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Montag, 20. Februar 2012

Heiko Franken bald Leuphana-Vizepräsident?

Im Mai endet die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun und dem hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller. Während Spoun im vergangenen Jahr für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde, scheiterte Kellers Verlängerung zunächst (LeuphanaWatch berichtete). Nach einem unwürdigen Tauziehen sollte Keller als Vizepräsident in 50% Teilzeit wiederbestellt werden. Gegen diese Variante ist noch immer eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen anhängig, die Entscheidung steht noch aus. In jedem Fall ist im Mai ein hauptamtlicher Vizepräsident in 50% Teilzeit zu besetzen - oder aber es ist bei einem Sieg der Senatoren vor dem OVG erneut über die gesamte Vollzeitstelle abzustimmen. In jedem Fall wird neues Personal benötigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich die Indizien, dass das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg den derzeitigen Geschäftsführer der Professional School, Heiko Franken, als neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten aufbauen will.

Ein für die Öffentlichkeit sichtbares Indiz druckte die Lünepost am vergangenen Wochenende ab. In einem größtenteils wörtlich aus einer Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg (1) übernommenen Artikel zum Baubeginn des Audimax (2) darf sich neben Holm Keller auch Heiko Franken äußern:
Der Leiter der Professional School, Heiko Franken, ist zufrieden: "Ich habe ein gutes Gefühl." (2)
Es ist die einzige Ergänzung zur Pressemitteilung, welche die Lünepost vorgenommen hat. Inhaltlich hätte getrost auf sie verzichtet werden können, denn Neuigkeiten kann Heiko Franken nicht beitragen. Man könnte meinen, der Name hätte in der Öffentlichkeit platziert werden sollen. Denn warum kommt ausgerechnet der Geschäftsführer der Professional School zu Wort?

Auf der gleichen Seite berichtet die Zeitung über ein erstes Projekt des Innovationsinkubators, welches jetzt abgeschlossen wurde. Wie der Bereich Campusentwicklung gehört auch der Inkubator zum Aufgabenbereich von Holm Keller, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für "Innovations-Inkubator und Universitätsentwicklung" (3). An dieser Stelle ist fast das gleiche Spiel zu beobachten. Erneut wird Heiko Franken als Experte präsentiert:
So ist das erste abgeschlossene Inkubator-Projekt wohl als erfolgreich zu bezeichnen, wie auch Heiko Franken von der Professional School betont: "Hier wurden vier neue Arbeitsplätze geschaffen - mal sehen, wie es mit den anderen rund 50 Projekten weitergeht..." (4)
Dieses Mal wird Franken sogar mit Bild abgedruckt, darunter noch einmal das Zitat in leicht anderer Formulierung. Zum Projektteam gehört der Geschäftsführer der Professional School aber offensichtlich nicht (5). Auch in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg kommt er nicht vor (6). Trotzdem darf er im Artikel quasi die Rolle des eigentlich zuständigen Holm Keller übernehmen und die Gesamtsicht für den Inkubator vertreten.

Wie aus Uni-Kreisen zu hören ist, fällt Heiko Franken bereits seit längerem durch seine anscheinend ungewöhnlich häufige Präsenz bei allgemeinen Veranstaltungen auf, z.B. in der Reihe "Leuphana auf dem Weg". Hinter vorgehaltener Hand wird heftig über mögliche Motivationen diskutiert. Beobachter vermuten, es ginge bereits darum Gesicht zu zeigen und ein Image als "Kandidat des Hauses" aufzubauen (7).

Als Unternehmensberater würde Heiko Franken jedenfalls gut zum Duo Spoun / Keller passen oder könnte Keller gar ersetzen. Seine langjährige Tätigkeit in herausragender Position bei der Boston Consulting Group würde in Ergänzung zum McKinsey-Manager Keller beide großen Unternehmensberatungen an die Leuphana Universität Lüneburg binden. Hinzu käme durch den ähnlichen beruflichen Background beider Personen eine vermutlich relativ unkomplizierte Zusammenarbeit. Das zeigte sich schon in der letzten Startwoche, wo Franken Teil des Lehrendenteams war, sein ehemaliger Arbeitgeber von zentraler Bedeutung (LeuphanaWatch berichtete). Möglicherweise könnte er die nächste Startwoche ganz von Keller übernehmen, der bei den Studenten nicht besonders gut ankam.

Sollte Heiko Franken Ambitionen als Vizepräsident hegen, ist darüber hinaus die Zeit auf seiner Seite. Nach einem Urteil des OVG in der Causa Keller wird in jedem Fall unabhängig vom Ausgang eine Stellenausschreibung nötig sein. Zeitlich wird das bis Mai sehr knapp, so dass sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen halten dürfte. Eine hausinterne Lösung bietet da vordergründig einen gewissen Charme. Ob sich die Leuphana Universität Lüneburg allerdings einen weiteren Unternehmensberater in der Leitungsebene installieren möchte, wird noch zu diskutieren sein.

