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Montag, 20. Februar 2012

Heiko Franken bald Leuphana-Vizepräsident?

Im Mai endet die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun und dem hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller. Während Spoun im vergangenen Jahr für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde, scheiterte Kellers Verlängerung zunächst (LeuphanaWatch berichtete). Nach einem unwürdigen Tauziehen sollte Keller als Vizepräsident in 50% Teilzeit wiederbestellt werden. Gegen diese Variante ist noch immer eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen anhängig, die Entscheidung steht noch aus. In jedem Fall ist im Mai ein hauptamtlicher Vizepräsident in 50% Teilzeit zu besetzen - oder aber es ist bei einem Sieg der Senatoren vor dem OVG erneut über die gesamte Vollzeitstelle abzustimmen. In jedem Fall wird neues Personal benötigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich die Indizien, dass das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg den derzeitigen Geschäftsführer der Professional School, Heiko Franken, als neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten aufbauen will.

Ein für die Öffentlichkeit sichtbares Indiz druckte die Lünepost am vergangenen Wochenende ab. In einem größtenteils wörtlich aus einer Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg (1) übernommenen Artikel zum Baubeginn des Audimax (2) darf sich neben Holm Keller auch Heiko Franken äußern:
Der Leiter der Professional School, Heiko Franken, ist zufrieden: "Ich habe ein gutes Gefühl." (2)
Es ist die einzige Ergänzung zur Pressemitteilung, welche die Lünepost vorgenommen hat. Inhaltlich hätte getrost auf sie verzichtet werden können, denn Neuigkeiten kann Heiko Franken nicht beitragen. Man könnte meinen, der Name hätte in der Öffentlichkeit platziert werden sollen. Denn warum kommt ausgerechnet der Geschäftsführer der Professional School zu Wort?

Auf der gleichen Seite berichtet die Zeitung über ein erstes Projekt des Innovationsinkubators, welches jetzt abgeschlossen wurde. Wie der Bereich Campusentwicklung gehört auch der Inkubator zum Aufgabenbereich von Holm Keller, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für "Innovations-Inkubator und Universitätsentwicklung" (3). An dieser Stelle ist fast das gleiche Spiel zu beobachten. Erneut wird Heiko Franken als Experte präsentiert:
So ist das erste abgeschlossene Inkubator-Projekt wohl als erfolgreich zu bezeichnen, wie auch Heiko Franken von der Professional School betont: "Hier wurden vier neue Arbeitsplätze geschaffen - mal sehen, wie es mit den anderen rund 50 Projekten weitergeht..." (4)
Dieses Mal wird Franken sogar mit Bild abgedruckt, darunter noch einmal das Zitat in leicht anderer Formulierung. Zum Projektteam gehört der Geschäftsführer der Professional School aber offensichtlich nicht (5). Auch in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg kommt er nicht vor (6). Trotzdem darf er im Artikel quasi die Rolle des eigentlich zuständigen Holm Keller übernehmen und die Gesamtsicht für den Inkubator vertreten.

Wie aus Uni-Kreisen zu hören ist, fällt Heiko Franken bereits seit längerem durch seine anscheinend ungewöhnlich häufige Präsenz bei allgemeinen Veranstaltungen auf, z.B. in der Reihe "Leuphana auf dem Weg". Hinter vorgehaltener Hand wird heftig über mögliche Motivationen diskutiert. Beobachter vermuten, es ginge bereits darum Gesicht zu zeigen und ein Image als "Kandidat des Hauses" aufzubauen (7).

Als Unternehmensberater würde Heiko Franken jedenfalls gut zum Duo Spoun / Keller passen oder könnte Keller gar ersetzen. Seine langjährige Tätigkeit in herausragender Position bei der Boston Consulting Group würde in Ergänzung zum McKinsey-Manager Keller beide großen Unternehmensberatungen an die Leuphana Universität Lüneburg binden. Hinzu käme durch den ähnlichen beruflichen Background beider Personen eine vermutlich relativ unkomplizierte Zusammenarbeit. Das zeigte sich schon in der letzten Startwoche, wo Franken Teil des Lehrendenteams war, sein ehemaliger Arbeitgeber von zentraler Bedeutung (LeuphanaWatch berichtete). Möglicherweise könnte er die nächste Startwoche ganz von Keller übernehmen, der bei den Studenten nicht besonders gut ankam.

Sollte Heiko Franken Ambitionen als Vizepräsident hegen, ist darüber hinaus die Zeit auf seiner Seite. Nach einem Urteil des OVG in der Causa Keller wird in jedem Fall unabhängig vom Ausgang eine Stellenausschreibung nötig sein. Zeitlich wird das bis Mai sehr knapp, so dass sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen halten dürfte. Eine hausinterne Lösung bietet da vordergründig einen gewissen Charme. Ob sich die Leuphana Universität Lüneburg allerdings einen weiteren Unternehmensberater in der Leitungsebene installieren möchte, wird noch zu diskutieren sein.

LeuphanaWatch wird die Angelegenheit weiter im Auge behalten.

Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) "Audimax-Bau startet jetzt", Lünepost 18./19. Februar 2012, Seite 3
(3) http://www.leuphana.de/holm-keller.html
(4) "Neue Arbeitsplätze durch Uni-Inkubator", Lünepost 18./19. Februar, Seite 3
(5) http://www.leuphana.de/professional-school/wissenstransfer/forschung-entwicklung/im-inkubator/operations-excellence.html
(6) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/02/16/erstes-inkubator-projekt-erfolgreich-abgeschlossen.html
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Samstag, 3. Dezember 2011

Unimarketing und Realität

Das Universitätsmarketing ist nach Auffassung von Präsident Spoun von besonderer Bedeutung für die Leuphana Universität Lüneburg. Er schreibt:
"umso wichtiger ist die Funktion des Hochschulmarketings, mit klarer Stimme und eindeutigem Absender die Vision zu artikulieren ..." [1]
Aber wie funktioniert Marketing und wie stark ist der Realitätsbezug? LeuphanaWatch untersucht als Beispiel ein Bild aus der Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2]

Quelle: Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2] Seite 2/3, (c) Leuphana Universität Lüneburg

Was möchte dieses Foto dem Betrachter sagen? Es zeigt das Hörsaalfoyer im warmen Sonnenlicht des Vormittags und erzeugt eine angenehme, zum Aufenthalt einladende Atmosphäre. Der Effekt wird durch zwei sympathische Studentinnen im Vordergrund verstärkt, die offenbar in einem netten Gespräch sind und freundlich lächelnd ein positives Gefühl ausstrahlen. Hier kann man verweilen, hier ist eine positive Grundstimmung. Gleichzeitig entsteht nicht der Eindruck, als würde an der Leuphana Universität Lüneburg gefaulenzt. Im Bildhintergrund sind mehrere Personen zu sehen, die sich auf dem Weg in die Bibliothek befinden. Die Wissenschaft ist also im Gange und es wird geforscht und gelernt. Dies belastet jedoch nicht die positive Grundaussage durch die zurücktretende Erscheinung mit geringer Größe - aber nicht als Randnotiz - im Hintergrund.

Ganz entscheidend ist die Umgebung der anwesenden Personen. Von den Metallträgern der Decke hängen künstlerische Bilder in kräftigen Farben. Sie zeigen Kreativität und künstlerischen Elan. An den Säulen rechts und links hängen unzählige bunte Plakate. Sie stellen das studentische Leben dar, symbolisieren geradezu die Lebendigkeit und Vielfältigkeit im Gegensatz zum kalten Beton.

Kernaussage des Bildes: Die Leuphana Universität Lüneburg ist als Lernort sympathisch, kreativ, lebendig, jung, vielfältig und entspannt. Komm hierher, nehme die positive, freundliche Stimmung auf. Tritt in das Bild ein, gehöre dazu.

Das Bild des Hörsaalfoyers ist ein Meisterstück der Marketingabteilung [3]. Es zeigt die von Sascha Spoun geforderte Vision und kommuniziert sie klar und deutlich. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Wer das Hörsaalfoyer betritt, genießt selten die warme Morgensonne. Im Sommer wäre das Bild eines Treibhauses angebracht. Bilder an der Decke sucht man vergeblich, genauso wie die vielen bunten Plakate an den Säulen. Es dominiert der Beton.

Warum zeigt die Broschüre nicht die Realität? Die Botschaft wäre vermutlich eine ganz andere. Ehrlicher wäre sie. Immerhin ist das Foto trotz vermutlich erfolgter grafischer Bearbeitung zumindest echt. Bevor die Leuphana Universität Lüneburg das seit einem Jahrzehnt erlaubte Plakatieren untersagte, gab es tatsächlich ein wesentlich bunteres Bild im Hörsaalfoyer. Die Deckenbilder waren ebenfalls vorhanden - sie wurden für einen kurzen Zeitraum extra für das besprochene Foto aufgehängt und verschwanden wenig später wieder.

LeuphanaWatch findet: Die Universitätsleitung sollte sich ein Vorbild an ihrer eigenen Marketing-Vision nehmen. Mit Plakaten und Bildern sieht das Hörsaalfoyer so viel ansprechender aus. Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, könnte die Marketingvision wieder einen Realitätsbezug erhalten.

Quellen:
[1] Brune / Seyfarth / Spoun: Hochschulmarketing in Zeiten von Blogs, Wikipedia und YouTube: Zur prozessanstoßenden Kommunikation für öffentliche Universitäten, in: Heuser / Spoun (Hrsg.): Virale Kommunikation - Möglichkeiten und Grenzen prozessanstoßenden Marketings. Nomos. [Leuphana Bibliothek: BWL 634.070], Seite 240
[2] http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/college/otto_group/files/ottobroschuere_neuauflage_22.11.2010.pdf
[3] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/praesidium/universitaetsmarketing.html

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Wahlgeschenke für die Unterstützer?

Wahlkampfzeiten sind immer aufregend, aber kaum derart abstrus wie dieses Jahr. Nun mischt sich auch das Präsidium massiv in den Wahlkampf ein: Herr Spoun und Herr Keller machen deutlich, mit welcher Liste (die sowohl für das Studierendenparlament, den Fakultätsrat, wie für den Senat antritt) sie vorrangig zusammen arbeiten möchten.

Heute verschickte das Präsidium folgende Nachricht:

Liebe Studierende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

schon länger ist bekannt, dass es auf dem Campus an einem vielseitigeren Café-Angebot mangelt. Es fehlt derzeit an Bereichen, die zum Verweilen einladen und an weiteren Möglichkeiten, in gemütlicher Atmosphäre und zu günstigen Preisen Kaffee, Kuchen und Snacks zu genießen.

Da sich diese Situation erst mit der Fertigstellung des Zentralgebäudes 2014 ändern würde, ist auf Initiative der Fachschaft Business, Economics & Management die Idee entstanden, in der Mensa eine zusätzliche Cafeteria einzurichten. Hierzu haben in den letzten Wochen Gespräche zwischen Hochschulleitung und Studentenwerk Ostniedersachsen stattgefunden. Wir freuen uns sehr, Sie bereits frühzeitig über ein erstes Ergebnis dieser Planungen informieren zu können. Eine Konzeptskizze finden Sie im Anhang.

