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Samstag, 31. März 2012

TV 2.0 und Ballhaus: Fragen über Fragen

Vor rund einem Jahr fragte LeuphanaWatch nach Freundschaftsdiensten beim Fernsehen 2.0. Zuletzt war das Inkubatorprojekt bei uns etwas ins Hintertreffen geraten. Diesen Fehler möchten wir korrigieren und ein paar Fragen in den Raum stellen.

Wo ist Kenup und wo ist die Plattform für Studenten?
Vor vielen Monaten hieß es:
Keller sieht daher zwei für Medienunternehmen zentrale Forschungsfragen: Wie können Nutzer in die Produktion eingebunden werden? Und welche Geschäftsmodelle lassen sich entwickeln?
Mit dem Sender, der im Oktober (2010, LW) unter dem Namen Kenup starten soll, geht Keller dem nach. (1)
Auch für Studenten versprach Keller vollmundig:
Dafür wird eine Sendeplattform mit Studios und kompletter Technikausrüstung gebaut, die auch für studentische Projekte offen ist. (2)
Wo ist der Sender? Was ist mit der Plattform, die Keller im Interview mit der univativ versprochen hat? Und wo sind die Millionen, die in das Projekt fließen? Was ist damit bislang passiert?

Wo ist Projektleiter Michael Ballhaus und wo sind die angekündigten Projekte?
Gastprofessor Ballhaus wollte sehr aktiv werden:
"Prof. Ballhaus wird auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung ein Projekt gemeinsam mit Wissenschaftlern der Leuphana vorantreiben. Seine im Jahr 2007 ins Leben gerufenen Umweltinitiative „The Future is now“ e.V. verfolgt das Ziel, mit Hilfe kurzer Filme breite Aufmerksamkeit für ein klimabewusstes Verhalten zu erreichen. Ein Team aus fünf Nachwuchswissenschaftlern der Leuphana wird ihn künftig dabei unterstützen, die Themen und Skripte für die Kurzfilme fachlich überprüfen und Vorschläge zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Filmreihe entwickeln." (3)
War Michael Ballhaus jemals in Lüneburg, abgesehen vom Pressetermin? Lehrveranstaltungen macht er derzeit scheinbar nicht. Wo ist denn die Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsforschung? Haben die überhaupt schon mal was von Ballhaus gehört? Wo sind die neuen Verwertungsmodelle, wo die neuen Formate und Technologien. Das Projekt leitet Ballhaus doch nun schon seit über einem Jahr.
Und weiter: Wo sind die neuen Filme auf der Webseite www.the-future-is-now.de? Dort stehen seit einem Jahr die gleichen Filme zur Verfügung, teils aus dem Jahr 2008. Verändert hat sich seit dem rein gar nichts. Was hat das Projekt bitte mit der Region und der Förderung ihrer Wirtschaft zu tun?

Hat Michael Ballhaus überhaupt Zeit für "sein" Inkubatorprojekt?
Tatsache jedenfalls ist, dass Gast-Professor Ballhaus zugleich an 2 weiteren Universitäten beschäftigt ist. Das ist zumindest im Internet nachzulesen. Ballhaus hat, in Lüneburg hat davon nur niemand Kenntnis genommen, in München die Leitung einer Abteilung der Hochschule für Film und Fernsehen übernommen. Auf deren Webseite steht es schwarz auf weiß:
Zum Wintersemester 2010/ 2011 hat Prof. Ballhaus an der Hochschule für Fernsehen und Film München die Abteilungsleitung der Abt. VII, Kamera übernommen. (4)
Dazu kommen die Verpflichtungen an der Hamburg Media School, wo Ballhaus seit 2009 die Kameraabteilung des Studiengangs Film leitet.
Der bedeutendste und international erfolgreichste Kameramann Deutschlands, Michael Ballhaus, wird ab dem 1. Oktober 2009 die Kameraabteilung des Studiengangs Film an der HMS leiten. (5)
Ist es zeitlich überhaupt möglich, dass Ballhaus zusätzlich noch im Inkubator wirkt? Oder wollte sich die Leuphana Universität Lüneburg wieder einmal nur mit einem großen Namen schmücken?

Fungierte der Name Ballhaus aus Türöffner für Timon Beyes?
Sollte Michael Ballhaus tatsächlich gar nicht ernsthaft involviert sein (wie es den Anschein hat), dann wird es interessant: Timon Beyes leitet dann quasi allein das Moving Image Lab / Fernsehen 2.0 (6). Professor wurde er aber erst, als er das TV2.0 und die Millionen Forschungsgelder längst eingesackt hatte. Immerhin ist um das Fernsehen 2.0 mittlerweile ein ganzer Inkubatorschwerpunkt "Digitale Medien" (7) entstanden, das "Team" von Beyes hat beachtliche Größe (6). Erstaunlich, dass jemand ohne Professur so fantastisch ausgestattet wird. Vielleicht war dazu der Name Ballhaus nötig, um dem mit Sascha Spoun und Holm Keller gut bekannten Beyes ein millionenschweres Forschungsprojekt "genehmigen" zu können? Bei einem Promi wie Ballhaus entstehen vielleicht weniger Fragen. Ob es auch ohne Ballhaus für den Inkubator gereicht hätte?

LeuphanaWatch wartet auf Antworten.

Quellen:
(1) http://www.zeit.de/2010/30/Privat-TV-Lueneburg#comments
(2) http://www2.leuphana.de/univativ/?p=336
(3) http://www.leuphana.de/aktuell/leuphana-magazin/ballhaus-wilson.htm
(4) http://www.hff-muenchen.de/studium/3/abteilungsleiter/index.html
(5) http://www.hamburgmediaschool.com/newsundpresse/pressemitteilungen/mitteilungen/2009/06/MichaelBallhaus.php
(6) http://www.leuphana.de/inkubator/digitale-medien/moving-image-lab/team.html
(7) http://www.leuphana.de/inkubator/digitale-medien.html

Freitag, 30. März 2012

Leuphana-Denkerei: unter Freunden

Die Leuphana Universität Lüneburg kooperiert mit der Denkerei, dem Amt für Arbeit an unlösbaren Aufgaben und Maßnahmen der hohen Hand in Berlin. Die derzeit scheinbar recht einseitige Nutzenverteilung dieser Kooperation ist überaus pikant. Über den Kooperationsvertrag entschied allen Anschein nach das Präsidium. Senat und andere Gremien wurden erst nach Abschluss informiert (1). Vizepräsident Holm Keller soll eine entscheidende Rolle bei der Einfädelung des Deals gespielt haben (2). Und das, wo im Personal der Denkerei alte Bekannte von Keller anzutreffen sind! Es ist eine Konstellation, die für Gesprächsstoff sorgen könnte. Dabei ist es nicht der erste Fall, in dem personelle Überschneidungen ans Licht kommen.

Denkerei-Denker und Philosoph Peter Sloterdijk leitet die staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe (3). Diese ist mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) eng verbandelt, welches von Denkerei-Kollege Peter Weibel geleitet wird (4). Beide Personen sind keine Unbekannten, waren gemeinsam mit Vizepräsident Holm Keller bei der Bewerbung der Stadt Karlsruhe zur europäischen Kulturhauptstadt 2010 aktiv (5). Keller holte sie dann auch in die Berufungskommission für Daniel Libeskind an die Leuphana Universität Lüneburg, als zuverlässige Personen nötig waren (ohne Libeskind kein Audimax). Der ASTA schrieb dazu:
"Alle drei externen Mitglieder (dieser Berufungskommission, LW) haben schon mit Daniel Libeskind gemeinsame Projekte durchgeführt: Der Philosoph Peter Sloterdijk mit Spoun, Keller und Libeskind an der Uni St. Gallen. Peter Weibel mit Keller und Libeskind bei der Bewerbung von Karlsruhe zur Kulturhauptstadt 2010. (...) (6)"
Karlsruhe scheint die entscheidende Schnittstelle zu sein. An der HfG betrieb auch Daniel Libeskind ein "Research Studio" (7) und war dort Professor (8). Es erscheint wahrscheinlich, zumindest nicht ausgeschlossen, dass Keller aus seiner Zeit in Karlsruhe auch Ober-Denker Bazon Brock kennt. Der leitet dort einen Studiengang und bildet mit Sloterdijk und Weibel zusammen "Profi-Bürger" aus (9, 10). Auch Denkerei Mitgründer Wolfgang Ullrich hat eine Professur an der Hochschule in Karlsruhe (11).

Fast entsteht der Eindruck, ein paar untereinander bekannte Personen hätten sich gemeinsam mit ihrer Denkerei nach Berlin aufgemacht. Als Privatvergnügen quasi, alles selber und privat bezahlt (10). Aber warum dann die Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg und nicht mit der Hochschule in Karlsruhe? Die hätte sich doch angeboten, wo das Spaß-Amt die Ergänzung eines ihrer Studiengänge sein soll. Vielleicht sieht man in Karlsruhe so viel Überschneidung zwischen öffentlichen Funktionen und privatem Vergnügen nicht so gern? Hinzu kommt, dass Bazon Brock nach eigener Aussage bislang immer nur Geld von "ein paar Freunden" bekommen hat (10). Die Leuphana Universität Lüneburg mit ihrer scheinbar indirekten finanziellen Unterstützung der Denkerei erwähnte Brock in einem Interview zur Eröffnung des Amtes nicht (10). Warum?

LeuphanaWatch fragt: Ist Bazon Brock da ein Fehler unterlaufen und er hat die Kooperation glatt vergessen (obwohl sie sogar an der Fassade in Berlin steht)? Vielleicht zählt die Leuphana Universität Lüneburg jetzt auch schon zum Freundeskreis? Oder wird die Unterstützung gar als persönlicher Beitrag von Holm Keller zum Projekt gewertet?

Belege:
(1) Das legt das Protokoll des Senats vom 16.11.2011, Punkt 3.7 nahe.
(2) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis. Keller trat auch bei der Eröffnung für die Leuphana Universität Lüneburg auf (siehe http://www.bazonbrock.de/werke/detail/?id=2575).
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Staatliche_Hochschule_f%C3%BCr_Gestaltung_Karlsruhe
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_f%C3%BCr_Kunst_und_Medientechnologie
(5) http://www1.karlsruhe.de/Aktuell/News05/jury_2010.htm
(6) http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/asta2_0/sonderausgabe_campusentwicklung_online.pdf - Seite 32
(7) http://www.hfg-karlsruhe.de/features/daniel-libeskind-research-studio.html
(8) http://daniel-libeskind.com/daniel
(9) http://de.wikipedia.org/wiki/Bazon_Brock
(10) http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1622358/
(11) http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Ullrich_%28Kunsthistoriker%29

Mittwoch, 28. März 2012

Leuphana-Denkerei: einseitige Kooperation

Zum Jahresanfang berichtete LeuphanaWatch über die "Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Aufgaben und Maßnahmen der hohen Hand" und warf einige dringliche Fragen auf. Beantwortet sind sie nicht, aber es gibt neue. Sie rücken das Spaß-Amt nicht gerade in besseres Licht.

Im Dezember 2011 fand die Eröffnung statt, von der einige Bilder im Internet verfügbar sind (1). So zerren beispielsweise zwei Männer an einem verknoteten Seil. Ein dritter versucht mit einem Schwert das Seil zu durchtrennen. Ein Mann mit schwarzem Rollkragenpullover, Polizeimütze und (scheinbar?) einem umhängenden Holzkreuz filmt angestrengt (2). "Experimentelle Geschichtsschreibung" nennen das die "Denker vom Dienst". Ist es der wissenschaftliche Anspruch der Leuphana Universität Lüneburg? Immerhin geht sie in ihrer Denkerei einer weltbewegenden Frage nach: "Konnte Alexander der Große den gordischen Knoten mit einem Schwert durchschneiden?" (2) Anwesend sind auch einige "Größen" aus Lüneburg, wie die Fotos belegen (1).

