des ASTA überwacht und kontrolliert werden (2), ist dieser für den Verein nicht zuständig. Die Preisfragen lauten also: Findet ein Geldtransfer zwischen Studentenschaft und dem Verein statt? Gibt es eine gemischte Finanzierung unter Beteiligung von Fachschaft und Verein bei Partys oder anderen Veranstaltungen?

Unabhängig davon irritiert der Vereinsname: "Förderverein der Fachschaft der Leuphana Uni LG e.V." (1). Wieder einmal vergisst die Fachschaft BWL, dass sie nicht die Fachschaft der Leuphana Universität Lüneburg ist. Sie mag sich fälschlicherweise so nennen, aber es gibt viele weitere Fachschaften. Etwas mehr Bescheidenheit wäre angebracht - bei der Fachschaftsbezeichnung wie beim Vereinsnamen.

(1) Flyer zur Hörsaalgangparty am 15.10.
(2) http://www.asta-lueneburg.de/referate/finanzreferat/
LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir in einer eMail erhalten haben.

Samstag, 19. November 2011

Geht es noch peinlicher?

In den letzten Tagen hat sich ein wahrer Showdown über die eMailverteiler der Leuphana Universität Lüneburg ereignet. Die Kontrahenten: eine neue Professorin, die Fachschaft BWL und die Senatoren der Liste "Eine Uni fuer alle". LeuphanaWatch dokumentiert:

Auslöser war eine Pressemitteilung von "Eine Uni fuer alle" vom 1.11..

Am 17.11. sandte ein Mitglied der Fachschaft BWL folgende eMail über die Verteiler:
Liebe Kommilitonen,
heute wurden wir von Frau Prof. Dr. (Name zum Schutz der neuen Professorin entfernt, LW) gebeten, die unten stehende Nachricht zu verbreiten.

Gerne tue ich dies über diesen Weg. Ich teile die Meinung von Daniela Steinert (Senatsliste „Eine Uni für alle“/ „AKUT“) ausdrücklich nicht. Vielmehr sehe ich in den neuen Professoren und Dozenten, die an die Leuphana kommen eine Bereicherung für unsere Universität. Sie helfen den eingeschlagenen Weg der Neuausrichtung weiterzugehen und tragen zu einer Vielfalt an unserer Uni bei.

Frau (Name entfernt, LW) und viele andere würden sich bestimmt freuen, wenn ihr Euch bei Ihr meldet und eure Meinungen zu den neuen Mitgliedern der Leuphana weitergibt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Ihr alle gegen neue Meinungen und Herangehensweisen seid.

Viele Grüße

(Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW)
(Senatsliste „Leuphana gemeinsam gestalten!“)

******
Mail von Frau (Name entfernt, LW):


Liebe Frau Steinert,
liebe Studierende,
vor drei Wochen habe ich mit viel Enthusiasmus meine Tätigkeit als Professorin für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität aufgenommen. Ein am 1. November über myStudy verschicktes Schreiben, unterschrieben von der Senatsliste „Eine Uni für alle“, hat mich - und nicht nur mich, sondern auch andere neu berufene Kolleginnen und Kollegen – irritiert. Dort heißt es in einem Zitat von Ihnen, Frau Steinert, dass wir, also die neu Berufenen, der Universität schaden würden. Für diese infame Behauptung hätten ich und andere Angesprochene gerne eine Erklärung, und wir hoffen, dass dies im Modus einer kritischen Argumentation statt der Diffamierung möglich ist. Auch wüssten wir gern, ob die Studierenden insgesamt diese Einschätzung teilen, ob also Ihre Meinung Konsens ist oder nicht. Deshalb lade ich die Studierenden, im Namen auch anderer neu berufener Kolleginnen und Kollegen, herzlich zu einem Gespräch ein. Geeignet scheint mir ein Mittwochnachmittag zu sein, damit auch möglichst viele teilnehmen können.