Die Überlegungen sehen vor, eine Cafeteria im vorderen Bereich der Mensa neu einzurichten. In dieser Cafeteria sollen Frühstück, Mittagessen (Bio-Mensa), Abendessen sowie durchgängig eine erweiterte Auswahl z.B. an Snacks, Getränken, Kaffeespezialitäten und Obst angeboten werden. Die Öffnungszeiten sollen verlängert werden; vorgesehen ist ein durchgehender Betrieb im Zeitraum von 8 bis 20 Uhr, je nach Bedarf ggf. sogar bis 21 Uhr.

Die Gestaltung der Cafeteria sieht einen gemütlichen Lounge-Bereich an der vorderen und der seitlichen Fensterfront der Mensa vor. In diesem Bereich sollen großzügige Sitzgelegenheiten mit Sofas und Lounge-Tischen entstehen. In der Mitte der Cafeteria wären Tische mit Einzelstühlen vorgesehen. Insgesamt sollen 74 Sitzplätze geschaffen werden.

Die Cafeteria selbst soll mit einer Multifunktionstheke ausgestattet werden, die je nach Bedarf als Bar- oder als Speiseausgabe verwendet werden kann. Nach derzeitigem Planungsstand würde die Cafeteria die bisherigen Ausgabestellen der Bio-Mensa und der Abend-Mensa ersetzen. Als Ausstattung ist u.a. eine neue, professionelle Siebträgerkaffeemaschine vorgesehen. Damit kann eine deutliche Verbesserung des Kaffeeangebotes in der Mensa zu günstigen Preisen erreicht werden. Die Preisgestaltung soll sich an den üblichen Preisen des Studentenwerks orientieren.

Das Präsidium hat sich bereits dafür ausgesprochen, den vorliegenden Konzeptentwurf weiterzuentwickeln und in die Planungen der Campusentwicklung zu integrieren. In den nächsten Wochen finden daher weitere Gespräche statt, um die inhaltliche und bauliche Planung weiter auszugestalten. Das Präsidium möchte alle Universitätsmitglieder einladen, ihre Meinungen und Ideen einzubringen. Anmerkungen, Wünsche und Hinweise zu den Planungen können Sie gerne an Herrn Müller in der Stabsstelle Campusentwicklung richten (thomas.mueller@leuphana.de).

Über eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Cafeteria – ggf. schon zum nächsten Frühjahr – freuen wir uns.

Mit herzlichen Grüßen
Sascha Spoun
Holm Keller

Konzept Cafeteria: http://myshare.leuphana.de/380548c3b2ee26586fced0aba31fec81
Verantwortlich für diesen Newsletter: Hochschulleitung

Da tauscht zunächst die Universität in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der AStA-Räume aus, weil sie erfahren, dass Studierende einen Freiraum öffnen wollen auch mit der Option, dort Getränke anzubieten. Nun positioniert sich das Präsidium erneut als diejenigen, die neuen Raum schaffen möchten und eröffnet sogar ein eigenes Cafè. Nicht vergessen werden darf hier, dass die Mensa in der Mittagszeit bereits jetzt vollständig belegt und auch außerhalb der Stoßzeiten oft als Lese- und Lernraum wahrgenommen wird. Auch mit Sofas und neuer Einteilung wird die Mensa weder größer, noch anderweitig neue Fläche geschaffen.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Gremien der Verfassten Studierendenschaft, die nicht bestimmte Studiengänge, sondern alle Studierenden vertreten - Studierendenparlament und AStA - vom Präsidium nicht beteiligt wurden. Offensichtlich hat auch die Fachschaft Business, Economics & Management eine solche gemeinsame Initiative von Studierenden und Präsidium nicht in das Studierendenparlament getragen (obwohl sie als Liste im Parlament vertreten sind). Die Detailplanung, die bereits vorgenommen wurden, macht deutlich, dass weitere Partizipationsmöglichkeiten nicht vorgesehen sind. Angesichts dieses Arbeitsstandes mutet es sehr unpassend an, dass die Fachschaft Business, Economics & Management heute auf dem studentischen Markt der Möglichkeiten Fragebögen zu einem solchen Cafè verteilt hat, die den Eindruck suggerieren, hier sei es noch möglich, über Grundsätze mit zu entscheiden.

Interessant ist auch die (Nicht)-Rolle des Studentenwerkes, immerhin hat es die Hoheit über die Mensa inne und soll nun einem Cafè weichen. Als Holm Keller das letzte Mal im Zusammenhang mit dem Zentralgebäude von einem solchen Cafè sprach, war dies dem Studentenwerk nicht bekannt. Damals wurden Pläne öffentlich, die die Essensversorgung im Zentralgebäude betrafen. Auch hier war von 100% Bio die Rede und von studentischen Räumen. Bereits damals war das Studentenwerk nicht beteiligt worden, nun geht es ihnen auch noch an die eigenen Räume.

LeuphanaWatch denkt:
Lässt sich die Fachgruppe Business, Economics & Management vom Präsidium für eine alte Idee instrumentalisieren, um dieser den Anschein studentischer Legitimation zu geben? Das Präsidium arbeitet mit ihrem Vorgehen gezielt an der Spaltung und Polarisierung der Studierenden. Dass eine einzelne Fachschaft jetzt der vorrangige Ansprechpartner für das Präsidium wird, zeigt, dass sich Spoun und Keller im Wahlkampf klar positionieren möchten. Die Fachschaft Business, Economics & Management hingegen scheinen sich nicht dafür zu schade zu sein, sich vom Präsidium nach Belieben instrumentalisieren zu lassen (bereits eindrücklich bewiesen bei der Aktion "Spoun4President"). Dass sie dabei den Kodex verletzen, bei Angelegenheiten, die alle betreffen, auch alle (Studierende, Mitarbeitende etc.) mit ein zu beziehen, stört sie dabei nicht.

Freitag, 11. November 2011

Wahlkampf absurd

Nach der aufgeladenen Amtszeit 2011 verspricht der Wahlkampf für die neue Gremienwahl spannend zu werden. Dieses Jahr üben sich nicht nur die Studierenden in Grabenkämpfen, sondern auch die Professoren.

Entgegen sonstiger Gepflogenheiten schlägt die Wahl der studentischen Gremien hohe Wellen. Bereits seit 2008 hat sich das Studierendenparlament weniger als konsensorientiertes Parlament aufgestellt, sondern in widerstreitenden parteinahen oder studiengangsspezifischen Listen Politik gemacht. Neu ist dieses Jahr, dass sich Studierende zu einer Liste formieren, die sehr an die "Leuphana Studierendenschaft" aus dem Jahr 2007 erinnern: Eine ominöse "Liste Leuphana" rüttelt die Universität auf. Sie schreibt auf ihrer Homepage:
"Brauchen wir als Studierende so viele eigene Räume? Braucht jede Fachgruppenvertretung eines Studiengangs ein eigenes Büro? Braucht es ein "Wohnzimmer" in dem Studierende nichts tun außer zu sitzen und Kaffee zu trinken (wofür Café 9 eigentlich da ist)?"

"In der optimalen Hochschule sind alle Studiengänge perfekt aufeinander abgestimmt, die klugen Köpfe befruchten sich gegenseitig und die Major und Minor greifen wie präzise geölte Zahnräder ineinander. Es muss jedoch diskutiert werden ob wirklich alle Studiengänge diese Anforderungen erfüllen und in das Konzept der Leuphana passen. Die Universität braucht Studiengänge mit hohem Forschungs- und Leistungsoutput, diese müssen wir fordern und fördern. Dazu gehören in erster Linie die Nachhaltigkeits-, Kultur- en sowie die Wirtschaftswissenschaften. Andere Studiengänge weisen in diesem Bereich Differenzen auf, die ihren Platz an der Universität in Frage stellen. Einer dieser Fälle ist das Lehramt.
Im Lehramtsstudium wird nicht Bildung vermittelt sondern für einen Beruf ausgebildet. Lehramt bringt keine Erkenntnisse, die in den Wissenspool auf unserem Campus einfließen können. Lehramtsstudierende werden niemals die nachhaltigen Entscheidungen eines Unternehmens beeinflussen, keine wissenschaftlichen Erfolge feiern, keine Nobelpreise gewinnen – sie passen, kurz gesagt, auf Kinder auf. Natürlich ist dies eine löbliche Aufgabe und ihnen gehört Ankerkennung gezollt. Aber passen sie zur Leuphana? Wir wollen uns als Liste dafür einsetzen, dass dieser Diskurs ehrlich und im Einverständnis aller Beteiligten geführt wird um eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden."
Wer näher hinsieht, bemerkt, dass es die "Liste Leuphana" bereits zur letzten Wahl gab, damals wie heute eine Kritik der bisherigen Linie des Präsidiums der Leuphana. So gelingt es der Liste, den Finger in die richtige Wunde zu legen: Wer erinnert sich nicht an Spouns Schlingerkurs in Sachen Lehramt? Lange hat es der Präsident kontinuierlich vermieden, zu Lehramt an der Leuphana Universität Lüneburg deutlich Stellung zu beziehen. Musste er im Rahmen einer studentischen Vollversammlung im Jahr 2010 die Akkreditierung des Lehramts vorantreiben, so fühlt er sich nun erneut dazu genötigt, zu reagieren. Am 10. November wurde folgende Stellungnahme des Präsidenten und der Dekanin an alle Mitarbeitenden der Universität verschickt:
"Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Studierende,

die sogenannte „Liste Leuphana“ hat folgende Ausführungen zur Stellung der Lehrerbildung an der Leuphana Universität verbreitet:
„Im Lehramtsstudium wird nicht Bildung vermittelt sondern für einen Beruf ausgebildet. Lehramt bringt keine Erkenntnisse, die in den Wissenspool auf unserem Campus einfließen können. Lehramtsstudierende werden niemals die nachhaltigen Entscheidungen eines Unternehmens beeinflussen, keine wissenschaftlichen Erfolge feiern, keine Nobelpreise gewinnen – sie passen, kurz gesagt, auf Kinder auf. Natürlich ist dies eine löbliche Aufgabe und ihnen gehört Ankerkennung gezollt. Aber passen sie zur Leuphana? Wir wollen uns als Liste dafür einsetzen, dass dieser Diskurs ehrlich und im Einverständnis aller Beteiligten geführt wird um eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden."