Jeden Monat eine Veranstaltung, das scheint das Motto des "Amtes für Arbeit an unlösbaren Aufgaben und Maßnahmen der hohen Hand" zu sein. Januar: "Imaging Sciences" mit Ausstellung "Bombs and Candies." Handgranaten mit Bonbons. Februar: "literarische Aktion" im "Schaltjahr der Theorie-Geschichte". März: "Bewegungen gen Mitternacht" (3). Hat schon Personal der Leuphana Universität Lüneburg eine Veranstaltung angeboten? Bislang nicht. Werden die Veranstaltungen auf der offiziellen, leuphanisierten Webseite der Denkerei (4) beworben? Bislang nicht. Auch in mystudy finden sich keine Hinweise. Veranstaltungen der Denker vom Dienst in Lüneburg sind bislang ebenfalls unbekannt (5).

Es stellt sich dringend die Frage, welchen Nutzen die Leuphana Universität Lüneburg bislang von ihrer Kooperation mit der Berliner Denkerei am Oranienplatz hat. Da hilft es auch nicht, dass über mystudy auf die Januar-Veranstaltung in Berlin hingewiesen wurde (6). Kann eine eMail nur zwei Tage vor dem Termin der über zweihundert Kilometer entfernten Veranstaltung mehr als eine Alibifunktion erfüllen? Vielleicht mag der reiselustige Holm Keller kurzfristig in die Hauptstadt fliegen. Für alle Normalsterblichen ist nicht einmal mehr der Sparpreis der Bahn zu buchen.

Im Senat hieß es zu den Vorteilen für die Leuphana Universität Lüneburg im Herbst 2011:
"Die Kooperation (...) eröffnet (...) die Möglichkeit, in Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt auf Arbeiten unserer Universität aufmerksam zu machen. Sie ermöglicht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unserer Universität darüber hinaus, gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte auf den Weg zu bringen. (7)"
Bislang ist davon nichts zu sehen. Welche Verpflichtungen die Leuphana Universität Lüneburg übernommen hat, wurde erst aus der Antwort auf eine darauf folgende Anfrage deutlich:
"(Name entfernt, LW) berichtet, dass er aus vertraulichen Quellen erfahren habe, dass im Rahmen der Eröffnung der Leuphana Repräsentanz „Die Denkerei“ in Berlin drei Stellen eingerichtet wurden und fragt in diesem Kontext an, ob diese Stellen durch die Leuphana Universität Lüneburg alimentiert werden?
P Spoun antwortet, dass die Leuphana Universität keine Stellen in der Denkerei einrichtet. Die Leuphana Universität zahlt für die Nutzung der Räumlichkeiten in Berlin keine Miete, übernimmt aber als Gegenleistung die Verwaltung der Drittmittel für das „Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand“. (8)"
Die Leuphana Universität Lüneburg richtet also keine Stellen in der Denkerei ein. Werden denn in Lüneburg neue Stellen nötig? Unbeantwortet! De facto erspart die Leuphana Universität Lüneburg jedenfalls der Denkerei wohl nicht unerhebliche Personalkosten. Und das Amt für Arbeit an unlösbaren Aufgaben hat anscheinend einen weiteren, ganz entscheidenden Vorteil.
"Allerdings gibt die Lüneburger Hochschule nicht nur ihren guten Namen (...), sondern auch steuersparende Anerkennung: Durch den "Anschluss an die Leuphana" sei "die Gemeinnützigkeit des Amtes bekundet", erklärte Bazon Brock auf einer Internetseite. (9)"
Die "Denker im Dienst" der Denkerei am Oranienplatz scheinen also auch noch kräftig Steuern zu sparen, wenn die Informationen der HAZ stimmen. Für sie sind die Vorteile der Kooperation also ziemlich greifbar. Das Gegenteil ist für die Leuphana Universität Lüneburg bislang der Fall.

Belege:
(1) http://www.bazonbrock.de/werke/detail/?id=2575 / Für Fotos auf den Pfeil in der unteren, rechten Ecke klicken.
(2) http://www.bazonbrock.de/werke/detail/?id=2575§id=2270#sect
(3) http://www.bazonbrock.de/arbeit-an-unloesbaren-problemen/
(4) http://www.leuphana.de/denkerei
(5) mystudy enthält dazu keinerlei Hinweise. Auf der Webseite (4) ist nichts vermerkt.
(6) eMail vom 24.01.2012 "[Newsletter "Präsidium"] Veranstaltung in der Denkerei: Imaging Sciences"
(7) Protokoll des Senats vom 16.11.2011, Punkt 3.7
(8) Protokoll des Senats vom 07.12.2011, Punkt 4.2
(9) "Lüneburg hebt ab. Universität Leuphana lässt künftig in Berlin denken - während zu Hause die Korruptionsprüfer anklopfen", Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 26./27.11.2011, Seite 1

Dienstag, 27. März 2012

Die Leuphana-Audimax-Marke

Manchmal sind gar nicht viele Worte nötig, um den Sinn und die grundlegende Ideologie eines Projekts zu beschreiben. Die Beschreibung des im April stattfindenden Seminars "Landmark Architecture" von Holm Keller und Daniel Libeskind ist in dieser Hinsicht ein Glücksfall. Selten ist die Hauptfunktion des geplanten Audimax so klar dargestellt worden.
In den letzten Jahren wurden für verschiedenste Unternehmen und Institutionen „Leuchtturm-Gebäude“ errichtet - Gebäude mit eigenständiger Strahlkraft, oft nach Entwürfen namhafter Architekten. In der Regel beeinflusst ein derartiges Gebäude, spätestens mit der Inbetriebnahme, die Marke des Bauherrn bzw. Hauptnutzers. Auch das Zentralgebäude der Leuphana Universität ist ein großer öffentlicher Neubau, den unsere Universität errichtet in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Niedersachsen, Landkreis und Hansestadt Lüneburg, der evangelischen und katholischen Kirche sowie den jüdischen Gemeinden Niedersachsens. Es entsteht ein modernes nachhaltiges Universitätsgebäude mit überregionaler Bedeutung.

In diesem Seminar werden Studierende gemeinsam mit dem Architekten Daniel Liebeskind das Spannungsverhältnis von Institutionen- und Gebäudemarken anhand des Leuphana Zentralgebäudes beleuchten. Es werden die Erfolgspotentiale und Treiber der baulichen Markeninszenierung betrachtet, Zielgruppen zur Vermarktung von Architektur bestimmt, ein Marketing- und Merchandisingkonzept abgeleitet und zuletzt werden konkrete neuartige und zukunftsweisende Marketingmaßnahmen für öffentliche Großbauprojekte entwickelt.

Das Seminar richtet sich an Studierende, die konzeptionelle, gestalterische und praktische Fähigkeiten bündeln wollen. Gefordert werden Vorstellungsvermögen, Kreativität, Gestaltungswille und Teamgeist. Innerhalb des Seminars werden die Studierenden zielgruppenspezifische Marketingmaßnahmen für öffentliche Gebäude erarbeiten, Prototypen entwickeln und ihre Konzepte und Lösungen präsentieren. Dabei werden sie in ihrem kreativen Prozess von Daniel Libeskind und Holm Keller begleitet. Die Ideen und Konzepte des Seminars sollen in die Marketingaktivitäten zum neuen Zentralgebäude einfließen. (1)
LeuphanaWatch fragt: Hat eine Universität nichts besseres zu tun?

(1) https://mystudy.leuphana.de/personAnzeigen/?person_id=898

Mittwoch, 21. März 2012

ASTA & STUPA: Campushotel endgültig begraben

Im Februar berichtete LeuphanaWatch darüber, dass der Bebauungsplan für die Leuphana Universität Lüneburg geändert werden soll. Grund ist ein falsch geplanter Bürgersteig. Jetzt haben ASTA und Studentenparlament dazu Stellung genommen. Zum Bürgersteig äußern sie sich dabei nicht, denn sie haben ein ganz anderes Anliegen. In der Stellungnahme heißt es:
Im Bebauungsplan findet sich, neben den drei Alternativen zum Bürgersteigverlauf, auch ein Sondergebiet "Hotel / Parkhaus". Neben dem Zentralgebäude als Veranstaltungszentrum war auch ein Tagungshotel geplant, um BesucherInnen unterbringen zu können. Die Pläne, ein Hotel auf dem Campus zu errichten, wurden im Dezember 2010 vom Stiftungsrat verworfen. Der Stiftungsrat verwies auf die Möglichkeit, ein Hotel außerhalb des Universitätsgeländes zu realisieren. Nach Meinung des AStA sollten die Flächen auf dem Campus für universitäre Nutzung zur Verfügung stehen. Fremdnutzungen sind zu vermeiden, um Entwicklungspotenziale der Universität langfristig zu sichern. Der aktuelle Raummangel der Universität kann nicht beseitigt werden, wenn potentielle Erweiterungsflächen an andere Zwecke gebunden sind, vor allem in Anbetracht der Zentralisierungspläne der Universität auf den Campus Scharnhorststraße. Daher sollte das aktuelle Sondergebiet "Hotel / Parkhaus" umgewidmet werden zum Sondergebiet "Universität / Parkhaus".

Da ein Änderungsverfahren zum Bebauungsplan stattfindet, fordern wir, dass diese Fläche in Zukunft der universitären Nutzung offensteht und im aktuellen Planänderungsverfahren umgewidmet wird. Quelle: ASTA
Mit ihrem Anliegen bleiben die Studentenvertreter ihrer Forderung treu, nicht universitäre Nutzungen vom Campusgelände fernzuhalten. In ihren Augen handelt es sich bei solchen Nutzungen um eine Platzverschwendung, welche die langfristigen Entwicklungspotenziale der Leuphana Universität Lüneburg einschränkt (LeuphanaWatch berichtete). Vollkommen zu recht verweisen die Studenten darauf, dass der Stiftungsrat vor über einem Jahr den Hotelplänen einen Riegel vorschob.

Es wird interessant sein, ob die Studentenvertretung bei der Hansestadt Lüneburg Gehör findet. Sie hat jedenfalls ein mehr als deutliches Zeichen gesetzt, dass es ihr mit ihrem Anliegen ernst ist: Die Stellungnahme wurde einstimmig vom ASTA und dem gesamten Studentenparlament verabschiedet - in den vergangenen Wochen war das Parlament eher durch gegenseitige Blockade der beiden politischen Blöcke aufgefallen. In dieser Sache ziehen jetzt alle an einem Strang. Das hat beim Campushotel Tradition. Auf den Webseiten des ASTA zur Campusentwicklung finden sich genügend Beispiele für die harte Linie der Studentenvertreter:
Mindestens ebenso interessant wie das Verhalten der Hansestadt dürfte selbiges der Leuphana Universität Lüneburg sein. Der Stiftungsrat hat das Hotel bekanntlich schon zu den Akten gelegt, zuletzt hatte Vizepräsident Holm Keller argumentativ auf die Linie der Studentenvertretung eingeschwenkt. Jetzt kann er beweisen, dass es ihm mit der neuen Linie ernst ist:

LeuphanaWatch ruft die Entscheidungsträger dazu auf, sich dem sinnvollen Anliegen der Studenten anzuschließen.

Für Stiftungsrat und Präsidium bietet sich die Chance, bei den schärfsten Kritikern verlorene Sympathien zurückgewinnen. Und das ganz ohne schwierige Zugeständnisse, denn auf ein Hotel auf dem Campus hat man ja bereits verzichtet. Jetzt folgerichtig die Planung zu ändern wäre die logische Konsequenz. Alles andere wäre ein Eingeständnis, dass man noch immer am irrsinnigen und nicht zukunftsfähigen Hirngespinst eines Hotels auf dem Campus festhält.

Dienstag, 13. März 2012

Der Vamos-Deal

Jetzt ist offiziell, Leuphana Universität Lüneburg und Campus Lüneburg haben sich über das Schicksal des Vamos Biergartens und die Konditionen des Deals geeinigt. LeuphanaWatch hatte schon vor Tagen exklusiv über den Durchbruch in der Vamos-Frage berichtet.