Vor allem aber sollte es in diesem Gespräch um unsere zukünftige Zusammenarbeit gehen. Für einen Gesprächstermin schlage ich den 23. November, 14.00 – 15.00 Uhr vor, im Raum C5.326. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Studierende an diesem Gespräch teilnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. (Name entfernt, LW)
Am 18.11. folgte umgehend eine Erklärung der angegriffenen Senatorin:
Liebe Studierende,
zum Hintergrund der Email, die (Name entfernt, LW) (Nachrücker für den Senat, Senatsliste "Für Euch und unsere Uni - die Fachschaft"; Fachgruppenvertretung BWL) gesternabend weitergeleitet hat:

Das Schreiben von Frau (Name der Prof. entfernt, LW) an mich und die Studierenden ist bereits älter. Über drei Ecken und leider nicht von ihr persönlich wurde mir ihr Schreiben schon Anfang November zugetragen. Sie fragte einige neu berufene Kolleg_innen, ob diese eine solche öffentliche Veranstaltung ebenfalls begrüßen würden und schickte ihnen diesen Brief, den nun auch ihr erhalten habt. Offensichtlich läd sie allerdings als Einzige zu dem Treffen am 23. November ein.

Auf ihren Brief hin habe ich am 08.11. geantwortet, um meine Aussage in den richtigen Kontext zu stellen und mich für das Missverständnis zu erklären und zu entschuldigen. Leider habe ich daraufhin keine Reaktion erhalten, auch nicht von Frau (Name entfernt, LW) selbst.

Dass jetzt der Brief von Frau (Name der Prof. entfernt, LW) an alle Studierenden verschickt wird, ist deshalb sehr befremdlich für mich, da Frau (Name der Prof. entfernt, LW) zu keinem Zeitpunkt den direkten Kontakt zu mir gesucht oder Interesse daran gezeigt hat, meine Entgegnungen zu ihrem Brief wahrzunehmen bzw. zu kommentieren. Auch hat sie den Termin, zu dem sie die Studierenden einläd, nicht versucht, mit mir abzusprechen, so dass ich ihr Interesse an einer tatsächlich klärenden Aussprache nicht erkennen kann.

Ich leite Euch hiermit mein Schreiben weiter, welches ich an Frau (Name der Prof. entfernt, LW) gerichtet habe. Darunter findet ihr außerdem die Pressemitteilung, auf die sich Frau (Name der Prof. entfernt, LW) bezieht. Wie bereits in diesem Schreiben angekündigt, werde ich mich an einem Treffen gerne beteiligen, wenn es sich um ein inhaltliches Treffen handelt. Bisher möchte Frau (Name der Prof. entfernt, LW) eine Erklärung meinerseits zu meiner Aussage und ein Treffen mit Studierenden, um zu erfahren, ob alle Studierenden diese meine vermeintliche Aussage teilen.
Meine Erklärung hat Frau (Name der Prof. entfernt, LW) bereits erhalten und ich wiederhole sie hiermit gerne noch einmal (siehe unten). Da ich die Aussage, die neu berufenen Professor_innen schaden der Universität, niemals geäußert habe, kann ich den Hintergrund und den Sinn ihres zweiten Anliegens allerdings nicht verstehen. Zu jeder inhaltlichen Diskussion bin ich gerne bereit. Derzeit entsteht allerdings aufgrund des Vorgehens von Frau Söntgen eher der Eindruck, als verfolge sie politische Interessen, die außerhalb der Klärung meiner Aussage liegen.

Abschließend möchte ich auch anmerken, dass es mich irritiert, dass Frau (Name der Prof. entfernt, LW) den Weg über (Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW) wählt (und nicht z.B. über die zentrale studentische Exekutive - den AStA), um ihren Brief an die Studierenden zu verbreiten. Ausdrücklich distanzieren möchte ich mich davon, dass Herr (Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW) diese Aufgabe, die ihm Frau (Name der Prof. entfernt, LW) übertragen hat, nutzt, um als bisher unbeteiligter Dritter seine Meinung kund zu tun und sich damit zu positionieren und zu profilieren. Sollte es sich bei dem angekündigten Treffen um eine sachliche Diskussion handeln, darf diese nicht im Vorfeld mit den politischen Differenzen zwischen den bisherigen politischen Akteur_innen verbunden und belastet werden.