Präsidium und Dekanin der Fakultät Bildung weisen diese Vorwürfe scharf zurück. Bereits im Zuge der intensiven Diskussion und kritischer Abwägung aller Aspekte des Senats zur Entwicklungsplanung im Jahr 2008, wurden immer wieder Vermutungen und Vorwürfe geäußert, die Lehrerbildung passe nicht in das Leuphana Konzept und würde über kurz oder lang geschlossen werden. Teil der Entwicklungsplanung war die Implementierung von vier Wissenschaftsinitiativen, eine davon ist die Initiative Bildungsforschung. Zudem wurde die Neuaufstellung der Lehrerbildung von einer externen Expertenkommission begleitet. Für eine zukunftsorientierte Lehrerbildung strebt die Leuphana Universität folgende Ziele an:

1. Kompetenzen bündeln
In der Fakultät Bildung sind die notwendigen Ressourcen für das Lehramtsstudium gebündelt. Darüber hinaus verstärken die anderen drei Fakultäten in spezifischen Fachgebieten die Lehrerbildung sowohl in Forschung als auch Lehre, so dass die Leuphana insgesamt für ein hervorragendes Portfolio in der Lehrerbildung steht. In der Fakultät Bildung und den für die Lehrerbildung wichtigen Nachbardisziplinen sind bereits zehn neue Professorinnen und Professoren neu berufen worden. Mit dem Zielbild einer Ausstattung von insgesamt ca. 30 Professuren sind sowohl der Professionalisierungsbereich (Erziehungswissenschaften und Psychologie) als auch die Fachdidaktiken und Fachwissenschaften im Vergleich mit anderen Universitäten personell gut ausgestattet. Um die Idee einer gemeinsamen Wissenschaftsinitiative mit Leben zu füllen, wird intensiv an dem Forschungsschwerpunkt „Umgang mit Heterogenität in der Schule“ gearbeitet. Damit positioniert sich die Leuphana Universität Lüneburg sowohl in der Forschung als auch in der Lehre deutlich im aktuellen bildungswissenschaftlichen Diskurs.

2. Bildung statt Ausbildung
Das professionelle Handeln von Lehrerinnen und Lehrern erfordert neben sachlichfachlicher Expertise ein enormes Maß an Reflexionsfähigkeit und Weitsicht, welches dadurch angeregt und entwickelt wird, dass die beteiligten Disziplinen Erziehungswissenschaften, Psychologie, Fachdidaktiken und Fachwissenschaften – Forschung, Lehre und Praxis im Sinne einer handlungsorientierten Bildung auf fundiertem wissenschaftlichen Niveau miteinander verbinden. Über diese enge Verzahnung wird angestrebt, die Lehramtsstudierenden sowohl auf eine problemorientierte, Fachgrenzen überwindende Unterrichtsgestaltung vorzubereiten als auch deren lebenslange eigene Professionalisierung zu initiieren. Dabei geht die Lehrerbildung im Sinne des Bildungsideals der Leuphana Universität Lüneburg grundsätzlich über ein Konzept reiner Kompetenzentwicklung hinaus. Die Verzahnung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaft/Psychologie zielt immer auch darauf ab, mit den Studierenden spezifische überfachliche Werthaltungen und Orientierungen als Deutungsmuster und Grundlage zu entwickeln, um zukünftige Herausforderungen aktiv gestalten zu können.

3. Theorie trifft Praxis
Die Ermöglichung frühzeitiger und kontinuierlicher Lehr- und Praxiserfahrungen innerhalb der Lehrerbildung sind ein wesentlicher Eckpfeiler an der Leuphana Universität Lüneburg. In den Fokus rückt somit eine konkrete Handlungsebene, die spezifische Wissensbedarfe und Bedingungsfelder ersichtlich werden lässt. Dies impliziert die Konzeption und Etablierung praxis- und problemorientierter Lehr-Lern-Arrangements und Methoden im hochschuldidaktischen Kontext. Mit der Stärkung dieser theoriebasierten Praxis- und Problemorientierung wird ein gewichtiger Schritt zur Entwicklung von beruflicher Professionalität in der universitären Lehramtsausbildung ermöglicht. Durch ein Partnernetzwerk aus Fakultät Bildung, Kompetenzzentrum für schulische Praxisstudien, umgebenden Schulen, der Landesschulbehörde sowie das demnächst zu gründende Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung wird über die reflexive Verzahnung von Theorie und Praxis ein national konkurrenzfähiges und internationalen Ansprüchen genügendes Profil aufgebaut und eine entsprechende Ausbildung, Bildung, Fort- und Weiterbildung professionell in Schule Agierender garantiert.

4. Flexibilität durch innovative Studienangebote
Mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur werden derzeit die Möglichkeiten eines viersemestrigen Master of Education ausgelotet. Dieses Studienangebot eröffnet den Studierenden die Chance, mit einem Masterangebot in Educational Sciences entweder die schulbezogene Berufsperspektive zu vertiefen als auch ein verstärkt theoretisch-wissenschaftliches Programm zu wählen. Beide Wege, die viersemestrigen Master für das Lehramt an Grundschulen, an Haupt- und Realschulen sowie an Berufsbildenden als auch der Master in Bildungswissenschaften eröffnen den Studierenden den Weg zur späteren Promotion bei entsprechender persönlicher und fachlicher Eignung. Zudem besteht die Möglichkeit durch das integrative Konzept der Graduate School das Masterstudium mit einer Promotion zu verzahnen. Auf diesem Weg wird auch der akademischen Nachwuchs und damit die Forschung gefördert, die Qualität in der Lehramtsausbildung durch vertiefte wissenschaftliche Fundierung und Fachlichkeit erhöht sowie die Attraktivität der Leuphana Universität für Studierende gesteigert.
Eine erneute Diskussion um die Bedeutung der Lehrerbildung an unserer Universität erscheint uns gegenüber den vielen Kolleginnen und Kollegen, die mit großem Engagement und Einsatz an der Erreichung der oben formulierten Ziele arbeiten, unangemessen. Im laufenden Wahlkampf der akademischen Hochschulwahlen sind kontroverse Diskussionen wünschenswert, diese sollten aber auf einer sachlichen Ebene geführt werden.

Mit herzlichen Grüssen
(Namen entfernt)"
Es ist doch erstaunlich, dass es eine Liste für die studentischen Wahlen schafft, noch im Vorfeld der Wahlen eine solche Reaktion hervor zu rufen. LeuphanaWatch gratuliert den engagierten Studierenden und wünscht weiterhin viel Erfolg!

Auch auf der Seite der Professorenschaft aber zeigt sich das Ergebnis der Spounschen Politik: Entgegen bisheriger Gepflogenheiten, sich nach Fakultäten für den Senat aufstellen zu lassen, gibt es anstelle der bisherigen Listen (BiKuwi, Wirtschaft, Nachhaltigkeit) die Listen "BiKuwi", "Wirtschaft" und "Neuausrichtung". So mutiert die ehemalige Nachhaltigkeits-Liste zum Auffangbecken für all diejenigen, die unter dem Deckmantel der Neuausrichtung einen Wahlkampf mit Schlagworten antreten. Wer sollte sich schon gegen die Neuausrichtung aussprechen? Spannend wird, ob sich die Listen der Profs jetzt, wo sich politische Listen formieren, auch Wahlprogramme und politische Erklärungen abgeben oder ob die nächste Amtszeit der Gremium von einem primitiven Grabenkampf bestimmt wird: pro oder contra Präsidium.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Heftiger Streit um Räume von ASTA-Copy

Seit zum Ende des Sommersemesters der studentische Kopierladen ASTA-Copy in Gebäude 9 geschlossen wurde, suchte die Studentenvertretung nach einer Nachfolgenutzung (LeuphanaWatch berichtete). Jetzt ist ein heftiger Streit mit der Leuphana Universität Lüneburg ausgebrochen, die in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der zum ASTA gehörenden Räume ausgetauscht hat. Die Studentenvertreter haben nun keinen Zugang mehr zu ihren eigenen Räumen. Heute am Vormittag informierte die Leuphana Universität Lüneburg die Hochschulöffentlichkeit in einer eMail über mystudy:
Sehr geehrte Studierende,
eine Gruppe von Studierenden hat in den letzten Tagen mit Unterstützung des AStA in den ehemaligen Räumen von AStA-Copy einen studentischen Cafébetrieb eingerichtet. Dies ist entgegen einer expliziten Absprache von mir mit Vertretern von AStA und StuPa, ohne Wissen der Hochschulleitung, ohne Zustimmung durch die Universität und ohne Genehmigung durch die Stadt Lüneburg geschehen. Die Hochschulleitung sieht sich aus einer Reihe von Gründen leider nicht in der Lage, diesen Betrieb zu genehmigen und die genannten Räume dafür zur Verfügung zu stellen. Das Café "PlanB" wird daher heute leider - anders als durch die Gruppe Studierender angekündigt - nicht öffnen können.

Die Hochschulleitung weiß um den Wunsch vieler Studierender nach zusätzlichen Aufenthalts- und Arbeitsräumen. Aus diesem Grund sind erst vor wenigen Monaten umfangreiche neue Arbeitsmöglichkeiten für Studierende in der Bibliothek eröffnet worden. Darüber hinaus gibt es ständige Überlegungen, wie weitere "Freiräume" und Angebote für Studierende geschaffen werden können. Ein nächster Schritt wird durch einen Erweiterungsbau für den Hochschulsport gelingen, der bereits vom Präsidium beschlossen worden ist und kurz vor dem Beginn der Baumaßnahmen steht. Hierdurch werden nicht nur weitere Sportmöglichkeiten, sondern auch zusätzliche Räumlichkeiten für studentische Initiativen geschaffen werden können. Darüber hinaus sollen aufgrund des großen Bedarfes zusätzliche Räumlichkeiten für studentische Initiativen und studentische Arbeitsmöglichkeiten im neuen Zentralgebäude entstehen. Hierfür ist mit dem "Studierendenzentrum" ein eigener Bauteil des neuen Gebäudes vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind in Überlegung.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass die räumlichen Möglichkeiten auf dem Campus bis zur Fertigstellung des Zentralgebäudes noch begrenzt sein werden und hoffen auf Ihre Unterstützung der entsprechenden Baumaßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen
[Name entfernt, LW]
Leitung Gebäudemanagement
Aus der Sicht der durch die Aktion der Leuphana Universität Lüneburg betroffenen Projektgruppe sieht die Lage freilich komplett anders aus. LeuphanaWatch zitiert ihre Stellungnahme vom heutigen Nachmittag:
Die Uni stellte uns heute Morgen vor vollendete Tatsachen indem sie über Nacht die Schlösser zu den ehemaligen Copy-Räumen ohne vorherige Rücksprache mit uns austauschte.

Seit einer Woche haben wir an PlanB, einem studentischen Freiraum von Studierenden für Studierende gearbeitet. Ohne kommerzielle Interessen und ehrenamtlich wurden die ehemaligen AStA-Copy-Räumlichkeiten von unserer offenen Projektgruppe unterschiedlichster Studiengänge gestaltet. Es handelt sich entgegen der Darstellung der Universität nicht um ein Cafe, sondern um einen Raum für studentischen Projekte wie z.B. Kunstausstellungen, dazu Raum für Freistunden und Gruppenarbeiten in gemütlicher Atmosphäre, wobei die Möglichkeit gegeben ist, gegen Spende Kaffee und auch kalte Getränke zu erhalten. Gegenüber dem AStA-Wohnzimmer ist nicht geplant regelmäßige Parties und Konzerte zu veranstalten.
Mit der Veranstaltung heute Abend wollen wir unser bisheriges Tun vorstellen, das Feedback von Studierenden aller Studiengänge einholen und daraus ein Konzept erstellen, was möglichst viele Studierenden an dieser Universität entspricht.

