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Mittwoch, 21. März 2012

ASTA & STUPA: Campushotel endgültig begraben

Im Februar berichtete LeuphanaWatch darüber, dass der Bebauungsplan für die Leuphana Universität Lüneburg geändert werden soll. Grund ist ein falsch geplanter Bürgersteig. Jetzt haben ASTA und Studentenparlament dazu Stellung genommen. Zum Bürgersteig äußern sie sich dabei nicht, denn sie haben ein ganz anderes Anliegen. In der Stellungnahme heißt es:
Im Bebauungsplan findet sich, neben den drei Alternativen zum Bürgersteigverlauf, auch ein Sondergebiet "Hotel / Parkhaus". Neben dem Zentralgebäude als Veranstaltungszentrum war auch ein Tagungshotel geplant, um BesucherInnen unterbringen zu können. Die Pläne, ein Hotel auf dem Campus zu errichten, wurden im Dezember 2010 vom Stiftungsrat verworfen. Der Stiftungsrat verwies auf die Möglichkeit, ein Hotel außerhalb des Universitätsgeländes zu realisieren. Nach Meinung des AStA sollten die Flächen auf dem Campus für universitäre Nutzung zur Verfügung stehen. Fremdnutzungen sind zu vermeiden, um Entwicklungspotenziale der Universität langfristig zu sichern. Der aktuelle Raummangel der Universität kann nicht beseitigt werden, wenn potentielle Erweiterungsflächen an andere Zwecke gebunden sind, vor allem in Anbetracht der Zentralisierungspläne der Universität auf den Campus Scharnhorststraße. Daher sollte das aktuelle Sondergebiet "Hotel / Parkhaus" umgewidmet werden zum Sondergebiet "Universität / Parkhaus".

Da ein Änderungsverfahren zum Bebauungsplan stattfindet, fordern wir, dass diese Fläche in Zukunft der universitären Nutzung offensteht und im aktuellen Planänderungsverfahren umgewidmet wird. Quelle: ASTA
Mit ihrem Anliegen bleiben die Studentenvertreter ihrer Forderung treu, nicht universitäre Nutzungen vom Campusgelände fernzuhalten. In ihren Augen handelt es sich bei solchen Nutzungen um eine Platzverschwendung, welche die langfristigen Entwicklungspotenziale der Leuphana Universität Lüneburg einschränkt (LeuphanaWatch berichtete). Vollkommen zu recht verweisen die Studenten darauf, dass der Stiftungsrat vor über einem Jahr den Hotelplänen einen Riegel vorschob.

Es wird interessant sein, ob die Studentenvertretung bei der Hansestadt Lüneburg Gehör findet. Sie hat jedenfalls ein mehr als deutliches Zeichen gesetzt, dass es ihr mit ihrem Anliegen ernst ist: Die Stellungnahme wurde einstimmig vom ASTA und dem gesamten Studentenparlament verabschiedet - in den vergangenen Wochen war das Parlament eher durch gegenseitige Blockade der beiden politischen Blöcke aufgefallen. In dieser Sache ziehen jetzt alle an einem Strang. Das hat beim Campushotel Tradition. Auf den Webseiten des ASTA zur Campusentwicklung finden sich genügend Beispiele für die harte Linie der Studentenvertreter:
Mindestens ebenso interessant wie das Verhalten der Hansestadt dürfte selbiges der Leuphana Universität Lüneburg sein. Der Stiftungsrat hat das Hotel bekanntlich schon zu den Akten gelegt, zuletzt hatte Vizepräsident Holm Keller argumentativ auf die Linie der Studentenvertretung eingeschwenkt. Jetzt kann er beweisen, dass es ihm mit der neuen Linie ernst ist:

LeuphanaWatch ruft die Entscheidungsträger dazu auf, sich dem sinnvollen Anliegen der Studenten anzuschließen.

Für Stiftungsrat und Präsidium bietet sich die Chance, bei den schärfsten Kritikern verlorene Sympathien zurückgewinnen. Und das ganz ohne schwierige Zugeständnisse, denn auf ein Hotel auf dem Campus hat man ja bereits verzichtet. Jetzt folgerichtig die Planung zu ändern wäre die logische Konsequenz. Alles andere wäre ein Eingeständnis, dass man noch immer am irrsinnigen und nicht zukunftsfähigen Hirngespinst eines Hotels auf dem Campus festhält.

Dienstag, 13. März 2012

Der Vamos-Deal

Jetzt ist offiziell, Leuphana Universität Lüneburg und Campus Lüneburg haben sich über das Schicksal des Vamos Biergartens und die Konditionen des Deals geeinigt. LeuphanaWatch hatte schon vor Tagen exklusiv über den Durchbruch in der Vamos-Frage berichtet.

