Donnerstag, 26. Januar 2012

Einwurf: Gemeinwohl geht vor

Heute ab 18 Uhr will das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg erneut zusammentreten und über das Spitzenpersonal des ASTA beraten. Unser Beitrag zur letzten Sitzung und der veröffentlichte Text zur Frage "Wie grün ist grün?" scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Über 80 Kommentare sind bislang erstellt worden. Dabei ging es nur sehr eingeschränkt um eine inhaltliche Diskussion. Das hat einen unserer Leser zu einem Einwurf bewogen, den wir gern abdrucken.

Gemeinwohl geht vor!

Sehr geehrte Parlamentarierinnen und Parlamentarier,
zu Ihrer Wahl gratuliere ich Ihnen herzlich. Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen bekommen. Nicht allein im Interesse der Studierenden wünsche ich mir, dass Sie diese erfolgreich ausfüllen können. Die Kommentierungen auf dieser Page lassen daran Zweifel aufkommen, scheinen doch viele der Kommentare aus dem Studierendenparlament selbst zu kommen. Sie mögen die Auffassung vertreten, so ginge es in der Politik nun einmal zu. Dabei unterliegen Sie dem Trugschluss, Parteipolitik sei das Maß aller Dinge. Dem ist nicht immer so. Bitte bedenken Sie die hohe Politikverdrossenheit, die zu einem guten Teil auf parteipolitische Ränkespiele zurückzuführen sein wird. Für Sie muss das eine Konsequenz haben. Denken Sie nicht im Sinne einer Partei, die sich bei jedem Thema von ihren Konkurrenten absetzen muss. Arbeiten Sie inhaltlich und einigen Sie sich über ihre Ziele. Dann prüfen Sie bitte, welche Personalbesetzung dafür am geeignetsten erscheint.

Ich möchte Sie auf einige Punkte aufmerksam machen. Wie sie wissen, sind im Januar 2013 Landtagswahlen in Niedersachsen. Die Erhebung von Studienbeiträgen dürfte im Landtagswahlkampf eine bedeutende Rolle spielen. Ob eine Abschaffung der Beiträge gelingt, wird maßgeblich vom Druck aus Ihren Reihen und denen Ihrer Kollegen abhängen. Machen Sie dieses Thema zu einem zentralen Punkt Ihrer Arbeit und stellen Sie keine Minimalforderungen. Es liegt an Ihnen, die Parteien in dieser Frage zu treiben.

Bitte bedenken Sie, dass es der Studierendenvertretung in den vergangenen Jahren gelungen ist, ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit zu erlangen. Pflegen Sie diese. Unterschätzen Sie nicht die Wirkung fundierter Positionen, die argumentativ untermauert sind. Inhalte sind streitbar und werden es immer sein. Sehr viel bedeutsamer ist es, begründet Position zu beziehen. Stehen Sie argumentativ für Ihre Positionen ein, beziehen Sie jedoch nicht leichtfertig solche ohne Ihren Standpunkt auch vermitteln zu können. Nur mit überzeugenden Argumenten werden Sie Gehör finden.

Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass Sie mit den verschiedenen Akteuren innerhalb der Universität sprechen sollten. Suchen Sie Verbündete für Ihre Positionen und scheuen Sie sich nicht Differenzen aufzuzeigen. Unterschätzen Sie nicht die Macht einer fundierten Diskussion und einer funktionierenden Gesprächskultur. Sehen Sie die von Ihnen geführten Gespräche jedoch bitte nicht als Selbstzweck. Sie sind gewählt, um Inhalte zu vertreten. Wählen Sie die dafür geeignet erscheinenden Wege. Passen Sie ihr Vorgehen je nach Entwicklung an. Letztlich werden Sie sich daran messen lassen müssen, ob Sie ihre Ziele erreicht haben. Mit wem Sie wie oft gesprochen haben interessiert letztlich nicht.

Bei der Suche nach geeignetem Personal bedenken Sie bitte die zu besetzende Position. Sie suchen Sprecherinnen oder Sprecher für Ihren AStA. Sie suchen keine Einzelkämpferinnen oder Einzelkämpfer. Wählen Sie ein Team und Personen mit Demut vor ihrer Aufgabe. Ihre Wahl soll zukünftig für die Studierenden und insbesondere den von Ihnen gewählten AStA sprechen. Die von Ihnen gewählten Sprecherinnen und Sprecher vertreten dieses Gremium AStA. Sie agieren nicht im luftleeren Raum. Scheuen Sie sich nicht, die von Ihnen bereits gewählten Referentinnen und Referenten nach ihrer Einschätzung der Kandidatinnen und Kandidaten zu fragen. Stellen Sie schließlich ein schlagkräftiges Team auf, welches den nötigen Mut für unbequeme Positionen aufbringt. Das sind Sie sich selbst, ihren Studierenden und der Universität schuldig.

Wählen Sie klug in dieses ehrenvolle Amt.

LeuphanaWatch hat dem nichts hinzuzufügen.