Es war uns von Anfang an klar, dass es eine weiterführende Nutzung durch studentische Gruppen geben soll und das wurde auch von der Verwaltungsseite nicht anderweitig kommuniziert. Wir befinden uns seit dem Beschluss über die Schließung von AStA-Copy in einem Prozess über die Weiternutzung der Räumlichkeiten. Das StuPa beschäftigt sich seit mehreren Sitzungen mit neuen Konzepten und der weiteren Vorgehensweise.

Der seit Jahrzehnten bestehende Mietvertrag mit der Verfassten Studierendenschaft wurde nie offiziell gekündigt, es gab auch keine schriftliche Mitteilung, dass die Räumlichkeiten nicht mehr von der Verfassten Studierendenschaft genutzt werden können. Wir haben lediglich vor einer Woche mündlich den Hinweis auf eine eventuelle Nutzungsänderung bekommen.

Wir sind gerade dabei eine Lösung für das Problem zu finden. Wie, wo, in welchem Rahmen und ob die Vernissage heute Abend stattfindet ist noch nicht klar. Wenn wir aktuelle Infos haben werden wir sie auf unserer Facebook-Seite posten.

Die Projektgruppe PlanB
Soeben veröffentlichte die Projektgruppe in einer weiteren eMail, dass sie an ihrer für heute geplanten Veranstaltung festhalten will:
PlanB: Vernissage heute Abend findet statt!

Trotz oder gerade wegen der heutigen Ereignisse wollen wir nicht auf unsere Vernissage verzichten. Daher greift jetzt ab 19:00 Uhr Plan C: Wir verlegen uns für heute Abend ins AStA Wohnzimmer.

Wir möchten euch einladen, vorbei zu kommen und euch anzuschauen, was wir in der letzten Woche so gewerkelt haben. Wenn auch nicht im eigentlichen "PlanB" sondern nur auf unserer Fotowand. Wir wollen eure Meinung hören und einen Raum schaffen, in dem sich wirklich alle Studis aller Studiengänge wohlfühlen. Die Feedbackbox steht bereit, der Sekt ist gekühlt und die Projektgruppe PlanB freut sich über viele kreative Ideen und Anregungen, auch wenn der Raum bis auf weiteres nicht mehr uns Studis zur Verfügung steht.

Für euch organisiert:
Kunst an der Wand (Lüneburger Kunstschaffende)...
Kunst am Didgeridoo (Mearoa)...
Kunst hinter der Theke. (Sekt, Bier, Limo)...

Kommt vorbei und trinkt einen Sekt mit uns!

Bis nachher,
die Projektgruppe PlanB
LeuphanaWatch stellt fest: Die Äußerungen der Leuphana Universität Lüneburg wirken an den Haaren herbeigezogen. Seit rund 15 Jahren sind die betroffenen Räume vom ASTA genutzt. Den Studentenvertretern jetzt ohne Rücksprache und in einer Nacht- und Nebelaktion diese Räume wegzunehmen, ist ein Affront. Dies gilt umso mehr, da in den ehemaligen Räumlichkeiten von ASTA-Copy keine Politik betrieben werden sollte, sondern Freiraum für Studierende geschaffen werden sollte. Das will sogar das von der Wirtschaftsliste dominierte Studentenparlament. Wenn mit Raumnot argumentiert wird, ist das mehr als scheinheilig. Wer 5000qm am Standort Volgershall an das Jobcenter vermieten will [1][2], darf sich nicht auf Raumnot berufen, wenn es um 100qm ASTA-Räume geht - immerhin standen die Räume auch bislang nicht für andere Zwecke zur Verfügung. Gleichzeitig noch Werbung für das Audimax zu machen, ist nur peinlich. Was die Leuphana Universität Lüneburg aktuell veranstaltet, kann nur als feindseliger Akt gesehen werden. Herr Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, wenn Sie Engagement wirklich fördern, dann treten Sie den Beweis an. Geben Sie die Räume umgehend wieder frei!

[1] http://www.lueneburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-77/169_read-40468/
[2] Jobcenter zieht um in Uni-Gebäude, LZ 14.10.2011, S. 5
http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/pressestelle/pressespiegel/2011ps/Pressespiegel_2011-10-13_10-14.pdf

Mehr Geld für Spoun & Keller?

Die Präsidenten und hauptamtlichen Vizepräsidenten an den niedersächsischen Hochschulen verdienen zu viel Geld. Das bemängelt der Landesrechnungshof und jetzt auch der zuständige Ausschuss des Landtages. Wie die HAZ berichtet, verdienen Präsidenten teilweise so viel wie der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium (MWK). Besonders dramatisch sei die Lage an den Stiftungshochschulen. [1] Die HAZ schreibt:
Vor allem bei den Stiftungshochschulen, die noch freier bei der Entscheidung über ihre Besoldung sind, seien die Verhältnisse „aus dem Ruder gelaufen“, ergänzte der Vertreter des Rechnungshofes im Landtagsgremium. Das Ministerium lasse den Stiftungshochschulen ... [u.a. Lüneburg, LW] „zu lange Zügel“ und drohe währenddessen „die gebotene Kontrolle zu verlieren“. [1]
Nun will das Ministerium Leitlinien für die Gehälter entwickeln und im zuständigen Landtagsausschuss über die Bezahlung der (Vize-)Präsidenten berichten. [1] Das scheint nötig, denn in Lüneburg sind die hohen Gehälter schon länger Thema. Für alle Freunde der Leuphana Universität Lüneburg hat die HAZ eine pikante Information parat:
... die Leuphana-Universität Lüneburg hatte vor wenigen Wochen intern [im Ministerium, LW] Diskussionen ausgelöst, weil für die kürzlich bestätigte Führung um den Präsidenten und den Vizepräsidenten eine erhebliche Gehaltsaufbesserung vorgeschlagen worden war. Dies ist bislang aber im zuständigen Stiftungsrat am klaren Nein des Wissenschaftsministeriums gescheitert. [1]
Mehr Geld also für Sascha Spoun und Holm Keller? Von wem dieser Vorschlag kommt, dürfte unschwer zu erraten sein. Dabei war gerade Holm Keller doch aus rein humanitären Gründen nach Lüneburg gekommen:
"Ich bin hier, weil ich meinem Freund Sascha versprochen habe, ihm zu helfen." [2]
"Geld habe ich genug verdient, jetzt möchte ich [der Gesellschaft, LW] etwas zurückgeben." [3]
LeuphanaWatch meint: Während unzählige Mitarbeiter auf befristeten und schlecht bezahlten Verträgen sitzen, scheint manch einer die Relationen vollkommen aus den Augen verloren zu haben. Wer an der Futterkrippe sitzt, der frisst - oder versucht es zumindest. In diesem Fall ist dem Ministerium für die klare Ansage zu danken.

Quellen
[1] http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Landtag-beanstandet-hohes-Gehalt-der-Uni-Praesidenten
[2] http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/aufbruch-eine-arme-universitaet-will-exzellent-werden-1409375.html
[3] http://de.indymedia.org/2006/06/149913.shtml

Montag, 10. Oktober 2011

Josef Lange kommt!

Am 11. Oktober kommt Josef Lange, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, an die Leuphana Universität Lüneburg. Hier wird er ein Parkhaus, eine handvoll Hausmeisterräumlichkeiten und die ASTA-Fahrradwerkstatt neben der Mensa einweihen.

Selten hat ein Staatssekretär eine so wichtige Aufgabe wahrgenommen. Aber warum kommt Lange wirklich nach Lüneburg? Der in der Hochschulbranche erfahrene Mann (1) ist eng mit der Leuphana Universität Lüneburg verknüpft. Er gilt als einer der wichtigsten Unterstützer des Kurses von Sascha Spoun und Holm Keller.

So präsentiert Lange das Leuphana-Konzept als Musterbeispiel des Landes Niedersachsen auf Konferenzen (2). Er springt als Landesvertreter ein, wenn "Prominente" benötigt werden, so z. B. beim Essaywettbewerb 2009 (3). Entscheidend ist Langes Engagement für bedeutende politische Weichenstellungen, bei denen er teilweise in erster Reihe, teilweise hinter den Kulissen tätig ist. Beispielsweise sitzt Josef Lange in der Strukturkommission, welche die Millionen des Innovationsinkubators verteilt (4). Oder er erscheint in Lüneburg, um Vizepräsident Holm Keller aus der Patsche zu helfen (5). Im Stiftungsrat soll Lange in der Vergangenheit mit schöner Unregelmäßigkeit erschienen sein, wenn Entscheidungen auf der Kippe standen und Spoun und Keller Unterstützung brauchten.

Wenn Josef Lange nun zur Eröffnung eines Parkhauses und ein paar anderer Räume extra nach Lüneburg kommt, bedeutet das vor allem eins: Symbolik. Die Botschaft wird lauten: es tut sich was beim Audimax, das Projekt hat längst begonnen. Finanzielle Zweifel und Korruptionsverdacht hin oder her, es ist nichts mehr zu stoppen. Diese Botschaft scheint offenbar nötig.

Quellen:
(1) http://www.mwk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=6272&article_id=19099&_psmand=19
(2) http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/suche/fis_set.html?FId=870463
(3) http://www.leuphana.de/college/bachelor/leuphana-semester/essaywettbewerb/archiv-essaywettbewerbe/essaywettbewerb-2009.html
(4) http://idw-online.de/pages/de/news366882
(5) (Seite 30 ff.) http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/asta2_0/sonderausgabe_holm_keller_online_teil2.pdf

Sonntag, 18. September 2011

Wie läuft's denn so beim Audimax?

Das Audimax ist des Keller Holms liebstes Kind. LeuphanaWatch berichtete bereits vom Korruptionsverdacht gegen Keller und in der letzten Woche ist in Sachen Zentralgebäude viel passiert. Manchmal sagen Bilder mehr als Worte, aber wir fragen trotzdem: Wie läuft's denn so beim Audimax, Frau Ministerin Wanka?
Quelle: NDR
Herr Keller, konnte die Ministerin ihnen den Rücken stärken?
Quelle: NDR
Herr Spoun, ist die Sache nun ausgestanden?
Quelle: NDR
Noch sitzt Holm Keller auf seinem Stuhl, aber er ist angezählt. Mehr in Kürze hier auf LeuphanaWatch.

