Posts mit dem Label Audimax werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Audimax werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 27. März 2012

Die Leuphana-Audimax-Marke

Manchmal sind gar nicht viele Worte nötig, um den Sinn und die grundlegende Ideologie eines Projekts zu beschreiben. Die Beschreibung des im April stattfindenden Seminars "Landmark Architecture" von Holm Keller und Daniel Libeskind ist in dieser Hinsicht ein Glücksfall. Selten ist die Hauptfunktion des geplanten Audimax so klar dargestellt worden.
In den letzten Jahren wurden für verschiedenste Unternehmen und Institutionen „Leuchtturm-Gebäude“ errichtet - Gebäude mit eigenständiger Strahlkraft, oft nach Entwürfen namhafter Architekten. In der Regel beeinflusst ein derartiges Gebäude, spätestens mit der Inbetriebnahme, die Marke des Bauherrn bzw. Hauptnutzers. Auch das Zentralgebäude der Leuphana Universität ist ein großer öffentlicher Neubau, den unsere Universität errichtet in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Niedersachsen, Landkreis und Hansestadt Lüneburg, der evangelischen und katholischen Kirche sowie den jüdischen Gemeinden Niedersachsens. Es entsteht ein modernes nachhaltiges Universitätsgebäude mit überregionaler Bedeutung.

In diesem Seminar werden Studierende gemeinsam mit dem Architekten Daniel Liebeskind das Spannungsverhältnis von Institutionen- und Gebäudemarken anhand des Leuphana Zentralgebäudes beleuchten. Es werden die Erfolgspotentiale und Treiber der baulichen Markeninszenierung betrachtet, Zielgruppen zur Vermarktung von Architektur bestimmt, ein Marketing- und Merchandisingkonzept abgeleitet und zuletzt werden konkrete neuartige und zukunftsweisende Marketingmaßnahmen für öffentliche Großbauprojekte entwickelt.

Das Seminar richtet sich an Studierende, die konzeptionelle, gestalterische und praktische Fähigkeiten bündeln wollen. Gefordert werden Vorstellungsvermögen, Kreativität, Gestaltungswille und Teamgeist. Innerhalb des Seminars werden die Studierenden zielgruppenspezifische Marketingmaßnahmen für öffentliche Gebäude erarbeiten, Prototypen entwickeln und ihre Konzepte und Lösungen präsentieren. Dabei werden sie in ihrem kreativen Prozess von Daniel Libeskind und Holm Keller begleitet. Die Ideen und Konzepte des Seminars sollen in die Marketingaktivitäten zum neuen Zentralgebäude einfließen. (1)
LeuphanaWatch fragt: Hat eine Universität nichts besseres zu tun?

(1) https://mystudy.leuphana.de/personAnzeigen/?person_id=898

Freitag, 23. März 2012

EU-Korruptionsbekämpfer ermitteln weiter

Im letzten Jahr besuchten die Korruptionsbekämpfer der EU (OLAF) für mehrere Tage die Leuphana Universität Lüneburg. Sie ermittelten in Sachen Audimax, bei dem mehrere Millionen Euro aus EU-Förderung verbaut werden sollen. Anfang dieses Monats berichtete nun die Hannoversche Allgemeine (HAZ), dass OLAF weiter ermittelt. Dazu schreiben die Kollegen:
"Die Behörde hat Landtagspräsident Hermann Dinkla angeschrieben und gebeten, in die vertraulichen Protokolle der Sitzungen des Landtags-Wissenschaftsausschusses Einblick nehmen zu können. Eigentlich steht dies Außenstehenden nicht zu (...) (1)"
Diesem Anliegen ist der Landtag jetzt nachgekommen, wie die LZ berichtet.
Der Wissenschaftsausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, Akten über die Leuphana an das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) weiterzugeben. Konkret geht es um "nicht-öffentliche Niederschriften und eine Vorlage zum geplanten Neubau eines Zentralgebäudes". (2)
Scheinbar ist der Verdacht der Korruptionsbekämpfer bislang nicht ausgeräumt.

(1) http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/EU-Ermittler-pruefen-Bau-der-Uni-Lueneburg
(2) "Uni-Akten nach Brüssel", LZ vom 20.3.12. auf S. 3

Mittwoch, 21. März 2012

ASTA & STUPA: Campushotel endgültig begraben

Im Februar berichtete LeuphanaWatch darüber, dass der Bebauungsplan für die Leuphana Universität Lüneburg geändert werden soll. Grund ist ein falsch geplanter Bürgersteig. Jetzt haben ASTA und Studentenparlament dazu Stellung genommen. Zum Bürgersteig äußern sie sich dabei nicht, denn sie haben ein ganz anderes Anliegen. In der Stellungnahme heißt es:
Im Bebauungsplan findet sich, neben den drei Alternativen zum Bürgersteigverlauf, auch ein Sondergebiet "Hotel / Parkhaus". Neben dem Zentralgebäude als Veranstaltungszentrum war auch ein Tagungshotel geplant, um BesucherInnen unterbringen zu können. Die Pläne, ein Hotel auf dem Campus zu errichten, wurden im Dezember 2010 vom Stiftungsrat verworfen. Der Stiftungsrat verwies auf die Möglichkeit, ein Hotel außerhalb des Universitätsgeländes zu realisieren. Nach Meinung des AStA sollten die Flächen auf dem Campus für universitäre Nutzung zur Verfügung stehen. Fremdnutzungen sind zu vermeiden, um Entwicklungspotenziale der Universität langfristig zu sichern. Der aktuelle Raummangel der Universität kann nicht beseitigt werden, wenn potentielle Erweiterungsflächen an andere Zwecke gebunden sind, vor allem in Anbetracht der Zentralisierungspläne der Universität auf den Campus Scharnhorststraße. Daher sollte das aktuelle Sondergebiet "Hotel / Parkhaus" umgewidmet werden zum Sondergebiet "Universität / Parkhaus".

Da ein Änderungsverfahren zum Bebauungsplan stattfindet, fordern wir, dass diese Fläche in Zukunft der universitären Nutzung offensteht und im aktuellen Planänderungsverfahren umgewidmet wird. Quelle: ASTA
Mit ihrem Anliegen bleiben die Studentenvertreter ihrer Forderung treu, nicht universitäre Nutzungen vom Campusgelände fernzuhalten. In ihren Augen handelt es sich bei solchen Nutzungen um eine Platzverschwendung, welche die langfristigen Entwicklungspotenziale der Leuphana Universität Lüneburg einschränkt (LeuphanaWatch berichtete). Vollkommen zu recht verweisen die Studenten darauf, dass der Stiftungsrat vor über einem Jahr den Hotelplänen einen Riegel vorschob.

Es wird interessant sein, ob die Studentenvertretung bei der Hansestadt Lüneburg Gehör findet. Sie hat jedenfalls ein mehr als deutliches Zeichen gesetzt, dass es ihr mit ihrem Anliegen ernst ist: Die Stellungnahme wurde einstimmig vom ASTA und dem gesamten Studentenparlament verabschiedet - in den vergangenen Wochen war das Parlament eher durch gegenseitige Blockade der beiden politischen Blöcke aufgefallen. In dieser Sache ziehen jetzt alle an einem Strang. Das hat beim Campushotel Tradition. Auf den Webseiten des ASTA zur Campusentwicklung finden sich genügend Beispiele für die harte Linie der Studentenvertreter:
Mindestens ebenso interessant wie das Verhalten der Hansestadt dürfte selbiges der Leuphana Universität Lüneburg sein. Der Stiftungsrat hat das Hotel bekanntlich schon zu den Akten gelegt, zuletzt hatte Vizepräsident Holm Keller argumentativ auf die Linie der Studentenvertretung eingeschwenkt. Jetzt kann er beweisen, dass es ihm mit der neuen Linie ernst ist:

LeuphanaWatch ruft die Entscheidungsträger dazu auf, sich dem sinnvollen Anliegen der Studenten anzuschließen.

Für Stiftungsrat und Präsidium bietet sich die Chance, bei den schärfsten Kritikern verlorene Sympathien zurückgewinnen. Und das ganz ohne schwierige Zugeständnisse, denn auf ein Hotel auf dem Campus hat man ja bereits verzichtet. Jetzt folgerichtig die Planung zu ändern wäre die logische Konsequenz. Alles andere wäre ein Eingeständnis, dass man noch immer am irrsinnigen und nicht zukunftsfähigen Hirngespinst eines Hotels auf dem Campus festhält.

Dienstag, 13. März 2012

Der Vamos-Deal

Jetzt ist offiziell, Leuphana Universität Lüneburg und Campus Lüneburg haben sich über das Schicksal des Vamos Biergartens und die Konditionen des Deals geeinigt. LeuphanaWatch hatte schon vor Tagen exklusiv über den Durchbruch in der Vamos-Frage berichtet.