Die am gestrigen Morgen notariell besiegelte Vereinbarung (1) enthält folgende Kernelemente:
Die Vertragsparteien verständigten sich jetzt darauf, dass ein Teil der Freifläche (des Biergartens, LW) mit sofortiger Wirkung an die Universität zurückgegeben wird. Im Gegenzug erhält Campus Management eine finanzielle Entschädigung für entgangene Gewinne aus dem Biergartenbetrieb. Über die Höhe der Entschädigung, die den Berechnungen eines vereidigten Wirtschaftsprüfers folgt, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. (2)
Leuphana Universität Lüneburg und Campus tauschen also Zeit (der Pachtvertrag für den Biergarten lief noch bis 2014) gegen Geld (entgangener Gewinn durch frühere Rückgabe der Fläche).
Gleichzeitig wird der für die Halle (Vamos, LW) bestehende Mietvertrag um vorerst ein Jahr bis Ende 2015 verlängert.
... Auch für das Vamos gebe es nun eine klare Perspektive und ausreichend Zeit, alle Optionen für den weiteren Betrieb zu prüfen (sagt Holm Keller, LW).(2)
Der Pachtvertrag wird also um ein Jahr verlängert, so dass Campus Lüneburg genug Zeit hat, seinen Wegzug vom Unicampus vorzubereiten. Das lässt sich recht deutlich aus der LZ herauslesen, die Oberbürgermeister Mädge zitiert:
Mädge kündigt an: "Die Stadt wird dabei helfen, dem Vamos auch nach 2015 eine Zukunft in Lüneburg bieten zu können." (1)
In Lüneburg, nicht auf dem Campus. Nähere Details zu dieser Frage will Campus heute in einer Pressekonferenz bekannt geben. Mit weiteren Presseberichten ist also zu rechnen. Nicht zuletzt ist ein entscheidender und nicht zu unterschätzender Teil des Deals die Kaufoption der Leuphana Universität Lüneburg für weitere Immobilien von Campus:
Im Zuge der Verhandlungen verständigten sich Universität und Campus Management auch darüber, dass die Universität bis zum 31. Oktober 2013 Liegenschaften auf dem Campus Scharnhorststraße ankaufen kann, die sich derzeit im Besitz von Campus e. V. bzw. der Campus Management GmbH befinden. Dabei handelt es sich um das Campus Center, die sogenannte Ladenzeile, und das Gebäude 15, das derzeit als Wohnheim „Campus 1“ genutzt wird. (2)
Immobilienexperten gehen laut LZ von einem Wert von drei bis vier Millionen Euro für diese Gebäude aus. Offizielle Zahlen liegen aber nicht vor. (1) Die Kaufoption für diese Bauten ist tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Schachzug der Leuphana Universität Lüneburg. Die Ladenzeile schiebt sich derzeit wie ein Riegel zwischen das geplante Audimax und den Bereich der Hörsäle und der Bibliothek. Außerdem ist sie mit nur einem Stockwerk (dem Erdgeschoss) eine denkbar schlechte Ausnutzung der knappen Fläche auf dem Unicampus. Ein Abriss und eine neue Bebauung durch Universitätsgebäude wäre eine sehr sinnvolle Lösung. Das gilt besonders, da auf dem Unicampus perspektivisch Platz für Entwicklungen bleiben sollte. Das muss wohl ähnlich für das Wohnheim Campus 1 gelten, welches wichtigen Platz für universitäre Nutzungen blockiert. Auch hier könnten zusätzliche Büros und Seminarräume direkt auf dem Unicampus geschaffen werden. Allerdings stellt sich vorher die Frage, wo statt dessen günstiger Wohnraum für Studenten als Ersatz geschaffen werden könnte. Warum das Wohnheim Campus 2 allerdings außen vor bleibt, erschließt sich auf den ersten Blick nicht. Vermutlich wollte der Campus e.V. es schlicht nicht abgeben - der Sanierungsstau ist in Campus 1 weit größer.

Eins überrascht dann aber doch. Es ist die scheinbare Läuterung von Vizepräsident Holm Keller. Der sagt jetzt:
Die Leuphana gewinnt durch die Option auf den Immobilienkauf Handlungsspielraum, erklärt Uni-Vizepräsident Keller: "Es geht um die Konsolidierung des Immobilien-Portfolios. Die Uni kann sich so am Standort Scharnhorststraße künftig auf eigenem Grund weiterentwickeln." Es gebe noch keine konkreten Planungen. Aber die Vereinbarung eröffne die Chance, mittel- bis langfristig bei Studentenzahlen auch räumlich ein Wachstum zu realisieren. (1)
Das hörte sich vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders an. Da plante Keller ein Hotel und ein weiteres Wohnheim auf dem Campus, was der ASTA seinerzeit als Platzverschwendung kritisierte. (3) Erst der Stiftungsrat stoppte das unsinnige Vorhaben und sicherte damit Flächen für eine zukünftige bauliche Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg.

Jetzt sichert also Holm Keller mit dem Immobiliendeal Potenziale für die Zukunft. Ein sinnvoller Schachzug, der Zustimmung verdient. Aber ist tatsächlich eine Läuterung eingetreten und Keller sichert Entwicklungsspielräume - oder will Keller lediglich Campus Lüneburg möglichst weitgehend vom Unicampus verdrängen? Letztlich kann die Motivation egal sein, die Kaufoption ist erstmal richtig.

Quellen:
(1) http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/handel-um-zeit-und-geld/
(2) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/03/12/einigung-zwischen-universitaet-und-vamos-betreibern-perfekt.html
(3) Sehr ausführlich zum Hotel Seite 26 in http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/asta2_0/sonderausgabe_campusentwicklung_online.pdf

Donnerstag, 8. März 2012

Durchbruch in der Vamos-Frage

Holm Keller, der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg, hatte bislang ein Problem mit dem Bau des Zentralgebäudes. Zwar macht die Baustelle Fortschritte, aber der Biergarten des Vamos muss für die Baugrube weichen. Sonst kann nicht gebaut werden. Das Grundstück des Biergartens ist aber (wie das Vamos selbst) bis 2014 an Campus Lüneburg verpachtet und das Unternehmen wollte bislang seinen Biergarten nicht früher hergeben. Seit Jahren kursieren immer wieder andere Optionen für eine Lösung über den Campus. In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen nun unter erheblichem Zeitdruck intensiv verhandelt. Campus strebte eine Verlängerung des Pachtverhältnisses an, Holm Keller benötigt sofort die Fläche mit dem Biergarten. [1]

Anfang März spekulierte die Landeszeitung plötzlich über "fünf häufig genannte" Standortalternativen für das Vamos. Genannt wurden der Unicampus Volgershall, der Sportpark Kreideberg, die Sporthalle der Schlieffen-Kaserne, das Kulturforum Gut Wienebüttel und ein Neubau auf den neben dem Vamos liegenden Brachflächen der Landeskrankenhilfe. Alternativ konnte sich die LZ auch eine Vertragsverlängerung am derzeitigen Standort als "nicht vollkommen unwahrscheinlich" vorstellen.[2] Undenkbar, dass derlei Gedankenspiele ohne wohlwollende Signale aus dem Leuphana-Präsidium, dem Rathaus oder gar von Campus Lüneburg erfolgt sind. Es wird sich um einen Testballon gehandelt haben, um die Öffentlichkeit vorsichtig auf mögliche Szenarien vorzubereiten.

Wie LeuphanaWatch nun exklusiv berichten kann, ist nach wochenlangen harten und komplizierten Verhandlungen nun im letzten Moment der entscheidende Durchbruch gelungen. In Gesprächen der Leuphana Universität Lüneburg mit der Campus Management GmbH und unter Mitwirkung der Hansestadt Lüneburg gelang es vor einigen Tagen eine Lösung zu finden. Diese ermöglicht den zeitnahen Baubeginn für das Zentralgebäude und bietet auch für Campus Lüneburg eine akzeptable Perspektive. Vizepräsident Holm Keller wirkte nach offenbar nervenaufreibenden Wochen sichtlich erleichtert über den Durchbruch bei den Verhandlungen, wie gut informierte Kreise auf dem Campus LeuphanaWatch exklusiv berichteten. Schon in Kürze soll das Verhandlungsergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aus Gründen der Fairness möchten wir nicht vorgreifen...

Nachweise:
[1] "Poker um die Vamos-Zukunft" vom 03.02.2012, LZ Seite 4
[2] "Kulturhalle sucht Zukunft" vom 01.03.2012, LZ Seite 1 & 3

Donnerstag, 1. März 2012

Land unter im Parkhaus

"Ist das Parkhaus wirklich undicht? Ist es wirklich so kaputt wie behauptet wird?"
Solche Fragen hört man öfter auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Dabei liegt die Antwort auf der Hand und ein Besuch des Gebäudes spricht für sich. Und schon wieder gibt es Neuigkeiten zum Zustand des Parkhauses neben der Mensa zu berichten. Im ebenerdigen Parkbereich des laut Holm Keller "ganz guten" Gebäudes steht in Teilbereichen das Wasser.
Die Untiefen des Hochschulbauwesens; Foto: [1]

Wie kommt es dorthin und warum gibt es keinen Abfluss? Fragen über Fragen. Über die Antworten kann derzeit nur spekuliert werden. Aber es stellen sich weitere Fragen und die haben damit zu tun, wie sinnvoll das Gebäude überhaupt geplant wurde. Besonders auffällig ist die Beleuchtung, die von außen am Gebäude angebracht ist.
'Marke Eigenbau'; Foto: [1]

Eine Lampe auf einer Dachlatte, die mit Kabelbindern an der Fassade befestigt ist. Das mag eine innovative und kreative Problemlösung sein, aber kaum den hohen ästethischen Ansprüchen der Leuphana Universität Lüneburg genügen. Hat man also kurzerhand die Lampen bei der Planung vergessen, oder handelt es sich seit Monaten um eine Übergangslösung? Wie viele Monate nach der feierlichen Eröffnung dürfen noch vergehen, bevor das Gebäude endlich in einen akzeptablen Zustand gebracht wird?

Diese neuen Beobachtungen stehen bekanntlich nicht allein. Bereits vor Wochen fragte LeuphanaWatch, ob das Parkhaus bereits eine Bauruine sei. Vizepräsident Keller wollte das nicht kommentieren und schwieg. Dann ereignete sich ein Rohrbruch im Technikgebäude, welches zum Parkhaus gehört. Es soll nicht der erste gewesen sein, heißt es auf dem Campus hinter vorgehaltener Hand. Langsam dürften Zweifel aufkommen, ob die verantwortlichen Beteiligten zu einer Behebung der Probleme in der Lage sind.

Dabei ist es höchste Zeit das Parkhaus endlich zu öffnen!

LeuphanaWatch berichtete bereits, dass die Leuphana Universität Lüneburg die nötige Parkplatzzahl nicht nachweisen kann. Das führt, gerade auch in der Konferenzwoche, zu erheblichem "Wildparken", unnötigem Verkehr bei der Parkplatzsuche und zu einer Belastung von Anwohnern, Autofahrern und Uniangehörigen. Dabei gibt es eigentlich gesetzliche Regelungen, die solche Situationen verhindern sollen. Aber Leuphana Universität Lüneburg und die Hansestadt drücken mehr als beide Augen zu. Spätestens bei der ersten Anwohnebeschwerde werden sie das nicht mehr durchhalten können.

[1] LeuphanaWatch dankt für das übermittelte Bild. Der Fotograph möchte anonym bleiben.

Montag, 20. Februar 2012

Heiko Franken bald Leuphana-Vizepräsident?

