Posts mit dem Label Berufungsverfahren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Berufungsverfahren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 19. November 2011

Geht es noch peinlicher?

In den letzten Tagen hat sich ein wahrer Showdown über die eMailverteiler der Leuphana Universität Lüneburg ereignet. Die Kontrahenten: eine neue Professorin, die Fachschaft BWL und die Senatoren der Liste "Eine Uni fuer alle". LeuphanaWatch dokumentiert:

Auslöser war eine Pressemitteilung von "Eine Uni fuer alle" vom 1.11..

Am 17.11. sandte ein Mitglied der Fachschaft BWL folgende eMail über die Verteiler:
Liebe Kommilitonen,
heute wurden wir von Frau Prof. Dr. (Name zum Schutz der neuen Professorin entfernt, LW) gebeten, die unten stehende Nachricht zu verbreiten.

Gerne tue ich dies über diesen Weg. Ich teile die Meinung von Daniela Steinert (Senatsliste „Eine Uni für alle“/ „AKUT“) ausdrücklich nicht. Vielmehr sehe ich in den neuen Professoren und Dozenten, die an die Leuphana kommen eine Bereicherung für unsere Universität. Sie helfen den eingeschlagenen Weg der Neuausrichtung weiterzugehen und tragen zu einer Vielfalt an unserer Uni bei.

Frau (Name entfernt, LW) und viele andere würden sich bestimmt freuen, wenn ihr Euch bei Ihr meldet und eure Meinungen zu den neuen Mitgliedern der Leuphana weitergibt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Ihr alle gegen neue Meinungen und Herangehensweisen seid.

Viele Grüße

(Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW)
(Senatsliste „Leuphana gemeinsam gestalten!“)

******
Mail von Frau (Name entfernt, LW):


Liebe Frau Steinert,
liebe Studierende,
vor drei Wochen habe ich mit viel Enthusiasmus meine Tätigkeit als Professorin für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität aufgenommen. Ein am 1. November über myStudy verschicktes Schreiben, unterschrieben von der Senatsliste „Eine Uni für alle“, hat mich - und nicht nur mich, sondern auch andere neu berufene Kolleginnen und Kollegen – irritiert. Dort heißt es in einem Zitat von Ihnen, Frau Steinert, dass wir, also die neu Berufenen, der Universität schaden würden. Für diese infame Behauptung hätten ich und andere Angesprochene gerne eine Erklärung, und wir hoffen, dass dies im Modus einer kritischen Argumentation statt der Diffamierung möglich ist. Auch wüssten wir gern, ob die Studierenden insgesamt diese Einschätzung teilen, ob also Ihre Meinung Konsens ist oder nicht. Deshalb lade ich die Studierenden, im Namen auch anderer neu berufener Kolleginnen und Kollegen, herzlich zu einem Gespräch ein. Geeignet scheint mir ein Mittwochnachmittag zu sein, damit auch möglichst viele teilnehmen können.

Vor allem aber sollte es in diesem Gespräch um unsere zukünftige Zusammenarbeit gehen. Für einen Gesprächstermin schlage ich den 23. November, 14.00 – 15.00 Uhr vor, im Raum C5.326. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Studierende an diesem Gespräch teilnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. (Name entfernt, LW)
Am 18.11. folgte umgehend eine Erklärung der angegriffenen Senatorin:
Liebe Studierende,
zum Hintergrund der Email, die (Name entfernt, LW) (Nachrücker für den Senat, Senatsliste "Für Euch und unsere Uni - die Fachschaft"; Fachgruppenvertretung BWL) gesternabend weitergeleitet hat:

Das Schreiben von Frau (Name der Prof. entfernt, LW) an mich und die Studierenden ist bereits älter. Über drei Ecken und leider nicht von ihr persönlich wurde mir ihr Schreiben schon Anfang November zugetragen. Sie fragte einige neu berufene Kolleg_innen, ob diese eine solche öffentliche Veranstaltung ebenfalls begrüßen würden und schickte ihnen diesen Brief, den nun auch ihr erhalten habt. Offensichtlich läd sie allerdings als Einzige zu dem Treffen am 23. November ein.

Auf ihren Brief hin habe ich am 08.11. geantwortet, um meine Aussage in den richtigen Kontext zu stellen und mich für das Missverständnis zu erklären und zu entschuldigen. Leider habe ich daraufhin keine Reaktion erhalten, auch nicht von Frau (Name entfernt, LW) selbst.