Die am gestrigen Morgen notariell besiegelte Vereinbarung (1) enthält folgende Kernelemente:
Die Vertragsparteien verständigten sich jetzt darauf, dass ein Teil der Freifläche (des Biergartens, LW) mit sofortiger Wirkung an die Universität zurückgegeben wird. Im Gegenzug erhält Campus Management eine finanzielle Entschädigung für entgangene Gewinne aus dem Biergartenbetrieb. Über die Höhe der Entschädigung, die den Berechnungen eines vereidigten Wirtschaftsprüfers folgt, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. (2)
Leuphana Universität Lüneburg und Campus tauschen also Zeit (der Pachtvertrag für den Biergarten lief noch bis 2014) gegen Geld (entgangener Gewinn durch frühere Rückgabe der Fläche).
Gleichzeitig wird der für die Halle (Vamos, LW) bestehende Mietvertrag um vorerst ein Jahr bis Ende 2015 verlängert.
... Auch für das Vamos gebe es nun eine klare Perspektive und ausreichend Zeit, alle Optionen für den weiteren Betrieb zu prüfen (sagt Holm Keller, LW).(2)
Der Pachtvertrag wird also um ein Jahr verlängert, so dass Campus Lüneburg genug Zeit hat, seinen Wegzug vom Unicampus vorzubereiten. Das lässt sich recht deutlich aus der LZ herauslesen, die Oberbürgermeister Mädge zitiert:
Mädge kündigt an: "Die Stadt wird dabei helfen, dem Vamos auch nach 2015 eine Zukunft in Lüneburg bieten zu können." (1)
In Lüneburg, nicht auf dem Campus. Nähere Details zu dieser Frage will Campus heute in einer Pressekonferenz bekannt geben. Mit weiteren Presseberichten ist also zu rechnen. Nicht zuletzt ist ein entscheidender und nicht zu unterschätzender Teil des Deals die Kaufoption der Leuphana Universität Lüneburg für weitere Immobilien von Campus:
Im Zuge der Verhandlungen verständigten sich Universität und Campus Management auch darüber, dass die Universität bis zum 31. Oktober 2013 Liegenschaften auf dem Campus Scharnhorststraße ankaufen kann, die sich derzeit im Besitz von Campus e. V. bzw. der Campus Management GmbH befinden. Dabei handelt es sich um das Campus Center, die sogenannte Ladenzeile, und das Gebäude 15, das derzeit als Wohnheim „Campus 1“ genutzt wird. (2)
Immobilienexperten gehen laut LZ von einem Wert von drei bis vier Millionen Euro für diese Gebäude aus. Offizielle Zahlen liegen aber nicht vor. (1) Die Kaufoption für diese Bauten ist tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Schachzug der Leuphana Universität Lüneburg. Die Ladenzeile schiebt sich derzeit wie ein Riegel zwischen das geplante Audimax und den Bereich der Hörsäle und der Bibliothek. Außerdem ist sie mit nur einem Stockwerk (dem Erdgeschoss) eine denkbar schlechte Ausnutzung der knappen Fläche auf dem Unicampus. Ein Abriss und eine neue Bebauung durch Universitätsgebäude wäre eine sehr sinnvolle Lösung. Das gilt besonders, da auf dem Unicampus perspektivisch Platz für Entwicklungen bleiben sollte. Das muss wohl ähnlich für das Wohnheim Campus 1 gelten, welches wichtigen Platz für universitäre Nutzungen blockiert. Auch hier könnten zusätzliche Büros und Seminarräume direkt auf dem Unicampus geschaffen werden. Allerdings stellt sich vorher die Frage, wo statt dessen günstiger Wohnraum für Studenten als Ersatz geschaffen werden könnte. Warum das Wohnheim Campus 2 allerdings außen vor bleibt, erschließt sich auf den ersten Blick nicht. Vermutlich wollte der Campus e.V. es schlicht nicht abgeben - der Sanierungsstau ist in Campus 1 weit größer.

Eins überrascht dann aber doch. Es ist die scheinbare Läuterung von Vizepräsident Holm Keller. Der sagt jetzt:
Die Leuphana gewinnt durch die Option auf den Immobilienkauf Handlungsspielraum, erklärt Uni-Vizepräsident Keller: "Es geht um die Konsolidierung des Immobilien-Portfolios. Die Uni kann sich so am Standort Scharnhorststraße künftig auf eigenem Grund weiterentwickeln." Es gebe noch keine konkreten Planungen. Aber die Vereinbarung eröffne die Chance, mittel- bis langfristig bei Studentenzahlen auch räumlich ein Wachstum zu realisieren. (1)
Das hörte sich vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders an. Da plante Keller ein Hotel und ein weiteres Wohnheim auf dem Campus, was der ASTA seinerzeit als Platzverschwendung kritisierte. (3) Erst der Stiftungsrat stoppte das unsinnige Vorhaben und sicherte damit Flächen für eine zukünftige bauliche Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg.

Jetzt sichert also Holm Keller mit dem Immobiliendeal Potenziale für die Zukunft. Ein sinnvoller Schachzug, der Zustimmung verdient. Aber ist tatsächlich eine Läuterung eingetreten und Keller sichert Entwicklungsspielräume - oder will Keller lediglich Campus Lüneburg möglichst weitgehend vom Unicampus verdrängen? Letztlich kann die Motivation egal sein, die Kaufoption ist erstmal richtig.

Quellen:
(1) http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/handel-um-zeit-und-geld/
(2) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/03/12/einigung-zwischen-universitaet-und-vamos-betreibern-perfekt.html
(3) Sehr ausführlich zum Hotel Seite 26 in http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/asta2_0/sonderausgabe_campusentwicklung_online.pdf

Donnerstag, 8. März 2012

Durchbruch in der Vamos-Frage

Holm Keller, der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, hatte bislang ein Problem mit dem Bau des Zentralgebäudes. Zwar macht die Baustelle Fortschritte, aber der Biergarten des Vamos muss für die Baugrube weichen. Sonst kann nicht gebaut werden. Das Grundstück des Biergartens ist aber (wie das Vamos selbst) bis 2014 an Campus Lüneburg verpachtet und das Unternehmen wollte bislang seinen Biergarten nicht früher hergeben. Seit Jahren kursieren immer wieder andere Optionen für eine Lösung über den Campus. In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen nun unter erheblichem Zeitdruck intensiv verhandelt. Campus strebte eine Verlängerung des Pachtverhältnisses an, Holm Keller benötigt sofort die Fläche mit dem Biergarten. [1]

Anfang März spekulierte die Landeszeitung plötzlich über "fünf häufig genannte" Standortalternativen für das Vamos. Genannt wurden der Unicampus Volgershall, der Sportpark Kreideberg, die Sporthalle der Schlieffen-Kaserne, das Kulturforum Gut Wienebüttel und ein Neubau auf den neben dem Vamos liegenden Brachflächen der Landeskrankenhilfe. Alternativ konnte sich die LZ auch eine Vertragsverlängerung am derzeitigen Standort als "nicht vollkommen unwahrscheinlich" vorstellen.[2] Undenkbar, dass derlei Gedankenspiele ohne wohlwollende Signale aus dem Leuphana-Präsidium, dem Rathaus oder gar von Campus Lüneburg erfolgt sind. Es wird sich um einen Testballon gehandelt haben, um die Öffentlichkeit vorsichtig auf mögliche Szenarien vorzubereiten.

Wie LeuphanaWatch nun exklusiv berichten kann, ist nach wochenlangen harten und komplizierten Verhandlungen nun im letzten Moment der entscheidende Durchbruch gelungen. In Gesprächen der Leuphana Universität Lüneburg mit der Campus Management GmbH und unter Mitwirkung der Hansestadt Lüneburg gelang es vor einigen Tagen eine Lösung zu finden. Diese ermöglicht den zeitnahen Baubeginn für das Zentralgebäude und bietet auch für Campus Lüneburg eine akzeptable Perspektive. Vizepräsident Holm Keller wirkte nach offenbar nervenaufreibenden Wochen sichtlich erleichtert über den Durchbruch bei den Verhandlungen, wie gut informierte Kreise auf dem Campus LeuphanaWatch exklusiv berichteten. Schon in Kürze soll das Verhandlungsergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aus Gründen der Fairness möchten wir nicht vorgreifen...