Die am gestrigen Morgen notariell besiegelte Vereinbarung (1) enthält folgende Kernelemente:
Die Vertragsparteien verständigten sich jetzt darauf, dass ein Teil der Freifläche (des Biergartens, LW) mit sofortiger Wirkung an die Universität zurückgegeben wird. Im Gegenzug erhält Campus Management eine finanzielle Entschädigung für entgangene Gewinne aus dem Biergartenbetrieb. Über die Höhe der Entschädigung, die den Berechnungen eines vereidigten Wirtschaftsprüfers folgt, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. (2)
Leuphana Universität Lüneburg und Campus tauschen also Zeit (der Pachtvertrag für den Biergarten lief noch bis 2014) gegen Geld (entgangener Gewinn durch frühere Rückgabe der Fläche).
Gleichzeitig wird der für die Halle (Vamos, LW) bestehende Mietvertrag um vorerst ein Jahr bis Ende 2015 verlängert.
... Auch für das Vamos gebe es nun eine klare Perspektive und ausreichend Zeit, alle Optionen für den weiteren Betrieb zu prüfen (sagt Holm Keller, LW).(2)
Der Pachtvertrag wird also um ein Jahr verlängert, so dass Campus Lüneburg genug Zeit hat, seinen Wegzug vom Unicampus vorzubereiten. Das lässt sich recht deutlich aus der LZ herauslesen, die Oberbürgermeister Mädge zitiert:
Mädge kündigt an: "Die Stadt wird dabei helfen, dem Vamos auch nach 2015 eine Zukunft in Lüneburg bieten zu können." (1)
In Lüneburg, nicht auf dem Campus. Nähere Details zu dieser Frage will Campus heute in einer Pressekonferenz bekannt geben. Mit weiteren Presseberichten ist also zu rechnen. Nicht zuletzt ist ein entscheidender und nicht zu unterschätzender Teil des Deals die Kaufoption der Leuphana Universität Lüneburg für weitere Immobilien von Campus:
Im Zuge der Verhandlungen verständigten sich Universität und Campus Management auch darüber, dass die Universität bis zum 31. Oktober 2013 Liegenschaften auf dem Campus Scharnhorststraße ankaufen kann, die sich derzeit im Besitz von Campus e. V. bzw. der Campus Management GmbH befinden. Dabei handelt es sich um das Campus Center, die sogenannte Ladenzeile, und das Gebäude 15, das derzeit als Wohnheim „Campus 1“ genutzt wird. (2)
Immobilienexperten gehen laut LZ von einem Wert von drei bis vier Millionen Euro für diese Gebäude aus. Offizielle Zahlen liegen aber nicht vor. (1) Die Kaufoption für diese Bauten ist tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Schachzug der Leuphana Universität Lüneburg. Die Ladenzeile schiebt sich derzeit wie ein Riegel zwischen das geplante Audimax und den Bereich der Hörsäle und der Bibliothek. Außerdem ist sie mit nur einem Stockwerk (dem Erdgeschoss) eine denkbar schlechte Ausnutzung der knappen Fläche auf dem Unicampus. Ein Abriss und eine neue Bebauung durch Universitätsgebäude wäre eine sehr sinnvolle Lösung. Das gilt besonders, da auf dem Unicampus perspektivisch Platz für Entwicklungen bleiben sollte. Das muss wohl ähnlich für das Wohnheim Campus 1 gelten, welches wichtigen Platz für universitäre Nutzungen blockiert. Auch hier könnten zusätzliche Büros und Seminarräume direkt auf dem Unicampus geschaffen werden. Allerdings stellt sich vorher die Frage, wo statt dessen günstiger Wohnraum für Studenten als Ersatz geschaffen werden könnte. Warum das Wohnheim Campus 2 allerdings außen vor bleibt, erschließt sich auf den ersten Blick nicht. Vermutlich wollte der Campus e.V. es schlicht nicht abgeben - der Sanierungsstau ist in Campus 1 weit größer.

Eins überrascht dann aber doch. Es ist die scheinbare Läuterung von Vizepräsident Holm Keller. Der sagt jetzt:
Die Leuphana gewinnt durch die Option auf den Immobilienkauf Handlungsspielraum, erklärt Uni-Vizepräsident Keller: "Es geht um die Konsolidierung des Immobilien-Portfolios. Die Uni kann sich so am Standort Scharnhorststraße künftig auf eigenem Grund weiterentwickeln." Es gebe noch keine konkreten Planungen. Aber die Vereinbarung eröffne die Chance, mittel- bis langfristig bei Studentenzahlen auch räumlich ein Wachstum zu realisieren. (1)
Das hörte sich vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders an. Da plante Keller ein Hotel und ein weiteres Wohnheim auf dem Campus, was der ASTA seinerzeit als Platzverschwendung kritisierte. (3) Erst der Stiftungsrat stoppte das unsinnige Vorhaben und sicherte damit Flächen für eine zukünftige bauliche Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg.

Jetzt sichert also Holm Keller mit dem Immobiliendeal Potenziale für die Zukunft. Ein sinnvoller Schachzug, der Zustimmung verdient. Aber ist tatsächlich eine Läuterung eingetreten und Keller sichert Entwicklungsspielräume - oder will Keller lediglich Campus Lüneburg möglichst weitgehend vom Unicampus verdrängen? Letztlich kann die Motivation egal sein, die Kaufoption ist erstmal richtig.

Quellen:
(1) http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/handel-um-zeit-und-geld/
(2) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/03/12/einigung-zwischen-universitaet-und-vamos-betreibern-perfekt.html
(3) Sehr ausführlich zum Hotel Seite 26 in http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/asta2_0/sonderausgabe_campusentwicklung_online.pdf

Donnerstag, 8. März 2012

Durchbruch in der Vamos-Frage

Holm Keller, der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, hatte bislang ein Problem mit dem Bau des Zentralgebäudes. Zwar macht die Baustelle Fortschritte, aber der Biergarten des Vamos muss für die Baugrube weichen. Sonst kann nicht gebaut werden. Das Grundstück des Biergartens ist aber (wie das Vamos selbst) bis 2014 an Campus Lüneburg verpachtet und das Unternehmen wollte bislang seinen Biergarten nicht früher hergeben. Seit Jahren kursieren immer wieder andere Optionen für eine Lösung über den Campus. In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen nun unter erheblichem Zeitdruck intensiv verhandelt. Campus strebte eine Verlängerung des Pachtverhältnisses an, Holm Keller benötigt sofort die Fläche mit dem Biergarten. [1]

Anfang März spekulierte die Landeszeitung plötzlich über "fünf häufig genannte" Standortalternativen für das Vamos. Genannt wurden der Unicampus Volgershall, der Sportpark Kreideberg, die Sporthalle der Schlieffen-Kaserne, das Kulturforum Gut Wienebüttel und ein Neubau auf den neben dem Vamos liegenden Brachflächen der Landeskrankenhilfe. Alternativ konnte sich die LZ auch eine Vertragsverlängerung am derzeitigen Standort als "nicht vollkommen unwahrscheinlich" vorstellen.[2] Undenkbar, dass derlei Gedankenspiele ohne wohlwollende Signale aus dem Leuphana-Präsidium, dem Rathaus oder gar von Campus Lüneburg erfolgt sind. Es wird sich um einen Testballon gehandelt haben, um die Öffentlichkeit vorsichtig auf mögliche Szenarien vorzubereiten.