Freitag, 16. September 2011

Präsidiale Demokratie

Präsident Prof. (HSG) Dr. Spoun hat ein Buch über virale Kommunikation herausgegeben [1]. Einen Beitrag haben Spoun und sein ehemaliger Präsidiumsmitarbeiter Felix Seyfarth verfasst: "Hochschulmarketing in Zeiten von Blogs, Wikipedia und YouTube: Zur prozessanstoßenden Kommunikation für öffentliche Universitäten" [2]. In ihrem Text steht die Leuphana Universität Lüneburg Pate.

Dankenswerterweise werden kritische Stimmen erwähnt. Die Radiosatire Leuphanatiker des ASTA, die Homepage Leuphana21, unseren Vorgängerblog LeuphaNO und die leider verschwundene Materialiensammlung Das weiße Gold. Nicht zuletzt wird die Schlacht um den Wikipediabeitrag der Leuphana genannt, die zu einer mehrmonatigen Veränderungssperre führte.

Dann wird es interessant. Der Präsident einer deutschen Alma mater sagt zu Demokratie und Mitbestimmung:
Vielmehr gilt es, die zivilgesellschaftliche Rolle der Institution ernst zu nehmen und die breite Teilhabe zu ermöglichen und zu erhöhen ohne in zentralen Aussagen Kompromisse einzugehen (...). [3]
Wir verstehen: Mitbestimmen und Einfluss nehmen, solange es im Klein-Klein bleibt und das präsidiale Gesamtwerk unverändert Bestand hat. Ketzerische Fragen nach dem Sinn von Teilen des Leuphana-Semesters oder anderer Bausteine bitte nicht. Wer so etwas anspricht ist ein Kritiker. Und für die gilt:
Die für jeden Einzelnen notwendige mentale Anstrengung sich auf das Neue einzulassen und die eigene Identität neu zu verorten, ist besonders stark ausgeprägt für Funktionsträger und andere exponierte Mitglieder, die tendenziell eine überdurchschnittlich starke Identifikation mit dem Status quo ante mitbringen. [4]
Wir sagen: Jawohl! Wer Kritik übt oder die falschen Fragen stellt, ist ein ewig gestriger, unverbesserlicher und unrettbarer Nörgler. Aber zum Grundsätzlichen:
Zu den Wesensmerkmalen und Stärken einer offenen Universitätsgemeinschaft gehört, sich der Vielfalt der Meinungen zu stellen, auch mit Widerstand, Skeptikern und Kritikern auseinanderzusetzen, die weder durch demokratische Mehrheiten noch moralische oder fachliche Legitimation zu überzeugen sind. [4]
Lieber Herr Präsident (LEU),
vielleicht haben wir Sie missverstanden; sonst haben Sie da etwas missverstanden. Wenn eine demokratische Entscheidung getroffen wurde, müssen nicht alle Menschen damit einverstanden sein. Das ist Demokratie, haben Sie schon einmal den Begriff "Opposition" gehört? Demokratische Mehrheiten sind Mehrheiten, aber sichern keinen bedingungslosen Gehorsam. Schauen Sie einmal auf den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr und fragen Sie, was eine so genannte "demokratische Mehrheit" gegen den Willen der Bürger verantwortet. Selbst wenn eine Mehrheit nicht nur im Parlament, sondern bei den Wählern insgesamt besteht, überzeugt sie die Minderheit nicht - und das muss auch nicht sein; weder im Parlament noch außerhalb.

Lieber Herr Präsident, was uns Grund zur Sorge gibt ist ihr Verweis auf moralische Legitimation. Ziehen Sie diese moralische Legitimation aus der Arbeitsweise von Herrn Keller? Ist Kritik nicht moralisch legitimiert? Sie ist doch gerade ein lebenswichtiges Element einer freien Gesellschaft. Vielleicht haben wir Sie missverstanden, ansonsten denken Sie einmal darüber nach.

[1] http://www.amazon.de/Virale-Kommunikation-Möglichkeiten-prozessanstoßenden-Marketings/dp/3832950591 [Leuphana Bibliothek: BWL 634.070]
[2] ab Seite 215
[3] Seite 238
[4] Seite 240

Donnerstag, 8. September 2011

Bericht im Umlauf - Keller schweigt zu Vorwürfen

Vor einigen Tagen veröffentlichte die Presse Teile eines Berichts des Landesrechnungshofes, der schwere Vorwürfe gegen Holm Keller enthielt. Die Audimax-Finanzierung weise erhebliche Lücken auf und es bestehe ein Korruptionsverdacht gegen Keller, hieß es darin. Mittlerweile kursiert der Bericht an der Leuphana Universität Lüneburg.

In einer Klarheit und Deutlichkeit ohnegleichen kanzeln die Prüfer die Audimax-Planung ab. Das aktuelle Finanzkonzept wird akribisch geprüft und demontiert. Und auch noch den Korruptionsverdacht schildert der Landesrechnungshof ausführlich und kommt zu eindeutigen Ergebnissen. So heißt es zur "Spende" des Unternehmens Rheinzink:
(Die privaten Verstrikungen zwischen Keller und Rheinzink) zeichnen ein Bild, dass das geforderte objektive Beschaffungshandeln einer öffentlich-rechtlichen Stiftung in Zweifel ziehen konnte. (...)
Unter diesen Rahmenbedingungen hätte sich das MWK im Stiftungsrat (aufgrund der Antikorruptionsrichtlinie) dafür einsetzen müssen, dass (...) schon zur Vermeidung eines bösen Anscheins (auf das Sponsoring) verzichtet wird. [1]
Kein Wunder, dass im Präsidium die Nerven blank liegen. Gegenüber der Presse ließ die Leuphana Universität Lüneburg verlauten,
Keller habe "zu viele Termine", um Fragen zu beantworten, der mit ihm eng befreundete Präsident Sascha Spoun sei "länger verreist". taz
Seine längere Reise verbringt Spoun offenbar auf dem Campus, wie mehrere Augenzeugen bestätigen. [2] Und Keller ist stets ein viel beschäftigter Mann; bei wichtigen Dingen klappte ein Interview noch immer.

Man versucht die Krise also auszusitzen. Statt offensive Sachverhaltsaufklärung zu betreiben, schweigt Holm Keller eisern. Wie lange das gut geht wird die nächste Zeit zeigen. An der Universität ist der Bericht Thema Nr. 1. In der Politik rumort es, ein Planungs- und Baustopp wird gefordert. Schon in Kürze geht das Thema in den Landtag. [3]

[1] Bericht des Landesrechnungshofes, Juli 2011. Wir danken für die Mitteilung.
[2] Vielen Dank für den Hinweis, den wir per eMail erhalten haben.
[3] http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1546935/

Montag, 15. August 2011

Plagiatsjäger und der Prof. (HSG)

Nach dem Lügenbaron von und zu Guttenberg haben Plagiatsjäger unseren Kultusminister Bernd Althusmann mit seiner Dissertation erwischt. Ob der schöne Doktor wie beim Freiherrn bald Geschichte ist, bleibt abzuwarten. Die Uni Potsdam prüft (noch). Ohne Doktor würde es sich für Althusmann entspannter Leben, weiß die Landeszeitung und kommentiert:
"Ein Schüler, der gerade so seine Arbeit besteht und nachträglich "handwerkliche Fehler" einräumen muss, hätte vermutlich nur die Lacher, aber nicht die Lehrer auf seiner Seite. [...] So einen Freibrief [wie für Holm Keller vom Gericht] wünschte sich sicher auch der Minister Althusmann, sonst müsste er den Schülern immer den Unterschied zwischen ihrer mäßigen Klassenarbeit und seiner Doktorarbeit erklären. Das wäre auf Dauer unerquicklich. Vielleicht hätte er sich vorausschauend auch so einen Auslandstitel wie Präsident Spoun anschaffen sollen. Der heißt Prof. (HSG) Dr., die Klammer steht für Uni St. Gallen. Wie wäre es mit Lichtenstein oder Cayman Islands? Da schnüffeln höchstens mal Steuerprüfer, aber keine Plagatsjäger rum." (1)
Prof. (HSG), Prof. (Lichtenst.) oder Dr. (Cayman) - was für ein schöner Vergleich! Immerhin sind es alles wichtige Finanzzentren, da kann man doch stolz auf so einen Titel sein. Wir haben aber eine noch bessere Idee: Macht unserem Freund und Unterstützer Bernd Althusmann zum Dank für seine Lobbyarbeit in Hannover ein ganz besonderes Geschenk:

Prof. (LEU) Dr.(?) Bernd Althusmann

Ein paar Stunden Lehrveranstaltung kann er doch nebenbei machen, dass schafft Herr Spoun doch auch. Veranstaltungstitel: Der schöne Schein.

(1) LZ 30./31.07.11, Seite 4 (Die besten Pferde am Hindernis)
LeuphanaWatch dankt für die Ideen für diesen Artikel.

Samstag, 16. Juli 2011

Spoun Dozent der Herzen

Dr. Sascha Spoun ist Präsident der Leuphana Universität Lüneburg. Gleichzeitig ist er Gastprofessor für Universitätsmanagement an seiner Heimathochschule St. Gallen in der Schweiz (1) und darf sich deshalb Prof. (HSG) nennen.

In St. Gallen bietet Gast-Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun tatsächlich Lehre an:
Frühjahrssemester 2011
Veranst.Titel: Interdisziplinäre Problemlösung
Wochentag: Mittwoch
Von: 18:15 Bis 20:00
Raum: 09-010
Termin(e): 23.02.2011, 02.03.2011, 09.03.2011
(2)
Herbstsemester 2010
Veranst.Titel: Formen und Methoden des Lernens und des wissenschaftlichen Arbeitens
Wochentag: Mittwoch
Von: 10:15 Bis 12:00
Raum: 09-010
Termin(e): 21.09.2010, 28.09.2010, 05.10.2010, 12.10.2010, 19.10.2010, 26.10.2010
(3)
Nach Universitätsmanagement hört sich das alles gar nicht an und wiederholen tut es sich auch. Im Frühjahrssemester 2010 war die Suche nach interdisziplinären Problemlösungen bereits Thema (4), im Herbstsemester 2009 wurden die Formen und Methoden des Lernens schon einmal angeboten (5). Das ältere Lehrangebot ist online nicht abrufbar.

Irgendwie hört sich das nach Leuphana-Semester an. Und tatsächlich: Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun hat an der Uni St. Gallen sogar noch eine Funktion. Er ist im Assessmentjahr (Vorbild des Leuphana-Semesters) verantwortlich für "Handlungskompetenz". (6)

Als Dozent können wir Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun an der Leuphana Universität Lüneburg nicht erleben. Vielleicht ist das gar nicht schlimm.

Im Dozentenranking des Hochschulmagazins "Prisma" der Universität St. Gallen liegt Spoun mit einer Gesamtnote von 2,58 Punkten (Spitzendozent 5,67) auf dem vorletzten Platz. Während sich sein Fairness-Wert mit 3,13 Punkten (Spitzendozent 6,0) noch am ehesten sehen lassen kann, sieht es bei der Einstufung der Lehrveranstaltungen mit nur 2,0 Punkten (Spitzendozent 5,8) mau aus. Einen kleinen Trost gibt es doch: Sascha Spoun wurde nur von 23 Personen bewertet. (7)

LeuphanaWatch findet: Besser in einem wenig aussagekräftigen Ranking Dozent der Herzen, als gar nicht!