Nachweise:
[1] "Poker um die Vamos-Zukunft" vom 03.02.2012, LZ Seite 4
[2] "Kulturhalle sucht Zukunft" vom 01.03.2012, LZ Seite 1 & 3

Donnerstag, 1. März 2012

Land unter im Parkhaus

"Ist das Parkhaus wirklich undicht? Ist es wirklich so kaputt wie behauptet wird?"
Solche Fragen hört man öfter auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Dabei liegt die Antwort auf der Hand und ein Besuch des Gebäudes spricht für sich. Und schon wieder gibt es Neuigkeiten zum Zustand des Parkhauses neben der Mensa zu berichten. Im ebenerdigen Parkbereich des laut Holm Keller "ganz guten" Gebäudes steht in Teilbereichen das Wasser.
Die Untiefen des Hochschulbauwesens; Foto: [1]

Wie kommt es dorthin und warum gibt es keinen Abfluss? Fragen über Fragen. Über die Antworten kann derzeit nur spekuliert werden. Aber es stellen sich weitere Fragen und die haben damit zu tun, wie sinnvoll das Gebäude überhaupt geplant wurde. Besonders auffällig ist die Beleuchtung, die von außen am Gebäude angebracht ist.
'Marke Eigenbau'; Foto: [1]

Eine Lampe auf einer Dachlatte, die mit Kabelbindern an der Fassade befestigt ist. Das mag eine innovative und kreative Problemlösung sein, aber kaum den hohen ästethischen Ansprüchen der Leuphana Universität Lüneburg genügen. Hat man also kurzerhand die Lampen bei der Planung vergessen, oder handelt es sich seit Monaten um eine Übergangslösung? Wie viele Monate nach der feierlichen Eröffnung dürfen noch vergehen, bevor das Gebäude endlich in einen akzeptablen Zustand gebracht wird?

Diese neuen Beobachtungen stehen bekanntlich nicht allein. Bereits vor Wochen fragte LeuphanaWatch, ob das Parkhaus bereits eine Bauruine sei. Vizepräsident Keller wollte das nicht kommentieren und schwieg. Dann ereignete sich ein Rohrbruch im Technikgebäude, welches zum Parkhaus gehört. Es soll nicht der erste gewesen sein, heißt es auf dem Campus hinter vorgehaltener Hand. Langsam dürften Zweifel aufkommen, ob die verantwortlichen Beteiligten zu einer Behebung der Probleme in der Lage sind.

Dabei ist es höchste Zeit das Parkhaus endlich zu öffnen!

LeuphanaWatch berichtete bereits, dass die Leuphana Universität Lüneburg die nötige Parkplatzzahl nicht nachweisen kann. Das führt, gerade auch in der Konferenzwoche, zu erheblichem "Wildparken", unnötigem Verkehr bei der Parkplatzsuche und zu einer Belastung von Anwohnern, Autofahrern und Uniangehörigen. Dabei gibt es eigentlich gesetzliche Regelungen, die solche Situationen verhindern sollen. Aber Leuphana Universität Lüneburg und die Hansestadt drücken mehr als beide Augen zu. Spätestens bei der ersten Anwohnebeschwerde werden sie das nicht mehr durchhalten können.

[1] LeuphanaWatch dankt für das übermittelte Bild. Der Fotograph möchte anonym bleiben.

Dienstag, 28. Februar 2012

Der Bürgersteig von Schilda

Vor mehreren Monaten berichtete LeuphanaWatch, dass die Landeskrankenhilfe gegen den Bebauungsplan "Leuphana" Klage eingereicht hat. Der Versicherung gehört das Grundstück hinter dem Vamos. Der für das Audimax geänderte Bebauungsplan enthält eine neue Straße zwischen Vamos und Blockheizkraftwerk, die das hinter der Ladenzeile auf dem Campus vorgesehene Parkhaus anschließen soll. Entlang dieser Straße soll es einen Bürgersteig geben. Der liegt auf etwas mehr als zwei Meter Breite entlang der Straße, nur leider auf dem Grundstück der Landeskrankenhilfe. Die hatte niemand gefragt und sie wollte den Teil ihres Grundstücks auch nicht verkaufen. Unter anderem deshalb klagte sie gegen den Bebauungsplan.

Ende Januar wurde bekannt, dass die Klage vom Oberverwaltungsgericht abgewiesen wurde. Der klagende Nachbar der Leuphana Universität Lüneburg hat also verloren. Das Gericht begründete das wie folgt:
(Das Gericht, LW) hat bei summarischer Prüfung (...) weder durchgreifende Verfahrensfehler noch die Verletzung von Nachbarrechten bzw. eine unangemessene Hintansetzung von Nachbarinteressen zu erkennen vermocht. Noch verbleibende Probleme können nach seiner Einschätzung (des Gerichtssenats, LW) in weiteren Genehmigungsverfahren - insbesondere für ein dem Zentralgebäude benachbartes Parkhaus - angemessen gelöst werden. (1)
Muss die Landeskrankenhilfe also dulden, dass ein Teil ihres Grundstücks quasi zwangsenteignet, okkupiert wird? Nein, sie muss es wohl nicht! Zum einen handelte es sich bei der Entscheidung des Gerichts nur um das Eilverfahren, die eigentliche Entscheidung steht noch aus. Zum Anderen sieht wohl auch die Hansestadt Lüneburg mittlerweile Änderungsbedarf. Inzwischen hat auch sie mitbekommen, was alle Beteiligten wohl seit Jahren wissen: Solange ihr oder der Leuphana Universität Lüneburg das Grundstück nicht gehört, kann dort kein Bürgersteig entstehen.

Bereits im letzten Jahr leitete die Stadt deshalb ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes ein. In den Unterlagen des Bauausschusses heißt es:
Der Bebauungsplan Nr. 137 wurde am 26.11.2009 vom Rat der Hansestadt Lüneburg beschlossen, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Universität Lüneburg zu ermöglichen. Gegen diesen Bebauungsplan hat ein angrenzender Nachbar eine Normenkontrolle beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.

Der Bebauungsplan setzt auf einem Streifen von 2,2 m auf dem Grundstück des Klägers eine öffentliche Verkehrsfläche, sowie Straßenbegleitgrün fest. Vorgesehen ist dort südlich der neuen Straße einen Gehweg anzulegen. Bisher ist der Eigentümer nicht bereit, diese Flächen zur Herstellung einer solchen öffentlichen Verkehrsfläche zu verkaufen.

Nun soll in einem ersten Änderungsverfahren die Festsetzung dieser Fläche erneut überprüft werden. Sofern keine Alternative gefunden werden kann, ist erneut abzuwägen und über die Festsetzung dieser Verkehrsfläche zu entscheiden. (2)
Damit sucht man nun nach einer neuen Lösung für den Bürgersteig, der ohne das fremde Grundstück auskommen muss. Als Alternativen schlägt die Stadt mehrere Varianten vor. Entweder soll der Bürgersteig ganz entfallen, oder direkt hinter dem Vamos herführen. Dafür müssten dort die Container und Anbauten verschwinden. Als dritte Möglichkeit könnte der Weg im Bogen nördlich das Vamos (auf der Vorderseite) umrunden. Aktuell sind nun alle betroffenen Behörden dazu aufgerufen, ihre Positionen zu den vorgeschlagenen Wegen zu erläutern. Danach wird die Stadt weiterplanen, dann nochmal die Behörden befragen und schließlich müssen der Bauausschuss und der Stadtrat ran. (3)

LeuphanaWatch meint: Ein großer Aufwand für einen Bürgersteig. Das kommt davon, wenn man wider besseres Wissen fremdes Eigentum überplant. Schilda lässt grüßen!

(1) http://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22004&article_id=102462&_psmand=134
(2) http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4329&options=4
(3) LeuphanaWatch dankt für die Erklärungen dieser komplizierten Materie.

Montag, 20. Februar 2012

Heiko Franken bald Leuphana-Vizepräsident?

Im Mai endet die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun und dem hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller. Während Spoun im vergangenen Jahr für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde, scheiterte Kellers Verlängerung zunächst (LeuphanaWatch berichtete). Nach einem unwürdigen Tauziehen sollte Keller als Vizepräsident in 50% Teilzeit wiederbestellt werden. Gegen diese Variante ist noch immer eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen anhängig, die Entscheidung steht noch aus. In jedem Fall ist im Mai ein hauptamtlicher Vizepräsident in 50% Teilzeit zu besetzen - oder aber es ist bei einem Sieg der Senatoren vor dem OVG erneut über die gesamte Vollzeitstelle abzustimmen. In jedem Fall wird neues Personal benötigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich die Indizien, dass das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg den derzeitigen Geschäftsführer der Professional School, Heiko Franken, als neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten aufbauen will.

Ein für die Öffentlichkeit sichtbares Indiz druckte die Lünepost am vergangenen Wochenende ab. In einem größtenteils wörtlich aus einer Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg (1) übernommenen Artikel zum Baubeginn des Audimax (2) darf sich neben Holm Keller auch Heiko Franken äußern:
Der Leiter der Professional School, Heiko Franken, ist zufrieden: "Ich habe ein gutes Gefühl." (2)
Es ist die einzige Ergänzung zur Pressemitteilung, welche die Lünepost vorgenommen hat. Inhaltlich hätte getrost auf sie verzichtet werden können, denn Neuigkeiten kann Heiko Franken nicht beitragen. Man könnte meinen, der Name hätte in der Öffentlichkeit platziert werden sollen. Denn warum kommt ausgerechnet der Geschäftsführer der Professional School zu Wort?