Wie LeuphanaWatch nun exklusiv berichten kann, ist nach wochenlangen harten und komplizierten Verhandlungen nun im letzten Moment der entscheidende Durchbruch gelungen. In Gesprächen der Leuphana Universität Lüneburg mit der Campus Management GmbH und unter Mitwirkung der Hansestadt Lüneburg gelang es vor einigen Tagen eine Lösung zu finden. Diese ermöglicht den zeitnahen Baubeginn für das Zentralgebäude und bietet auch für Campus Lüneburg eine akzeptable Perspektive. Vizepräsident Holm Keller wirkte nach offenbar nervenaufreibenden Wochen sichtlich erleichtert über den Durchbruch bei den Verhandlungen, wie gut informierte Kreise auf dem Campus LeuphanaWatch exklusiv berichteten. Schon in Kürze soll das Verhandlungsergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aus Gründen der Fairness möchten wir nicht vorgreifen...

Nachweise:
[1] "Poker um die Vamos-Zukunft" vom 03.02.2012, LZ Seite 4
[2] "Kulturhalle sucht Zukunft" vom 01.03.2012, LZ Seite 1 & 3

Montag, 5. März 2012

Björn Adam: Tanz auf vielen Hochzeiten

Björn Adam ist Student der Leuphana Universität Lüneburg. In den vergangenen Wochen ist er als einer der Schlüsselakteure im Studentenparlament aufgefallen, als es um die hart umkämpfte Besetzung der ASTA Sprecher ging [1]. Der kuriose Kompromiss der Politiker beförderte Adam ganz nebenbei zum stellvertretenden ASTA Referenten für Öffentlichkeit und Presse. Aber wer ist dieser interessante junge Mann?

Björn Adam ist 22 Jahre alt und studiert nach eigener Auskunft Wirtschaftsrecht, Nachhaltigkeit und Business Administration an der Leuphana Universität Lüneburg und der Bifröst University in Island. [2, 3] Außerdem ist er "Unternehmer im Marketing" [2], ihm gehört die 2008 gegründete "Adam art design" [3].

Laut Selbstbeschreibung ist Adam im Studentenparlament aktiv [2]. Im Sommer 2011 wurde er erstmals ins STUPA gewählt [4], was ihn in der Landeszeitung vor einigen Wochen gleich zum erfahrenen Abgeordneten machte [5]. Als Parlamentsmitglied gehörte er dem Zentralausschuss an [6].

Die Wiederwahl ins Studentenparlament im Dezember letzten Jahres verpasste Adam jedoch. Direkt gewählt wurde er ausweislich des aktuellen Wahlergebnisses nicht mehr, sondern ist lediglich als Nachrücker seiner Liste "Grüner und autofreier Campus" aufgeführt [7]. Dennoch soll er als Verhandlungspartner eine wichtige Rolle spielen. LeuphanaWatch kann das nähere Wirken auf den Sitzungen nicht genau nachvollziehen, da die entsprechenden Protokolle nach wie vor nicht online zur Verfügung gestellt wurden [8]. Allerdings belegen mehrere eMails über einen Verteiler der Leuphana Universität Lüneburg das Engagement von Björn Adam. Es handelt sich um einen Schlagabtausch zwischen ihm und Parlamentsmitglied Daniela Steinert, welche die Gründung des neuen ASTA Referats mit Adam als Stellvertreter für ungültig hält [9].

Auch und vor allem außerhalb der Leuphana Universität Lüneburg bekleidet Björn Adam verschiedene Ämter. So ist er Mitglied im Stadtrat der Hansestadt Lüneburg [10] sowie im Kreistag des Landkreises [11]. In diesen Funktionen ist Adam in mehreren Ausschüssen der Komunalpolitik vertreten. Es handelt sich nach eigenen Angaben um:
  • Ausschuss für Raumordnung, Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV
  • Ausschuss für Umweltschutz, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Agenda 21 u. Verbraucherschutz
  • Ausschuss für Raumordnung und Erneuerbare Energien [2]
Damit nicht genug. Hinzu kommt das Amt des ersten Vorsitzenden im Stadtjugendring Lüneburg [12].

LeuphanaWatch stellt fest: Jedes einzelne dieser Ämter würde andere Personen mitunter gut auslasten. Bei Björn Adam sind es ziemlich viele Ämter und übernommene Aufgaben gleichzeitig, ein Tanz auf vielen Hochzeiten. Hoffentlich sind es nicht zu viele. Es bleibt dem jungen Mann zu wünschen, dass er sich nicht verzettelt und vor allem nicht übernimmt. Schließlich muss er auch noch studieren.

[1] LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.
[2] http://gruene-lueneburg.de/kreistagsfraktion/abgeordnete/bjoern-adam/
[3] http://www.adam-artdesign.de/uber-uns/
[4] http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/wahlen/Wahl_SoSe_2011/2011_06_06_Endgueltiges_Wahlergebnis.pdf
[5] Landeszeitung 20.01.12
[6] http://www.leuphana.de/stupa/ausschuesse.html, Stand vom 08.11.2011
[7] http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/wahlen/Wahl_WiSe_2011_12/2011-12-16_endgueltige_Festellung_Wahlergebnis.pdf
[8] Vergleiche http://www.leuphana.de/stupa/protokolle.html, abgerufen am 03.03.2012.
[9] Mehrere eMails vom 23.02.2012 über studierendenparlament.L@leuphana.de
[10] http://www.stadt.lueneburg.de/bi/pa021.asp
[11] http://www.lueneburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-887/
[12] http://www.stadtjugendring-lueneburg.de/?page_id=14

Donnerstag, 1. März 2012

Land unter im Parkhaus

"Ist das Parkhaus wirklich undicht? Ist es wirklich so kaputt wie behauptet wird?"
Solche Fragen hört man öfter auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Dabei liegt die Antwort auf der Hand und ein Besuch des Gebäudes spricht für sich. Und schon wieder gibt es Neuigkeiten zum Zustand des Parkhauses neben der Mensa zu berichten. Im ebenerdigen Parkbereich des laut Holm Keller "ganz guten" Gebäudes steht in Teilbereichen das Wasser.
Die Untiefen des Hochschulbauwesens; Foto: [1]