Beste Grüße,
Daniela

**********
EMAIL VOM 8.011.2011

Liebe Frau (Name der Prof. entfernt, LW),
Liebe Neuberufene,
Liebe Studierende,

offensichtlich ist bei der Pressemitteilung der Senatsliste "EINE Uni fuer ALLE" (http://eineunifueralle.wordpress.com/2011/11/01/universitat-luneburg-war-niemals-pleite/) ein Missverstaendnis aufgetreten.
Meine Aussage, die externen Berufungskommissionen und das Vorgehen von Praesident Herrn Spoun haetten der Universitaet geschadet, bezieht sich auf den Einstellungsstop, den Herr Spoun von 2006 bis 2008 verlaengert hat und demnach bis 2009 keine Professor_innen eingestellt werden konnten. Dies tat er mit der Argumentation, die Universitaet sei herab gewirtschaftet und in den roten Zahlen. Aufgrund einer dieser Aussagen wurde damals gegen Herrn Spoun eine Klage eingereicht. Dass die Pleite der Institution tatsaechlich nicht der Wahrheit entsprach, können wir jetzt mit Jahresabschlussbilanzen belegen. Dass der Universitaet damit geschadet wurde - 3 Jahre lang Mangel in Lehre und Forschung, sowie in der Entwicklung von Fachbereichen und Forschungsfeldern, UEberbelastung der Lehrenden, etc. - das werden Ihnen auch viele der Menschen bestaetigen können, die damals ebenfalls bereits an der Universitaet waren.
Vor allem, weil mit der Einfuehrung des (Alt-)Bachelors sowie 2007 mit der uebereilten Einfuehrung des Leuphana-Bachelors insgesamt 3 bzw. 4 Studienabschluesse (je nachdem, ob Magister und Diplom als ein oder zwei Abschluesse zu rechnen sind) an der Universitaet parallel liefen, war die Arbeitsbelastung und Auslastung der Institution sehr hoch.

Meine Aussage beinhaltet darueber hinaus ebenfalls Kritik daran, dass die Fakultaeten aufgrund der externen Berufungskommissionen ihr Hoheitsrecht der Berufungen verloren haben und die Gestaltung der Studien- und Forschungsinhalte somit nicht von der Universitaet getragen, sondern vom Praesidium vorgenommen wurde. Auch haben die Studierenden ihre Stimme in den Kommmissionen verloren. Diese Neuberufungen aber beeinflussen sehr stark die Ausrichtung der Universitaet und sollten demnach auch von einer Gemeinschaft vorgenommen werden. Viele Profs initiierten damals eine Unterschriftenliste gegen diesen vehementen Eingriff in die Rechte der Fakultaeten, ueber eine Klage wurde lange diskutiert. Denn die flaechendeckende Einrichtung solcher Kommissionen ist vom Gesetz nicht gedeckt, eine juristische UEberpruefung - die dem Praesidenten nach seiner Aussage vom Ministerium vorlag - haben wir nie zu Gesicht bekommen.
Dass aber solch einseitige, von den Fakultaeten nicht getragene, Berufungen auch einseitige Interessen beruehren und eben nicht ausgewogen stattfinden (gerade transdisziplinaere Studiengaenge leben von den pluralistischen Perspektiven innerhalb der Fakultaeten - die Einsetzung von Kommissionen und die Berufungen muessen demnach auch innerhalb dieses Pluralismuses stattfinden), vor allem nicht innerhalb der Expertise vor Ort (welche die Uni, die Studiengaenge, die Beduerfnisse etc. kennen), ist eine kaum auszubleibende Folge. Dass dieses Vorgehen auch der universitaeren Gemeinschaft und die lange Zeit der Mangelwirtschaft den Lehrenden und den Studierenden geschadet hat, dies bleibt meine Aussage.

Ich bitte allerdings diejenigen um Verzeihung, die sich von meiner, möglicherweise durch einen unguenstigen Ausdruck missverstandene, direkte Aussage vor den Kopf gestoáen fuehlen. Diejenigen der neu berufenen Professor_innen, die mir bereits begegnet sind, mit mir vielleicht auch schon politisch diskutiert haben, werden hoffentlich bestaetigen können, dass ich ihnen niemals abschaetzig begegnet bin und niemanden verantwortlich mache fuer eine Situation an der Universitaet, die sie nicht beeinflussen konnten.