Auf der gleichen Seite berichtet die Zeitung über ein erstes Projekt des Innovationsinkubators, welches jetzt abgeschlossen wurde. Wie der Bereich Campusentwicklung gehört auch der Inkubator zum Aufgabenbereich von Holm Keller, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für "Innovations-Inkubator und Universitätsentwicklung" (3). An dieser Stelle ist fast das gleiche Spiel zu beobachten. Erneut wird Heiko Franken als Experte präsentiert:
So ist das erste abgeschlossene Inkubator-Projekt wohl als erfolgreich zu bezeichnen, wie auch Heiko Franken von der Professional School betont: "Hier wurden vier neue Arbeitsplätze geschaffen - mal sehen, wie es mit den anderen rund 50 Projekten weitergeht..." (4)
Dieses Mal wird Franken sogar mit Bild abgedruckt, darunter noch einmal das Zitat in leicht anderer Formulierung. Zum Projektteam gehört der Geschäftsführer der Professional School aber offensichtlich nicht (5). Auch in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg kommt er nicht vor (6). Trotzdem darf er im Artikel quasi die Rolle des eigentlich zuständigen Holm Keller übernehmen und die Gesamtsicht für den Inkubator vertreten.

Wie aus Uni-Kreisen zu hören ist, fällt Heiko Franken bereits seit längerem durch seine anscheinend ungewöhnlich häufige Präsenz bei allgemeinen Veranstaltungen auf, z.B. in der Reihe "Leuphana auf dem Weg". Hinter vorgehaltener Hand wird heftig über mögliche Motivationen diskutiert. Beobachter vermuten, es ginge bereits darum Gesicht zu zeigen und ein Image als "Kandidat des Hauses" aufzubauen (7).

Als Unternehmensberater würde Heiko Franken jedenfalls gut zum Duo Spoun / Keller passen oder könnte Keller gar ersetzen. Seine langjährige Tätigkeit in herausragender Position bei der Boston Consulting Group würde in Ergänzung zum McKinsey-Manager Keller beide großen Unternehmensberatungen an die Leuphana Universität Lüneburg binden. Hinzu käme durch den ähnlichen beruflichen Background beider Personen eine vermutlich relativ unkomplizierte Zusammenarbeit. Das zeigte sich schon in der letzten Startwoche, wo Franken Teil des Lehrendenteams war, sein ehemaliger Arbeitgeber von zentraler Bedeutung (LeuphanaWatch berichtete). Möglicherweise könnte er die nächste Startwoche ganz von Keller übernehmen, der bei den Studenten nicht besonders gut ankam.

Sollte Heiko Franken Ambitionen als Vizepräsident hegen, ist darüber hinaus die Zeit auf seiner Seite. Nach einem Urteil des OVG in der Causa Keller wird in jedem Fall unabhängig vom Ausgang eine Stellenausschreibung nötig sein. Zeitlich wird das bis Mai sehr knapp, so dass sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen halten dürfte. Eine hausinterne Lösung bietet da vordergründig einen gewissen Charme. Ob sich die Leuphana Universität Lüneburg allerdings einen weiteren Unternehmensberater in der Leitungsebene installieren möchte, wird noch zu diskutieren sein.

LeuphanaWatch wird die Angelegenheit weiter im Auge behalten.

Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) "Audimax-Bau startet jetzt", Lünepost 18./19. Februar 2012, Seite 3
(3) http://www.leuphana.de/holm-keller.html
(4) "Neue Arbeitsplätze durch Uni-Inkubator", Lünepost 18./19. Februar, Seite 3
(5) http://www.leuphana.de/professional-school/wissenstransfer/forschung-entwicklung/im-inkubator/operations-excellence.html
(6) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/02/16/erstes-inkubator-projekt-erfolgreich-abgeschlossen.html
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Freitag, 17. Februar 2012

Neues vom Audimax, aber keine Antworten

Die Leuphana Universität Lüneburg hat auf ihrer Webseite "Leuphana beginnt Libeskindbau" Neuigkeiten vom Zentralgebäude bekannt gegeben. Genaugenommen hat der Bau jedoch gar nicht begonnen, sondern soll das erst im März tun. Die Leuphana Universität Lüneburg schreibt:
Die Bauarbeiten für das neue Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg nach einem Entwurf des renommierten Architekten Daniel Libeskind können starten. Die Universität hat heute den Auftrag für das Ausheben der Baugrube vergeben. Mit den Arbeiten soll bereits im März begonnen werden. Zuvor waren die noch ausstehenden Zuwendungsbescheide des Landes eingegangen. Mit ihnen bewilligt das Land Niedersachsen die Fördermittel der Europäischen Union und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Nun folgt eine europaweite Ausschreibung für den Rohbau.

Zunächst wird auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern das Erdreich teilweise bis zu sieben Meter tief entfernt. Dann folgt das durchschnittlich 60 Zentimeter dicke Fundament. Das Richtfest für den Gebäudeteil „Audimax“, die Veranstaltungshalle mit rund 1.200 Sitzplätzen, ist für den 11. Januar 2013 vorgesehen. Das neue Zentralgebäude soll bis Ende des Jahres 2014 fertiggestellt sein. Holm Keller, hauptberuflicher Vizepräsident der Universität, zeigt sich zufrieden: „Mit dem Vorliegen der Zuwendungsbescheide haben wir jetzt die Grundlage für die Vergabe des ersten Bauauftrages bekommen und sofort gehandelt.“ Der Zeitplan für den Bau werde eingehalten, sagte Keller am Mittwoch. (1)
Die Aussagen sind mehr als interessant. Wir fragen uns:
  • Warum gibt es schon ein genaues Datum für das Richtfest, aber keins für den Baubeginn? Wie seriös ist das?
  • Wird es mehrere Richtfeste geben? Warum gibt es ein Richtfest für den Audimaxteil, noch bevor das gesamte Gebäude Richtfest feiern kann? Liegt das daran, dass am 20. Januar Landtagswahlen sind? (2) 
  • Welcher Zeitplan für den Bau soll eingehalten werden? 2011 ist doch schon vorbei.
Auch der ASTA hat noch Fragen:
(...) Die Universitätsleitung produziert mit ihrer Pressemitteilung also wieder mal eine Erfolgsmeldung, ohne auf die tatsächlichen noch im Raum stehenden Fragen einzugehen. Neben der nach wie vor unsicheren Finanzierung, der zweifelhaften Zweckmäßigkeit des Gebäudes, dem ausstehenden Bericht des Landesrechnungshofes, sowie der Überprüfung durch OLAF (das Europäische Amt für Betrugs-Bekämpfung) und einigen anderen Fragen wäre ganz akut zu klären, wie es um den Biergarten des Vamos steht und, viel wichtiger, wie das Planungsteam um Holm Keller die nötigen Stellplätze während der Bauphase nachweisen will, wenn doch die neue Parkpalette scheinbar bereits wieder baufällig und nicht nutzbar ist. Auch stellt sich nach wie vor die Frage, wie sehr die Bauarbeiten die Forschung und Lehre auf dem Campus beeinflussen werden. Schließlich ist eine Großbaustelle keine besonders wünschenswerte Nachbarin. (3)
LeuphanaWatch fragt sich: Könnte bitte erstmal jemand ein benutzbares Parkhaus hinbekommen?

(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Niedersachsen_2013
(3) http://www.asta-lueneburg.de/home/singlenews1/?tx_ttnews[tt_news]=1175&tx_ttnews[backPid]=240&cHash=a5067b74c9

Freitag, 10. Februar 2012

Uni hat zu wenig Parkplätze

Die Anwohner am Bockelsberg sind richtig sauer. Reihenweise werden ihre Parkplätze zugeparkt. Der Frust scheint groß und er entlädt sich zum Beispiel am LZ-Lesertelefon. Ein Anwohner beklagt sich:
Dann (abends bei Vamosveranstaltungen, LW) wird die ganze Straße komplett zugeparkt, obwohl die Parkplätze für Anwohner reserviert sind. [1]
Schon in Herbst hatten sich Anwohner der Scharnhorststraße beschwert. Studenten und Mitarbeiter der Leuphana Universität Lüneburg berichten, dass sie derzeit bis zu 20 Minuten auf der Suche nach einem Parkplatz über den Campus und durch die angrenzenden Straßen fahren müssen [2]. Relativ entspannt bleibt nur die Stadt, deren Pressesprecher gegenüber den Kollegen der LZ sagt:
Wir bitten um Verständnis, denn es ist schließlich Bauzeit. Aber so, wie sich die Autofahrer verhalten, ist das natürlich nicht gedacht. Wir appellieren an die Fahrer, sich an die ausgeschilderten Parkflächen zu halten. [1]
Diese Aussage dürfte Anwohnern und Autofahrern gleichzeitig den Wutschweiß auf die Stirn treiben. Immerhin wird die von der Stadt angesprochene "Bauzeit" noch bis mindestens Ende 2014 dauern und ausgeschilderte Parkflächen sind rar. Die Problematik dürfte also auf längere Zeit bestehen bleiben. Grund genug, der Frage nach ausreichend Parkplätzen nachzugehen.