Wie kommt es dorthin und warum gibt es keinen Abfluss? Fragen über Fragen. Über die Antworten kann derzeit nur spekuliert werden. Aber es stellen sich weitere Fragen und die haben damit zu tun, wie sinnvoll das Gebäude überhaupt geplant wurde. Besonders auffällig ist die Beleuchtung, die von außen am Gebäude angebracht ist.
'Marke Eigenbau'; Foto: [1]

Eine Lampe auf einer Dachlatte, die mit Kabelbindern an der Fassade befestigt ist. Das mag eine innovative und kreative Problemlösung sein, aber kaum den hohen ästethischen Ansprüchen der Leuphana Universität Lüneburg genügen. Hat man also kurzerhand die Lampen bei der Planung vergessen, oder handelt es sich seit Monaten um eine Übergangslösung? Wie viele Monate nach der feierlichen Eröffnung dürfen noch vergehen, bevor das Gebäude endlich in einen akzeptablen Zustand gebracht wird?

Diese neuen Beobachtungen stehen bekanntlich nicht allein. Bereits vor Wochen fragte LeuphanaWatch, ob das Parkhaus bereits eine Bauruine sei. Vizepräsident Keller wollte das nicht kommentieren und schwieg. Dann ereignete sich ein Rohrbruch im Technikgebäude, welches zum Parkhaus gehört. Es soll nicht der erste gewesen sein, heißt es auf dem Campus hinter vorgehaltener Hand. Langsam dürften Zweifel aufkommen, ob die verantwortlichen Beteiligten zu einer Behebung der Probleme in der Lage sind.

Dabei ist es höchste Zeit das Parkhaus endlich zu öffnen!

LeuphanaWatch berichtete bereits, dass die Leuphana Universität Lüneburg die nötige Parkplatzzahl nicht nachweisen kann. Das führt, gerade auch in der Konferenzwoche, zu erheblichem "Wildparken", unnötigem Verkehr bei der Parkplatzsuche und zu einer Belastung von Anwohnern, Autofahrern und Uniangehörigen. Dabei gibt es eigentlich gesetzliche Regelungen, die solche Situationen verhindern sollen. Aber Leuphana Universität Lüneburg und die Hansestadt drücken mehr als beide Augen zu. Spätestens bei der ersten Anwohnebeschwerde werden sie das nicht mehr durchhalten können.

[1] LeuphanaWatch dankt für das übermittelte Bild. Der Fotograph möchte anonym bleiben.

Dienstag, 28. Februar 2012

Der Bürgersteig von Schilda

Vor mehreren Monaten berichtete LeuphanaWatch, dass die Landeskrankenhilfe gegen den Bebauungsplan "Leuphana" Klage eingereicht hat. Der Versicherung gehört das Grundstück hinter dem Vamos. Der für das Audimax geänderte Bebauungsplan enthält eine neue Straße zwischen Vamos und Blockheizkraftwerk, die das hinter der Ladenzeile auf dem Campus vorgesehene Parkhaus anschließen soll. Entlang dieser Straße soll es einen Bürgersteig geben. Der liegt auf etwas mehr als zwei Meter Breite entlang der Straße, nur leider auf dem Grundstück der Landeskrankenhilfe. Die hatte niemand gefragt und sie wollte den Teil ihres Grundstücks auch nicht verkaufen. Unter anderem deshalb klagte sie gegen den Bebauungsplan.

Ende Januar wurde bekannt, dass die Klage vom Oberverwaltungsgericht abgewiesen wurde. Der klagende Nachbar der Leuphana Universität Lüneburg hat also verloren. Das Gericht begründete das wie folgt:
(Das Gericht, LW) hat bei summarischer Prüfung (...) weder durchgreifende Verfahrensfehler noch die Verletzung von Nachbarrechten bzw. eine unangemessene Hintansetzung von Nachbarinteressen zu erkennen vermocht. Noch verbleibende Probleme können nach seiner Einschätzung (des Gerichtssenats, LW) in weiteren Genehmigungsverfahren - insbesondere für ein dem Zentralgebäude benachbartes Parkhaus - angemessen gelöst werden. (1)
Muss die Landeskrankenhilfe also dulden, dass ein Teil ihres Grundstücks quasi zwangsenteignet, okkupiert wird? Nein, sie muss es wohl nicht! Zum einen handelte es sich bei der Entscheidung des Gerichts nur um das Eilverfahren, die eigentliche Entscheidung steht noch aus. Zum Anderen sieht wohl auch die Hansestadt Lüneburg mittlerweile Änderungsbedarf. Inzwischen hat auch sie mitbekommen, was alle Beteiligten wohl seit Jahren wissen: Solange ihr oder der Leuphana Universität Lüneburg das Grundstück nicht gehört, kann dort kein Bürgersteig entstehen.

Bereits im letzten Jahr leitete die Stadt deshalb ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes ein. In den Unterlagen des Bauausschusses heißt es:
Der Bebauungsplan Nr. 137 wurde am 26.11.2009 vom Rat der Hansestadt Lüneburg beschlossen, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Universität Lüneburg zu ermöglichen. Gegen diesen Bebauungsplan hat ein angrenzender Nachbar eine Normenkontrolle beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.

Der Bebauungsplan setzt auf einem Streifen von 2,2 m auf dem Grundstück des Klägers eine öffentliche Verkehrsfläche, sowie Straßenbegleitgrün fest. Vorgesehen ist dort südlich der neuen Straße einen Gehweg anzulegen. Bisher ist der Eigentümer nicht bereit, diese Flächen zur Herstellung einer solchen öffentlichen Verkehrsfläche zu verkaufen.