Bei einer Diskussionsrunde zu "externen Berufungskommissionen", "Neuberufungen" u.a. wuerde ich selbstverstaendlich auch zu meinen Vorbehalten und zu den Vorwuerfen, die ich Herrn Spoun mache, Stellung beziehen.

Mit freundlichen Grueßen,
Daniela Steinert
Wenige Stunden später erklaerte widerum das betroffene Mitglied der Fachschaft BWL:
Liebe Kommilitonen,
ich schreibe Euch erneut, da es mir wichtig ist Euch zu sagen, dass ich Daniela Steinert zu keinem Zeitpunkt persönlich zu nahe treten wollte.

Sollte dies so gewirkt haben, dann entschuldige ich mich dafür. In Ihrer Stellungnahme macht Daniela Steinert deutlich, dass die von Frau Prof. (Name entfernt, LW) getätigte Interpretation ihrer Aussagen nicht ihr gewollt waren.

Nichts destotrotz teile ich viele Aussagen aus der PM vom 01.11.2011 ausdrücklich nicht!

Dazu hier die Stellungnahme der Uni zu den mit Wiederlegungen der Vorwürfe der Liste „Eine Uni für alle“: http://myshare.leuphana.de/989e577cb753faf863217f2d574f2220

Aufgrund dieses Missverständnisses schlage ich dennoch weiter vor, dass Ihr Frau (Name entfernt, LW) (ENTFERNT@leuphana.de) mitteilt, dass es hier an der Uni viele Menschen gibt, die froh über die neu berufenden Dozenten sind. Ich persönlich halte sie nach wie vor für eine Bereicherung der Leuphana und hoffe, dass noch viele renommierte und qualifizierte Menschen an unsere Universität kommen.

Da es auch hier einige Missverständnisse gab noch die Fakten zu meiner Person:

(Name entfernt, LW), Master BD 3. Semester
FGV Master Business Development
Vertreter der aktuellen Senatsliste “Für Euch und unsere Uni -Die Fachschaft”
Kandidat der neuen Senatsliste (2012): „Leuphana gemeinsam gestalten!“

p.s. Ich wollte das einfach klarstellen, sorry dafür, dass ihr jetzt noch eine Mail dazu bekommen habt. Das nächste Mal werde ich das von meiner Seite direkt mit Daniela klären!
Was zwischen den letzten beiden eMails hinter den Kulissen abgelaufen ist, kann nur erahnt werden. Erstaunlich ist jedenfalls das Verhalten der Professorin. Sollte sie eine Nachricht verschicken wollen, warum dann über die Fachschaft BWL und nicht z.B. ihr Dekanat oder mzstudy oder den ASTA oder das Studentenparlament? Sollten die Ausführungen von Senatorin Steinert stimmen, wäre das Verhalten der neuen Professorin zudem sehr unprofessionell. Nachdem bereits eine Klarstellung in einer privaten eMail erfolgt ist, ist es mehr als peinlich, nach Wochen noch einmal mit den alten Vorwürfen Politik zu machen. Der Betroffenen vorher nicht einmal zu antworten ist beschämend. Nennt sich so etwas ab sofort "akademisches Niveau"?

LeuphanaWatch fragt: Disqualifiziert sich da gerade jemand selbst?

Unabhängig davon muss die Frage gestellt werden, ob Kritik an Berufungsverfahren ab sofort nicht mehr erlaubt ist, weil die Neuberufenen sich sonst gekränkt fühlen? Etwas Differenzierungsfähigkeit wäre angebracht. Peinlich, peinlich, dieses Schauspiel.