Dass jetzt der Brief von Frau (Name der Prof. entfernt, LW) an alle Studierenden verschickt wird, ist deshalb sehr befremdlich für mich, da Frau (Name der Prof. entfernt, LW) zu keinem Zeitpunkt den direkten Kontakt zu mir gesucht oder Interesse daran gezeigt hat, meine Entgegnungen zu ihrem Brief wahrzunehmen bzw. zu kommentieren. Auch hat sie den Termin, zu dem sie die Studierenden einläd, nicht versucht, mit mir abzusprechen, so dass ich ihr Interesse an einer tatsächlich klärenden Aussprache nicht erkennen kann.

Ich leite Euch hiermit mein Schreiben weiter, welches ich an Frau (Name der Prof. entfernt, LW) gerichtet habe. Darunter findet ihr außerdem die Pressemitteilung, auf die sich Frau (Name der Prof. entfernt, LW) bezieht. Wie bereits in diesem Schreiben angekündigt, werde ich mich an einem Treffen gerne beteiligen, wenn es sich um ein inhaltliches Treffen handelt. Bisher möchte Frau (Name der Prof. entfernt, LW) eine Erklärung meinerseits zu meiner Aussage und ein Treffen mit Studierenden, um zu erfahren, ob alle Studierenden diese meine vermeintliche Aussage teilen.
Meine Erklärung hat Frau (Name der Prof. entfernt, LW) bereits erhalten und ich wiederhole sie hiermit gerne noch einmal (siehe unten). Da ich die Aussage, die neu berufenen Professor_innen schaden der Universität, niemals geäußert habe, kann ich den Hintergrund und den Sinn ihres zweiten Anliegens allerdings nicht verstehen. Zu jeder inhaltlichen Diskussion bin ich gerne bereit. Derzeit entsteht allerdings aufgrund des Vorgehens von Frau Söntgen eher der Eindruck, als verfolge sie politische Interessen, die außerhalb der Klärung meiner Aussage liegen.

Abschließend möchte ich auch anmerken, dass es mich irritiert, dass Frau (Name der Prof. entfernt, LW) den Weg über (Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW) wählt (und nicht z.B. über die zentrale studentische Exekutive - den AStA), um ihren Brief an die Studierenden zu verbreiten. Ausdrücklich distanzieren möchte ich mich davon, dass Herr (Name des Mitglieds der Fachschaft BWL entfernt, LW) diese Aufgabe, die ihm Frau (Name der Prof. entfernt, LW) übertragen hat, nutzt, um als bisher unbeteiligter Dritter seine Meinung kund zu tun und sich damit zu positionieren und zu profilieren. Sollte es sich bei dem angekündigten Treffen um eine sachliche Diskussion handeln, darf diese nicht im Vorfeld mit den politischen Differenzen zwischen den bisherigen politischen Akteur_innen verbunden und belastet werden.

Beste Grüße,
Daniela

**********
EMAIL VOM 8.011.2011

Liebe Frau (Name der Prof. entfernt, LW),
Liebe Neuberufene,
Liebe Studierende,

offensichtlich ist bei der Pressemitteilung der Senatsliste "EINE Uni fuer ALLE" (http://eineunifueralle.wordpress.com/2011/11/01/universitat-luneburg-war-niemals-pleite/) ein Missverstaendnis aufgetreten.
Meine Aussage, die externen Berufungskommissionen und das Vorgehen von Praesident Herrn Spoun haetten der Universitaet geschadet, bezieht sich auf den Einstellungsstop, den Herr Spoun von 2006 bis 2008 verlaengert hat und demnach bis 2009 keine Professor_innen eingestellt werden konnten. Dies tat er mit der Argumentation, die Universitaet sei herab gewirtschaftet und in den roten Zahlen. Aufgrund einer dieser Aussagen wurde damals gegen Herrn Spoun eine Klage eingereicht. Dass die Pleite der Institution tatsaechlich nicht der Wahrheit entsprach, können wir jetzt mit Jahresabschlussbilanzen belegen. Dass der Universitaet damit geschadet wurde - 3 Jahre lang Mangel in Lehre und Forschung, sowie in der Entwicklung von Fachbereichen und Forschungsfeldern, UEberbelastung der Lehrenden, etc. - das werden Ihnen auch viele der Menschen bestaetigen können, die damals ebenfalls bereits an der Universitaet waren.
Vor allem, weil mit der Einfuehrung des (Alt-)Bachelors sowie 2007 mit der uebereilten Einfuehrung des Leuphana-Bachelors insgesamt 3 bzw. 4 Studienabschluesse (je nachdem, ob Magister und Diplom als ein oder zwei Abschluesse zu rechnen sind) an der Universitaet parallel liefen, war die Arbeitsbelastung und Auslastung der Institution sehr hoch.