Nun soll in einem ersten Änderungsverfahren die Festsetzung dieser Fläche erneut überprüft werden. Sofern keine Alternative gefunden werden kann, ist erneut abzuwägen und über die Festsetzung dieser Verkehrsfläche zu entscheiden. (2)
Damit sucht man nun nach einer neuen Lösung für den Bürgersteig, der ohne das fremde Grundstück auskommen muss. Als Alternativen schlägt die Stadt mehrere Varianten vor. Entweder soll der Bürgersteig ganz entfallen, oder direkt hinter dem Vamos herführen. Dafür müssten dort die Container und Anbauten verschwinden. Als dritte Möglichkeit könnte der Weg im Bogen nördlich das Vamos (auf der Vorderseite) umrunden. Aktuell sind nun alle betroffenen Behörden dazu aufgerufen, ihre Positionen zu den vorgeschlagenen Wegen zu erläutern. Danach wird die Stadt weiterplanen, dann nochmal die Behörden befragen und schließlich müssen der Bauausschuss und der Stadtrat ran. (3)

LeuphanaWatch meint: Ein großer Aufwand für einen Bürgersteig. Das kommt davon, wenn man wider besseres Wissen fremdes Eigentum überplant. Schilda lässt grüßen!

(1) http://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22004&article_id=102462&_psmand=134
(2) http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4329&options=4
(3) LeuphanaWatch dankt für die Erklärungen dieser komplizierten Materie.

Montag, 6. Februar 2012

Lüneburger Tafelsilber sorgt für Verwechselung

Am Wochenende war auf der Leserbriefseite der Lüneburger Landeszeitung eine lustige Verwechselung zu entdecken. Etwas genauer hinschauen musste man dafür allerdings. Unter dem Titel Angst vor einer "Leupharmonie" äußerte ein Leserbriefschreiber Bedenken zum geplanten Zentralgebäude (umgangssprachl. "Audimax") der Leuphana Universität Lüneburg. Er wies auf den Kosten-Nutzenfaktor hin und erwähnte die Bauhausarchitektur als Beispiel für funktionsgerechtes Bauen. Weiter schreibt er:
Der "Star"-Architekt Libeskind kann wohl nur Dreiecke, Asymmetrien und schräge Wände. Dabei darf man sich noch glücklich schätzen, dass das Silbergeschenk Libeskinds an die Stadt Lüneburg anlässlich der Grundsteinlegung nicht das originalgetreue Modell des Zentralgebäudes darstellt. [1]
LeuphanaWatch berichtete anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax bereits über das Tafelsilber. Damals hieß es in der LZ:
Als Ersatz für das einst verscherbelte Ratssilber schenkt die Leuphana der Stadt ein neues Tafelsilber. "Das hat Daniel Libeskind für Lüneburg entworfen. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit der Universität für die Unterstützung, die Lüneburg der Hochschule gewährt hat", verkündete Vize-Präsident Holm Keller beim Empfang zur Grundsteinlegung des Zentralgebäudes im Fürstensaal des Rathauses. [2]
Schon wenig später wies ein Kommentator hier auf LeuphanaWatch darauf hin, dass das Tafelsilber keinesfalls ein Unikat sei. Zum damaligen Zeitpunkt konnte bei einem Wiener Auktionshaus ein augenscheinlich identisches Tafelsilber von Daniel Libeskind ersteigert werden (Bild).

Zur Bebilderung des eingangs zitierten Leserbriefs bildete nun die Landeszeitung in ihrer Wochenendausgabe das angesprochene Tafelsilber ab. Als Bildbeschreibung heißt es:
Das stilisierte Silbermodell des Leuphana-Zentralgebäudes. [1]
Eine lustige Verwechslung, denn das Tafelsilber wurde zwar anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax enthüllt. Dass es aber das Zentralgebäude darstellen soll war bislang unbekannt. Vielleicht spukte der Redaktion noch ein Kommentar auf der mittlerweile nicht mehr abrufbaren Webseite der Landeszeitung im Kopf herum. Darin hieß es, das Tafelsilber sehe aus wie die "Uni nach einem Erdbeben".

Angesichts der ungewöhnlichen Architektur des Stararchitekten wird die Verwechselung des Tafelsilbers mit dem grundverschiedenen Audimax verzeibar sein. Für die Bebilderung zukünftiger Leserbriefe weist LeuphanaWatch die Kollegen der LZ auf eine andere Verwechselungsmöglichkeit hin. Das "Run Run Shaw Creative Media Center" der City University of Hong Kong wurde ebenfalls von Daniel Libeskind entworfen und sieht unserem Audimax auf den ersten Blick auch sehr ähnlich. Das gilt ebenfalls funktionell, denn es soll eine "Landschaft des Lichts" sein und zum Studieren einladen.

[1] Angst vor einer "Leupharmonie", Leserbrief in der LZ, 4./5.2.2012, Seite 16
[2] Leuphana dankt mit Silber, LZ, 9.5.2011, S. 4

Montag, 4. Juli 2011

Fahrraddiebe gehen um

Diebstahl, das ist die dunkle Seite der Fahrradstadt Lüneburg. Es ist kein Geheimnis, dass jedes nicht angeschlossene Rad kaum eine Nacht auf dem Campus übersteht. Zumindest tut es das dann nicht, wenn es noch entfernt brauchbar aussieht. Ein Schloss schafft Abhilfe, solange das Rad nicht zu gut aussieht. Bei teuren Profi-Rädern ist guter Rat teuer und der Ersatzkauf umso mehr. Vorderräder, Sättel, Beleuchtung, Klingeln - alles wird abgebaut, was nicht niet- und nagelfest ist.

In den letzten Wochen scheinen sich die Diebstähle erschreckend zu häufen. Gleich mehrere Studenten schickten eMails über die Verteiler der Leuphana Universität und baten um Hinweise auf den Verbleib ihrer Räder. Teilweise waren sie nicht richtig abgeschlossen, alle standen sie auf dem Campus.

LeuphanaWatch findet: So kann es nicht weiter gehen! Deshalb bieten wir an: Wer sein Fahrrad vermisst, kann eine Beschreibung und Kontaktdaten in den Kommentaren hinterlassen. Viele Augen sehen bekanntlich mehr als wenige. Vielleicht hilft's.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Klage gegen Audimaxbauplan

Man stelle sich vor: Auf dem Grundstück nebenan wohnt Nachbar H.K. Er plant plötzlich mit Hilfe der Stadt eine Straße über unser Grundstück. Auf die Idee, vorher mal bei uns vorsichtig nachzufragen, ist er nicht gekommen. Er tut es einfach und die Stadt hilft ihm dabei.