Im Mai endet die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun und dem hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller. Während Spoun im vergangenen Jahr für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde, scheiterte Kellers Verlängerung zunächst (LeuphanaWatch berichtete). Nach einem unwürdigen Tauziehen sollte Keller als Vizepräsident in 50% Teilzeit wiederbestellt werden. Gegen diese Variante ist noch immer eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen anhängig, die Entscheidung steht noch aus. In jedem Fall ist im Mai ein hauptamtlicher Vizepräsident in 50% Teilzeit zu besetzen - oder aber es ist bei einem Sieg der Senatoren vor dem OVG erneut über die gesamte Vollzeitstelle abzustimmen. In jedem Fall wird neues Personal benötigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich die Indizien, dass das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg den derzeitigen Geschäftsführer der Professional School, Heiko Franken, als neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten aufbauen will.

Ein für die Öffentlichkeit sichtbares Indiz druckte die Lünepost am vergangenen Wochenende ab. In einem größtenteils wörtlich aus einer Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg (1) übernommenen Artikel zum Baubeginn des Audimax (2) darf sich neben Holm Keller auch Heiko Franken äußern:
Der Leiter der Professional School, Heiko Franken, ist zufrieden: "Ich habe ein gutes Gefühl." (2)
Es ist die einzige Ergänzung zur Pressemitteilung, welche die Lünepost vorgenommen hat. Inhaltlich hätte getrost auf sie verzichtet werden können, denn Neuigkeiten kann Heiko Franken nicht beitragen. Man könnte meinen, der Name hätte in der Öffentlichkeit platziert werden sollen. Denn warum kommt ausgerechnet der Geschäftsführer der Professional School zu Wort?

Auf der gleichen Seite berichtet die Zeitung über ein erstes Projekt des Innovationsinkubators, welches jetzt abgeschlossen wurde. Wie der Bereich Campusentwicklung gehört auch der Inkubator zum Aufgabenbereich von Holm Keller, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für "Innovations-Inkubator und Universitätsentwicklung" (3). An dieser Stelle ist fast das gleiche Spiel zu beobachten. Erneut wird Heiko Franken als Experte präsentiert:
So ist das erste abgeschlossene Inkubator-Projekt wohl als erfolgreich zu bezeichnen, wie auch Heiko Franken von der Professional School betont: "Hier wurden vier neue Arbeitsplätze geschaffen - mal sehen, wie es mit den anderen rund 50 Projekten weitergeht..." (4)
Dieses Mal wird Franken sogar mit Bild abgedruckt, darunter noch einmal das Zitat in leicht anderer Formulierung. Zum Projektteam gehört der Geschäftsführer der Professional School aber offensichtlich nicht (5). Auch in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg kommt er nicht vor (6). Trotzdem darf er im Artikel quasi die Rolle des eigentlich zuständigen Holm Keller übernehmen und die Gesamtsicht für den Inkubator vertreten.

Wie aus Uni-Kreisen zu hören ist, fällt Heiko Franken bereits seit längerem durch seine anscheinend ungewöhnlich häufige Präsenz bei allgemeinen Veranstaltungen auf, z.B. in der Reihe "Leuphana auf dem Weg". Hinter vorgehaltener Hand wird heftig über mögliche Motivationen diskutiert. Beobachter vermuten, es ginge bereits darum Gesicht zu zeigen und ein Image als "Kandidat des Hauses" aufzubauen (7).

Als Unternehmensberater würde Heiko Franken jedenfalls gut zum Duo Spoun / Keller passen oder könnte Keller gar ersetzen. Seine langjährige Tätigkeit in herausragender Position bei der Boston Consulting Group würde in Ergänzung zum McKinsey-Manager Keller beide großen Unternehmensberatungen an die Leuphana Universität Lüneburg binden. Hinzu käme durch den ähnlichen beruflichen Background beider Personen eine vermutlich relativ unkomplizierte Zusammenarbeit. Das zeigte sich schon in der letzten Startwoche, wo Franken Teil des Lehrendenteams war, sein ehemaliger Arbeitgeber von zentraler Bedeutung (LeuphanaWatch berichtete). Möglicherweise könnte er die nächste Startwoche ganz von Keller übernehmen, der bei den Studenten nicht besonders gut ankam.

Sollte Heiko Franken Ambitionen als Vizepräsident hegen, ist darüber hinaus die Zeit auf seiner Seite. Nach einem Urteil des OVG in der Causa Keller wird in jedem Fall unabhängig vom Ausgang eine Stellenausschreibung nötig sein. Zeitlich wird das bis Mai sehr knapp, so dass sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen halten dürfte. Eine hausinterne Lösung bietet da vordergründig einen gewissen Charme. Ob sich die Leuphana Universität Lüneburg allerdings einen weiteren Unternehmensberater in der Leitungsebene installieren möchte, wird noch zu diskutieren sein.

LeuphanaWatch wird die Angelegenheit weiter im Auge behalten.

Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) "Audimax-Bau startet jetzt", Lünepost 18./19. Februar 2012, Seite 3
(3) http://www.leuphana.de/holm-keller.html
(4) "Neue Arbeitsplätze durch Uni-Inkubator", Lünepost 18./19. Februar, Seite 3
(5) http://www.leuphana.de/professional-school/wissenstransfer/forschung-entwicklung/im-inkubator/operations-excellence.html
(6) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/02/16/erstes-inkubator-projekt-erfolgreich-abgeschlossen.html
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Freitag, 17. Februar 2012

Neues vom Audimax, aber keine Antworten

Die Leuphana Universität Lüneburg hat auf ihrer Webseite "Leuphana beginnt Libeskindbau" Neuigkeiten vom Zentralgebäude bekannt gegeben. Genaugenommen hat der Bau jedoch gar nicht begonnen, sondern soll das erst im März tun. Die Leuphana Universität Lüneburg schreibt:
Die Bauarbeiten für das neue Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg nach einem Entwurf des renommierten Architekten Daniel Libeskind können starten. Die Universität hat heute den Auftrag für das Ausheben der Baugrube vergeben. Mit den Arbeiten soll bereits im März begonnen werden. Zuvor waren die noch ausstehenden Zuwendungsbescheide des Landes eingegangen. Mit ihnen bewilligt das Land Niedersachsen die Fördermittel der Europäischen Union und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Nun folgt eine europaweite Ausschreibung für den Rohbau.

Zunächst wird auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern das Erdreich teilweise bis zu sieben Meter tief entfernt. Dann folgt das durchschnittlich 60 Zentimeter dicke Fundament. Das Richtfest für den Gebäudeteil „Audimax“, die Veranstaltungshalle mit rund 1.200 Sitzplätzen, ist für den 11. Januar 2013 vorgesehen. Das neue Zentralgebäude soll bis Ende des Jahres 2014 fertiggestellt sein. Holm Keller, hauptberuflicher Vizepräsident der Universität, zeigt sich zufrieden: „Mit dem Vorliegen der Zuwendungsbescheide haben wir jetzt die Grundlage für die Vergabe des ersten Bauauftrages bekommen und sofort gehandelt.“ Der Zeitplan für den Bau werde eingehalten, sagte Keller am Mittwoch. (1)
Die Aussagen sind mehr als interessant. Wir fragen uns:
  • Warum gibt es schon ein genaues Datum für das Richtfest, aber keins für den Baubeginn? Wie seriös ist das?
  • Wird es mehrere Richtfeste geben? Warum gibt es ein Richtfest für den Audimaxteil, noch bevor das gesamte Gebäude Richtfest feiern kann? Liegt das daran, dass am 20. Januar Landtagswahlen sind? (2) 
  • Welcher Zeitplan für den Bau soll eingehalten werden? 2011 ist doch schon vorbei.
Auch der ASTA hat noch Fragen:
(...) Die Universitätsleitung produziert mit ihrer Pressemitteilung also wieder mal eine Erfolgsmeldung, ohne auf die tatsächlichen noch im Raum stehenden Fragen einzugehen. Neben der nach wie vor unsicheren Finanzierung, der zweifelhaften Zweckmäßigkeit des Gebäudes, dem ausstehenden Bericht des Landesrechnungshofes, sowie der Überprüfung durch OLAF (das Europäische Amt für Betrugs-Bekämpfung) und einigen anderen Fragen wäre ganz akut zu klären, wie es um den Biergarten des Vamos steht und, viel wichtiger, wie das Planungsteam um Holm Keller die nötigen Stellplätze während der Bauphase nachweisen will, wenn doch die neue Parkpalette scheinbar bereits wieder baufällig und nicht nutzbar ist. Auch stellt sich nach wie vor die Frage, wie sehr die Bauarbeiten die Forschung und Lehre auf dem Campus beeinflussen werden. Schließlich ist eine Großbaustelle keine besonders wünschenswerte Nachbarin. (3)
LeuphanaWatch fragt sich: Könnte bitte erstmal jemand ein benutzbares Parkhaus hinbekommen?

(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Niedersachsen_2013
(3) http://www.asta-lueneburg.de/home/singlenews1/?tx_ttnews[tt_news]=1175&tx_ttnews[backPid]=240&cHash=a5067b74c9

Freitag, 10. Februar 2012

Uni hat zu wenig Parkplätze

Die Anwohner am Bockelsberg sind richtig sauer. Reihenweise werden ihre Parkplätze zugeparkt. Der Frust scheint groß und er entlädt sich zum Beispiel am LZ-Lesertelefon. Ein Anwohner beklagt sich:
Dann (abends bei Vamosveranstaltungen, LW) wird die ganze Straße komplett zugeparkt, obwohl die Parkplätze für Anwohner reserviert sind. [1]
Schon in Herbst hatten sich Anwohner der Scharnhorststraße beschwert. Studenten und Mitarbeiter der Leuphana Universität Lüneburg berichten, dass sie derzeit bis zu 20 Minuten auf der Suche nach einem Parkplatz über den Campus und durch die angrenzenden Straßen fahren müssen [2]. Relativ entspannt bleibt nur die Stadt, deren Pressesprecher gegenüber den Kollegen der LZ sagt:
Wir bitten um Verständnis, denn es ist schließlich Bauzeit. Aber so, wie sich die Autofahrer verhalten, ist das natürlich nicht gedacht. Wir appellieren an die Fahrer, sich an die ausgeschilderten Parkflächen zu halten. [1]
Diese Aussage dürfte Anwohnern und Autofahrern gleichzeitig den Wutschweiß auf die Stirn treiben. Immerhin wird die von der Stadt angesprochene "Bauzeit" noch bis mindestens Ende 2014 dauern und ausgeschilderte Parkflächen sind rar. Die Problematik dürfte also auf längere Zeit bestehen bleiben. Grund genug, der Frage nach ausreichend Parkplätzen nachzugehen.

Derzeit verfügt die Leuphana Universität Lüneburg am Campus über vier Parkplätze. Westlich hinter der Ladenzeile befindet sich ein Parkplatz, ein weiterer besteht an der Scharnhorststraße vor Gebäude 14. Beide Parkplätze kommen zusammen auf rund 300 Plätze. Viel zu wenig, um das hohe Verkehrsaufkommen einer Universität im ländlichen Raum zu bedienen. Eigentlich gibt es mehr Platz, aber der größte Parkplatz am Vamos ist bereits komplett zur Baustelle geworden und nicht mehr benutzbar. Das Parkhaus an der Mensa ist noch immer gesperrt. Nach dem Bericht auf LeuphanaWatch berichtete auch die LZ am 2. Februar über die dort augenscheinlich vorhandenen Bauschäden. Aus einer Präsentation, die Vizepräsident Holm Keller am 24. Januar bei einer Infoveranstaltung zeigte geht hervor, dass dort 229 Parkplätze vorhanden sind, die aber nicht genutzt werden können.

Das Ergebnis dieser beengten Parksituation ist offensichtlich. Überall auf dem Campus parken Autos, Anfang der Woche waren es um die Mittagszeit in den Wegen rund 200 PKW - ein Teil davon parkte in Feuerwehrzufahrten, auf durchgestrichenen Bereichen an Kreuzungen und auf Grünflächen. Hinzu kommen die Fahrzeuge, die auf den offiziellen Parkplätzen bei Gebäude 14 und hinter der Ladenzeile abgestellt waren [3]. Nicht abschätzbar sind alle PKW, die in den umliegenden Straßen parken. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um diese Situation als untragbar zu erkennen. Spätestens wenn die Vorlesungen im Sommersemester starten, dürfte vollends das Chaos ausbrechen.