LeuphanaWatch wird die Angelegenheit weiter im Auge behalten.

Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) "Audimax-Bau startet jetzt", Lünepost 18./19. Februar 2012, Seite 3
(3) http://www.leuphana.de/holm-keller.html
(4) "Neue Arbeitsplätze durch Uni-Inkubator", Lünepost 18./19. Februar, Seite 3
(5) http://www.leuphana.de/professional-school/wissenstransfer/forschung-entwicklung/im-inkubator/operations-excellence.html
(6) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/02/16/erstes-inkubator-projekt-erfolgreich-abgeschlossen.html
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Montag, 5. Dezember 2011

Senatoren gehen zum OVG

Wichtige Neuigkeiten bzgl. der Klage gegen die Wiederbestellung von Holm Keller fasst der ASTA zusammen und kommentiert:
Eilantrag der stud. Senatoren vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen
Der Präsident fühlt sich durch das Urteil bestätigt, die SenatorInnen ziehen vors Oberverwaltungsgericht

Nachdem im Mai der hauptamtliche Vizepräsident Holm Keller ohne Ausschreibung in einem längeren Wahlverfahren wiederbestellt wurde, hatten die studentischen SenatorInnen der Senatsliste "EINE Uni für ALLE" (EUfA) einen Eilantrag gegen die Senatsbeschlüsse eingereicht. Sie sehen den "Kompromiss", den Vizepräsidenten als Teilzeitbeamten einzustellen, als nicht verfassungskonform an und bemängeln diverse Fehler am Verfahren. Heute hat nun das Verwaltungsgericht entschieden und die Klage ohne eine inhaltliche/materielle Rechtsprüfung abgelehnt. Die Begründung des Gerichtes beruhte nach Aussage der Senatsliste darauf, dass eine Verletzung der Rechte der KlägerInnen nicht vorliegt.

Universitätspräsident Sascha Spoun begrüßte noch heute Abend die Entscheidung in einer Rundmail über MyStudy:
"Hochschulleitung und Stiftungsrat sehen sich durch den Gerichtsbeschluss in ihren Einschätzungen bestätigt, dass der Beschluss des Senats vom 6. Mai 2011 weder in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch inhaltlich zu beanstanden ist."

Die Senatsliste EUfA beruft sich auf eine Rechtsauffassung des Wissenschaftsministeriums, wonach materielle Verstöße nicht auszuschließen seien:
"Wir sehen in dieser Rechtsauffassung eine Bestätigung unserer Kritik: Zwangsteilzeit für Beamt_innen ist verfassungswidrig. Der Senat aber hat eine Ernennung Holm Kellers vorgenommen und somit ein Beamtenverhältnis angestrebt. Der Senatsbeschluss zu Holm Keller ist demnach hinfällig und muss dem Senat erneut vorgelegt werden", so Daniela Steinert. "Hinsichtlich dieser Ausgangslage war es für uns selbstverständlich, vor das OVG zu ziehen, um die fehlerhaften Beschlüsse zu revidieren."

Auch der AStA hatte die Wiederbestellung des VP Keller im Sommer mit zahlreichen Aktionen kritisiert.

"Ich bin enttäuscht, dass das Gericht den Antrag nun abgelehnt hat, ohne die tatsächlichen Rechtsfragen zu erörtern. Wenn tatsächlich Rechte von SenatorInnen beschnitten wurden und die Entscheidung nicht rechtskonform ist, sehe ich die Gerichte in der Pflicht hier eine umfangreiche Rechtsprüfung durchzuführen." So Julian Frey, Sprecher des AStA. Ähnlich sieht das ganze Mathias Ahrens von der Senatsliste (EUfA):

"Wir bedauern es zutiefst, dass das Verwaltungsgericht zu dieser Entscheidung gekommen ist. Für uns ergeht aus der Begründung des Beschlusses kein ausreichender Schutz für die Rechte des Senates und der Hochschulöffentlichkeit. Wenn niemand gegen rechtswidrige Entscheidungen angehen kann, können die wenigen Rechte, die die Gremien überhaupt noch haben, nicht geschützt werden."

Steffen Riemenschneider, ebenfalls Sprecher des AStA, ergänzt:
"Wir können nun nur noch abwarten und hoffen, dass die RichterInnen am Oberverwaltungsgericht sich der Rechtsprüfung annehmen, damit wir endlich Klarheit bekommen. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass das Ergebnis der Wiederbestellung rechtskonform ist. Wir haben von Anfang ein Verfahren mit öffentlicher Ausschreibung befürwortet. Da dies offenbar von der Hochschulleitung nicht erwünscht war, müssen nun alle Beteiligten mit den Konsequenzen umgehen."
Unterstützung haben die Senatoren von der Fachschaft Kuwi erhalten, welche die Klage einstimmig unterstützt.