Wer wäre da nicht richtig sauer?

Diese absurde Situation gibt es wirklich und zwar direkt am Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Die plant gemeinsam mit der Stadt eine Zufahrt für ihr Audimax-Parkhaus, nur geht sie dummerweise auf einem 2,2 Meter breiten Streifen über das benachbarte Grundstück. Die Landeskrankenhilfe, der die Grundstücke hinter dem Vamos gehören, will sich diese Quasi-Enteignung verständlicherweise nicht bieten lassen.

"Krankenkasse legt Uni Stein in den Weg!" - so schreibt heute die Landeszeitung auf Seite 3. Die Landeskrankenhilfe ist vor das Oberverwaltungsgericht gezogen. Sie will den Bebauungsplan kippen, der Grundlage für das Audimax der Leuphana Universität Lüneburg und die Parkhauszufahrt ist.

Der derzeitige Vizepräsident Holm Keller bleibt locker: "Wir wissen davon" bestätigte er der LZ und ist entspannt, weil sich die Klage gegen die Stadt richtet. "Und wir unterstützen die Stadt." Ob diese Unterstützung rein moralisch ist oder ob die Universität rechtlichen Beistand organisiert, wurde leider nicht verraten. Ein neuer Einsatz für Kellers McKinsey-Anwältin aus Berlin, die in Sachen Audimax schon öfter aktiv gewesen sein soll?

Eigentlich müsste es in der LZ heißen: "Krankenkasse wehrt sich gegen Schildbürgerstreich"!

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.

Sonntag, 17. April 2011

Neues Semesterticket für Kultur

Als "absolut kultig" bezeichnet der ASTA das neue "Semesterticket Kultur", welches allen Studenten ab sofort freien Eintritt in verschiedene Kulturveranstaltungen in Lüneburg gewährt.

Der ASTA erläutert die Bedingungen:
Das Studierendenparlament hat mit einigen Kulturinstitutionen der Stadt ein "Semesterticket Kultur" ausgehandelt: Wenn ihr eine halbe Stunde vor Beginn einer Veranstaltung an der Kasse auftaucht und es noch Resttickets gibt, bekommt ihr eins umsonst!

Bei der Aktion machen folgende Instutitionen mit:
- Theater Lüneburg GmbH
- St. Johannis-Kirchengemeinde Lüneburg
- St. Michaelis-Kirchengemeinde
- St. Nicolai-Kirchengemeinde
(...)
Die Resttickets gibt es bei allen regulären Veranstaltungen, allerdings nicht bei Gastspielen.
Wenn die Aktion gut läuft, sollen laut ASTA im nächsten Semester noch weitere Insitutionen dazukommen. Das Ganze wird über die Semesterbeiträge finanziert, davon fließt pro Semester und Studi ein Euro in das Ticket.

Montag, 7. März 2011

Wie viel Lüneburg ist im Innovationsinkubator?

Der Innovationsinkubator ist die Zukunftschance für die Leuphana Universität Lüneburg. Viel Geld steckt darin und es wird in eine ganze Reihe von Projekten und Maßnahmen gesteckt. Darunter befinden sich als Kernelement mehrere sogenannte "Kompetenztandems":
Kompetenztandems sind Projekte zur forschungsbasierten Geschäfts-entwicklung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leuphana und regionale Unternehmen arbeiten gemeinsam daran, innovative Geschäftsideen innerhalb von bis zu drei Jahren zur Marktreife zu entwickeln. Fragestellungen aus der Praxis können so umsetzungsorientiert gelöst und anschließend wirtschaftlich verwertet werden. (1)
Im Intranet der Leuphana Universität Lüneburg gibt es eine entscheidende Information, die von der Homepage verschwunden ist:
Innerhalb des Großprojektes Innovations-Inkubator bieten die Kompetenztandems Professorinnen und Professoren der Leuphana Universität die Möglichkeit, eigene Forschungsvorhaben anwendungsorientiert umzusetzen.
Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Wirtschaft und internationalen Forschungspartnern können innovative Geschäftsideen innerhalb von bis zu drei Jahren zur Marktreife entwickelt werden. Die wissenschaftliche Leitung der mit durchschnittlich 2,1 Mio. Euro geförderten Projekte liegt bei den Lehrstuhlinhaberinnen und Lehrstuhlinhabern der Leuphana. (2)
In einem Kompetenztandem arbeiten demnach Wissenschaftler aus Lüneburg mit internationalen Partnern und regionalen Unternehmen zusammen. Die Leitung liegt bei einem Lüneburger Professor.

Ist das wirklich so?

Auf der Homepage der Leuphana Universität Lüneburg sind bislang 4 Tandems zu finden:

Bei dem Tandem Biokerosin (3) ist alles wie es sein soll. Es wird von Lüneburger Professoren geleitet. Die anderen Tandems weisen Besonderheiten auf:

Internetbasierte Gesundheitsinterventionen
wird geleitet von den Lüneburger Professoren Sieland und Funk.
Kooperationspartner aus der Wirtschaft ist die in der Schweiz angesiedelte makora AG. Sie soll ihren deutschen Firmensitz im Konvergenzgebiet ansiedeln. (4)
LeuphanaWatch fragt: Wird sie hier auch Steuern zahlen und Menschen anstellen oder nur pro forma ein Briefkastenbüro unterhalten?

Vernetzte Versorgung
wird geleitet von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Rössler und einer internationalen wissenschaftlichen Partnerin. Wirtschaftspartner ist ein Unternehmen aus Seevetal / Hittfeld (5)
LeuphanaWatch fragt: Wer ist Prof. Rössler? Den findet man weder im Uni-Telefonbuch, noch in mystudy.