(1) https://stud2.unisg.ch/public/info/vprgso11.nsf/0/50C5E4CB7F71148BC12578CE004F76F0?opendocument
(2) https://stud2.unisg.ch/PUBLIC/INFO/vprgso11.nsf/f6b3e9030cf7a264c1256ea90042cc49/11ddb9d79e133577c12578ce004e5646?OpenDocument
(3) https://stud2.unisg.ch/public/info/vprgwi10.nsf/f6b3e9030cf7a264c1256ea90042cc49/4c7bff6d99a95234c125786900334e4d?OpenDocument
(4) https://stud2.unisg.ch/public/info/vprgso10.nsf/f6b3e9030cf7a264c1256ea90042cc49/08b5c4f7843dd844c12577a6001fa4f0?OpenDocument
(5) https://stud2.unisg.ch/public/info/vprgwi09.nsf/f6b3e9030cf7a264c1256ea90042cc49/71b1b128f202a097c12577190050a8c1?OpenDocument
(6) http://www.unisg.ch/Studium/Bachelor/Assessmentjahr.aspx
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis. http://www.prisma-hsg.ch/campus/dozentenrating/index/page:2

Dienstag, 28. Juni 2011

Einfach. Peinlich.

LeuphanaWatch dankt für den folgenden Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.

Bachelor-Informationstag an der Leuphana Universität Lüneburg. (1) Da liegen diese Broschüren. Ich greife zu.
Leuphana Bachelor
Interessant wird es, wenn man mehr als eine Seite kennt.
Das Hochglanzheftchen kommt mir ziemlich bekannt vor. Wichtige Leute geben wichtige Statements ab. Ich entdecke Peter Sloterdijk, den Philosophen. Ich entdecke Jürgen Kluge, den Ex-McKinsey-Chef. Da ist auch der Daniel!

Ursula Plassnik?

Ursula Plassnik, Ursula Plassnik, der Name kommt mir doch bekannt vor. Achso, die österreichische Außenministerin a.D.
Die Bildungsidee der Leuphana Universität stellt sich auf Studierende als junge Menschen ein. Es geht um die Erfahrung vielfältiger Perspektiven auf das Leben und die gesellschaft, so wie man sie auch in der Politik jeden Tag einnehmen muss, um gut und erfolgreich zu arbeiten.
Mir kommen vor Rührung bald die Tränen. Jetzt erinnere ich mich wieder an den Hintergrund dieser Aussage. Die Univativ hatte dazu 2007 nachgeforscht und auf Seite 13 höchst Peinliches ans Licht befördert.

Leuphana druckt das Statement auch heute noch. Um in der typischen Leuphanaschreibe zu bleiben: Einfach. Peinlich. Meine Meinung.

(1) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/06/06/informationstag-zum-bachelor-studium-am-16-juni.html

Freitag, 17. Juni 2011

Generalabrechnung mit dem System Spoun

Im Mai entdeckte Die Zeit "Risse hinter schöner Fassade" an unserer Leuphana Universität Lüneburg. Seit gestern ist ein Riss nicht mehr zu übersehen: Die Studenten aus dem Senat haben ihre Klage gegen die Wiederwahl von Holm Keller begründet.

Auf 22 (in Worten: Zweiundzwanzig!) Seiten findet sich eine Generalabrechnung mit dem 'System Spoun' und den Entwicklungen der letzten Jahre an der Lüneburger Hochschule. LeuphanaWatch hat für euch in das Dokument von historischer Bedeutung reingelesen. Eine Übersicht:
  • In großer Ausführlichkeit wird der Fall Soziale Arbeit / Sozialpädagogik und die „Neuausrichtung“ noch einmal aufgerollt. Mit dem Hinweis auf die fehlende inhaltliche Begründung für die Schließung und das erschreckende Vorgehen der Führungsetage wird der Finger präzise und zielstrebig in alte Wunden gelegt. Das Zitat aus einem der Öffentlichkeit bislang unbekannten Dokument kann beinahe wasserdicht belegen, dass Präsident Spoun den betroffenen Studenten damals nicht die Wahrheit über die Zukunft ihres Studiengangs sagte.
  • Unter dem Stichwort "externe Berufungskommissionen" rechnen die Studenten mit den Neuberufungen der Leuphana Universität Lüneburg ab. Sie halten die Verfahren allesamt für unrechtmäßig. Prominentestes Beispiel: Stararchitekt Libeskind.
  • Etwas kurz kommt ein für alle Studenten sehr wichtiges Thema: Wie entsteht eine Prüfungsordnung und wer entscheidet über die Inhalte. Belegpunkte, Maluspunkte, Prüfungsflut - wer ist dafür verantwortlich?
  • Anschließend werden die Erkenntnisse aus den Beispielen zusammengeführt und zu einem Gesamtbild verdichtet. Der Präsident bekommt dabei sein Fett weg, es ist gar von einer "präsidialen Diktatur" die Rede. Spoun dürfte 'not amused' sein.
  • Abschließend wir der derzeitige Verfahrensstand zusammengefasst - mit interessanten neuen Details aus den Sitzungen.
Dieser Text ist mehr als ein Tritt vor's Schienbein, es ist die große Abrechnung. In Wertungsfragen streitbar, aber sehr lesenswert!

LeuphanaWatch meint: Jetzt kommt Grundsätzliches auf den Tisch. Es war auch an der Zeit. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber es wird stürmen - gewaltig.

Freitag, 10. Juni 2011

Abschlussfeier gefloppt

Hoffentlich war die Ende Mai stattgefundene Abschlussfeier der Leuphana Universität Lüneburg für die anwesenden Studenten ein schönes Erlebnis. Von der Beteiligung her kann sie nur als Flopp bezeichnet werden.

Im Vorfeld war LeuphanaWatch in einem Kommentar aufgefordert worden, über diese Verabschiedung "einiger hundert Studis" zu berichten. Tatsächlich kamen nur rund 140, wie die Landeszeitung am 31. Mai zu berichten wusste. Symbolisch mag die Verleihung des "Ehrensenator-Westermann-Preises" gewesen sein, der an einen Studenten verliehen wurde, der eine wirtschaftswissenschaftliche Abschlussarbeit mit Bestnote bestanden hatte. Leider fand die Verleihung in Abwesenheit statt.

Abwesenheit scheint die Devise des Abends gewesen zu sein, wenn man den Schilderungen eines Anwesenden glauben mag: Sogar der geplante Ball musste ausfallen! Hier seine Einschätzung, der es an grundsätzlicher Kritik nicht mangelt:
„Einige hundert Studies werden verabschiedet.“ Wenn man sich das Bild in der Landeszeitung anschaut, welches am Montag bzw. Dienstag zu sehen sein wird, dann sind es doch keine 150 Personen. Nach der Übergabe eines Glückwunschschreibens der Universität in einer teuren äußeren Hülle ohne weiteren Inhalt scheinen sich die meisten Menschen dann doch recht schnell aus dem Staub gemacht zu haben. Eine gemeinsame Feier fällt flach. Für den Ball hatten sich zu wenige Personen angemeldet. Sektgläser und Kuchen stehen noch im Hörsaalgang. Statt einer gemeinsamen universitätsweiten Feier gibt es überhaupt keine mehr. Das ganze ist zu einer Marketingveranstaltung degradiert, wo die Absolventen und ihre Eltern/Geschwister zu reinen Statisten verkommen. Ich empfehle zukünftig die Studierende schon in alphabetische Reihenfolge sich in die Reihen zu setzten. Zudem bei den Titeln der Abschlussarbeiten auf die Sprachfähigkeiten der Dekane Rücksicht zu nehmen.
Herr Spoun und die eher durch Abwesenheit glänzende Professoren aus dem Bereich Nachhaltigkeit haben sich hoffentlich die Worte zum Leuphanasemester des studentischen Redners sehr genau angehört. Die Begeisterung für Nachhaltigkeit war in jeder einzelnen Silbe zu hören;-)
Da die Graduiertenfeier fester Bestandteil der Neuausrichtung ist wird sich keiner trauen, hier zukünftig eine Nachsteuerung zu fordern.
LeuphanaWatch kommentiert: Sascha Spouns Konzept ist beliebter denn je!

Samstag, 28. Mai 2011

Bibliotheksmöbel doch billiger

Im Januar berichtete LeuphanaWatch über eine teure Möbelanschaffung in der Bibliothek. Es wurde spekuliert, dass die Einrichtungsgegenstände aus Studiengebühren finanziert wurden. Auf einer Senatssitzung hat ein Mitglied der "Senatsliste Wirtschaft" diesbezüglich nachgefragt:
Anfragen von Christopher Bohlens (Senatsvertreter der Liste Wirtschaft):

1. Laut dem anonymen Internetblog leuphanawatch wird berichtet, dass bei der Neugestaltung des Foyers der Bibliothek Stühle mit einem Stückpreis von ca. 300 Euro, eine Lampe zu ca. 1000 Euro und Sofas zu ca. 5800 Euro beschafft worden sind. Der anonyme Autor führt an, dass er die Preise durch eine Internet-Recherche herausgefunden hat.
a. Wie hoch waren die einzelnen Stückpreise tatsächlich?
b. Warum wurden explizit hochwertige und hochpreisige Designer-Güter beschafft?
c. Wurde ein Preis-/Leistungsvergleich im Vergleich zu einem größeren schwedischen Möbelhersteller vorgenommen?
d. Wurden diese Güter aus Studiengebühren bezahlt, z.B. durch die allgemeine Zuwendung von Studiengebühren an die Bibliothek?

P Spoun erläutert, dass der Internet Blog leuphanawatch keine zuverlässige Quelle darstelle. Bei der Beschaffung hat sich die Universität an die geltenden Beschaffungsgrundsätze gehalten und für alle Produkte zwischen 3 und 5 Vergleichsangebote eingeholt. Der Zuschlag erfolgte auf den wirtschaftlichsten Anbieter. Die Finanzierung erfolgte aus Baumitteln und nicht aus Studiengebühren. Darüber hinaus war die Anschaffung preiswerter als im Blog genannt (Armlehnenstuhl 213 € brutto; Sofa 3-Sitzer 4325 € brutto; Pendelleuchten 880 € brutto).

