Donnerstag, 8. März 2012

Durchbruch in der Vamos-Frage

Holm Keller, der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, hatte bislang ein Problem mit dem Bau des Zentralgebäudes. Zwar macht die Baustelle Fortschritte, aber der Biergarten des Vamos muss für die Baugrube weichen. Sonst kann nicht gebaut werden. Das Grundstück des Biergartens ist aber (wie das Vamos selbst) bis 2014 an Campus Lüneburg verpachtet und das Unternehmen wollte bislang seinen Biergarten nicht früher hergeben. Seit Jahren kursieren immer wieder andere Optionen für eine Lösung über den Campus. In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen nun unter erheblichem Zeitdruck intensiv verhandelt. Campus strebte eine Verlängerung des Pachtverhältnisses an, Holm Keller benötigt sofort die Fläche mit dem Biergarten. [1]

Anfang März spekulierte die Landeszeitung plötzlich über "fünf häufig genannte" Standortalternativen für das Vamos. Genannt wurden der Unicampus Volgershall, der Sportpark Kreideberg, die Sporthalle der Schlieffen-Kaserne, das Kulturforum Gut Wienebüttel und ein Neubau auf den neben dem Vamos liegenden Brachflächen der Landeskrankenhilfe. Alternativ konnte sich die LZ auch eine Vertragsverlängerung am derzeitigen Standort als "nicht vollkommen unwahrscheinlich" vorstellen.[2] Undenkbar, dass derlei Gedankenspiele ohne wohlwollende Signale aus dem Leuphana-Präsidium, dem Rathaus oder gar von Campus Lüneburg erfolgt sind. Es wird sich um einen Testballon gehandelt haben, um die Öffentlichkeit vorsichtig auf mögliche Szenarien vorzubereiten.

Wie LeuphanaWatch nun exklusiv berichten kann, ist nach wochenlangen harten und komplizierten Verhandlungen nun im letzten Moment der entscheidende Durchbruch gelungen. In Gesprächen der Leuphana Universität Lüneburg mit der Campus Management GmbH und unter Mitwirkung der Hansestadt Lüneburg gelang es vor einigen Tagen eine Lösung zu finden. Diese ermöglicht den zeitnahen Baubeginn für das Zentralgebäude und bietet auch für Campus Lüneburg eine akzeptable Perspektive. Vizepräsident Holm Keller wirkte nach offenbar nervenaufreibenden Wochen sichtlich erleichtert über den Durchbruch bei den Verhandlungen, wie gut informierte Kreise auf dem Campus LeuphanaWatch exklusiv berichteten. Schon in Kürze soll das Verhandlungsergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aus Gründen der Fairness möchten wir nicht vorgreifen...

Nachweise:
[1] "Poker um die Vamos-Zukunft" vom 03.02.2012, LZ Seite 4
[2] "Kulturhalle sucht Zukunft" vom 01.03.2012, LZ Seite 1 & 3

Kommentare:

  1. http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/EU-Ermittler-pruefen-Bau-der-Uni-Lueneburg

    Laut HAZ soll noch im März mit dem Aushub begonnen werden. Hierfür ist der Durchbruch ja genau richtig gekommen. Ist doch blöd, wenn die Baugrube nicht auf einmal ausgehoben werden kann.

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  2. Bitte genau nachrechnen8. März 2012 um 22:01

    Ich bin gespannt, mit wie viel Steuergeldern Uni und Stadt da eine Lösung herbeigeführt haben.

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  3. hauptsache, das Vamos wird abgerissen!

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  4. Zum Glück sind wir alle käuflich und leben irgendwann nur noch nach dem Geldbeutel - auch ein ehemaliger AStA-Studivertreter, stimmts, Herr Hoppe?

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    1. Die Campus Management GmbH hat im Jahr 2010 einen Verlust von 236.761,11 EUR hinnehmen müssen (siehe hierzu www.ebundesanzeiger.de Jahresabschluss der o.g. Gesellschaft zum 31.12.2010).

      Die Verbindlichkeiten i.H.v. 924.796,82 EUR müssen ja irgendwie bedient werden.

      Die auf der Uni-Homepage erwähnte Option von der Campus Management GmbH die Ladenzeile sowie das Studentenwohnheim kaufen zu können spricht eine eindeutige Sprache.

      Holm Keller konnte bei so einer finanziellen Konstellation auf die finanzierenden Banken hoffen. Die machen Herrn Hoppe sicherlich mächtig Druck…

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    2. Vielleicht noch eine provokante Ergänzung:

      Jahresüberschüsse der Campus Management GmbH
      2005: 89.640,79
      2006: 70.192,64
      2007: 68.966,00
      2008: 205.481,57
      2009: 88.512,26
      2010: - 236.761,11
      ---- Holm leitet das Ende ein Erfolgsgeschichte ein ----
      2012: Rausschmiss von „Campus“ vom Campus

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  5. Das ist ja das schöne an der schwachen Nachhaltigkeit. Ein Projekt soll zwar auch auf die soziale und ökologische Seiten schauen. Doch es soll auch dauerhafte Gewinne erwirtschaften.