Derzeit verfügt die Leuphana Universität Lüneburg am Campus über vier Parkplätze. Westlich hinter der Ladenzeile befindet sich ein Parkplatz, ein weiterer besteht an der Scharnhorststraße vor Gebäude 14. Beide Parkplätze kommen zusammen auf rund 300 Plätze. Viel zu wenig, um das hohe Verkehrsaufkommen einer Universität im ländlichen Raum zu bedienen. Eigentlich gibt es mehr Platz, aber der größte Parkplatz am Vamos ist bereits komplett zur Baustelle geworden und nicht mehr benutzbar. Das Parkhaus an der Mensa ist noch immer gesperrt. Nach dem Bericht auf LeuphanaWatch berichtete auch die LZ am 2. Februar über die dort augenscheinlich vorhandenen Bauschäden. Aus einer Präsentation, die Vizepräsident Holm Keller am 24. Januar bei einer Infoveranstaltung zeigte geht hervor, dass dort 229 Parkplätze vorhanden sind, die aber nicht genutzt werden können.

Das Ergebnis dieser beengten Parksituation ist offensichtlich. Überall auf dem Campus parken Autos, Anfang der Woche waren es um die Mittagszeit in den Wegen rund 200 PKW - ein Teil davon parkte in Feuerwehrzufahrten, auf durchgestrichenen Bereichen an Kreuzungen und auf Grünflächen. Hinzu kommen die Fahrzeuge, die auf den offiziellen Parkplätzen bei Gebäude 14 und hinter der Ladenzeile abgestellt waren [3]. Nicht abschätzbar sind alle PKW, die in den umliegenden Straßen parken. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um diese Situation als untragbar zu erkennen. Spätestens wenn die Vorlesungen im Sommersemester starten, dürfte vollends das Chaos ausbrechen.

Verantwortlich für die aktuelle Misere ist wieder einmal Holm Keller. Der Parkplatz am Vamos hätte nicht gesperrt werden dürfen, ohne ausreichend Ersatz zu präsentieren. Das ist auch rechtlich interessant: Die Leuphana Universität Lüneburg muss jederzeit eine festgelegte Anzahl von Plätzen nachweisen. Das berichten gut informierte Quellen. Nach LeuphanaWatch vorliegenden Informationen sind dies während der Bauphase rund 600. Diese Zahl unterschreitet die Leuphana Universität Lüneburg aktuell erheblich. Zusätzlich zu den rund 300 offiziellen Parkplätzen (Gebäude 14 und Ladenzeile) stehen nach einer Zählung bei idealer Beparkung theoretisch ca. 240 weitere Plätze in den Wegen des Campus zur Verfügung [3]. Das gilt aber nur, wenn alle Wege restlos zugeparkt werden. Tatsächlich liegt die Zahl der unterzubringenden Autos wohl deutlich geringer, weil keine Markierungen vorhanden sind. So bleiben zahlreiche Parklücken durch ungeschicktes Parken anderer zwangsläufig leer, weil sie für PKW zu klein sind.

Fazit: Die Leuphana Universität Lüneburg hat ein dickes Parkproblem. Es ist mehr als fraglich, ob die rechtlichen Verpflichtungen eingehalten sind. Vermutlich hätte der Vamos-Parkplatz gar nicht abgesperrt und aufgerissen werden dürfen, ohne dass das Parkhaus an der Mensa benutzbar ist. Eine Eröffnung ist aber gar nicht absehbar. Vizepräsident Holm Keller wird sich deshalb unangenehme Fragen gefallen lassen müssen und die Stadt Lüneburg ist aufgerufen, die Einhaltung der Vorschriften zu prüfen. Das ist sie den Anwohnern, Studenten, aber auch allen Autofahrern schuldig.

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.
[1] "Vamos-Nachbarn ärgern sich über Wildparker", LZ vom 8.2.12
[2] LeuphanaWatch dankt für die Hinweise.
[3] LeuphanaWatch dankt den fleißigen Zählern für ihre umfangreiche und detaillierte Erhebung!

Montag, 6. Februar 2012

Lüneburger Tafelsilber sorgt für Verwechselung

Am Wochenende war auf der Leserbriefseite der Lüneburger Landeszeitung eine lustige Verwechselung zu entdecken. Etwas genauer hinschauen musste man dafür allerdings. Unter dem Titel Angst vor einer "Leupharmonie" äußerte ein Leserbriefschreiber Bedenken zum geplanten Zentralgebäude (umgangssprachl. "Audimax") der Leuphana Universität Lüneburg. Er wies auf den Kosten-Nutzenfaktor hin und erwähnte die Bauhausarchitektur als Beispiel für funktionsgerechtes Bauen. Weiter schreibt er:
Der "Star"-Architekt Libeskind kann wohl nur Dreiecke, Asymmetrien und schräge Wände. Dabei darf man sich noch glücklich schätzen, dass das Silbergeschenk Libeskinds an die Stadt Lüneburg anlässlich der Grundsteinlegung nicht das originalgetreue Modell des Zentralgebäudes darstellt. [1]
LeuphanaWatch berichtete anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax bereits über das Tafelsilber. Damals hieß es in der LZ:
Als Ersatz für das einst verscherbelte Ratssilber schenkt die Leuphana der Stadt ein neues Tafelsilber. "Das hat Daniel Libeskind für Lüneburg entworfen. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit der Universität für die Unterstützung, die Lüneburg der Hochschule gewährt hat", verkündete Vize-Präsident Holm Keller beim Empfang zur Grundsteinlegung des Zentralgebäudes im Fürstensaal des Rathauses. [2]
Schon wenig später wies ein Kommentator hier auf LeuphanaWatch darauf hin, dass das Tafelsilber keinesfalls ein Unikat sei. Zum damaligen Zeitpunkt konnte bei einem Wiener Auktionshaus ein augenscheinlich identisches Tafelsilber von Daniel Libeskind ersteigert werden (Bild).

Zur Bebilderung des eingangs zitierten Leserbriefs bildete nun die Landeszeitung in ihrer Wochenendausgabe das angesprochene Tafelsilber ab. Als Bildbeschreibung heißt es:
Das stilisierte Silbermodell des Leuphana-Zentralgebäudes. [1]
Eine lustige Verwechslung, denn das Tafelsilber wurde zwar anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax enthüllt. Dass es aber das Zentralgebäude darstellen soll war bislang unbekannt. Vielleicht spukte der Redaktion noch ein Kommentar auf der mittlerweile nicht mehr abrufbaren Webseite der Landeszeitung im Kopf herum. Darin hieß es, das Tafelsilber sehe aus wie die "Uni nach einem Erdbeben".

Angesichts der ungewöhnlichen Architektur des Stararchitekten wird die Verwechselung des Tafelsilbers mit dem grundverschiedenen Audimax verzeibar sein. Für die Bebilderung zukünftiger Leserbriefe weist LeuphanaWatch die Kollegen der LZ auf eine andere Verwechselungsmöglichkeit hin. Das "Run Run Shaw Creative Media Center" der City University of Hong Kong wurde ebenfalls von Daniel Libeskind entworfen und sieht unserem Audimax auf den ersten Blick auch sehr ähnlich. Das gilt ebenfalls funktionell, denn es soll eine "Landschaft des Lichts" sein und zum Studieren einladen.

[1] Angst vor einer "Leupharmonie", Leserbrief in der LZ, 4./5.2.2012, Seite 16
[2] Leuphana dankt mit Silber, LZ, 9.5.2011, S. 4

Samstag, 28. Januar 2012

Audimax-Zeitplan steht / Keller schweigt zu Parkhausschäden

Am vergangenen Dienstag berichtete der derzeitige Vizepräsident Holm Keller in der Veranstaltungsreihe "Leuphana auf dem Weg" über den aktuellen Stand der Campusentwicklung. Der ASTA fasst unter dem Titel "Nichts Neues zur Campusentwicklung" die Veranstaltung zusammen.