Kommentare:

  1. Schwachsinn. Was soll sich das Leuphana Watch Blog da einmischen.

    AntwortenLöschen
  2. Ein anoymer Blog sollte nie Einfluss auf gewählte Parlamente haben!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Entweder man redet offen oder schweigt als anonyme Person

      Löschen
  3. Demut vor der AUfgabe! Wie lächerlich. QuattroFuck hat das doch eh selber geschrieben! Einfach nur noch witzig.

    AntwortenLöschen
  4. Wie peinlich ist das den bitte?

    AntwortenLöschen
  5. holländischer maler26. Januar 2012 um 11:47

    Mmh. Fünf anonyme Kommentare, die sich hauptsächlich darüber beschweren dass der Blog anonym ist.
    Witzig? Geht so.

    Davon abgesehen: Das übliche Syndrom, es wird nur über die Form diskutiert nicht über den Inhalt. Ich schließe mich in diesem Punkt meinem vorredner von 2:32 AM an.

    AntwortenLöschen
  6. Ich finde den Beitrag weder peinlich noch lächerlich. Was ist bitte peinlich/lächerlich an dem Wunsch, dass eine Studentenvertretung erfolgreich und im Sinne der Studentenschaft arbeitet? Und überlegt doch mal bitte, wieso überhaupt so ein Beitrag nötig war. Wahrscheinlich nicht, weil alles super läuft und wahrscheinlich auch nicht, weil alle nicht-Parlamentarier den Eindruck haben, dass die Studentenvertretung erfolgreich arbeitet.

    Auch ich möchte eine Studentenvertretung, die arbeitsfähig ist und sich nicht gegenseitig, sei es in ellenlangen Sitzungen, sei es in endlosen Kommentaren hier im Blog mit Beschimpfungen und Unterstellungen im Weg rum steht.
    Arbeitsfähig heißt dabei natürlich, dass gegenteilige Meinungen in Ruhe ausdiskutiert werden, und es darf auch durchaus mal zu Patt-Situationen kommen. Aber auch ich bin der Meinung, dass in einem solchen Fall INHALTLICHE und ZIELGERICHTETE Diskussionen mehr helfen, als dämliche Anschuldigungen, welcher anonyme Schreiber wohl hinter diesem oder jenem Kommentar steckt und wer wohl wann was gewählt hat.

    Wenn ich den Beitrag "Gemeinwohl geht vor" noch ergänzen darf: Studiengebühren sind natürlich wichtig, aber es gibt bestimmt auch viele andere Uni-interne Themen, die diskussionswürdig sind. Aber auch für solche Inhalte lässt sich bestimmt ein AStA-Team finden, das kritisch und im Sinne aller Studierenden agieren wird.

    Also, ich bitte um mehr konstruktive Kritik, und wünsche mir in Zukunft mehr inhaltliche Vorschläge, soweit es geht sachliche Diskussionen und weniger personen-/parteibezogene Anschuldigungen, die blind machen für vorhandene Gemeinsamkeiten.

    Und viel Glück bei der nächsten Sitzung!

    AntwortenLöschen
  7. Antworten
    1. gemeint war natürlich das THEMA Studiengebühren. Nicht Studiengebühren an sich. :-)

      Löschen
  8. Selbst in diesem Artikel wird wird wieder unterschwellig Propaganda gemacht gegen Wirtschaft/GAC...
    Wie heuchlerisch gleichzeitig auf emotionale Weiße Inhalt zu propagieren.

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Leute, geht's noch? "Einmischung ins Parlament"? Wer seine Meinung sagt, mischt sich ins StuPa ein? Ihr habt wirklich nen Schuss weg, wenn ich das mal so direkt sagen darf. Freut euch lieber, wenn es Leute gibt, die inhaltliche Diskussionsbeiträge bringen! Dass nicht jeder seinen Namen preisgeben möchte, ist doch völlig klar. Bei diesem StuPa dauert es doch keine Stunde, dann liegt er Name auf dem Schreibtisch bestimmter Personen. Mehr brauche ich dazu doch nicht sagen, oder?

    Wenn mein/e VorkommentatorIn von "unterschwelliger Propaganda (...) gegen Wirtschaft/GAC" spricht habe ich gar nicht so viele Haare, wie ich entsetzt raufen möchte. Habt ihr einen Verfolgungskomplex? Was soll daran Propaganda sein, wenn jemand eine sinnvolle Wahlentscheidung fordert? Wenn das schon die Gegenseite unterstützt, dann solltet ihr eure Argumentation noch mal grundsätzlich überdenken. Vielleicht ist sie dann nicht besonders.