Meine Aussage beinhaltet darueber hinaus ebenfalls Kritik daran, dass die Fakultaeten aufgrund der externen Berufungskommissionen ihr Hoheitsrecht der Berufungen verloren haben und die Gestaltung der Studien- und Forschungsinhalte somit nicht von der Universitaet getragen, sondern vom Praesidium vorgenommen wurde. Auch haben die Studierenden ihre Stimme in den Kommmissionen verloren. Diese Neuberufungen aber beeinflussen sehr stark die Ausrichtung der Universitaet und sollten demnach auch von einer Gemeinschaft vorgenommen werden. Viele Profs initiierten damals eine Unterschriftenliste gegen diesen vehementen Eingriff in die Rechte der Fakultaeten, ueber eine Klage wurde lange diskutiert. Denn die flaechendeckende Einrichtung solcher Kommissionen ist vom Gesetz nicht gedeckt, eine juristische UEberpruefung - die dem Praesidenten nach seiner Aussage vom Ministerium vorlag - haben wir nie zu Gesicht bekommen.
Dass aber solch einseitige, von den Fakultaeten nicht getragene, Berufungen auch einseitige Interessen beruehren und eben nicht ausgewogen stattfinden (gerade transdisziplinaere Studiengaenge leben von den pluralistischen Perspektiven innerhalb der Fakultaeten - die Einsetzung von Kommissionen und die Berufungen muessen demnach auch innerhalb dieses Pluralismuses stattfinden), vor allem nicht innerhalb der Expertise vor Ort (welche die Uni, die Studiengaenge, die Beduerfnisse etc. kennen), ist eine kaum auszubleibende Folge. Dass dieses Vorgehen auch der universitaeren Gemeinschaft und die lange Zeit der Mangelwirtschaft den Lehrenden und den Studierenden geschadet hat, dies bleibt meine Aussage.

Ich bitte allerdings diejenigen um Verzeihung, die sich von meiner, möglicherweise durch einen unguenstigen Ausdruck missverstandene, direkte Aussage vor den Kopf gestoáen fuehlen. Diejenigen der neu berufenen Professor_innen, die mir bereits begegnet sind, mit mir vielleicht auch schon politisch diskutiert haben, werden hoffentlich bestaetigen können, dass ich ihnen niemals abschaetzig begegnet bin und niemanden verantwortlich mache fuer eine Situation an der Universitaet, die sie nicht beeinflussen konnten.

Bei einer Diskussionsrunde zu "externen Berufungskommissionen", "Neuberufungen" u.a. wuerde ich selbstverstaendlich auch zu meinen Vorbehalten und zu den Vorwuerfen, die ich Herrn Spoun mache, Stellung beziehen.

Mit freundlichen Grueßen,
Daniela Steinert
Wenige Stunden später erklaerte widerum das betroffene Mitglied der Fachschaft BWL:
Liebe Kommilitonen,
ich schreibe Euch erneut, da es mir wichtig ist Euch zu sagen, dass ich Daniela Steinert zu keinem Zeitpunkt persönlich zu nahe treten wollte.

Sollte dies so gewirkt haben, dann entschuldige ich mich dafür. In Ihrer Stellungnahme macht Daniela Steinert deutlich, dass die von Frau Prof. (Name entfernt, LW) getätigte Interpretation ihrer Aussagen nicht ihr gewollt waren.

Nichts destotrotz teile ich viele Aussagen aus der PM vom 01.11.2011 ausdrücklich nicht!

Dazu hier die Stellungnahme der Uni zu den mit Wiederlegungen der Vorwürfe der Liste „Eine Uni für alle“: http://myshare.leuphana.de/989e577cb753faf863217f2d574f2220

Aufgrund dieses Missverständnisses schlage ich dennoch weiter vor, dass Ihr Frau (Name entfernt, LW) (ENTFERNT@leuphana.de) mitteilt, dass es hier an der Uni viele Menschen gibt, die froh über die neu berufenden Dozenten sind. Ich persönlich halte sie nach wie vor für eine Bereicherung der Leuphana und hoffe, dass noch viele renommierte und qualifizierte Menschen an unsere Universität kommen.