Samstag, 5. November 2011

Absolventenjahrbuch absurd

Erstmals soll es in diesem Jahr ein Absolventenjahrbuch an der Leuphana Universität Lüneburg geben. Alle Absolventen können sich darin eintragen und ein Teil davon werden. Das Marketing schildert die Vorteile wie folgt:
Ihre Vorteile auf einen Blick:
- Sie haben eine schöne Erinnerung an die Studienzeit
- Sie präsentieren sich frühzeitig attraktiven Arbeitgebern
- Sie erreichen hochinteressante, potenzielle Arbeitgeber aus allen Branchen und Bereichen
- Das Absolventenbuch ermöglicht es Ihnen, mit Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben
- Sie nutzen eine effiziente Ergänzung zu kostenintensiven Initiativ-Bewerbungen [1]
Moment, Initiativ-Bewerbung und Präsentation bei Arbeitgebern? Eine interessante Aussage. Die Marketingabteilung führt aus:
Sie erhalten so nicht nur ein Jahrbuch ihres Abschlusssemesters, sondern können auch einen effizienten Bewerbungskanal für Ihre berufliche Zukunft nutzen, der von immer mehr Unternehmen und Organisationen zum gezielten Recruiting von Berufseinsteigerinnen und -einsteigern genutzt wird. [1]
Immer mehr Unternehmen nutzen also das Jahrbuch zum Recruiting. Eine erstaunliche Aussage, wo dieses doch erstmalig erscheint. Aber sicherlich ist das nur missverständlich formuliert und im Allgemeinen bei Jahrbüchern so. Klar, dass die Fachschaft BWL bei so viel Arbeitsmarktorientierung jubelt und das Jahrbuch gleich empfiehlt. [2] Jetzt bitten wir nur noch um die Beantwortung einer Frage: Als Absolvent im Bereich Lehramt GHR und LBS nutzt mir das was?

[1] http://www.leuphana.de/alumniportal/veranstaltungen/graduiertenfeier/absolventenbuch-2011.html
[2] http://www.leuphana.de/fsfb2.html
LeuphanaWatch dankt für den Hinweis und die treffliche Frageformulierung.

Sonntag, 4. September 2011

ASTA ist jetzt auch Leuphana

Vorbilder gibt es viele und manche können die Falschen sein. So ist es gängige Praxis an der Leuphana Universität Lüneburg, Senatsbeschlüsse nicht allzu ernst zu nehmen. Jetzt ist der ASTA endgültig an der Leuphana Universität Lüneburg angekommen. Die selbst ernannten Hüter der Demokratie haben in der Vergangenheit diese Funktion mit Bravour ausgefüllt. Noch vor wenigen Tagen schlossen sie sich unserer Kritik an und rügten den Stiftungsrat für mangelndes demokratisches Bewusstsein. Jetzt missachtet der ASTA sein eigenes Parlament.

Eine eMail vom heutigen Abend informiert über die Verteiler der Universität, dass von Vertretern der Fachschaft BWL eine Beschwerde gegen den ASTA eingereicht wurde. Darin heißt es:
Liebe Kommilitonen,
hiermit möchten wir Euch darüber informieren, dass der AStA versucht sich über Beschlüsse des StuPa hinwegzusetzen.
In der eMail (siehe erster Kommentar) wird ausgeführt, dass das Studentenparlament vor kurzem eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für den Finanzreferenten des ASTA von 400 € auf 648€ abgelehnt hat. Jetzt hat der ASTA entgegen der Parlamentsentscheidung seine Geschäftsordnung geändert und die Höhe der Aufwandsentschädigung auf jene 648€ festgesetzt. Das Parlament wird aufgefordert, das im nächsten Haushalt zu berücksichtigen. Weiter heißt es:
Der AStA setzt sich also bewusst über die Entscheidung des StuPa hinweg und versucht sich selber seine Bezahlung festzulegen. Gemäß aller Satzungen obliegt dies, sowie der gesamte Haushaltsbeschluss allerdings dem StuPa. Der ASTA will also das von Euch gewählte StuPa umgehen und sich von eurem Geld höher bezahlen. Dieser Zustand ist nicht tragbar und darüber wollten wir Euch informieren.
LeuphanaWatch ist entsetzt. Sollten die Aussagen der Nachricht zutreffen, wäre das ein Skandal. Das Haushaltsrecht eines Parlamentes umgehen zu wollen, ist ein zutiefst undemokratischer Vorgang. Dass der ASTA damit seine Kompetenzen bei weitem überschreitet, sei nur als Randnotiz vermerkt. Die Reaktion der Studentenvertreter mutet wie eine kindliche Trotzreaktion an, frei nach dem Motto: 'Wenn du mir nicht gibst was ich will, dann hole ich es mir eben.' Mit seinem Verhalten hat sich der ASTA einen Bärendienst erwiesen.