Der Grund hier hochwertige Möbel anzuschaffen lag nicht so sehr in dem Wunsch begründet Designermöbel zu erwerben, sondern in der Tatsache, dass diese Produkte wegen der hohen Beständigkeit ihrer Werkstoffe und der Verarbeitung eine erheblich längere Lebensdauer haben als die Möbel des angesprochenen schwedischen Möbelhauses. Es wird als nachhaltiger betrachtet hier gute Qualität mit einer langer Haltbarkeit anzuschaffen anstelle von Möbeln, die auf den ersten Blick vielleicht preiswerter erscheinen, aber auf längerer Sicht größere Abnutzungskosten haben und damit unwirtschaftlich sind. (1)

LeuphanaWatch freut sich, dass jemand unsere Aufforderung zum Nachfragen ernstgenommen hat. Wir nehmen die Aussage des derzeitigen Präsidenten zur Kenntnis, dass das Blog keine zuverlässige Quelle darstellt. Wir korrigieren uns gern: Holm Keller wurde gar nicht wiedergewählt. Da waren wir wohl falsch informiert... ;)

(1) http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/senat/protokolle_materialien/110316/59_senat160311protokollGEN.pdf

Sonntag, 15. Mai 2011

Präsident sucht Studenten für Workshop

Der derzeitige Präsident sucht in einer eMail über mystudy Studenten, die an einem Workshop teilnehmen.
Studierende für die Teilnahme am kommenden Präsidiums-Studierenden-Workshop 2011 gesucht!

Am Freitag, den 08. Juli 2011 (13.00 Uhr bis 18.30 Uhr), lädt Präsident Sascha Spoun ein zu einem Präsidiums-Studierenden-Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener studentischer Gruppen sowie mit interessierten Studierenden, die bisher noch nicht in akademischen Gremien tätig sind.

Weitere Informationen: http://myshare.leuphana.de/71e91c7188e0d1c3fb6c774a3b5515d8

Anmeldungen bis 24.06.2011
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und einen spannenden Workshop-Tag!
Thies Reinck
LeuphanaWatch meint: Es winken sicherlich Einstiegschancen in lebenslaufoptimierende Netzwerke.

Dienstag, 10. Mai 2011

Spoun schreibt an Leuphana

Der derzeitige Präsident der Leuphana Universität Lüneburg hat sich in einer eMail an seine Institution gewandt. Wir drucken das zeithistorische Dokument unverändert ab.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Studierende,

in den vergangenen Wochen ist sowohl in unserer Universität als auch in einer breiten Öffentlichkeit intensiv über die Frage einer Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten und des hauptberuflichen Vizepräsidenten diskutiert worden. Nach der Senatssitzung am 6. April sowie zwei Aussprachen des Senats am 13. und 27. April freut es mich außerordentlich, Ihnen nun mitteilen zu können, dass ein Vorschlag, zu dem für heute aus der Mitte des Senats zu einer Sitzung geladen wurde, eine Mehrheit gefunden hat.

Nachdem ich die Wahl für eine zweite Amtszeit als Präsident bereits im April angenommen hatte, haben die Senatorinnen und Senatoren heute entschieden, auch die Zusammenarbeit mit Vizepräsident Holm Keller über das Jahr 2012 hinaus fortzusetzen. Der Senat macht damit von seiner Möglichkeit Gebrauch, die Wiederwahl der hauptberuflichen Präsidiumsmitglieder ohne erneute Ausschreibung vorzunehmen. Gleichzeitig tritt der Senat ein für die Teilung der Stelle des hauptberuflichen Vizepräsidenten. Für die zweite Hälfte der Stelle soll eine Findungskommission eingerichtet werden.

Während des Wintersemesters konnte ich mit den Mitgliedern des Senats sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aller Statusgruppen wertvolle Gespräche zur bisherigen und zukünftigen Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg führen. Auf Grundlage dieser konstruktiven Gespräche hatte ich mich entschlossen, für eine Wiederbestellung gern zur Verfügung zu stehen. Gleichzeitig habe ich von Anfang an deutlich gemacht, dass die Fortsetzung meiner Arbeit in Lüneburg gewisse Arbeitsbedingungen erfordert, die aus meiner Sicht für die zukünftige Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg im Hinblick auf die vor uns liegenden weiterhin großen Herausforderungen und Projekte, die erfolgreiche Fortführung des eingeschlagenen Weges und die harte Konkurrenz durch andere Hochschulen unerlässlich erscheinen.

Zu diesen notwendigen Arbeitsbedingungen gehörte, dass auch Holm Keller als hauptamtlicher Vizepräsident für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht und entsprechend vom Senat bestellt wird. Der nun vom Senat bestätigte Vorschlag sieht vor, dass Holm Keller weiter als hauptberuflicher Vizepräsident für die Leuphana tätig sein, aber nur noch die Hälfte der Stelle ausfüllen wird. Er wird sich künftig auf Projekte der Universitätsentwicklung, insbesondere auf die Umsetzung der laufenden Großprojekte der Campusentwicklung und des Innovations-Inkubators konzentrieren. Ihm soll ab 2012 eine zweite Person als hauptberufliche Vizepräsidentin bzw. hauptberuflicher Vizepräsident zur Seite gestellt werden, die im Rahmen einer Findungskommission ausgewählt werden wird und sich auf die interne Entwicklung der Universität konzentrieren soll. Sie oder er wird die zweite Hälfte der Stelle ausfüllen und dem Präsidium ebenfalls nur zu 50 Prozent zur Verfügung stehen. Diese Lösung trägt sowohl den Erfordernissen der weiteren Universitätsentwicklung als auch den Wünschen des Senats Rechnung. Sie liegt dem Stiftungsrat nun zur Entscheidung vor.

Mit seiner Entscheidung bekräftigt der Senat den von der Universität eingeschlagenen Kurs einer grundlegenden Neuausrichtung, wie wir ihn in den letzten fünf Jahren in über 60 Senatssitzungen, zahlreichen Arbeitsgruppen, Berichten, Satzungen und Einzelleistungen konkretisiert und weiterentwickelt haben und wie er von den zuständigen Gremien getragen worden ist. Gemeinsam haben wir mit diesem Kurs eine erfolgreiche Entwicklung in Gang setzen können: Unser neues Studien- und Universitätsmodell mit College, Graduate School und Professional School wird vom Wissenschaftsrat als modellhaft für die weitere Entwicklung der Hochschullandschaft und des Bologna-Prozesses empfohlen. Mit einer deutlichen Steigerung der Landeszuweisungen gehen wir gestärkt in den sich zuspitzenden Wettbewerb der Hochschulen. Eine Profilierung in vier Wissenschaftsinitiativen und neuen Fakultäten stärkt das Forschungspotential unserer Universität. Die eingeworbenen Forschungsdrittmittel konnten bereits mehr als verdoppelt werden, die Anzahl der Publikationen hat sich verdreifacht. Die Universität hat heute über 20% mehr Beschäftigte als 2006 – beim wissenschaftlichen Personal beträgt die Steigerung sogar rund 25%. 35 Neuberufungen von Professorinnen und Professoren konnten seit 2008 bereits realisiert werden; mehr als 20 weitere Berufungsverfahren laufen derzeit, sieben neue Ausschreibungen befinden sich darüber hinaus in Vorbereitung. Hinzu kommen die weitreichenden Projekte des Innovations-Inkubators und der Campusentwicklung, mit denen wir in vielerlei Hinsicht Neuland betreten haben, um die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für innovative Lehr- und Forschungskontexte zu schaffen. Aufbauend auf diesen erfreulichen Entwicklungen wie auch auf den vielen Ideen, Initiativen und Potentialen aller Universitätsmitglieder haben wir damit – wie ich finde – eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für die nächsten Schritte.

Inhaltlich wie menschlich blicke ich vor diesem Hintergrund trotz oder gerade wegen aller Herausforderungen, die es zu meistern galt, bereits sehr dankbar auf die wahrscheinlich intensivsten Jahre meines bisherigen Lebenswegs zurück. Nicht immer waren wir sofort einer Meinung, das hat auch der Prozess der vergangenen Wochen gezeigt. Trotzdem haben wir gemeinsam bereits viel erreicht und uns immer auf einen für die Universität sinnvollen Weg verständigt. Die Leuphana Universität Lüneburg auf diesem Weg weiterzuentwickeln, ist mir daher nicht nur aus institutioneller, sondern auch aus ganz persönlicher Sicht alle nötigen Anstrengungen wert.

Diese gemeinsamen Anstrengungen werden auch in Zukunft nötig sein, denn die Gespräche der vergangenen Wochen haben mir auch verdeutlicht, dass wir in einzelnen Bereichen einen Verbesserungsbedarf haben, den wir nicht leugnen dürfen. So muss es uns gelingen, den Dialog über Ideen und Ziele der Universitätsentwicklung deutlich stärker zu führen, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einrichtungen, Gremien und Bereichen noch mehr zu intensivieren und die Systematik, Transparenz und Klarheit aller Prozesse voranzubringen. Für diese Ziele werde ich mich in der kommenden Zeit besonders einsetzen.

Darüber hinaus wird es darum gehen, schrittweise ein entspanntes, der Forschung und Lehre dienliches Zusammenspiel der seit dem letzten Semester eingerichteten vier Fakultäten, Schools und zentralen Dienste zu erreichen. Diesbezügliche Workshops mit den Dekanaten und den Schools haben bereits stattgefunden und sind auch in diesem Semester geplant. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass unsere Universität als akademische Gemeinschaft auf Augenhöhe noch weiter zusammenwächst, nicht nur durch gemeinsame Anlässe wie beispielsweise den Dies Academicus oder die Graduiertenfeiern. Auch der geplante Ausbau der Weiterqualifizierungsmöglichkeiten aller Mitarbeitenden in Wissenschaft und Verwaltung stellt eine wichtige Grundlage für diese Entwicklung dar.

Dass wir ebenfalls weitere Schritte zur Verbesserung der Lehre, der Entwicklung der Forschungskulturen und vielfältiger Transferaktivitäten in Berufspraxis und Zivilgesell-schaft erreichen müssen und wollen, ist unser eigener Anspruch und entspricht auch den an uns gerichteten Erwartungen. Dazu bieten die an so vielen Stellen vorhandenen Ideen und Initiativen, aber auch die im Rahmen der Neuausrichtung entstandene erfreuliche Außenwahrnehmung eine hervorragende Ausgangsbasis. Klar ist, dass die Aufgaben groß und die verschiedenen Ansprüche auch weiterhin hoch sind. Gemeinsam werden wir sie wie schon seit 2005 bewältigen.

Mein Dank gilt in besonderem Maße jenen unter Ihnen, die während der vergangenen vier Wochen den Mut bewiesen haben, sich hochschulintern klar zu äußern. Wenn Neues gewagt wird, findet sich immer leicht ein Anlass, um Kritik zu üben. Es ist dagegen nicht immer selbstverständlich, sich auch aktiv und positiv für eine Entwicklung einzusetzen und zu positionieren. Es ist dieser Mut, der auch mir die nötige Stärke gegeben hat, während der vergangenen Wochen zuzuhören und auch in schwierigen Situationen nach Kompromissen zu suchen. Ihr aktives Engagement bestärkt mich zusätzlich, gemeinsam mit allen Mitgliedern der Universität die nächsten Schritte für unsere Universität zu gehen.