Verantwortlich für die aktuelle Misere ist wieder einmal Holm Keller. Der Parkplatz am Vamos hätte nicht gesperrt werden dürfen, ohne ausreichend Ersatz zu präsentieren. Das ist auch rechtlich interessant: Die Leuphana Universität Lüneburg muss jederzeit eine festgelegte Anzahl von Plätzen nachweisen. Das berichten gut informierte Quellen. Nach LeuphanaWatch vorliegenden Informationen sind dies während der Bauphase rund 600. Diese Zahl unterschreitet die Leuphana Universität Lüneburg aktuell erheblich. Zusätzlich zu den rund 300 offiziellen Parkplätzen (Gebäude 14 und Ladenzeile) stehen nach einer Zählung bei idealer Beparkung theoretisch ca. 240 weitere Plätze in den Wegen des Campus zur Verfügung [3]. Das gilt aber nur, wenn alle Wege restlos zugeparkt werden. Tatsächlich liegt die Zahl der unterzubringenden Autos wohl deutlich geringer, weil keine Markierungen vorhanden sind. So bleiben zahlreiche Parklücken durch ungeschicktes Parken anderer zwangsläufig leer, weil sie für PKW zu klein sind.

Fazit: Die Leuphana Universität Lüneburg hat ein dickes Parkproblem. Es ist mehr als fraglich, ob die rechtlichen Verpflichtungen eingehalten sind. Vermutlich hätte der Vamos-Parkplatz gar nicht abgesperrt und aufgerissen werden dürfen, ohne dass das Parkhaus an der Mensa benutzbar ist. Eine Eröffnung ist aber gar nicht absehbar. Vizepräsident Holm Keller wird sich deshalb unangenehme Fragen gefallen lassen müssen und die Stadt Lüneburg ist aufgerufen, die Einhaltung der Vorschriften zu prüfen. Das ist sie den Anwohnern, Studenten, aber auch allen Autofahrern schuldig.

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.
[1] "Vamos-Nachbarn ärgern sich über Wildparker", LZ vom 8.2.12
[2] LeuphanaWatch dankt für die Hinweise.
[3] LeuphanaWatch dankt den fleißigen Zählern für ihre umfangreiche und detaillierte Erhebung!

Samstag, 28. Januar 2012

Audimax-Zeitplan steht / Keller schweigt zu Parkhausschäden

Am vergangenen Dienstag berichtete der derzeitige Vizepräsident Holm Keller in der Veranstaltungsreihe "Leuphana auf dem Weg" über den aktuellen Stand der Campusentwicklung. Der ASTA fasst unter dem Titel "Nichts Neues zur Campusentwicklung" die Veranstaltung zusammen.

Zu bekannten Computergrafiken des geplanten Zentralgebäudes pries Keller noch einmal dessen Vorzüge. Neuigkeiten wusste er dabei nicht zu berichten. Bedeutsam ist allein ein Mitte Dezember 2011 bei der Hansestadt Lüneburg eingereichter Änderungsantrag zum Bauantrag. Dieser soll es ermöglichen, die Maschinenhalle vom Standort Volgershall in den Keller des Zentralgebäudes zu verlegen. Wie dies genau geschehen soll, ließ Keller offen. Des Weiteren stellte Keller den Fahrplan für die Bauarbeiten vor.
Der geplante Zeitplan sieht vor:
  • Erteilung Zuwendungsbescheide - steht unmittelbar bevor
  • Ausschreibung Rohbau - Februar 2012
  • Aushub Baugrube - März 2012
  • Beginn Rohbauarbeiten - Mai 2012
  • Richtfest Audimax - 11. Januar 2013
  • Fertigstellung - Herbst 2014
Quelle: ASTA
Zu Fragen nach dem Nachhaltigkeits- und Energiekonzept des Gebäudes konnte Keller keine Auskunft geben. Die auf Eis liegende Idee einer "Leuphana-Bahn" vom Bahnhof zur Leuphana Universität Lüneburg wird vorerst nicht realisiert werden können. Es bestehen große Hürden im Planungsrecht.

Bei Fragen zum Parkhaus (LeuphanaWatch berichtete) wich Keller aus, wie Sitzungsteilnehmer (1) und der ASTA berichten. Bis zur Eröffnung seien universitätsinterne Fragen zu klären. Auf die augenscheinlich vorhandenen massiven Baumängel ging Keller nicht ein. Entsprechende Nachfragen beantwortete er nicht. Veranstaltungsteilnehmer berichten, Keller habe wörtlich gesagt, das Parkhaus bei der Mensa sei "ganz gut" geworden (1).

Angesichts der öffentlich zugänglichen Bilder erstaunt diese Aussage. Neben den bebilderten Mängeln scheint es weitere erhebliche Probleme zu geben. Kommentatoren wiesen nach unserem Bericht zutreffend auf mehrere Risse in der Decke der Fahrradwerkstatt Konrad hin. Diese konnte das Team von LeuphanaWatch mittlerweile selbst in Augenschein nehmen. Darüber hinaus soll es, nach einem bislang unbestätigten Kommentar, in den Räumlichkeiten des Technikgebäudes bereits Schimmel geben.

LeuphanaWatch fragt: Wenn sie selbst keine Fehler gemacht hat, warum will die Leuphana Universität Lüneburg diese für alle sichtbaren Mängel nicht bestätigen? Warum schweigt Vizepräsident Holm Keller?

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Montag, 23. Januar 2012

Leuphana-Parkhaus schon Bauruine?

Gerade mal ein halbes Jahr alt ist das neue Parkhaus der Leuphana Universität Lüneburg neben der Mensa. Erst im Oktober letzten Jahres weihte der Staatssekretär Josef Lange den Bau samt integriertem Technikgebäude ein. Kurz darauf meldete die Landeszeitung, dass sich die Leuphana Universität Lüneburg mit dem Gebäude um den Hochschulbaupreis bewirbt [1]. Dieser prämiert Bauten, die als Positivbeispiele für nachhaltiges Bauen dienen.
Gesperrtes Parkhaus: Positivbeispiel für nachhaltiges Bauen?
Foto: [2]

Nur wenige Tage nach der Bewerbung um den Hochschulbaupreis wurde bekannt, dass das Parkhaus wegen Baumängeln am Asphalt vorerst nicht in Betrieb gehen kann. Um zu beweisen, dass die Mängel vom Bau selbst kommen, dürfen keine Autos hinauf fahren [3]. Das ist noch immer der Fall, das Parkhaus bleibt gesperrt. LeuphanaWatch liegen jetzt aktuelle Fotos vor, die weit mehr Probleme mit dem Bau belegen. So sieht der Asphalt an einzelnen Stellen noch immer sehr uneben aus. Am Rand der Decke des Parkhauses sind Betonstücke offenbar herausgebrochen, Stahlträger scheinen zu korrodieren. An mehreren Stellen ist die Decke undicht, Wasser tropft ins untere Deck.
Absicht? Gewellter Asphalt der Parkhausauffahrt
Foto: [2]
Weiße Linien mit Knick
Foto: [2]
Hier sind scheinbar Betonstücke herausgebrochen
Foto: [2]
Hier rostet schon der Stahl
Foto: [2]
Durchsickerndes Wasser bildet Tropfsteine
Foto: [2]
Unübersehbare Undichtigkeit
Foto: [2]

Der Leuphana Universität Lüneburg scheinen die Probleme bekannt zu sein, wie die zahlreichen Markierungen belegen. Abgesehen von den vermutlichen Bauschäden erscheint der Bau aber auch in anderer Hinsicht nicht vollkommen. So gibt es Parkplätze unter der Auf- und Abfahrt, die aufgrund ihrer geringen Höhe kaum genutzt werden können.
Wer soll hier parken? ( und feuchte Wasserstelle oben rechts)
Foto: [2]

Noch schöner ist es bei der Fahrradwerkstatt Konrad. Dort wurde direkt vor die Eingangstür eine Bordsteinkante gebaut. Die Eingangstür hat keine Klinke und kann nur von innen geöffnet werden.
Bordsteinkante vor Konrad, wie unpraktisch!
Foto: [2]
Planungsfehler!
Foto: [2]

Auch über die Farbwahl lässt sich vortrefflich streiten. Wer bei geöffnetem Vorhang einen Blick in den Aufenthaltsraum des Hausdienstes werfen kann, entdeckt eine komplett pinke Wand. Der Farbe wird zwar eine beruhigende Wirkung zugeschrieben [4], aber das Gefallen dürfte wohl im Auge des Betrachters liegen.

LeuphanaWatch hofft: Vielleicht wird Holm Keller morgen um 18 Uhr in Hörsaal 4 bei einer Veranstaltung zur Campusentwicklung Neuigkeiten von dem fast 2 Mio. Euro teuren Parkhaus berichten können. Immerhin sind die Baumängel zwar bei einem seiner Projekte aufgetreten, aber in diesem Fall kann der umtriebige Vizepräsident wohl ausnahmsweise mal nichts dafür. Es bleibt zu hoffen, dass die Campusentwicklung nicht mit einer teuren Bauruine beginnt.

Quellen:
[1] "Uni schielt auf den Hochschulbaupreis", Landeszeitung 25.10.2011 Seite 5
[2] LeuphanaWatch dankt für die zahlreichen Bilder und den Themenhinweis. Der Fotograf möchte anonym bleiben.
[3] "Gähnende Leere auf dem Parkdeck", Landeszeitung 29./30.10.2011 Seite 3
[4] http://wissen.dradio.de/farbpsychologie-gefaengniszelle-pink-angemalt.35.de.html?dram:article_id=7496

Montag, 5. Dezember 2011

Senatoren gehen zum OVG

Wichtige Neuigkeiten bzgl. der Klage gegen die Wiederbestellung von Holm Keller fasst der ASTA zusammen und kommentiert:
Eilantrag der stud. Senatoren vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen
Der Präsident fühlt sich durch das Urteil bestätigt, die SenatorInnen ziehen vors Oberverwaltungsgericht

Nachdem im Mai der hauptamtliche Vizepräsident Holm Keller ohne Ausschreibung in einem längeren Wahlverfahren wiederbestellt wurde, hatten die studentischen SenatorInnen der Senatsliste "EINE Uni für ALLE" (EUfA) einen Eilantrag gegen die Senatsbeschlüsse eingereicht. Sie sehen den "Kompromiss", den Vizepräsidenten als Teilzeitbeamten einzustellen, als nicht verfassungskonform an und bemängeln diverse Fehler am Verfahren. Heute hat nun das Verwaltungsgericht entschieden und die Klage ohne eine inhaltliche/materielle Rechtsprüfung abgelehnt. Die Begründung des Gerichtes beruhte nach Aussage der Senatsliste darauf, dass eine Verletzung der Rechte der KlägerInnen nicht vorliegt.

Universitätspräsident Sascha Spoun begrüßte noch heute Abend die Entscheidung in einer Rundmail über MyStudy:
"Hochschulleitung und Stiftungsrat sehen sich durch den Gerichtsbeschluss in ihren Einschätzungen bestätigt, dass der Beschluss des Senats vom 6. Mai 2011 weder in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch inhaltlich zu beanstanden ist."

Die Senatsliste EUfA beruft sich auf eine Rechtsauffassung des Wissenschaftsministeriums, wonach materielle Verstöße nicht auszuschließen seien:
"Wir sehen in dieser Rechtsauffassung eine Bestätigung unserer Kritik: Zwangsteilzeit für Beamt_innen ist verfassungswidrig. Der Senat aber hat eine Ernennung Holm Kellers vorgenommen und somit ein Beamtenverhältnis angestrebt. Der Senatsbeschluss zu Holm Keller ist demnach hinfällig und muss dem Senat erneut vorgelegt werden", so Daniela Steinert. "Hinsichtlich dieser Ausgangslage war es für uns selbstverständlich, vor das OVG zu ziehen, um die fehlerhaften Beschlüsse zu revidieren."