Wesentlich schlimmer als der ASTA- Beschluss, der schlicht ungültig ist und nicht umgesetzt werden darf, ist der Imageschaden. Wer von anderen Demokratie, Transparenz und Mitbestimmung einfordert, sollte selbst als Vorbild voran gehen. Zwar wird die berechtigte Kritik an der Leuphana Universitäts-Leitung in Zukunft nicht weniger zutreffend sein, aber die moralische Integrität ist vorerst dahin. Es wird ein hartes Stück Arbeit, sie wieder zurück zu gewinnen. Vorerst dürfen sich alle Kritiker der Studentenvertretung bestärkt fühlen. Holm Keller, derzeit wegen Korruptionsverdacht unter Druck, dürfte die Ablenkung nicht ungelegen kommen.

Allerdings sollten auch die Beschwerdeführer nicht zu sehr triumphieren, ihre Weste ist ebenfalls keineswegs strahlend weiß. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen führte im Frühjahr die Kampagne Spoun4President; diese setzte sich dafür ein, durch Flatrate-Wählen Holm Keller gegen den formulierten Willen des Senats doch noch für eine weitere Amtsperiode zum Vizepräsidenten zu machen.

Fehler der Vergangenheit machen ein aktuelles Anliegen nicht weniger richtig. Das gilt für die aktuelle Beschwerde. Es ist zu hoffen, dass sich die Beschwerdeführer aber auch an diese Tatsache erinnern, wenn sich der ASTA darauf beruft - vermutlich schon bald, wenn er die nächste sinnvolle und wichtige Position bezieht. Zuvor müssen die Studentenvertreter die aktuelle Situation bereinigen.

LeuphanaWatch dankt für den Themenhinweis.

Samstag, 9. April 2011

Fachschaft Business sammelt Klausur-Probleme

Die Fachschaft Business, Economics & Management (ehem. "BWL, VWL, Wiso, LBS") der Leuphana Universität Lüneburg sammelt Probleme die während der Klausurphase aufgetreten sind. [1]
Dabei geht es um:
* in qis nicht eingetragene Klausuren
* Klausuren, die länger als 4 Wochen nicht korrigiert wurden (ihr also Eure Noten nach 4 Wochen ab Klausurtermin nicht hattet)
* Klausuren, die nicht zum geplanten Termin stattfanden
* Klausuren, die zu spät angefangen haben (z.B. 30 min später als angekündigt wie bei EBWL)
* Klausuren, die anders als angekündigt geschrieben worden (Länge, Inhalt, Bewertung)
* Klausuren, die nicht der RPO/FSA entsprechen
* Verschwundene Klausuren
Und vieles mehr….
Zu den Problemen soll in der Studienkommission bzw. im Fakultätsrat ein Tagesordnungspunkt eingereicht werden. Die Fachschaft will so darauf hinwirken, dass diese Ärgernisse in Zukunft nicht mehr auftreten. Die Problemberichte sollen an die-fachschaft@leuphana.de geschickt werden.

LeuphanaWatch meint: Gute Idee.

Quellen:
[1] Newsletter der Fachschaft Business, Economics & Management (26.3.11)

Donnerstag, 24. März 2011

Fachschaft BWL hat neuen Namen

Die Fachschaft BWL, VWL, Wiso, LBBS hat einen neuen Namen. Schon vor einiger Zeit hatte sie ihre Homepage mit eigenem Charakter aufgegeben und der CI der Leuphana Universität Lüneburg angepasst. [1] Die anderen Fachschaften sind wesentlich umtriebiger und haben sehr individuelle Webseiten. [2] Ganz im Stile und Sinne von Leuphana heißen die BWL, VWL, WiSo, LBBS "Füchse" jetzt "Die Fachschaft Business, Economics & Management“.

Die Begründung klingt einfach und wurde auf der Homepage der Leuphana Universität Lüneburg bekannt gegeben:
Begründung für die Namenswahl ist einerseits das Auslaufen einiger Alt-Studiengänge und andererseits der Beitritt der Master Studiengänge zur Fachschaft.