Abschließend möchte ich Ihnen auch im Namen von Herrn Keller nochmals sehr herzlich danken für Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung, Ihren Zuspruch, Ihre Geduld, aber auch für Ihre konstruktive Kritik, Ihre berechtigten Zweifel und die vielen Anregungen. Bei vielen von Ihnen gründet diese Unterstützung auf der Erwartung, dass sich die verdienten Erfolge unserer gemeinsamen Reformanstrengungen nach außen wie auch verstärkt nach innen nur dann einstellen können, wenn wir nicht in erneute Grundsatzdiskussionen eintreten, sondern die konkreten Fragestellungen, die sich bei der Umsetzung des eingeschlagenen Kurses stellen, in konstruktiver Zusammenarbeit und im gemeinsamen Dialog lösen. Diesen Erwartungen fühle ich mich verpflichtet.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Sascha Spoun

Samstag, 7. Mai 2011

Die Arroganz der Macht

Kommentar

Gestern schwieg LeuphanaWatch und gönnte Holm Keller seinen Phyrrussieg. Auch heute schenken wir ihm noch einmal großzügig die erste halbe Stunde des Tages. Keller darf Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg bleiben, wenn auch in Teilzeit. Zur Seite gestellt bekommt er einen zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten, der ebenfalls in Teilzeit eingestellt werden soll. Der soll sich um interne Universitätsangelegenheiten kümmern. [1]

Die Facebookgruppe Spoun4President feiert und hier auf LeuphanaWatch melden sich ebenfalls Unterstützer zu Wort. Das kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass gestern fast alle verloren haben.

Der ASTA und seine Freunde haben verloren, die Holm Keller umbedingt aus der Uni jagen wollten. Sie hatten noch einmal sämtliche Schandtaten von Keller in ihrer ASTA Zeitung 'The Holm Files' ausgebreitet. Sie forderten einen öffentlichen Prozess und eine Ausschreibung der Stelle. Noch vor kurzem riefen sie dazu auf, das Ergebnis des Senat vom 6.4. anzuerkennen - ohne Erfolg. Das befürchtete Flatrate-Wählen konnte nicht verhindert werden.

Verloren hat ebenfalls der Senat. In einem unwürdigen Schauspiel ließen sich die Senatoren wie an einem Ring in der Nase durch die Manege ziehen. Nach einem kurzen Aufbäumen Anfang April knickten letztlich zu viele ein. Es reichte dafür die Aussage, dass der Präsident es nur mit Keller machen wollte. Man sah sich offenbar außer Stande, diesem Sandkastengehabe etwas entgegen zu setzen. Von einer "Selbstaufgabe der akademischen Selbstverwaltung" spricht ein ehemaliger Präsident - zu Recht. Der Senat wird in Zukunft noch einen schlechteren Stand haben. Ein Hinweis auf den möglichen Rücktritt des Präsidenten wird als Disziplinierungsmaßnahme ausreichen.

Verloren hat die gesamte Universität. Kellers nächster Skandal wird ihr zu schaffen machen, denn niemand kann mehr behaupten, nicht gewarnt gewesen zu sein. Durch das wochenlange Hickhack um die Wiederwahl, diesen einmaligen Vorgang in der deutschen Hochschullandschaft, ist das Ansehen schwer getroffen. Rückgradtloses Abstimmungsverhalten der Senatsmitglieder tut sein Übriges. Die akademische Selbstverwaltung hat ihre Kapitulation unterzeichnet. Es kann doch niemand mehr verstehen, was dort hinter verschlossenen Türen vor sich gegangen ist.

Verloren hat auch Holm Keller. Er schaffte seine Wiederwahl nicht aus eigener Kraft und musste von seinem Freund Sascha gerettet werden. Es ist sonnenklar: Kaum jemand hält Keller für eine gute Besetzung des Amtes, man wählte ihn nur weil Sascha Spoun seine Zukunft daran knüpfte. Wie LeuphanaWatch erfuhr, drohte Spoun am gestrigen Tag erneut mit sofortigem Rücktritt und konnte nur dadurch Keller ins Ziel retten. [2] Dessen Gegner werden bei nächster Gelegenheit nun noch verbissener zuschlagen.

Keller ist trotz allem der einzige Gewinner. In der Vergangenheit war er selten am Campus und regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, er kümmere sich nicht um seine Kernaufgaben. Jetzt ist das kein Problem mehr. Für lästige Verwaltungsaufgaben bekommt er eine Aushilfe, die sich "Vizepräsident in 50% Teilzeit" nennen darf. [2] Wenn Keller wieder einmal nicht anwesend ist, kann er auf seine Teilzeitstelle verweisen. Nebenbei hat er noch mehr Zeit als zuvor, sich um seine ertragreichen Nebentätigkeiten zu kümmern. Und ob Keller in Zukunft nur noch 50% seines Gehalts verdienen wird, darf getrost bezweifelt werden. Niemand wird es überprüfen können, blieb doch die Höhe trotz durchsickernder Zahlen bislang offiziell geheim.

Als der größte Verlierer des (gestrigen) Tages wird jedoch Präsident Dr. Sascha Spoun in die Geschichtsbücher eingehen. Vordergründig hat er sich durchsetzen können: Er selbst wurde sofort wiederbestätigt und er verhalf auch Keller zur Wiederwahl. Sein Ziel hat er erreicht.

Es stellt sich allein die Frage nach dem Preis. In selbstherrlicher Art und Weise setzte er sich mit der Neuausrichtung gleich und befeuerte die Angst vor dem Untergang. Nur er - einem Messias gleich - könnte das abwenden, denn ohne ihn gäbe es die völlige Ungewissheit. Der Präsident schürte durch sein Verhalten die Angst, ja die blanke Panik, vor dem Wertverfall des Studienabschlusses, dem Wegfall des Arbeitsplatzes, dem Verlust der Universität als Ganzes. Er hätte dem entgegentreten können, aber er tat es nicht. Statt dessen nutzte er die Situation aus.

Spoun hat sein gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale geworfen - weil er es musste. Er nahm nach massivem Druck die Wahl am 27. April an, nur um eineinhalb Wochen später scheinbar erneut mit dem sofortigen Rücktritt zu drohen. Die Rücktrittsdrohung als taktisches Maneuver ist bekannt. Eine Wahl aus strategischen Gründen kurzzeitig anzunehmen und wenige Tage später wieder mit Rücktritt zu drohen zeugt von Schwäche oder einer unfassbaren Arroganz der Macht.

Spoun zwang die gesamte Universität grundlos in eine Zerreißprobe und richtete damit schweren Flurschaden an. Das Verhalten des Präsidenten ist beschämend und peinlich. Das Wohl der Universität scheint egal, Hauptsache mit dem Kopf durch die Wand. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, die Situation zu entschärfen. Spoun hat es nicht getan. Statt dessen steht er als derjenige da, der es ohne Holm Keller nicht kann. Sein Studienmodell scheint die Universität nicht gut aufzustellen, denn ohne Kellers Netzwerke ist sie nicht überlebensfähig. Wie sonst kann das Verhalten des Präsidenten gedeutet werden? Damit schmälert Spoun überflüssigerweise das Erreichte und seine eigene Leistung. Er befeuert die Bedenken all jener, die von einer großen Blase sprechen, die irgendwann platzen wird.

Für den Moment hat Sascha Spoun sich durchgesetzt. Mittel- und langfristig könnte ihn das noch teuer zu stehen kommen. Sascha Spoun und Holm Keller sind angeschlagener denn je.


[1] http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/05/06/spoun-und-keller-bleiben-im-amt.html
[2] Wir danken für den Hinweis.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Alt-Präsident meldet sich zu Wort

Der ehemalige Präsident der Universität Lüneburg hat sich in einem offenen Brief an die Senatoren gewandt. Das eindrucksvolle Dokument wurde über eMailverteiler verschickt. Wir geben es unkommentiert wieder, denn der Inhalt spricht für sich selbst.

Offener Brief an die Mitglieder des Senats der Universität Lüneburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit wachsender Besorgnis sehe ich die Vorgänge zwischen der Hochschulleitung und dem Senat seit jenem Senatsvotum vom 6. April.

Die meisten von Ihnen kennen mich nicht. Ich bin Alt-Rektor und Emeritus dieser Universität und habe – zusammen mit anderen - viele Jahre für die nachhaltige (!) Entwicklung und Stabilisierung der Hochschule gearbeitet (und auch gekämpft). Auch wenn man sich aus den Querelen der Nachfolgenden heraushalten sollte, sehe ich mich nun doch veranlassst, den Senat direkt anzusprechen, statt einen Leserbrief zu schreiben, weil es m.E. um mehr geht als um eine (wenn auch nicht irgend eine) interne Personalie, die nur die sichtbare Spitze eines Eisberges sein dürfte.

Es ist eigentlich nicht zu fassen, wie die Hochschulleitung mit dem Senat umgeht, was sie der Institution zumutet und in welcher Weise Verfahren missachtet, ja verachtet, werden. Unglaubwürdigkeit ist die Folge. Aus meiner Sicht mangelt es der Hochschulleitung an Respekt für die ihr anvertraute Hochschule. Ich kann mir im Grunde kaum vorstellen, dass ein Senat diese Art des Umgangs hinnehmen könnte, selbst diejenigen nicht, die die Neuausrichtung mittragen. Hier zeigt sich aber auch, was passieren kann, wenn ein System so strukturiert wird, dass Machtausübung faktisch ohne Kontrolle möglich ist, wie das hier der Fall ist. „Checks and balances“, das Ursystem von Gewaltenteilung, ein europäisches Erbe der politischen Aufklärung, wird hier, nicht erst seit April 2011, außer Kraft gesetzt. Das ist nicht die humanistische Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts - "Prunksätze des Zeitgeistes" (Ludwig Marcuse) - , sondern das Gegenteil davon. (Vertreten denn am Ende nur noch die Studentenvertreter die Prinzipien akademischer Freiheit und legitimierter Verfahren?)

Gerade die Mitglieder einer wissenschaftlichen Hochschule, die doch dem kritischen Geist verpflichtet sind (ja, das sind sie, denn davon lebt letztlich die Universität), gerade sie müssten doch die grundsätzliche Bedeutung dessen sehen, was hier geschieht. Wenn der Senat am Freitag so abstimmen sollte, wie die Hochschulleitung es sich wünscht, käme das in meinen Augen einer Selbstaufgabe der akademischen Selbstverwaltung gleich. Und außerdem: Den Geist der Universität macht nicht ein Gebäude aus, sondern die Haltung und das Tun derer, die dort Wissenschaft betreiben, lehren und studieren – und die Träger der akademischen Selbstverwaltung sind.

Nun tun Sie, was Sie in ihrer Verantwortung für die Universität für richtig halten – möge es das Richtige sein.

In diesem Sinne grüßt Sie

Helmut de Rudder,

den Sie getrost für einen Ewig-Gestrigen halten mögen.