Fernsehen 2.0
wird geleitet von Gastprofessor Michael Ballhaus und dem internationalen Gastwissenschaftler Dr. Timon Beyes. (6)
Kooperationspartner aus der Wirtschaft sind Google, Hamburg 1, ein deutscher und ein amerikanischer Medienverlag. (7)
LeuphanaWatch fragt: Wo ist hier der Lüneburger Professor, der das Projekt leitet? "In Anbindung an das Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien" ist eine schöne Formulierung, aber dieses Projekt wird von externem Führungspersonal betrieben. Hilft das der Universtät? Und nebenbei: Die Unternehmen sind aber nicht gerade aus dem Fördergebiet der EU. Da fließen EU-Subventionen in amerikanische Unternehmen. Ob das im Sinne der Förderung ist?


Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems.html
(2) http://www.leuphana.de/intranet/inkubator-intranet/kompetenztandems.html
(3) http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems/biokerosin.html
(4) http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems/internettherapie.html
(5) http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems/vernetzte-versorgung.html
(6) http://www.leuphana.de/inkubator/inkubator/teilmassnahmen/kompetenztandems/fernsehen/team-fernsehen-20.html
(7) http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4814792/Wie-Lueneburg-das-Fernsehen-neu-erfindet.html
http://www.zeit.de/2010/30/Privat-TV-Lueneburg?page=2

Freitag, 4. März 2011

Grüne Lüneburg: Mehr Uni statt Bundeswehr!

Die Landeszeitung berichtete am 2. März, dass CDU und SPD eine Resolution zum Erhalt des Bundeswehrstandortes Lüneburg in den Stadtrat eingebracht haben (1). Anders sehen das die Grünen: Sie wollen im Rahmen der Bundeswehrreform freiwillig auf die Soldaten verzichten. Statt dessen sollen Bund und Land den Uni-Ausbau unterstützen. Die Grünen erwarten eine Kompensation in Form eines weiteren Studiengangs im Bereich Naturwissenschaften mit mindestens 500 Studenten und schlagen ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Energien vor.

SPD und CDU halten von der Idee vermutlich wenig, hat doch OB Mädge gerade noch erklärt:
Ich werde mich für den [Bundeswehr]Standort einsetzen, die Soldaten gehören zum Stadtbild. (2)
Die CDU denkt auch an das Geld.
Schließlich wolle der Bund knapp 20 Millionen Euro bis 2016 in die Modernisierung der Theodor-Körner-Kaserne investieren. (2)

LeuphanaWatch meint: Die Idee der Grünen ist doch gar nicht schlecht und die 20 Millionen Euro für die Kaserne kriegt Holm Keller sicher auch verbaut. Vielleicht fangen die die Kostensteigerungen beim Audimax auf. OB Mädge sollte sich an seine alten Aussagen erinnern:
Vor einigen Jahren konnten sich Celle und Lüneburg entscheiden, wer ein großes Gefängnis und wer eine Hochschule bekommt. Celle wählte das Gefängnis und ärgert sich sicher noch heute. Lüneburg setzte auf die Zukunft.

Ist die Wahl zwischen Bundeswehr und größerer Universität nicht eine ähnliche Frage?

Quellen:
(1) http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=3962&options=4
(2) LZ 2. März 2011 - "Grüne wollen Truppe wegtreten lassen"

Montag, 27. Dezember 2010

Leuphana auf Wachstumskurs?

Glaube keiner Statistik, welche Du nicht selbst gefälscht hast. Diese Aussage trifft doch mal wieder voll zu bei einer näheren Betrachtung des Artikels [1] „Leuphana auf Wachstumskurs“ auf der Homepage der Leuphana Universität Lüneburg.

Wir wollen nachfolgend einzelne Aussagen dieses Artikels uns in Bezug auf die Lehre genauer anschauen und interpretieren:
Zum Wintersemester 2010/2011 ist die Zahl der Studienanfänger an der Leuphana Universität Lüneburg um neun Prozent gestiegen [1].

Diese Aussage mag im Vergleich zum WS 09/10 sogar stimmen. Immerhin war dies das Jahr mit den geringsten Neuaufnahmen in den letzten 5 Jahren. Es sei nur an die Streichung des Studienganges Sozialpädagogik, Lehramt Physik wie der Abgang des Standortes Suderburg erinnert. Bei einer kurzfristigen Betrachtungsweise ist die Aussage richtig. Bei einem mittleren Betrachtungshorizont, verglichen etwa mit den Zahlen zu Zeiten der Fusion kann doch eher von einer ersten, zarten Erholung gesprochen werden.
Allein für den Major Umweltwissenschaften konnten dank der Berufung neuer Professoren 80 Plätze mehr angeboten werden [1].

An dieser Stelle möge uns die Fachgruppenvertretung Umweltwissenschaften L. B. S. gerne korrigieren oder bestätigen. Doch nach unserem Wissen ist die Zahl von 86 auf 148 Studierende gestiegen. Auch wenn eine Steigerung um 62 Personen beachtlich ist, kann trotz großzügiger Rundung die Zahl von 80 zusätzlichen Plätzen nicht gesehen werden.

„Der Anstieg der Studienanfängerzahl wird sich im kommenden Jahr sogar noch beschleunigen“, sagt Uni-Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun und verweist auf die mehr als 200 neuen Studienplätze, die die Universität im nächsten Jahr zusätzlich anbieten wird. Sie reagiert damit auf den erwarteten Bewerberansturm wegen des doppelten Abiturjahrgangs [1].