Der neue Name soll für die Zukunft wappnen und eine allgemeingültige Bezeichnung für alle aktuell vertretenen und evtl. bald beitretenden Studiengänge darstellen. [3]

LeuphanaWatch meint: Jetzt ist euer Name endlich auch so cool englisch wie unser. Nur mit der eigenen Identität ist es so eine Sache, wenn man immer alles nachmachen muss, was von oben vorgebetet wird.

[1] http://www.leuphana.de/fsfb2.html
[2] Kuwi, Wipsy, Uwi, Lehramt
[3] http://www.leuphana.de/fsfb2/aktuell/ansicht/datum/2011/02/20/alles-neue-macht-die-fachschaft-neuer-name-fuer-deine-fachschaft.html

Dienstag, 15. März 2011

SpringBreakNight zieht Arschkarte

Am 18. März findet im Vamos! die SpringBreakNight statt. [1] Überall auf dem Campus liegen verteilte Flyer, die noch für Ärger sorgen könnten. Sie zeigen vier untergehakte junge Frauen mit pinken Bikinis. Alle sind weißer Hautfarbe, schlank, leicht gebräunt und vor allem sieht man sie von hinten. Genau genommen ist nur ihr Hinterteil mit dem kleinen Bikinihöschen, etwas Oberschenkel und Rücken zu sehen.

LeuphanaWatch meint: Vermutlich sind sie auch noch blond, Singles und im Vamos auf der Suche nach willigen Männern für eine schnelle, unverbindliche Nummer!

Im vergangenen Jahr hatte die Fachschaft BWL, VWL, WiSo & LBS im Senat der Universität eine Rüge erhalten, weil sich Studentinnen beim Frauen- und Gleichstellungsbüro [2] über einen ihrer Flyer beschwert hatten. Dort beobachtete ein Strichmännchen (heimlich) eine strichgezeichnete Studentin. Solche Spannereien hielt der Senat für nicht lustig. Im Senatsprotokoll heißt es dazu diplomatisch in TOP 11:
Es wird auf einen sexistischen Flyer hingewiesen, der im Rahmen der fachschafts-Einführungstage verteilt wurde. Gespräche hierzu werden stattfinden. [3]
Wie später bekannt wurde, sollen die Vertreter der Fachschaft auf der Sitzung hart gerügt worden sein und mussten anschließend im Frauen- und Gleichstellungsbüro zum Rapport. Autsch!

LeuphanaWatch freut sich: Letztes Jahr waren es Strichmänchen, jetzt geht es um echtes Fleisch. Mal sehen, wie der Senat darauf reagieren wird. Wir glauben, da hat die Campus GmbH mit ihrer "Fleischwerbung" aber die Arschkarte gezogen...

Quellen:
[1] http://campuslueneburg.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=124&Itemid=171#
[2] http://www.leuphana.de/services/frauen-und-gleichstellung.html
[3] http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/senat/protokolle_materialien/101020/55_senat201010protokollGEN.pdf

Sonntag, 13. März 2011

Repititorien: Eine Kritik

Auch in diesem Semester hat die Fachschaft BWL, VWL, WiSo, LBBS wieder Repetitorien für Studenten angeboten.
Repetitorien sind Crash-Kurse kurz vor den Klausuren bei Studierenden höherer Semester, die die Klausur schon geschrieben und entsprechend Erfahrungen gesammelt haben. In diesen Kursen werden nach einem kurzen Überblick über den Inhalt der Veranstaltung Aufgaben gerechnet und Fragen beantwortet.
aus einem Newsletter der Fachschaft
Angeboten wurden Repititorien zu "Mathe für WiWis I" und "Einführung in die BWL". Sie dauerten jeweils 5 Stunden und sollten 10 € pro Person kosten.
Die Anzahl der Karten ist auf 30 Stück begrenzt, damit eine angenehme Arbeitsatmosphäre gewährleistet werden kann. (...) Dieses Angebot ist ein Service der Fachschaft und gehört nicht zum Lehrangebot der Leuphana Universität Lüneburg.
aus einem Newsletter der Fachschaft
Schön und gut. Stellen Sie sich die Frage: Warum brauchen wir an unserer Leuphana Repititorien?