Auch der AStA hatte die Wiederbestellung des VP Keller im Sommer mit zahlreichen Aktionen kritisiert.

"Ich bin enttäuscht, dass das Gericht den Antrag nun abgelehnt hat, ohne die tatsächlichen Rechtsfragen zu erörtern. Wenn tatsächlich Rechte von SenatorInnen beschnitten wurden und die Entscheidung nicht rechtskonform ist, sehe ich die Gerichte in der Pflicht hier eine umfangreiche Rechtsprüfung durchzuführen." So Julian Frey, Sprecher des AStA. Ähnlich sieht das ganze Mathias Ahrens von der Senatsliste (EUfA):

"Wir bedauern es zutiefst, dass das Verwaltungsgericht zu dieser Entscheidung gekommen ist. Für uns ergeht aus der Begründung des Beschlusses kein ausreichender Schutz für die Rechte des Senates und der Hochschulöffentlichkeit. Wenn niemand gegen rechtswidrige Entscheidungen angehen kann, können die wenigen Rechte, die die Gremien überhaupt noch haben, nicht geschützt werden."

Steffen Riemenschneider, ebenfalls Sprecher des AStA, ergänzt:
"Wir können nun nur noch abwarten und hoffen, dass die RichterInnen am Oberverwaltungsgericht sich der Rechtsprüfung annehmen, damit wir endlich Klarheit bekommen. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass das Ergebnis der Wiederbestellung rechtskonform ist. Wir haben von Anfang ein Verfahren mit öffentlicher Ausschreibung befürwortet. Da dies offenbar von der Hochschulleitung nicht erwünscht war, müssen nun alle Beteiligten mit den Konsequenzen umgehen."
Unterstützung haben die Senatoren von der Fachschaft Kuwi erhalten, welche die Klage einstimmig unterstützt.

LeuphanaWatch wünscht viel Erfolg beim OVG.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Wahlgeschenke für die Unterstützer?

Wahlkampfzeiten sind immer aufregend, aber kaum derart abstrus wie dieses Jahr. Nun mischt sich auch das Präsidium massiv in den Wahlkampf ein: Herr Spoun und Herr Keller machen deutlich, mit welcher Liste (die sowohl für das Studierendenparlament, den Fakultätsrat, wie für den Senat antritt) sie vorrangig zusammen arbeiten möchten.

Heute verschickte das Präsidium folgende Nachricht:

Liebe Studierende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

schon länger ist bekannt, dass es auf dem Campus an einem vielseitigeren Café-Angebot mangelt. Es fehlt derzeit an Bereichen, die zum Verweilen einladen und an weiteren Möglichkeiten, in gemütlicher Atmosphäre und zu günstigen Preisen Kaffee, Kuchen und Snacks zu genießen.

Da sich diese Situation erst mit der Fertigstellung des Zentralgebäudes 2014 ändern würde, ist auf Initiative der Fachschaft Business, Economics & Management die Idee entstanden, in der Mensa eine zusätzliche Cafeteria einzurichten. Hierzu haben in den letzten Wochen Gespräche zwischen Hochschulleitung und Studentenwerk Ostniedersachsen stattgefunden. Wir freuen uns sehr, Sie bereits frühzeitig über ein erstes Ergebnis dieser Planungen informieren zu können. Eine Konzeptskizze finden Sie im Anhang.

Die Überlegungen sehen vor, eine Cafeteria im vorderen Bereich der Mensa neu einzurichten. In dieser Cafeteria sollen Frühstück, Mittagessen (Bio-Mensa), Abendessen sowie durchgängig eine erweiterte Auswahl z.B. an Snacks, Getränken, Kaffeespezialitäten und Obst angeboten werden. Die Öffnungszeiten sollen verlängert werden; vorgesehen ist ein durchgehender Betrieb im Zeitraum von 8 bis 20 Uhr, je nach Bedarf ggf. sogar bis 21 Uhr.

Die Gestaltung der Cafeteria sieht einen gemütlichen Lounge-Bereich an der vorderen und der seitlichen Fensterfront der Mensa vor. In diesem Bereich sollen großzügige Sitzgelegenheiten mit Sofas und Lounge-Tischen entstehen. In der Mitte der Cafeteria wären Tische mit Einzelstühlen vorgesehen. Insgesamt sollen 74 Sitzplätze geschaffen werden.

Die Cafeteria selbst soll mit einer Multifunktionstheke ausgestattet werden, die je nach Bedarf als Bar- oder als Speiseausgabe verwendet werden kann. Nach derzeitigem Planungsstand würde die Cafeteria die bisherigen Ausgabestellen der Bio-Mensa und der Abend-Mensa ersetzen. Als Ausstattung ist u.a. eine neue, professionelle Siebträgerkaffeemaschine vorgesehen. Damit kann eine deutliche Verbesserung des Kaffeeangebotes in der Mensa zu günstigen Preisen erreicht werden. Die Preisgestaltung soll sich an den üblichen Preisen des Studentenwerks orientieren.

Das Präsidium hat sich bereits dafür ausgesprochen, den vorliegenden Konzeptentwurf weiterzuentwickeln und in die Planungen der Campusentwicklung zu integrieren. In den nächsten Wochen finden daher weitere Gespräche statt, um die inhaltliche und bauliche Planung weiter auszugestalten. Das Präsidium möchte alle Universitätsmitglieder einladen, ihre Meinungen und Ideen einzubringen. Anmerkungen, Wünsche und Hinweise zu den Planungen können Sie gerne an Herrn Müller in der Stabsstelle Campusentwicklung richten (thomas.mueller@leuphana.de).

Über eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Cafeteria – ggf. schon zum nächsten Frühjahr – freuen wir uns.

Mit herzlichen Grüßen
Sascha Spoun
Holm Keller

Konzept Cafeteria: http://myshare.leuphana.de/380548c3b2ee26586fced0aba31fec81
Verantwortlich für diesen Newsletter: Hochschulleitung

Da tauscht zunächst die Universität in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der AStA-Räume aus, weil sie erfahren, dass Studierende einen Freiraum öffnen wollen auch mit der Option, dort Getränke anzubieten. Nun positioniert sich das Präsidium erneut als diejenigen, die neuen Raum schaffen möchten und eröffnet sogar ein eigenes Cafè. Nicht vergessen werden darf hier, dass die Mensa in der Mittagszeit bereits jetzt vollständig belegt und auch außerhalb der Stoßzeiten oft als Lese- und Lernraum wahrgenommen wird. Auch mit Sofas und neuer Einteilung wird die Mensa weder größer, noch anderweitig neue Fläche geschaffen.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Gremien der Verfassten Studierendenschaft, die nicht bestimmte Studiengänge, sondern alle Studierenden vertreten - Studierendenparlament und AStA - vom Präsidium nicht beteiligt wurden. Offensichtlich hat auch die Fachschaft Business, Economics & Management eine solche gemeinsame Initiative von Studierenden und Präsidium nicht in das Studierendenparlament getragen (obwohl sie als Liste im Parlament vertreten sind). Die Detailplanung, die bereits vorgenommen wurden, macht deutlich, dass weitere Partizipationsmöglichkeiten nicht vorgesehen sind. Angesichts dieses Arbeitsstandes mutet es sehr unpassend an, dass die Fachschaft Business, Economics & Management heute auf dem studentischen Markt der Möglichkeiten Fragebögen zu einem solchen Cafè verteilt hat, die den Eindruck suggerieren, hier sei es noch möglich, über Grundsätze mit zu entscheiden.

Interessant ist auch die (Nicht)-Rolle des Studentenwerkes, immerhin hat es die Hoheit über die Mensa inne und soll nun einem Cafè weichen. Als Holm Keller das letzte Mal im Zusammenhang mit dem Zentralgebäude von einem solchen Cafè sprach, war dies dem Studentenwerk nicht bekannt. Damals wurden Pläne öffentlich, die die Essensversorgung im Zentralgebäude betrafen. Auch hier war von 100% Bio die Rede und von studentischen Räumen. Bereits damals war das Studentenwerk nicht beteiligt worden, nun geht es ihnen auch noch an die eigenen Räume.

LeuphanaWatch denkt:
Lässt sich die Fachgruppe Business, Economics & Management vom Präsidium für eine alte Idee instrumentalisieren, um dieser den Anschein studentischer Legitimation zu geben? Das Präsidium arbeitet mit ihrem Vorgehen gezielt an der Spaltung und Polarisierung der Studierenden. Dass eine einzelne Fachschaft jetzt der vorrangige Ansprechpartner für das Präsidium wird, zeigt, dass sich Spoun und Keller im Wahlkampf klar positionieren möchten. Die Fachschaft Business, Economics & Management hingegen scheinen sich nicht dafür zu schade zu sein, sich vom Präsidium nach Belieben instrumentalisieren zu lassen (bereits eindrücklich bewiesen bei der Aktion "Spoun4President"). Dass sie dabei den Kodex verletzen, bei Angelegenheiten, die alle betreffen, auch alle (Studierende, Mitarbeitende etc.) mit ein zu beziehen, stört sie dabei nicht.

Dienstag, 22. November 2011

Leuphana wird fünf

Auf den Tag genau vor fünf Jahren präsentierte Vizepräsident Holm Keller dem Senat das Konzept Leuphana Universität Lüneburg. LeuphanaWatch erinnert daran mit einem alten Beitrag der ASTA-Zeitung (Seite 2 f.), der zum ersten Geburtstag von Leuphana erschien und hier zitiert ist:

Ein Jahr danach: Wie die Uni ihren Namen bekam

„Stiftung Uni LG“, „Uni LG“, „Leuphana Uni LG“ oder doch „Leuphana“? Warum diese verschiedenen Bezeichnungen, warum sagen nicht alle „Leuphana“? Wir wagen einen Blick in die Historie, denn inzwischen ist „Leuphana“ ein Jahr alt.

Irgendwann im Sommer 2006 beginnt die Hamburger Agentur „Scholz & Friends“ im Auftrag der Unileitung, einen neuen Außenauftritt für die Uni Lüneburg zu entwickeln. Normalerweise arbeitet S&F für Kunden wie die Bundesregierung, die FAZ, Tchibo oder Siemens, hier ist sie aber für die kleine Uni in einem pro bono (‚für umsonst‘) Projekt tätig. S&F sucht aus anfangs 70 Ideen einen neuen Namen, für den dann ein komplettes PR-Paket geschnürt und an „peer groups“ ohne Beteiligung von Mitgliedern der Universität getestet wird. Logo, Layout, Anzeigen, Homepage-Prototyp, Broschüren und ein komplettes PR-Handbuch werden erstellt. Die Markenrechte und Internetdomains für den Namen werden gesichert.

Am 18. Oktober 2006 teilt der Präsident im Senat mit, dass ein Bestandteil der Neuausrichtung auch ein „neuer Außenauftritt“ der Universität sei. Der Senat horcht interessiert auf. Die europaweit renommierte Hamburger Agentur „Scholz & Friends“ unterstütze die Uni bei der Entwicklung. Auf einer Infoveranstaltung solle die Hochschulöffentlichkeit darüber informiert werden. Diese fällt später aus, da die Agenturvertreter kurzfristig absagen. Der Senat betont, dass nur die Uni selbst eine „extern entwickelte Marke mit Inhalt füllen kann“. Der Senat will die Außendarstellung diskutieren und fortentwickeln, erfährt aber vorerst nichts Genaues.

Im Zeitraum bis zur nächsten Senatssitzung kursieren wilde Gerüchte man hört etwas von „Leufania“ und dass auf der nächsten Sitzung ein neuer Name beschlossen werden soll. Der AStA fordert Aufklärung und kündigt an, ansonsten müssten sich alle Studierenden direkt im Senat informieren.