    Nicht käuflich zu sein muss mensch sich auch leisten können. Nur wer nicht ersetzbare Schlüsselqualifikationen hat bzw. eine Monopolstellung in einem Markt kann dauerhaft sagen, nicht käuflich zu sein.

    Das traurige ist jedoch, dass sich selbst von diesem Personenkreis viele kaufen lassen. Herr Hoppe hat doch auch über das Jahr 2014 hinaus Verantwortung für Arbeitsplätze. Auch seinen eigenen.

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  6. Der Holm ist schon ein Teufelskerl. Steckt Hoppe das Geld in den Hintern, damit der umsonst das Vamos mietet. Ein Geniestreich der Marke McKinsey.

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  7. Man mag von Campus halten, was man will. Es ist aber sicherlich unfair, von Klaus Hoppe zu erwarten, woran halb Lüneburg scheiterte - nämlich den Wahnsinnsbau zu verhindern. Der Mann sitzt mit seinem Vamos auf einem Pachtvertrag, der noch knapp drei Jahre läuft. Dann ist die Kulturhalle obdachlos und es ist wohl kein Geheimnis, dass Holm Keller den Vertrag niemals freiwillig verlängern würde. Zumindest hatte ich bislang den Eindruck. Dass Hoppe jetzt eine Lösung für sich und vor allem auch seine MitarbeiterInnen finden muss, ist doch absolut natürlich. Sonst wäre er ein schlechter Geschäftsführer. Seine Mission heißt also, ein (neues) Heim für das Vamos zu finden. Da ist die Angelegenheit mit dem Audimax und dem Biergarten natürlich DIE Gelegenheit, die er umbedingt nutzen muss. Niemand darf jetzt von einem Mann erwarten, dass er seine Existenz und die seiner MitarbeiterInnen aufs Spiel setzt, seine Firma sicher ruiniert, um das Audimax zu verhindern. Als Audimaxtöter käme er nicht mehr auf einen grünen Zweig, denn viele würden zwar erleichtert aufatmen, aber niemand will es am Ende selbst gewesen sein. Und alle zeigen mit dem Finger auf den oder die Verantwortlichen. So ist es bislang doch immer gelaufen. Der Wunsch, Campus möge auf seinem Biergarten sitzen bleiben, ist zwar total nachvollziehbar, aber auch zu viel erwartet.

    Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Meldung hier auf dem Watchblog stimmt. Dann stellen sich mir einige Fragen, auf die ich lieber heute als morgen eine Antwort haben möchte. Zunächst interessiert mich natürlich die genaue Vereinbarung. Was haben Uni und Stadt Campus geboten? Wie viel Geld der Steuerzahler fließt also zusätzlich zu den bisher veranschlagten Audimax-Baukosten, damit der Biergarten vorzeitig rausgekauft ist? Man muss dabei im Hinterkopf behalten, dass seit Jahren klar ist, dass es ohne Biergarten nicht geht. Für solche Verhandlungen auf den letzten Drücker ist allein Holm Keller verantwortlich, der es all die Jahre vorher nicht zustande gebracht hat, eine Lösung zu finden. Jeder Euro, der extra fließt, geht also auf das Konto seiner Verhandlungsführung.

    Als weitere Frage interessiert mich, warum die Verhandlungen erst jetzt stattgefunden haben (wenn ich das in der LZ richtig verstanden habe)? In eine denkbar schlechtere Verhandlungsposition hätte sich die Uni doch gar nicht begeben können! Von einem langjährigen Unternehmensberater hätte ich da mehr erwartet. Wenn die Uni bereits mit dem Rücken zur Wand steht, weil der Zeitplan für den Bau sonst in sich zusammen fällt, ist die Verhandlungsposition normalerweise ziemlich mies. Schlimmer geht es doch kaum. Wie kann sowas passieren? Das hat doch mit weitsichtiger Projektsteuerung nichts, aber auch gar nichts zu tun. Wann wurde also mit wem verhandelt - und wann und warum nicht?

    So, jetzt bin ich auf Antworten und die genaue Lösung gespannt. Dann schauen wir mal, was der Landesrechnungshof davon hält. Aber vielleicht hat OB Mädge ja auch Holm Keller aus der Sch*** rausgehauen. ;)

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  8. Dann geht der kleine Matthias wieder bei OLAF (falsche Dinge) petzen...

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    1. ...sagt jemand, der reichlich uninformiert ist.

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  9. LZ will morgen wohl den Schleier lüften - anscheinend Vertragsverlängerung für das Vamos.

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    1. http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/03/12/einigung-zwischen-universitaet-und-vamos-betreibern-perfekt.html

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    2. Langsam bin ich wirklich überzeugt, dass der Watchblog ziemlich gute Quellen hat. Hut ab!

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  10. Jetzt kann Holm wieder in seiner Sandkiste spielen und den nächsten Blindgänger ausbuddeln.

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