Repititorien sind Nachhilfe. Wer eine Veranstaltung nicht verstanden hat, geht dorthin. Sind unsere Veranstaltungen so schlecht und unverständlich, dass niemand etwas versteht? Es sollte normal sein, dass bei Fragen der Dozent angesprochen wird. Er hilft gern weiter, erläutert in der Veranstaltung noch einmal oder ausführlicher. Wenn es nur wenige Studenten betrifft, können diese nach der Veranstaltung nach vorn kommen und nachfragen. Für das Lehrpersonal ist es beschämend, wenn sich die Studenten entweder nicht trauen zu fragen oder so grundlegend nichts verstehen, dass an den didaktischen Fähigkeiten des Dozenten zu zweifeln ist. In jedem Falle grübelt der ein oder andere Dozent im Stillen, wenn für seine Veranstaltung ein Repititorium angeboten wird. Was für ein Zeichen an die Kollegen!

Repititorien sind vor allem ein soziales Versagen. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie ihre Kommilitonen. Der Sachverstand der WG kann genutzt werden. Es gibt Lerngruppen, in denen Sie sich zusammenschließen können. Fragen Sie einfach einmal Studenten aus höheren Semestern, die helfen Ihnen sicher gern. Sie investieren ihre Finanzen dort, wo der soziale Zusammenhalt versagt. Sehen Sie ihre Kommilitonen einmal nicht als Wettbewerber um Jobs, sondern stehen Sie zusammen. Die Kosten- / Nutzenrechnung ist in jedem Falle positiv. Wenn Sie erklären, verfestigen auch Sie ihr Wissen und ziehen ihren Nutzen daraus. Und wenn Sie Hilfe benötigen nützt es Ihnen, wenn Sie anderen zuvor geholfen haben. Ihr Geld geben Sie dann besser für ein Bier nach bestandener Klausur mit ihren Freunden aus.

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per email erhalten haben.

Dienstag, 3. August 2010

Die Fachschaft: Hilfe, die Grünen kommen

Die Startwoche 2010 hat wieder einen Stargast. Nicht Daniel Libeskind, der in 2010 als Filmjuror auftreten wird. Er wird zwar als "Stararchitekt" vorgestellt, ist aber eigentlich Professor der Leuphana [1]. Der Stargast hält die Erstsemesterrede und es ist kein Geringerer als Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen [2]. Nach Jimmy Carter, Wolfgang Clement und dem letztjährigen Gast, der für eine namentliche Nennung nicht wichtig genug erscheint [3], nun der nächste Politiker.

Aber gibt es einen inhaltlichen Leitfaden für die Stargast-Wahl? Politiker ja, aber mit politischen Übereinstimmungen? Oder nimmt man, was man kriegen kann? Wen Holm Keller mit seinem Netzwerk zu fassen bekommt? Es wird sich noch herausstellen müssen.

Interessant ist, wie Özdemir an der Universität aufgenommen werden wird. LeuphanaWatch wurde eine Stellungnahme der Fachschaft BWL, VWL, WiSo und LBBS zugemailt, die sich in anderem Zusammenhang kritisch zu Politikern an der Universität äußert:
Einmischungen von externen parteipolitisch gebundenen Elementen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit profilieren wollen, sehen wir als kritisch an und dies hat unserer Meinung nach nichts auf unserem Campus verloren. [4]
Es könnte also interessant werden, ob sich die Fachschaft explizit äußern wird. In der Vergangenheit hatte man den Besuch der Bundeskanzlerin Merkel (CDU) offenbar verpasst. Steht die Fachschaft also grundsätzlich zu ihren Aussagen oder nur, wenn es gerade passt?


Quellen:
[1] http://www.leuphana.de/college/leuphana-semester/startwoche.html
[2] http://www.leuphana.de/college/leuphana-semester/startwoche/programm.html
[3] http://www.leuphana.de/college/leuphana-semester/startwoche/archiv-startwochen.html
[4] Stellungnahme der Fachschaft BWL, VWL, WiSo und LBBS zur aktuellen Campusentwicklung und dem Bereich Lehrerbildung der Leuphana Universität Lüneburg, 15.7.10 (Dank an den Mail-Zusteller)