Zu bekannten Computergrafiken des geplanten Zentralgebäudes pries Keller noch einmal dessen Vorzüge. Neuigkeiten wusste er dabei nicht zu berichten. Bedeutsam ist allein ein Mitte Dezember 2011 bei der Hansestadt Lüneburg eingereichter Änderungsantrag zum Bauantrag. Dieser soll es ermöglichen, die Maschinenhalle vom Standort Volgershall in den Keller des Zentralgebäudes zu verlegen. Wie dies genau geschehen soll, ließ Keller offen. Des Weiteren stellte Keller den Fahrplan für die Bauarbeiten vor.
Der geplante Zeitplan sieht vor:
  • Erteilung Zuwendungsbescheide - steht unmittelbar bevor
  • Ausschreibung Rohbau - Februar 2012
  • Aushub Baugrube - März 2012
  • Beginn Rohbauarbeiten - Mai 2012
  • Richtfest Audimax - 11. Januar 2013
  • Fertigstellung - Herbst 2014
Quelle: ASTA
Zu Fragen nach dem Nachhaltigkeits- und Energiekonzept des Gebäudes konnte Keller keine Auskunft geben. Die auf Eis liegende Idee einer "Leuphana-Bahn" vom Bahnhof zur Leuphana Universität Lüneburg wird vorerst nicht realisiert werden können. Es bestehen große Hürden im Planungsrecht.

Bei Fragen zum Parkhaus (LeuphanaWatch berichtete) wich Keller aus, wie Sitzungsteilnehmer (1) und der ASTA berichten. Bis zur Eröffnung seien universitätsinterne Fragen zu klären. Auf die augenscheinlich vorhandenen massiven Baumängel ging Keller nicht ein. Entsprechende Nachfragen beantwortete er nicht. Veranstaltungsteilnehmer berichten, Keller habe wörtlich gesagt, das Parkhaus bei der Mensa sei "ganz gut" geworden (1).

Angesichts der öffentlich zugänglichen Bilder erstaunt diese Aussage. Neben den bebilderten Mängeln scheint es weitere erhebliche Probleme zu geben. Kommentatoren wiesen nach unserem Bericht zutreffend auf mehrere Risse in der Decke der Fahrradwerkstatt Konrad hin. Diese konnte das Team von LeuphanaWatch mittlerweile selbst in Augenschein nehmen. Darüber hinaus soll es, nach einem bislang unbestätigten Kommentar, in den Räumlichkeiten des Technikgebäudes bereits Schimmel geben.

LeuphanaWatch fragt: Wenn sie selbst keine Fehler gemacht hat, warum will die Leuphana Universität Lüneburg diese für alle sichtbaren Mängel nicht bestätigen? Warum schweigt Vizepräsident Holm Keller?

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Montag, 23. Januar 2012

Leuphana-Parkhaus schon Bauruine?

Gerade mal ein halbes Jahr alt ist das neue Parkhaus der Leuphana Universität Lüneburg neben der Mensa. Erst im Oktober letzten Jahres weihte der Staatssekretär Josef Lange den Bau samt integriertem Technikgebäude ein. Kurz darauf meldete die Landeszeitung, dass sich die Leuphana Universität Lüneburg mit dem Gebäude um den Hochschulbaupreis bewirbt [1]. Dieser prämiert Bauten, die als Positivbeispiele für nachhaltiges Bauen dienen.
Gesperrtes Parkhaus: Positivbeispiel für nachhaltiges Bauen?
Foto: [2]

Nur wenige Tage nach der Bewerbung um den Hochschulbaupreis wurde bekannt, dass das Parkhaus wegen Baumängeln am Asphalt vorerst nicht in Betrieb gehen kann. Um zu beweisen, dass die Mängel vom Bau selbst kommen, dürfen keine Autos hinauf fahren [3]. Das ist noch immer der Fall, das Parkhaus bleibt gesperrt. LeuphanaWatch liegen jetzt aktuelle Fotos vor, die weit mehr Probleme mit dem Bau belegen. So sieht der Asphalt an einzelnen Stellen noch immer sehr uneben aus. Am Rand der Decke des Parkhauses sind Betonstücke offenbar herausgebrochen, Stahlträger scheinen zu korrodieren. An mehreren Stellen ist die Decke undicht, Wasser tropft ins untere Deck.
Absicht? Gewellter Asphalt der Parkhausauffahrt
Foto: [2]
Weiße Linien mit Knick
Foto: [2]
Hier sind scheinbar Betonstücke herausgebrochen
Foto: [2]
Hier rostet schon der Stahl
Foto: [2]
Durchsickerndes Wasser bildet Tropfsteine
Foto: [2]
Unübersehbare Undichtigkeit
Foto: [2]

Der Leuphana Universität Lüneburg scheinen die Probleme bekannt zu sein, wie die zahlreichen Markierungen belegen. Abgesehen von den vermutlichen Bauschäden erscheint der Bau aber auch in anderer Hinsicht nicht vollkommen. So gibt es Parkplätze unter der Auf- und Abfahrt, die aufgrund ihrer geringen Höhe kaum genutzt werden können.
Wer soll hier parken? ( und feuchte Wasserstelle oben rechts)
Foto: [2]

Noch schöner ist es bei der Fahrradwerkstatt Konrad. Dort wurde direkt vor die Eingangstür eine Bordsteinkante gebaut. Die Eingangstür hat keine Klinke und kann nur von innen geöffnet werden.
Bordsteinkante vor Konrad, wie unpraktisch!
Foto: [2]
Planungsfehler!
Foto: [2]

Auch über die Farbwahl lässt sich vortrefflich streiten. Wer bei geöffnetem Vorhang einen Blick in den Aufenthaltsraum des Hausdienstes werfen kann, entdeckt eine komplett pinke Wand. Der Farbe wird zwar eine beruhigende Wirkung zugeschrieben [4], aber das Gefallen dürfte wohl im Auge des Betrachters liegen.

LeuphanaWatch hofft: Vielleicht wird Holm Keller morgen um 18 Uhr in Hörsaal 4 bei einer Veranstaltung zur Campusentwicklung Neuigkeiten von dem fast 2 Mio. Euro teuren Parkhaus berichten können. Immerhin sind die Baumängel zwar bei einem seiner Projekte aufgetreten, aber in diesem Fall kann der umtriebige Vizepräsident wohl ausnahmsweise mal nichts dafür. Es bleibt zu hoffen, dass die Campusentwicklung nicht mit einer teuren Bauruine beginnt.

Quellen:
[1] "Uni schielt auf den Hochschulbaupreis", Landeszeitung 25.10.2011 Seite 5
[2] LeuphanaWatch dankt für die zahlreichen Bilder und den Themenhinweis. Der Fotograf möchte anonym bleiben.
[3] "Gähnende Leere auf dem Parkdeck", Landeszeitung 29./30.10.2011 Seite 3
[4] http://wissen.dradio.de/farbpsychologie-gefaengniszelle-pink-angemalt.35.de.html?dram:article_id=7496

Freitag, 18. November 2011

Eilmeldung: EU-Korruptionsbekämpfer kommen!

Es ist eine Nachricht, die erneut für erhebliche Unruhe sorgen wird: die obersten Korruptiosbekämpfer der EU (OLAF) kommen für eine Untersuchung an die Leuphana Universität Lüneburg! Es geht nach Informationen des NDR um Auftragsvergaben im Zusammenhang mit dem Audimax. Ebenfalls im Visier ist die Firma Rheinzink. Bereits der Landesrechnungshof hatte die Zusammenarbeit mit Rheinzink bemängelt.

Ausführliche Informationen bei den Kollegen des NDR.

Audimaxfertigstellung erst 2015?

Jetzt soll das Audimax offenbar erst 2015 fertig werden. Damit rückt das Bauende in noch weitere Ferne (falls überhaupt gebaut wird). Diese Schlussfolgerung kann zumindest aus dem seit einigen Tagen öffentlichen Bericht der von der Leuphana Universität Lüneburg engagierten Rechnungsprüfer (LeuphanaWatch berichtete) gezogen werden. Nach dem Bericht besteht 2015 ein Finanzierungsbedarf beim Bau, obwohl dieser doch nach bisherigen Aussagen schon 2014 abgeschlossen sein soll.

Auch sonst ist das Dokument eine genaue Lektüre wert. Es ist auf den Webseiten der Leuphana Universität Lüneburg zu finden:
http://www.leuphana.de/campusentwicklung/projektentwicklung/bericht-wirtschaftspruefer.html

Donnerstag, 17. November 2011

Volgershall: Waschmaschine fürs Audimax?