Zwei Stunden vor der Senatssitzung am 22. November kommt Vize Keller auf die AStA-Sitzung und stellt 70 Minuten lang den Außenauftritt „Leuphana“ (vermeintl. antike Ortsbezeichnung für LG) vor (vgl. „Das Leuphana-Konzept“). Das Ganze wiederholt sich wenig später im Senat, der ohne studentischen Großbesuch auskommt. Die „gebrochenen Kristallfarben“ verleiten einen Senator zu der Bemerkung, diese würden ja hervorragend zum vom Präsidium skizzierten Zustand der Uni passen. Der Senat diskutiert intensiv die Frage, ob die Uni überhaupt einen neuen Außenauftritt braucht, ob „Leuphana“ ein geeignetes Konzept sei und wie man es ggf. einführen könnte. Alternativen gibt es nicht – Leuphana oder nichts. Schließlich einigt man sich darauf, dass man einen neuen Außenauftritt einführen und dass dieser direkt für die gesamte Uni gelten sollte. Eine endgültige Entscheidung wird, sehr zum Missfallen von VP Keller, in den Dezember vertagt, um hochschulweit diskutieren zu können. Die Vorbereitung für „Leuphana“ geht weiter: Broschüren werden gedruckt, eine Webseite entwickelt. Dies ist nach Aussage von Herrn Keller nötig, um vor Weihnachten das Material veröffentlichen zu können – die „guten“ Studis würden da schon nach einer Uni suchen und diese Personen müsste man unbedingt erreichen.

Nach einer Infoveranstaltung und einem Workshop tagt am 13.12.06 der Senat erneut. Es werden die Anregungen und Gedanken zu „Leuphana“ diskutiert und die Vorschläge des Workshops beraten. Die Befürchtung wird geäußert, die Uni könnte den propagierten Erwartungen nicht gerecht werden. Vor allem besteht der Senat darauf, den ‚Zusatz’ „Universität Lüneburg“ unbedingt gleichwertig unter dem „Leuphana“ zu erhalten, wenn er auf Grund des bereits ausgegebenen Geldes Leuphana schon kaum noch ablehnen kann. Außerdem werden einige Änderungen gewünscht. Schließlich „begrüßt [der Senat] die Einführung und Umsetzung eines neuen Außenauftritts als ‚Leuphana Universität Lüneburg’“ mit 11:3:3 Stimmen.

Zwei Tage später berichtet die Landeszeitung erstmals über „Leuphana“, vor Weihnachten warten die „guten“ Studis erfolglos auf das Infomaterial der Uni. Statt dessen witzelt der halbe Campus über „Leufanta“ und „Leuphana – hört sich an wie ein Abführmittel“, die „univativ“ befasst sich mit dem „leicht esoterisch angehauchten Farbkonzept“.

Am 01.01.07 tritt ein neues Nds. Hochschulgesetz in Kraft. Während der Senat im Dezember nur zustimmen musste, hätte er jetzt für Leuphana die Grundordnung mit 2/3-Mehrheit ändern müssen. Das wahre Motiv für den Zeitdruck, der im letzten Jahr bestand?

Im Frühjahr entdeckt die LZ das Thema „Leuphana“ für sich, es gibt reihenweise Artikel und Leserbriefe. Die Mehrheit der Leser findet den Namen Leuphana für ungeeignet, es hagelt Kritik und Alternativvorschläge. Auch Ministerpräsident Wulff schaltet sich ein und lässt per SMS einen Vorschlag zum Unipräsidenten schicken. Oberbürgermeister Mädge ist auch nicht begeistert. Die „guten“ Studierenden warten nach wie vor auf das Infomaterial, was es plötzlich nicht mehr so eilig hat.

Am 10. Februar hält eine Leserin die Begründung für den Namen für „wackelig“. Das Leuphana des Ptolemäus liege irgendwo bei Hamburg oder in der Altmark oder in Meck.- Pomm. oder gar westlich des Rheins. Um sicher zu gehen, dass der Name auch auf die Uni passt, schlägt sie „Sascha-Spoun-Universität“ vor. Es folgen Kommentare wie „Schilda lässt grüßen“ und „Spounität Lüneburg“, bevor der bekannte Namensforscher Prof. Dr. Udolph aus Leipzig und der Sprachwissenschaftler Prof. Alpers aus Hamburg bestätigen: Leuphana hat mit Lüneburg nichts zu tun. Noch viel schlimmer: „Leuphana lag in Holland“!

Die Unileitung macht aus der Not eine Tugend und lässt sich eine neue Begründung für den Namen einfallen (vgl. „Was nicht passt wird passend gemacht“). Dann wird dieser am 20. März auch öffentlich im Foyer der Unibibliothek präsentiert. Aussagen des Präsidenten wie „Das Interessante ist zu Leuphana: von den Lüneburgern wird es nicht verwendet.“ oder „Es hat irgendwie was zu tun mit einem Ei. (...) Das Ei hat einen großen Vorteil: Wir wissen nicht, was rauskommt.“ erreichen Kultstatus in interessierten Studierendenkreisen. Am nächsten Tag folgt dann eine bundesweite Pressekonferenz in Berlin, auf der das „Leuphana“-Konzept der Presse vorgestellt wird. Die „guten“ Studierenden bekommen endlich ihre Infomaterialien. Der AStA organisiert in Berlin eine Demo, um auf die Namensfindung und die Seltsamkeiten hinzuweisen (Vgl. „Berechtigte Kritik“). Außerdem stellt er eine Pressemappe zusammen, die sich u.a. mit dem Namen Leuphana auseinandersetzt.

Seit dem 23. März [2007] heißt die Uni jetzt „Leuphana“ – ganz im Sinne des Senats, der „Universität Lüneburg“ unbedingt gleichgroß im Namen haben wollte.


Das Leuphana-Konzept
Ziel des Außenauftritts der Uni ist es, eine „Marke“ zu etablieren, die national und international wahrgenommen wird. Die Position der Universität im Wettbewerb der Hochschulen soll gestärkt werden. Die Marke soll die Attribute „anspruchsvoll“, „offen“, „vernetzt“, „lebendig“ und „zukunftsfähig“ transportieren und das Herz eines attraktiven Außenauftritts bilden. Der Begriff „Leuphana“ geht auf den griechischen Gelehrten Ptolemäus zurück, der die Region um Lüneburg so bezeichnete. Er ist international aussprechbar, war markenrechtlich noch zu haben und hat keine negativen Assoziationen. Über dem Schriftzug ist eine Grafik platziert, die wahlweise als Netzwerk, Würfel oder Kristall zu beschreiben ist. Sie soll deutlich machen, dass oft verschiedene Perspektiven nötig sind, um zu Erkenntnissen zu gelangen. Unter dem Schriftzug „Leuphana“ steht ein Zusatz, je nachdem um welchen Teil der Universität es sich handelt. Als Farben verwendet die Leuphana eine „eigenständig entwickelte Farbwelt“ aus „Naturfarben von Kristallen“.

Was nicht passt wird passend gemacht
Als wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Leuphana mit Lüneburg wohl eher nicht gleichzusetzen sei, geriet die Namensbegründung ins Wanken. Die anerkannte Lokalisation in den Niederlanden drohte zu einer Blamage zu werden. Also zauberte man schleunigst eine neue Begründung aus dem Hut: Entscheidend seien gar nicht die genauen Fakten, sondern das Streben des Ptolemäus nach Wissen und seine Bereitschaft, scheinbar sichere Erkenntnisse in Frage zu stellen und weiterzuentwickeln. Seine Leidenschaft und Neugier seien auch heute noch „die wichtigsten Voraussetzungen für eine lebendige Wissenschaft“. „Diesem Geist entdeckenden Forschens und Lernens fühlt sich die Universität Lüneburg durch ihren Namen Leuphana verbunden.”


Berechtigte Kritik
Kritik am Prozess der Namensfindung: Die Mitglieder der Uni wurden erst zu einem sehr späten Zeitpunkt informiert und beteiligt, ihnen wurde eine fertige Lösung vorgesetzt. Diskussionsräume wurden durch vermeintlich hohen Zeitdruck stark begrenzt, Gestaltungsmöglichkeiten gab es de facto keine mehr bzw. sie begrenzten sich auf Schönheitskorrekturen. Als Wahlmöglichkeiten gab es nur „ja“ oder „ich stimme zu“. Eine echte demokratische Entscheidung war nicht möglich, der Prozess in den Augen vieler „einer Universität nicht würdig“. Kritik wird auch am Namen geübt: Er höre sich an wie ein Abführmittel, habe mit Lüneburg und der Geschichte der Lüneburger Uni nichts zu tun. Die Umdeutung der Unileitung sei einfach nur peinlich. Außerdem sei generell auf das „branding“ von Universitäten zu verzichten, denn diese seien keine Unternehmen. Zahlreiche andere große deutsche Universitäten machten deutlich, dass dies problemlos möglich sei. Diese Kritikpunkte sind ausschlaggebend dafür, dass viele Mitglieder der Uni den Begriff „Leuphana“ nicht verwenden – nicht aus Ablehnung von „Neuem“ oder von Personen, sondern um ein Zeichen zu setzen, dass eine Uni sich nicht alles gefallen lassen darf.

Ebenfalls sehr lesenswert ist ein Text, den der ASTA an Journalisten verteilte.

LeuphanaWatch gratuliert der Leuphana Universität Lüneburg. Sie hat ihren Weg konsequent fortgesetzt. Allein über die Richtung lässt sich streiten.

Donnerstag, 17. November 2011

Volgershall: Waschmaschine fürs Audimax?

Die bisherige Finanzierung des Zentralgebäudes beinhaltete den Verkauf der Gebäude von Volgershall und Rotenbleicher Weg. Schon diese Planungen waren gemäß Bericht des Landesrechnungshofes nicht gesichert, ein geplanter Verkauf von Volgershall in der angegebenen Höhe unwahrscheinlich. Der Landesrechnungshof sollte Recht behalten: Weil sich Volgershall nicht vermieten lässt, springt kurzerhand die öffentliche Hand ein: das Jobcenter möchte sich dauerhaft einmieten. Dafür aber braucht es doppelte Finanzierung aus der öffentlichen Hand: Zum Einen muss die Universität 1,4 Mio. Euro in einen Umbau investieren, zum Anderen bezahlt das Jobcenter der Universität Miete - wirklich das "wirtschaftlichste Angebot", wie Landkreissprecherin Katrin Peters der Landeszeitung berichtete [1] oder ein Freundschaftsdienst für die Uni?

Man hört [2], die Universität möchte weitere externe Flächen anmieten - um Fernsehstudios für den Innovationsinkubator einzurichten. So fließen EU-Gelder aus dem Schwerpunkt "digitale Medien" in Mietfläche, während die Universität ihre eigenen Flächen nicht selbst nutzt, sondern weiter vermietet. Als Einnahmen kann die Universität dann Mieteinnahmen des Jobcenters verbuchen, während sie zweckgebundene EU-Mittel ausgibt. Sobald die anfänglichen Investitionen von 1,4 Mio. durch die Mieteinnahmen wieder hereingewirtschaftet werden konnten, können die Einnahmen direkt in die Uni, z.B. ins Zentralgebäude fließen. So gelingt es, EU-Mittel, die bis 2014 ausgegeben werden müssen, in öffentliche Einnahmen zu verwandeln, die auch nach 2014 noch in den Libeskindbau fließen können. Ob eine solche Umwidmung von Geldern im Sinne der EU ist, darf bezweifelt werden. Gibt es zu viel Geld im Inkubator, das bis 2014 nicht ausgegeben werden kann? Reichen die Gelder für den Libeskind-Bau nicht aus, so dass Keller Geld beiseite schafft? Ist der bisherige Plan, das Zentralgebäude bis zum 30. Oktober 2014 fertig zustellen, bereits jetzt unrealistisch und möchte Keller für die Zeit danach vorsorgen?
Ein anderer Verdacht liegt außerdem nahe: Würde Volgershall nicht vermietet, sondern stünde der Universität weiterhin als Fläche zur Verfügung, könnte Keller das Zentralgebäude nicht mehr damit rechtfertigen, dass die Universität Flächen benötigte und somit einen zusätzlichen Bau braucht.