LeuphanaWatch wünscht viel Erfolg beim OVG.

Freitag, 25. November 2011

ASTA zur Hochschulpolitik in Niedersachsen

Für diesen Blog arbeiten Menschen und denen geht manchmal eine Nachricht unbeachtet durch. So ist es uns mit einer grundlegenden Stellungnahme des ASTA geschehen, die wir zur Diskussion nachreichen. Der Inhalt ist nach wie vor aktuell.
Stellungnahme des AStA der Universität Lüneburg zur aktuellen Hochschulpolitik in Niedersachsen

Studienfinanzierung
Immer mehr Kosten werden auf die Studierenden abgewälzt. Neben den Studiengebühren erlaubt die niedersächsische Politik den Universitäten Verwaltungskostenbeiträge zu erheben und die Unterfinanzierung der Studentenwerke sorgt dafür, dass diese den Studierenden ebenfalls tiefer in die Taschen greifen müssen. Der hohe finanzielle Druck sorgt für soziale Selektion und diskriminiert Studierende, welche aus finanziell benachteiligten Verhältnissen stammen. In Anbetracht der Tatsache, dass die allgemeinen Studiengebühren nur noch in Bayern und in Niedersachsen existieren, muss auch die politische Situation zu diesem Thema in diesen beiden Bundesländern neu bewertet werden. Wir fordern ein gebührenfreies Studium.

Hochschuldemokratie
Der AStA sieht das Modell der Stiftungsuniversität kritisch. Die Hoffnungen, dass sich die Universitäten durch private Gelder ein Stück weit selbst finanzieren könnten, hat sich nicht bewahrheitet. Gleichzeitig haben die Strukturen der Stiftungen zu einem Verlust an Demokratie durch eine Zentralisierung der Macht auf das Präsidium und zu einem Verlust an Kontrolle aufgrund der Intransparenz und der fehlenden universitären Anbindung von Stiftungsräten geführt. Hochschulen dürfen nicht der Spielball von privaten Interessen werden. Darüber hinaus sollte zumindest in jedem Stiftungsrat ein studentisches Mitglied vertreten sein. Vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur erwarten wir eine sinnvolle Kontrolle der Hochschulleitungen, die auch die Interessen der Studierenden berücksichtigt.

Die externen Berufungskommissionen haben darüber hinaus den Prasidien die Möglichkeit gegeben, in eines der wichtigsten Rechte der Fakultäten einzugreifen und den Studierenden bei Berufungen das Stimmrecht zu nehmen. Wir fordern studentisches Stimmrecht bei allen Berufungsverfahren und eine strenge Kontrolle der Anwendung von externen Berufungskommissionen. Diese dürfen nicht die Regel sein, sondern nur in Fällen eingesetzt werden, in denen Fakultäten ohne hausexterne Berufungsmöglichkeiten handlungsunfähig sind.

Die Möglichkeit, PräsidentInnen ohne Ausschreibung direkt wieder zu bestellen, schwächt die Position des Senats und bietet den wichtigsten hochschulpolitischen AmtsträgerInnen die Möglichkeit, sich einem Wahlkampf zu entziehen. Damit geht ein wichtiger politischer Abstimmungsprozess um die besten und gewünschten Konzepte für die Hochschule verloren. Wir fordern diese Möglichkeit wieder aus dem niedersächsischem Hochschulgesetz (NHG) zu streichen.

Die forcierte Öffnung der Universitäten für Drittmittel, auch aus der Wirtschaft, haben zu einem zunehmenden Einfluss privater Interessen geführt, der im Widerspruch zur Freiheit von Forschung und Lehre steht.

Zwangsexmatrikulationen
Zum Ende des vergangenen Semesters wurden zahlreiche Studierende zwangsexmatrikuliert, da ihre Studiengänge ausliefen. Aus Sicht des AStA sollten alle Studierende die Möglichkeit haben, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Nur weil Studierende längere Zeit im Ausland verbringen, Kinder betreuen, oder mehrere Urlaubssemester, darf ihnen nicht die Möglichkeit eines Abschlusses genommen werden. Dies ist kein altes Problem, denn auch in naher Zukunft sind weitere Studiengangsreformen zu erwarten, dadurch werden vermehrt auch Studiengänge auslaufen. Wir fordern das Recht, ein begonnenes Studium auch nach unbegrenzter Zeit beenden zu können, in das NHG aufzunehmen. Ebenso dürfen zukünftig keine Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Universität und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur geschlossen werden, die das endgültige Auslaufen von Studiengängen beinhalten.