Die bisherige Finanzierung des Zentralgebäudes beinhaltete den Verkauf der Gebäude von Volgershall und Rotenbleicher Weg. Schon diese Planungen waren gemäß Bericht des Landesrechnungshofes nicht gesichert, ein geplanter Verkauf von Volgershall in der angegebenen Höhe unwahrscheinlich. Der Landesrechnungshof sollte Recht behalten: Weil sich Volgershall nicht vermieten lässt, springt kurzerhand die öffentliche Hand ein: das Jobcenter möchte sich dauerhaft einmieten. Dafür aber braucht es doppelte Finanzierung aus der öffentlichen Hand: Zum Einen muss die Universität 1,4 Mio. Euro in einen Umbau investieren, zum Anderen bezahlt das Jobcenter der Universität Miete - wirklich das "wirtschaftlichste Angebot", wie Landkreissprecherin Katrin Peters der Landeszeitung berichtete [1] oder ein Freundschaftsdienst für die Uni?

Man hört [2], die Universität möchte weitere externe Flächen anmieten - um Fernsehstudios für den Innovationsinkubator einzurichten. So fließen EU-Gelder aus dem Schwerpunkt "digitale Medien" in Mietfläche, während die Universität ihre eigenen Flächen nicht selbst nutzt, sondern weiter vermietet. Als Einnahmen kann die Universität dann Mieteinnahmen des Jobcenters verbuchen, während sie zweckgebundene EU-Mittel ausgibt. Sobald die anfänglichen Investitionen von 1,4 Mio. durch die Mieteinnahmen wieder hereingewirtschaftet werden konnten, können die Einnahmen direkt in die Uni, z.B. ins Zentralgebäude fließen. So gelingt es, EU-Mittel, die bis 2014 ausgegeben werden müssen, in öffentliche Einnahmen zu verwandeln, die auch nach 2014 noch in den Libeskindbau fließen können. Ob eine solche Umwidmung von Geldern im Sinne der EU ist, darf bezweifelt werden. Gibt es zu viel Geld im Inkubator, das bis 2014 nicht ausgegeben werden kann? Reichen die Gelder für den Libeskind-Bau nicht aus, so dass Keller Geld beiseite schafft? Ist der bisherige Plan, das Zentralgebäude bis zum 30. Oktober 2014 fertig zustellen, bereits jetzt unrealistisch und möchte Keller für die Zeit danach vorsorgen?
Ein anderer Verdacht liegt außerdem nahe: Würde Volgershall nicht vermietet, sondern stünde der Universität weiterhin als Fläche zur Verfügung, könnte Keller das Zentralgebäude nicht mehr damit rechtfertigen, dass die Universität Flächen benötigte und somit einen zusätzlichen Bau braucht.

LeuphanaWach denkt: Sollte hier irgendwann die EU vor der Tür stehen, wird es richtig ungemütlich - für das Land und für die Uni. Sollte Keller tatsächlich über diesen Weg EU-Gelder waschen, also von ihrer Zweckbindung lösen, hat diese Universität bald wirklich finanzielle Probleme - wenn sie nämlich Millionen von EU-Mitteln zurück bezahlen muss.

[1] Lüneburger Landeszeitung 12./13. November, S. 3
[2] LeuphanaWatch dankt für den Hinweis per Mail

Freitag, 4. November 2011

Leuphana schickt Wirtschaftsprüfer gg. LRH

Bereits vor einigen Tagen hat die Leitung der Leuphana Universität Lüneburg die Landeszeitung informiert: angeblich sei die Finanzierung des geplanten Zentralgebäudes gesichert. Die LZ schreibt:
"Die Uni-Spitze hat es jetzt schriftlich: Die Finanzierung des Zentralgebäudes ist gesichert. So steht es zumindest in einem Gutachten, das die BRL Treuhand aus Hamburg vorlegt. Die Wirtschaftsprüfer haben die Finanzierungsplanung des Libeskind-Baus unter die Lupe genommen - im Auftrag der Leuphana."
Die Leitung der Leuphana Universität Lüneburg hat nach den Querelen rund um den Bericht des Landesrechnungshofes (LRH) zum Gegenschlag ausgeholt und versucht, den Landesrechnungshof nun auf peinliche Art und Weise blosszustellen. So besagt die Pressemitteilung der Universität (1) nicht nur, dass der Landesrechnungshof irrt, sondern legt auch nahe, dass dieser nicht unabhängig genug sei, um die Finanzierungspläne korrekt zu bewerten:

„Wir haben für diese unabhängige Prüfung ganz bewusst ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen gewählt, das vorher in keinerlei Beziehung zur Leuphana gestanden hat. Uns war eine Gesamtschau von außen bei der Detailprüfung des Finanzierungskonzeptes besonders wichtig“, erläutert Dr. Volker Meyer-Guckel, Vorsitzender des Stiftungsrats der Universität. Auf diesem Wege könne die notwendige Objektivität der Begutachtung gewährleistet werden. Und weiter: „Das Ergebnis der Prüfung bestätigt erneut die vorliegende Planung. Es gibt uns und damit auch den Steuerzahlern zusätzliche Sicherheit.“

Vorgestern kam die Ministerin an die Universität. Ob sie ihren Ärger über das Gebaren der Hochschulleitung weiterhin im Zaum halten und sich derart öffentlich vorführen lassen wird, wird die Zeit zeigen. Bisher hat sie sich bedingungslos hinter die Universitätsleitung gestellt - wie lange aber kann sie sich das noch leisten, ohne ihr Gesicht zu verlieren? In der LZ waren keine kritischen Anmerkungen zu finden (2).

Wie unabhängig und verlässlich sind die Aussagen eines Wirtschaftsprüferunternehmens? Im Gegensatz zum Landesrechnungshof werden sie direkt von der Universität bezahlt und sagen wohl in der Hoffnung auf Folgeaufträge im Zweifel wohl eher das, was der Kunde auch hören möchte, als dies eine staatliche Einrichtung tun mag, die den Umgang mit Staatsgeldern prüft.

LeuphanaWatch denkt: Im Für und Wider zwischen Staat und Wirtschaft kann man den Einrichtungen, die zur Regulierung und Überprüfung der gewählten Vertreter dienen, mehr vertrauen als kapitalorientierten Branchen. Ein Privatunternehmen als vermeintlich unabhängigen und interesselosen Dritten ins Rennen zu schicken, ist nicht nur dem Ministerium gegenüber unverschähmt, sondern wirft viele weitere Fragen über die Kritikfähigkeit und die Ausrichtung des Präsidiums auf. Wer nur Staatsferne predigt und sich im Gegenzug dem privatwirtschatlichen Sektor unkritisch anbiedert, sollte doch eher eine Firma, aber keine Hochschule leiten.

(1) http://www.idw-online.de/pages/de/news448663
(2) http://www.landeszeitung.de/lokales/hochschule/news/artikel/ministerin-spuert-aufbruchstimmung/

Dienstag, 25. Oktober 2011

Heftiger Streit um Räume von ASTA-Copy

Seit zum Ende des Sommersemesters der studentische Kopierladen ASTA-Copy in Gebäude 9 geschlossen wurde, suchte die Studentenvertretung nach einer Nachfolgenutzung (LeuphanaWatch berichtete). Jetzt ist ein heftiger Streit mit der Leuphana Universität Lüneburg ausgebrochen, die in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der zum ASTA gehörenden Räume ausgetauscht hat. Die Studentenvertreter haben nun keinen Zugang mehr zu ihren eigenen Räumen. Heute am Vormittag informierte die Leuphana Universität Lüneburg die Hochschulöffentlichkeit in einer eMail über mystudy:
Sehr geehrte Studierende,
eine Gruppe von Studierenden hat in den letzten Tagen mit Unterstützung des AStA in den ehemaligen Räumen von AStA-Copy einen studentischen Cafébetrieb eingerichtet. Dies ist entgegen einer expliziten Absprache von mir mit Vertretern von AStA und StuPa, ohne Wissen der Hochschulleitung, ohne Zustimmung durch die Universität und ohne Genehmigung durch die Stadt Lüneburg geschehen. Die Hochschulleitung sieht sich aus einer Reihe von Gründen leider nicht in der Lage, diesen Betrieb zu genehmigen und die genannten Räume dafür zur Verfügung zu stellen. Das Café "PlanB" wird daher heute leider - anders als durch die Gruppe Studierender angekündigt - nicht öffnen können.