Da es auch hier einige Missverständnisse gab noch die Fakten zu meiner Person:

(Name entfernt, LW), Master BD 3. Semester
FGV Master Business Development
Vertreter der aktuellen Senatsliste “Für Euch und unsere Uni -Die Fachschaft”
Kandidat der neuen Senatsliste (2012): „Leuphana gemeinsam gestalten!“

p.s. Ich wollte das einfach klarstellen, sorry dafür, dass ihr jetzt noch eine Mail dazu bekommen habt. Das nächste Mal werde ich das von meiner Seite direkt mit Daniela klären!
Was zwischen den letzten beiden eMails hinter den Kulissen abgelaufen ist, kann nur erahnt werden. Erstaunlich ist jedenfalls das Verhalten der Professorin. Sollte sie eine Nachricht verschicken wollen, warum dann über die Fachschaft BWL und nicht z.B. ihr Dekanat oder mzstudy oder den ASTA oder das Studentenparlament? Sollten die Ausführungen von Senatorin Steinert stimmen, wäre das Verhalten der neuen Professorin zudem sehr unprofessionell. Nachdem bereits eine Klarstellung in einer privaten eMail erfolgt ist, ist es mehr als peinlich, nach Wochen noch einmal mit den alten Vorwürfen Politik zu machen. Der Betroffenen vorher nicht einmal zu antworten ist beschämend. Nennt sich so etwas ab sofort "akademisches Niveau"?

LeuphanaWatch fragt: Disqualifiziert sich da gerade jemand selbst?

Unabhängig davon muss die Frage gestellt werden, ob Kritik an Berufungsverfahren ab sofort nicht mehr erlaubt ist, weil die Neuberufenen sich sonst gekränkt fühlen? Etwas Differenzierungsfähigkeit wäre angebracht. Peinlich, peinlich, dieses Schauspiel.

Mittwoch, 25. Mai 2011

34 neue Professuren besetzt

Von unseren Lesern wurden wir gebeten, einmal positive Entwicklungen darzustellen. Das tun wir gern und drucken eine Nachricht aus dem Intranet der Leuphana Universität Lüneburg.
Mehr als 60 Neuberufungen plant die Leuphana Universität Lüneburg für die Zeit von 2008 bis zum Jahr 2012 in den Wissenschaftsinitiativen Kulturforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Management und Unternehmerisches Handeln sowie Bildungsforschung. Insgesamt 34 Verfahren konnten bis heute erfolgreich abgeschlossen werden. 25 weitere Professuren sind bereits ausgeschrieben; die entsprechenden Berufungsverfahren finden derzeit statt. Für sieben weitere Professuren wird eine Ausschreibung vorbereitet.

Insgesamt sind damit seit 2008 bereits neu berufen worden:

Fakultät Bildung

Prof. Dr. Anne Barron, Englische Sprachwissenschaft

Prof. Dr. Cornelie Dietrich, Allgemeine Erziehungswissenschaft

Prof. Dr. Timo Ehmke, Erziehungswissenschaft, insbesondere empirische Bildungsforschung

Prof. Dr. Dominik Leiß, Mathematikdidaktik

Prof. Dr. Markus Mühling, Evangelische Theologie

Prof. Dr. Astrid Neumann, Didaktik der deutschen Sprache

Prof. Dr. Torben Schmidt, Didaktik des Englischen

Prof. Dr. Ulrike Steierwald, Deutsche Literaturwissenschaft

Fakultät Kultur

Prof. Dr. Dagmar Bussiek, Sozial- und Kulturgeschichte

Prof. Dr. Yvonne Förster, Kulturphilosophie mit Schwerpunkt Kunstphilosophie

Prof. Dr. Dawid Friedrich, Internationale Beziehungen

Prof. Dr. Florian Grotz, Politisches System der BRD

Prof. Dr. Claus Pias, Medientheorie und Mediengeschichte

Prof. Dr. Michael Schefczyk, Praktische Philosophie

Prof. Dr. Beate Söntgen, Kunstgeschichte

Prof. Dr. Christian Welzel, Politische Kulturforschung



Fakultät Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Markus Beckmann, Social Entrepreneurship

Prof. Dr. Mariele Evers, Nachhaltige Landschaftsentwicklung

Prof. Dr. Jörn Fischer, Nachhaltige Landnutzung

Prof. Dr. Harald Heinrichs, Nachhaltigkeitspolitik

Prof. Dr. Alexandra Klein, Ökosystemfunktionen

Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Stoffliche Ressourcen

Prof. Dr. Daniel Lang, Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Prof. Dr. Jens Newig, Governance and Sustainability