LeuphanaWach denkt: Sollte hier irgendwann die EU vor der Tür stehen, wird es richtig ungemütlich - für das Land und für die Uni. Sollte Keller tatsächlich über diesen Weg EU-Gelder waschen, also von ihrer Zweckbindung lösen, hat diese Universität bald wirklich finanzielle Probleme - wenn sie nämlich Millionen von EU-Mitteln zurück bezahlen muss.

[1] Lüneburger Landeszeitung 12./13. November, S. 3
[2] LeuphanaWatch dankt für den Hinweis per Mail

Dienstag, 25. Oktober 2011

Mehr Geld für Spoun & Keller?

Die Präsidenten und hauptamtlichen Vizepräsidenten an den niedersächsischen Hochschulen verdienen zu viel Geld. Das bemängelt der Landesrechnungshof und jetzt auch der zuständige Ausschuss des Landtages. Wie die HAZ berichtet, verdienen Präsidenten teilweise so viel wie der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium (MWK). Besonders dramatisch sei die Lage an den Stiftungshochschulen. [1] Die HAZ schreibt:
Vor allem bei den Stiftungshochschulen, die noch freier bei der Entscheidung über ihre Besoldung sind, seien die Verhältnisse „aus dem Ruder gelaufen“, ergänzte der Vertreter des Rechnungshofes im Landtagsgremium. Das Ministerium lasse den Stiftungshochschulen ... [u.a. Lüneburg, LW] „zu lange Zügel“ und drohe währenddessen „die gebotene Kontrolle zu verlieren“. [1]
Nun will das Ministerium Leitlinien für die Gehälter entwickeln und im zuständigen Landtagsausschuss über die Bezahlung der (Vize-)Präsidenten berichten. [1] Das scheint nötig, denn in Lüneburg sind die hohen Gehälter schon länger Thema. Für alle Freunde der Leuphana Universität Lüneburg hat die HAZ eine pikante Information parat:
... die Leuphana-Universität Lüneburg hatte vor wenigen Wochen intern [im Ministerium, LW] Diskussionen ausgelöst, weil für die kürzlich bestätigte Führung um den Präsidenten und den Vizepräsidenten eine erhebliche Gehaltsaufbesserung vorgeschlagen worden war. Dies ist bislang aber im zuständigen Stiftungsrat am klaren Nein des Wissenschaftsministeriums gescheitert. [1]
Mehr Geld also für Sascha Spoun und Holm Keller? Von wem dieser Vorschlag kommt, dürfte unschwer zu erraten sein. Dabei war gerade Holm Keller doch aus rein humanitären Gründen nach Lüneburg gekommen:
"Ich bin hier, weil ich meinem Freund Sascha versprochen habe, ihm zu helfen." [2]
"Geld habe ich genug verdient, jetzt möchte ich [der Gesellschaft, LW] etwas zurückgeben." [3]
LeuphanaWatch meint: Während unzählige Mitarbeiter auf befristeten und schlecht bezahlten Verträgen sitzen, scheint manch einer die Relationen vollkommen aus den Augen verloren zu haben. Wer an der Futterkrippe sitzt, der frisst - oder versucht es zumindest. In diesem Fall ist dem Ministerium für die klare Ansage zu danken.

Quellen
[1] http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Landtag-beanstandet-hohes-Gehalt-der-Uni-Praesidenten
[2] http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/aufbruch-eine-arme-universitaet-will-exzellent-werden-1409375.html
[3] http://de.indymedia.org/2006/06/149913.shtml

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Startwoche 2011: ein Erfahrungsbericht

Ich selbst bin Ersti und obwohl ich hier "aus der Gegend" komme, waren mir die Probleme und Sachverhalte, welche ihr [LeuphanaWatch, LW] behandelt, gerade einmal ansatzweise klar.

Von dem was man so hier und da mal hört, war ich schon nicht sonderlich begeistert über die Unileitung und deren Geschäfte, maß dem aber offensichtlich zu wenig Bedeutung bei.
Von der Startwoche an sich war ich schon im Vorfeld ebenso wenig begeistert, ging allerdings nicht von einer solchen Propagandaveranstaltung im Sinne der "Global Player" aus.
Ich war offen gestanden schockiert, als mir mehr und mehr klar wurde, was da eigentlich abläuft, wer mich da eigentlich auf "wissenschaftliche Arbeit" behauptet vorzubereiten, was für eine Ideologie da vertreten wird und so weiter und so fort.
Nachdem es ein wenig in mir gegrummelt hatte (ich wollte nicht als Querschläger auffallen), mehrten sich aber schon am ersten Tag die kritischen Stimmen innerhalb meiner Gruppe und "Kohorte".

Neben den kleinen persönlichen Eigenheiten des Herrn Keller (respektieren fremder Redezeiten, Englisch etc.) fiel mir besonders auf, dass er auf kritische, von starken Applaus begleitete Beiträge im Plenum zwar zunächst augenscheinlich gelassen reagierte, sich aber mit seinem treuen Begleiter von McKinsey & BCG immer weiter in Ausreden, Gegenfragen und nervöse Ablenkungen flüchtete.

Entgegen meiner Befürchtungen und ersten Eindrücke hat ja nun tatsächlich ein recht revolutionärer Vorschlag gesiegt (im Prinzip geht es ja um die Abschaffung der Krankenkassen an sich), was ich zunächst nicht für möglich gehalten hätte.

Trotz der unerwarteten Freiheit muss man aber dennoch beachten, welche Firmen und Konzerne sich in der Startwoche präsentieren und natürlich auch profilieren konnten. Anstatt wissenschaftlicher Arbeit, kam es hier mehr zu Wirtschafts- und Politikverhandlungen, die tatsächliche Analyse (was man meiner Meinung nach als wissenschaftlich werten und somit mehr gewichten sollte), entfiel auf eine sehr begrenzte Zeit. Zudem erinnerte die Veranstaltung leicht an meinen Politikunterricht der letzten Jahre, in welchem einem zwar die Probleme des deutschen und europäischen Systems aufgezeigt wurden, gleichzeitig aber bedeutet wurde, dass das System nicht perfekt, dennoch aber das bestmögliche sei, was sich für mich stark nach Suggestion anfühlt, sodass man gar nicht erst auf "dumme Gedanken" kommt.
Ebenso störend finde ich, dass die Verstrickungen der Unileitung mit den diversen Firmen wie McKinsey und BCG durch diese großzügige Förderung einfach legitimiert wurden. Trotz vieler kritischer Nachfragen und Diskussionen unter uns Erstis sind es immernoch viel zu viele, denen diese Verhältnisse entweder nicht klar oder sogar egal sind, denn "wir profitieren ja davon". Die Investitionen der Firmen scheinen sich also jetzt schon ausgezahlt zu haben, die Indoktrination durch BCG und Co sind perfekt, ihr Image wunderbar poliert und mit der Referenz der Leuphana kann man sich nun international schmücken, die möglichen Folgen möge sich jeder selbst ausmalen.

In allem muss ich sagen, dass die Idee der Startwoche im Prinzip eine sehr gute war, da das Themenfeld ein riesiges Diskussions- und Forschungspotential hat. Dass die Startwoche aber von Managern statt Professoren geleitet wird, macht ein neutrales Arbeiten fast unmöglich. In einer interdisziplinären Startwoche sollten diese Menschen meiner Meinung nach keine derart tragende Rolle spielen, wenn man sich der Illusion hingeben möchte, auf ein Studium und nicht die Karriere in der BCG vorbereitet zu werden.

Wenn schon das penibel gepflegte Coorporate Design der Leuphana durchbrochen wird und Wissenschaftler an der Uni in den Hintergrund treten, läuft so einiges falsch wie ich finde!

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Wirtschaft kritisiert Innovationsinkubator

Der EU-Innovationsinkubator der Leuphana Universität Lüneburg steht unter heftigem Beschuss. Die regionale Wirtschaft und die Wirtschaftsförderer sind sauer, denn viele merken nichts von den Millionen aus Brüssel. Deren Zweckbestimmung ist jedoch die regionale Wirtschaftsförderung im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg. Die Kritik der Wirtschaft ist für die Leuphana Universität Lüneburg besonders brisant, da im Falle einer Zweckentfremdung von EU-Fördermitteln deren Rückzahlung drohen könnte.

Das Hamburger Abendblatt zitiert aus einem ihm vorliegenden Sitzungsprotokoll:
„Die Wirtschaftsförderer sehen mit Sorge, dass die Leitung des Inkubators die Einbindung der kommunalen Ebenen anscheinend nicht als einen wesentlichen Erfolgsfaktor für das Gelingen des Inkubators ansieht“ [1]
Dazu passt, dass nach Aussagen aus der region bekannt ist, dass mehr große oder überregionale Unternehmen im Inkubator beteiligt sind. Die Teilnehmer bemängeln laut Hamburger Abendblatt weiter, dass es mittlerweile massive Vertrauensprobleme zwischen regionaler Wirtschaft und der Leitungsebene des Inkubator gebe. Dieser wird ausdrücklich vorgehalten, sie sei an einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht interessiert. [1] Die Leitung des Inkubators liegt bei Vizepräsident Holm Keller [2], dessen illustre Leuphana-Karriere mit den Äußerungen der Wirtschaftsvertreter um einen Kritikpunkt reicher sein dürfte.

Bei der Landesregierung soll bereits ein vertraulicher Beschwerdebrief der Landkreise Rotenburg und Osterholz vorliegen. Nach Aussagen der Wirtschaftsförderung aus Osterholz hätten die dortigen Unternehmen vom Innovationsinkubator der Leuphana Universität Lüneburg bislang nichts gemerkt. Im Landkreis Harburg ist die Lage ähnlich. Bei der Wirtschaftsförderung im Landkreis Stade ist der Inkubator gar gänzlich unbekannt. [1]

Die Linken haben jetzt eine Anfrage im Landtag gestellt, da ihrer Auffassung nach die Zielgruppe des EU-Großprojekts nicht wie erhofft profitiert. [1]

Das Hamburger Abendblatt kommentiert:
"Der Unmut über den Innovations-Inkubator in der Region ist nachvollziehbar. Hier werden scheinbar Millionen aus Brüssel in ein Projekt gesteckt, bei dem die Zielgruppe offenbar leer ausgeht. Andere Projekte, die viel näher an ihrer Zielgruppe arbeiten und in kürzerer Zeit greifbarere Ergebnisse präsentieren können, müssen um jeden Cent kämpfen, wenn denn überhaupt Geld aus Brüssel fließt. Beim näheren Hinsehen drängt sich der Gedanke auf, der Innovations-Inkubator könnte ein Prestige-Objekt der Leuphana sein, für das die EU verdammt tief in die Tasche greift." [3]
LeuphanaWatch hat eine Idee, wohin die Millionen fließen könnten. Bereits zuvor berichteten wir über das Projekt Fernsehen 2.0, welches von Timon Beyes, einem Bekannten des Vizepräsidenten Holm Keller und des Präsidenten Sascha Spoun, geleitet wird. Auf dem Campus kursieren zahlreiche Gerüchte darüber, dass in Kürze weitere Mittel in das Projekt gepumpt werden sollen. Bereits jetzt ist die Ausstattung im Vergleich zu anderen mehr als üppig.

[1] Hamburger Abendblatt, 18.10., "Inkubator steht in der Kritik"
http://www.abendblatt.de/region/lueneburg/article2062914/Inkubator-steht-in-der-Kritik.html
[2] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/praesidium.html
[3] Hamburger Abendblatt, 18.10.,"Der Unmut ist berechtigt. Kommentar"
http://www.abendblatt.de/region/lueneburg/article2062913/Der-Unmut-ist-berechtigt.html