Die Hochschulleitung weiß um den Wunsch vieler Studierender nach zusätzlichen Aufenthalts- und Arbeitsräumen. Aus diesem Grund sind erst vor wenigen Monaten umfangreiche neue Arbeitsmöglichkeiten für Studierende in der Bibliothek eröffnet worden. Darüber hinaus gibt es ständige Überlegungen, wie weitere "Freiräume" und Angebote für Studierende geschaffen werden können. Ein nächster Schritt wird durch einen Erweiterungsbau für den Hochschulsport gelingen, der bereits vom Präsidium beschlossen worden ist und kurz vor dem Beginn der Baumaßnahmen steht. Hierdurch werden nicht nur weitere Sportmöglichkeiten, sondern auch zusätzliche Räumlichkeiten für studentische Initiativen geschaffen werden können. Darüber hinaus sollen aufgrund des großen Bedarfes zusätzliche Räumlichkeiten für studentische Initiativen und studentische Arbeitsmöglichkeiten im neuen Zentralgebäude entstehen. Hierfür ist mit dem "Studierendenzentrum" ein eigener Bauteil des neuen Gebäudes vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind in Überlegung.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass die räumlichen Möglichkeiten auf dem Campus bis zur Fertigstellung des Zentralgebäudes noch begrenzt sein werden und hoffen auf Ihre Unterstützung der entsprechenden Baumaßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen
[Name entfernt, LW]
Leitung Gebäudemanagement
Aus der Sicht der durch die Aktion der Leuphana Universität Lüneburg betroffenen Projektgruppe sieht die Lage freilich komplett anders aus. LeuphanaWatch zitiert ihre Stellungnahme vom heutigen Nachmittag:
Die Uni stellte uns heute Morgen vor vollendete Tatsachen indem sie über Nacht die Schlösser zu den ehemaligen Copy-Räumen ohne vorherige Rücksprache mit uns austauschte.

Seit einer Woche haben wir an PlanB, einem studentischen Freiraum von Studierenden für Studierende gearbeitet. Ohne kommerzielle Interessen und ehrenamtlich wurden die ehemaligen AStA-Copy-Räumlichkeiten von unserer offenen Projektgruppe unterschiedlichster Studiengänge gestaltet. Es handelt sich entgegen der Darstellung der Universität nicht um ein Cafe, sondern um einen Raum für studentischen Projekte wie z.B. Kunstausstellungen, dazu Raum für Freistunden und Gruppenarbeiten in gemütlicher Atmosphäre, wobei die Möglichkeit gegeben ist, gegen Spende Kaffee und auch kalte Getränke zu erhalten. Gegenüber dem AStA-Wohnzimmer ist nicht geplant regelmäßige Parties und Konzerte zu veranstalten.
Mit der Veranstaltung heute Abend wollen wir unser bisheriges Tun vorstellen, das Feedback von Studierenden aller Studiengänge einholen und daraus ein Konzept erstellen, was möglichst viele Studierenden an dieser Universität entspricht.

Es war uns von Anfang an klar, dass es eine weiterführende Nutzung durch studentische Gruppen geben soll und das wurde auch von der Verwaltungsseite nicht anderweitig kommuniziert. Wir befinden uns seit dem Beschluss über die Schließung von AStA-Copy in einem Prozess über die Weiternutzung der Räumlichkeiten. Das StuPa beschäftigt sich seit mehreren Sitzungen mit neuen Konzepten und der weiteren Vorgehensweise.

Der seit Jahrzehnten bestehende Mietvertrag mit der Verfassten Studierendenschaft wurde nie offiziell gekündigt, es gab auch keine schriftliche Mitteilung, dass die Räumlichkeiten nicht mehr von der Verfassten Studierendenschaft genutzt werden können. Wir haben lediglich vor einer Woche mündlich den Hinweis auf eine eventuelle Nutzungsänderung bekommen.

Wir sind gerade dabei eine Lösung für das Problem zu finden. Wie, wo, in welchem Rahmen und ob die Vernissage heute Abend stattfindet ist noch nicht klar. Wenn wir aktuelle Infos haben werden wir sie auf unserer Facebook-Seite posten.

Die Projektgruppe PlanB
Soeben veröffentlichte die Projektgruppe in einer weiteren eMail, dass sie an ihrer für heute geplanten Veranstaltung festhalten will:
PlanB: Vernissage heute Abend findet statt!

Trotz oder gerade wegen der heutigen Ereignisse wollen wir nicht auf unsere Vernissage verzichten. Daher greift jetzt ab 19:00 Uhr Plan C: Wir verlegen uns für heute Abend ins AStA Wohnzimmer.

Wir möchten euch einladen, vorbei zu kommen und euch anzuschauen, was wir in der letzten Woche so gewerkelt haben. Wenn auch nicht im eigentlichen "PlanB" sondern nur auf unserer Fotowand. Wir wollen eure Meinung hören und einen Raum schaffen, in dem sich wirklich alle Studis aller Studiengänge wohlfühlen. Die Feedbackbox steht bereit, der Sekt ist gekühlt und die Projektgruppe PlanB freut sich über viele kreative Ideen und Anregungen, auch wenn der Raum bis auf weiteres nicht mehr uns Studis zur Verfügung steht.

Für euch organisiert:
Kunst an der Wand (Lüneburger Kunstschaffende)...
Kunst am Didgeridoo (Mearoa)...
Kunst hinter der Theke. (Sekt, Bier, Limo)...

Kommt vorbei und trinkt einen Sekt mit uns!

Bis nachher,
die Projektgruppe PlanB
LeuphanaWatch stellt fest: Die Äußerungen der Leuphana Universität Lüneburg wirken an den Haaren herbeigezogen. Seit rund 15 Jahren sind die betroffenen Räume vom ASTA genutzt. Den Studentenvertretern jetzt ohne Rücksprache und in einer Nacht- und Nebelaktion diese Räume wegzunehmen, ist ein Affront. Dies gilt umso mehr, da in den ehemaligen Räumlichkeiten von ASTA-Copy keine Politik betrieben werden sollte, sondern Freiraum für Studierende geschaffen werden sollte. Das will sogar das von der Wirtschaftsliste dominierte Studentenparlament. Wenn mit Raumnot argumentiert wird, ist das mehr als scheinheilig. Wer 5000qm am Standort Volgershall an das Jobcenter vermieten will [1][2], darf sich nicht auf Raumnot berufen, wenn es um 100qm ASTA-Räume geht - immerhin standen die Räume auch bislang nicht für andere Zwecke zur Verfügung. Gleichzeitig noch Werbung für das Audimax zu machen, ist nur peinlich. Was die Leuphana Universität Lüneburg aktuell veranstaltet, kann nur als feindseliger Akt gesehen werden. Herr Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, wenn Sie Engagement wirklich fördern, dann treten Sie den Beweis an. Geben Sie die Räume umgehend wieder frei!

[1] http://www.lueneburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-77/169_read-40468/
[2] Jobcenter zieht um in Uni-Gebäude, LZ 14.10.2011, S. 5
http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/pressestelle/pressespiegel/2011ps/Pressespiegel_2011-10-13_10-14.pdf

Freitag, 14. Oktober 2011

Audimax-Dossier auf dem Prüfstand

Lücken in der Audimax-Finanzierung und Korruptionsverdacht gegen Vizepräsident Holm Keller. Das konnte das Präsidium nicht auf sich sitzen lassen und sah sich nach massivem Medienrummel zu einer Stellungnahme genötigt (LeuphanaWatch berichtete). Das so genannte "Audimax-Dossier" (1) ging ausführlich auf verschiedene Kritikpunkte ein und versuchte sie zu entkräften.

Knapp einen Monat nach Veröffentlichung des Dossiers haben sich der ASTA und die Senatoren der Liste "Eine Uni für alle" die Ausführungen zur Brust genommen. Der ASTA resümiert:
Es wird deutlich, dass die Kritikpunkte des LRH-Berichtes nicht entkräftet werden konnten. Neben der Tatsache, dass die Finanzierung nach wie vor nicht gesichert ist, steht Holm Keller im Konflikt mit der Antikorruptionsrichtlinie des Landes. Auch der sehr geringe Umfang der Lehrtätigkeiten von Prof. Daniel Liebeskind werden beleuchtet. Quelle: ASTA
Die lesenswerte Antwort des ASTA und der Senatoren auf das Uni-Dossier ist hier zu finden.

Die Leuphana Universität Lüneburg sieht natürlich alles anders. Nach Meinung des Pressesprechers kann die 'Widerlegung' die Argumentation des Präsidiums nicht entkräften. Dies und mehr berichtet die Landeszeitung unter dem Titel "Papierkrieg ums Zentralgebäude". Kommentatoren merkten bereits an, dass die Argumentation des Pressesprechers problematisch sei und dieser besser geschwiegen hätte.

LeuphanaWatch findet: Es ist Zeit für eine Debatte im Senat.

(1) http://www.leuphana.de/campusentwicklung/projektentwicklung/stellungnahme-zentralgebaeude.html

Leuphanancial Times ist zurück

Seit der Audimax-Grundsteinlegung ist es um die Kollegen der Leuphanancial Times ruhig geworden. Jetzt sind sie mit neuen Beiträgen zurück und nehmen die Finanzierung des Zentralgebäudes und das Leuphana-Studienmodell gewohnt bissig auf's Korn. Auch die Startwoche wurde schon thematisiert.

Ein kurzer Blick auf die satirischen Werke lohnt.