    Und mal ganz im Ernst, die genannten Punkte sind vollkommen richtig. Ich würde zwar einiges anders schreiben, aber im Kern trifft's sehr gut. Anders gewichten würde ich aber auf jeden Fall die Bedeutung von Gesprächen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Gespräche mit der Unileitung in vielen Fällen vollkommen überflüssig sind. Wie oft hat sich nachher keiner mehr dran erinnert, was auf dem letzten Gespräch zugesagt wurde? Öfter, als einem lieb sein kann! Wenn aber solche Gesprächsergebnisse nachher keine Bedeutung mehr haben, brauche ich auch keine Gespräche führen. Dann ist das pure Zeitverschwendung und erreicht - genau, nichts. Da ist es dann unumgänglich, zu anderen Mitteln zu greifen (Demo, Presse...). Ich würde mir wünschen, dass der neue AStA seine Positionen besser vermitteln kann und dann wieder mächtig Druck macht. Es gibt genug zu tun.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herr Fabian,

      obwohl sie viel Erfahrungen in der studentischen Selbstverwaltung haben, bin ich doch sehr über deine obrige Aussage erstaunt.
      Wie soll ich als Teil der Studierendenschaft folgendes verstehen? ("Bei diesem StuPa dauert es doch keine Stunde, dann liegt er Name auf dem Schreibtisch bestimmter Personen.")

      Haben wir anstatt der Liste Leuphana die Stasi neu ins Parlament gewählt?
      Oder schließt auch du dich den RednerInnen gegen 3 Campi und GaC an?

      Löschen
    2. Lieber anonymer Kommentator,
      ich werde dich jetzt einfach dutzen. Das kannst Du ruhig auch in Gänze bei mir tun, sofern Du wirklich studierst. Solche Wechsel zwischen Sie und Du sehen doch nicht gut aus.

      Deine Frage beantworte ich gern. In der Tat war ich länger aktiv und glaube deshalb zu wissen, wovon ich spreche. "Die Stasi", wie Du es nennst, sitzt soweit ich weiß nicht im StuPa. Sie existiert meines Wissens nach nicht mehr. Ich rechne auch nicht mit geheimer Abhörtechnik durch andere Stellen. Es ist aber ein offenes Geheimnis wenn ich darauf hinweise, dass einzelne StuPa-Mitglieder einen sehr kurzen Draht ins Präsidium haben. Das bezieht sich nicht zwangsläufig auf eine ganze Liste, sondern ich denke an einzelne Personen. Auf noch AStA-Sprecher wie den Parlamentarier der Liste Leuphana beziehe ich das nicht.

      Meine Aussage im von dir angesprochenen Punkt (nicht der restliche Beitrag) ist ganz wertneutral und ich weise allein darauf hin, dass manch einer seinen Namen nicht nennen mag, weil er weiß: Alles, was das StuPa weiß, ist u.U. kurze Zeit später auch bestimmten Personen in wichtigen Uni-Positionen bekannt.

      Der Ehrlichkeit halber sei ergänzt: Ich verfolge das ganze Theater mit etwas Abstand, aber natürlich "historisch" bedingt doch mit etwas Interesse. Da ich bei den Sitzungen nicht dabei war, werde ich selbst hier nichts zum Verhalten einzelner Listen schreiben. Ich habe es einfach nicht selbst mitbekommen. Trotzdem wundere ich mich natürlich über die bestehenden Koalitionen im StuPa und halte es für dringend nötig, endlich (sofern die Berichte stimmen) inhaltlich zu argumentieren und inhaltliche Arbeit zu beginnen. Das richtet sich an alle Beteiligten - die einen müssen dafür mehr in ihrem Verhalten verändern, die anderen weniger.

      Löschen
  10. Vielen Dank für den guten Beitrag. Bitte schrecken Sie nicht vor Pöbeleien ohne Argumente zurück, es gibt genug Menschen, die auch so denken!

    AntwortenLöschen
  11. "Alles, was das StuPa weiß, ist u.U. kurze Zeit später auch bestimmten Personen in wichtigen Uni-Positionen bekannt."

    Und was dann? Wird man exmatrikuliert, wenn man nicht linientreu ist?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eine Exmatrikulation ist wohl außerhalb der Einflussmöglichkeiten. Aber es gibt mit Sicherheit hier Leute, die noch Prüfungen abzulegen haben oder ihr Arbeitsverhältnis auch über die nächste Befristung hinaus behalten wollen.

      Löschen
    2. Das entspricht der Wahrheit. Wenn man seine politische Meinung öffentlich kundtut muss man mit Konsequenzen für Studium und Job rechnen. Ist leider leider so.

      Löschen
  12. Liebes Watchie-Team,

    der Link zur Leuphana-Website auf der rechten Seite funktioniert schon lange nicht; bitte bringt das doch endlich mal in Ordnung. Danke!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Zustand unserer kurzen Linkliste ist uns bekannt. Es ist unsere Absicht, keinen direkten Link auf die Webseiten der Leuphana anzubieten. Dies tun wir konsequent auch in allen Beiträgen.
      Hintergrund ist, dass die Webseiten der Leuphana Google Analytics verwenden. Dieses Tool ermöglicht es den Zuständigen zu sehen, welcher Nutzer (IP-Adresse) über einen unserer Links auf die Leuphana Seite gelangt. Aufgrund der IP-Adresse kann teilweise auf einzelne Personen und Gebäudeetagen rückgeschlossen werden. Wir beabsichtigen aber nicht, der Leuphana Hinweise auf unsere Leser und Kommentatoren zu geben.

      Löschen
  13. Wir holen jetzt ein Stimmungsbild vom Prädidium, mit wem dieser gerne zusammen arbeitet.

    AntwortenLöschen