Hier müssen zwei verschiedene Sichten eingenommen werden. Aus Sicht einer Universität, welche mit begrenzten Mittel gute Forschung und Lehre anbieten möchte sind 200 zusätzliche Studierendenplätze natürlich ein beschleunigtes Wachstum. Betrachtet man jedoch die Tatsache, dass in mehreren Bundesländer der doppelte Abitursjahrgang die Schule verlässt und zeitgleich auch die Wehrpflicht ausgesetzt wurde müsste die Anzahl der Studierendenplätze jedoch verdoppelt werden. Hier sind 200 zusätzliche Studierendenplätze gesamtgesellschaftlich gesehen leider nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Vielmehr hat an diesem Punkt das gesamte Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland versagt. Fast ein kompletter Abitursjahrgang wird gezwungen, in die Warteschleife zu treten. Dieser Berg an Studierende war seit 8 Jahren bekannt und politisch gewollt. Mit den persönlichen Konsequenzen werden jedoch die Menschen alleine gelassen. Diese Selektion ist jedoch gewünscht. Die Verdrängung wird vermutlich nach unten durchgeschoben. Die Abiturenten werden vermehrt in Ausbildungsberufe drängen, welche früher typische Berufe für den mittleren Bildungsabschuss waren. Realschüler werden wiederum Hauptschüler verdrängen. Wer im nächsten Jahr seinen Hauptschulabschluss beendet sollte wohl weiter zu Schule gehen, falls er nicht schon längst desillusioniert wurde und gleich HarzIV für sich beantragt. Mit für diesen Personenkreis werden ja dann in Suderburg Sozialpädagogen ausgebildet. Ein sehr krisensicherer, antizyklischer Beruf welcher in Lüneburg als grundständiger Studiengang ja keine Zukunft hatte.

Sollte jedoch die 200 Studierendenplätze mit jenen Mitteln finanziert werden, welche temporär von Bund und Land zur Verfügung gestellt werden, dann handelt es sich ja gar nicht um einen Wachstumskurs sondern nur um eine temporäre Erhöhung. Die zukünftige Streichung der Gelder wäre in diesem Fall ja heute schon bekannt. Auch hier kommt es wieder auf den Betrachtungszeitraum an. Ein Wachstumskurs impliziert doch die Annahme, dass auch 2016/17 die Studierendenzahlen zunehmen werden. Wenn schon nicht absolut (geburtenschwache Jahrgänge) so dann mindestens relativ. Das führt letztlich zu der Frage, wie viele zusätzliche Studierendenplätze es denn nächstes Jahr in Oldenburg oder Vechta gibt? Ob denn relativ zu den anderen Hochschulorten in Lüneburg dann immer noch ein Wachstum erkennbar ist? Ob bildlich gesprochen Leuphana tatsächlich weiter aus dem Wasser herausragt oder nur der Wasserpegel gestiegen ist.

Aktuell sind an der Leuphana Universität Lüneburg 6.982 Studierende eingeschrieben. Der Blick auf die Verteilung der Studierenden nach Schools zeigt das folgende Bild: Im College studieren 3.965 junge Akademiker, in der Graduate School sind es 1258 und in der Professional School 329. In allen drei Einrichtungen werden die Studierendenzahlen weiter steigen. Die restlichen 1.430 Studierenden sind in auslaufenden Studiengängen immatrikuliert [1].

Nach den Zahlen im Artikel Studieren im Leuphana-Modell 5552 Studierende. Diese Anzahl wird zunehmen. Zum Beispiel im College um 200 Studierende mal 3,5 Jahre durchschnittliche Studierendenzeit Also grob um 700 Studierende. Ob in der Graduate School und der Professional School zusammen auch 700 zusätzliche Studierende sein werden ist doch fraglich. Doch konkret heißt es doch, dass absolut nächstes Jahr es noch weniger Studierende sein werden als in diesem Jahr. Die Anzahl von 6982 doch weiter fällt da mehr Studierende der auslaufenden Studiengänge die Universität verlassen werden als nächstes Jahr zusätzlich aufgenommen werden. Im WS 11/12 werden es vielleicht 400 Studierende mehr in den neuen Gefäßen sein. Dafür aber geschätzt 1000 Studierende weniger in den auslaufenden Studiengängen. Zum WS 12/13 werden weitere 400 Studiere zusätzlich in den neuen Gefäßen sein und die letzten 400 Studierende der auslaufende Studiengänge ersetzten. Der Wachstumskurs der Leuphana Universität Lüneburg in Bezug auf die Lehre wird absolut frühestens mit dem WS 13/14 beginnen. Alles davor ist nur eine spezielle Interpretation der Zahlen. Jedoch, und das ist das erfreuliche, konnte endlich ein jahrelanger Trend der Schrumpfung gestoppt werden. Die Talsohle ist in Sicht. Die Leuphana Universität Lüneburg wird in absehbarer Zeit ihre Studierendenzahlen auf einem neuen Niveau stabilisieren – bei einem Zielkorridor von 5900 – 6400 Studierenden. Jetzt hoffen wir, dass die Qualität der Lehre, die Publikationen wie das Drittelmittelaufkommen weiter steigen. Hier auch inneruniversitär die richtigen Weichen gestellt wurden und werden. Somit das Niveau der Studierendenzahlen dann auch bei schrumpfenden Abiturentenabgängerzahlen gehalten werden kann. Eine Schließung der Universität im Jahr 2018 dann aus wissenschaftlicher Sicht einfach untragbar wäre. Und nicht nur, weil hier zu viel Beton, Glas und Zink verbaut wurde.

Auf Wachstumskurs wird die Leuphana Universität Lüneburg jedoch erst einbiegen, falls sie ein Rezept findet mehr Professoren zu berufen als sie durch die Verrentung verloren hat. 60 neue Professuren hört sich ja nach viel an. Doch netto sind es doch gerade eine handvoll neue Kollegen verglichen mit dem Zeitpunkt der Fusion. Es gibt aber insbesondere mehr Juniorprofessuren. Die Anzahl der vertraglich unbefristeten Professuren ist doch gefallen. Die Anzahl der unbefristeten Stellen im Mittelbau auch. Wachstum sieht anders aus!

[1] http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/wachstumskurs.html

Mittwoch, 17. November 2010

ASTA? Lüneburg!

Die Leuphana Universität Lüneburg prahlt mit ihrem schönen neuen Zentralgebäude. Der Stararchitekt als Aushängeschild macht deutlich: Wir sind (wieder) wer! Unser Neubau ist von Welt, er könnte genau so in New York, Mailand oder Shanghai stehen. Die Einen nennen das internationale Spitzenklasse und die Anderen halten es für eine Beliebigkeit und Gleichmacherei.

Der AStA hat sich jetzt positioniert. Kein Libeskind prägt seine Homepage, sondern die Giebel Lüneburger Kaufmannshäuser. Unverwechselbar und echter Lokalkolorit.

ASTA? Leuphana Lüneburg!