Prof. Dr. Nils Ole Oermann, Nachhaltigkeitsethik

Prof. Dr. Maik Walpuski, Didaktik der Naturwissenschaften



Fakultät Wirtschaft

Prof. Dr. Michael Frese, Psychologie, insbesondere Innovation und Entrepreneurship

Prof. Dr. Andreas Hirschi, Karriereforschung

Prof. Dr. Christian Pfeifer, Volkswirtschaftslehre

Prof. Dr. Markus Reihlen, Strategisches Management (Stiftungsprofessur)

Prof. Dr. Andrea Schertler, Integrated Risk Management (Stiftungsprofessur)



Methodenzentrum

Prof. Dr. Alexander Freund, Forschungsdesign und Datenerhebung

Prof. Dr. Deniz Karaman Örsal, Quantitative Methoden

Prof. Dr. Henrik von Wehrden, Naturwissenschaftliche Methoden (1)
LeuphanaWatch begrüßt die neuen Professoren, unter denen sich renommierte Namen befinden, herzlich an der Leuphana Universität Lüneburg. Wir freuen uns über die Verstärkung!

(1) http://www.leuphana.de/intranet/aktuell/archiv-startseiten-news/34-neuberufungen.html

Sonntag, 1. August 2010

Spoun gefährdet Ruf der Universität

Die Berufungsverfahren der Leuphana Universität Lüneburg erregen deutschlandweit Aufsehen. Und nicht nur gutes.

Rund 40 Professuren sollen neu besetzt werden, teilweise ist das bereits geschehen. Dafür wählt die Leuphana ein Verfahren, bei dem ausschließlich das Präsidium und der Stiftungsrat entscheiden. Die Lüneburger Professoren wie auch die Fakultätsräte und der Senat haben keinen Einfluss. Gedeckt wird dieses Vorgehen vom Niedersächsischen Hochschulgesetz, allerdings nur in besonderen Fällen. An der Leuphana Universität Lüneburg ist es der Normalfall.

Das hat den deutschen Hochschulverband alarmiert, der viele Professoren vertritt:
„Allein der jeweilige Fachbereich“, also die akademische Basis etwa der Juristen oder Ingenieure, „und nicht die Hochschulleitung verfügt über den hinreichenden Sachverstand, um über die Qualifikation eines Bewerbers zu befinden“, erklärt DHV-Präsident Bernhard Kempen. [1]
Das Präsidium bildet zwar Berufungskommissionen aus externen Mitgliedern, die allerdings gar nicht "vom Fach" sein müssen. In mehreren Fällen war das auch in Lüneburg der Fall. "Wildwest-Manieren" herrschen vor, meint der Hochschulverband, der auch von Einschüchterung und Nötigung bei Einstellungsgesprächen berichtet [1].
Lüneburg ist aus Sicht des DHV dabei kein Einzelfall, sondern nur das „beste“ Beispiel für eine Fehlentwicklung der Unis: weg von der akademischen Selbstverwaltung der Lehrenden und Lernenden hin zu einer starken Hochschulleitung mit eigenen Vorstellungen von der Zukunft ihres Wissenschaftsbetriebes. [1]
Ginge es nach dem Verband, würde er die Frage [des Berufungsverfahrens] sogar im Rechtsstreit klären. Spouns Kritikern in Lüneburg aber fehlt bislang der Mut. Sie wollen sich durch eine Klage bei der Unispitze nicht völlig unbeliebt machen. [1]
Noch ist die Aufsehen erregende Berufung von Daniel Libeskind das bekannteste Beispiel für die "neue" Art der Berufungen [1, 2]. Das könnte sich schon bald ändern. Insider berichten, dass es bei einigen der aktuell laufenden Berufungsverfahren turbulent zugeht. Der Präsident gefährde den guten Ruf der Universität, erfährt man hinter vorgehaltener Hand.

Deutschlandweit bekannt ist die Leuphana mit ihren Berufungen geworden. Allerdings nicht gerade so, wie sich das Spoun, Keller & Co. vorgestellt haben.


Quellen:
[1] http://www.fr-online.de/wissenschaft/geschacher-um-professuren/-/1472788/4518886/-/index.html
[2] AStA-Zeitung Nr. 5 (Seite 2f.); http://www.asta-lueneburg.de/asta0/asta20/