Bachelor und Masterreformen
Die Schwierigkeiten des Bachelor-Master-Systems sind noch nicht erfolgversprechend angegangen. Die Mobilität der Studierenden konnte im Verhältnis zu den alten Abschlüssen bislang nicht erhöht werden. Die verschulten Systeme lassen an vielen Universitäten nur wenig Wahlmöglichkeiten. Des Weiteren ergeben sich oft Probleme mit dem Übergang zu Masterstudiengängen an anderen Universitäten. Wir fordern, den Reformprozess unter Einbeziehung der StudierendenvertreterInnen der AStA und der Landesastenkonferenz fortzusetzen. Bei Studiengängen, die nicht für das Modell geeignet sind, sollten andere Abschlüsse ernsthaft in Betracht gezogen werden (Bsp. Lehramt) und der vierjährige Bachelor muss flächendeckend diskutiert werden. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Masterplatzgarantie. Solange ein Masterplatz für eine Qualifizierung notwendig ist - und nicht, wie z.B. in den USA eine Vorstufe zur Promotion ist - muss jede Studierende einen Masterplatz erhalten.

Dienstag, 6. September 2011

Senatoren klagen weiter

Eigentlich wollte der Stiftungsrat Vizepräsident Holm Keller in diesen Tagen für eine neue Amtszeit wiederbestellen. Daraus wird wohl erstmal nichts. Nicht nur, dass eine Wiederbestellung angesichts des im Raum stehenden Korruptionsverdachts ein fatales Zeichen mit gewaltigem Schadenspotential für den Ruf der Leuphana Universität Lüneburg wäre. Es dürften zusätzlich juristische Gründe dagegen sprechen.

Die Senatoren der Liste "eine uni für alle" haben erneut einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht. Entsprechende Informationen wurden per eMail verteilt und sind auf den Seiten der Studenten nachzulesen. In einer Pressemitteilung heißt es:
„Vor mehreren Monaten haben wir den Stiftungsrat und das Wissenschaftsministerium um rechtliche Prüfung unserer Bedenken gebeten. Jetzt haben uns Stiftungsrat und Wissenschaftsministerium ohne inhaltliche Begründung lediglich mitgeteilt, dass Herr Keller für eine weitere Amtszeit ernannt werden soll,“ so Senatorin Daniela Steinert. „Inhaltsleere Mitteilungen sind vollkommen fehl am Platz. Wir empfinden es als eine Frechheit, wie von Stiftungsrat und Ministerium mit unserem Anliegen umgegangen wird. Es handelt sich um einen Rechtsstreit mit Präzedenzfallcharakter für ganz Niedersachsen. Daher beschreiten wir zur Klärung erneut den Rechtsweg.“ Pressemitteilung
Die Senatoren hoffen, mit diesem erneuten Antrag Erfolg zu haben. Andernfalls wollen sie das Oberverwaltungsgericht anrufen.

Ein Zwischenstand über das rechtliche Vorgehen geben die Studenten ebenfalls und treten Gerüchten über immense Gerichtskosten entgegen:
An der Uni kursieren offenbar bewusst gestreute Falschinformationen über die bislang entstandenen Kosten. Aber keine Sorge, denn angebliche Kosten von 2.500, 5.000 oder gar 10.000 Euro entsprechen nicht der Realität.
Weitere Details lassen sich auf den Seiten der Senatsliste nachlesen.

Donnerstag, 1. September 2011

Stiftungsrat will Keller ernennen

In der letzten Woche tagte streng geheim der Stiftungsrat. LeuphanaWatch entdeckte durch Zufall eine kleine Meldung im Intranet. Die Leuphana Universität Lüneburg gibt dort bekannt:
Stiftungsrat ebnet den Weg für Spoun und Keller
25. August 2011 Rechtsaufsichtliche Prüfung ergibt: Grünes Licht für Ernennung

Der Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg hat heute die Weichen für eine zweite Amtsperiode der Hochschulspitze endgültig gestellt. Das oberste Entscheidungsgremium der Hochschule sprach sich erwartungsgemäß für die erneute Ernennung von Universitätspräsident Sacha Spoun und des hauptberuflichen Vizepräsidenten Holm Keller aus. Der Stiftungsrat folgte damit der Empfehlung des Senats, wonach eine Wiederbestellung ohne erneute Ausschreibung erfolgen soll. Spoun und Keller können nun ihre Arbeit bis Ende Mai 2020 fortführen. Keller wird der Universität dabei allerdings nur noch mit der Hälfte seiner Arbeitszeit zur Verfügung stehen.

Der Stiftungsrat hatte sich intensiv mit dem Ergebnis der rechtsaufsichtlichen Prüfung der Beschlüsse des Senats vom 6. Mai beschäftigt. Dies war notwendig geworden, nachdem zwei studentische Senatsmitglieder und ihre Stellvertreter Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer erneuten Bestellung des hauptberuflichen Vizepräsidenten angemeldet und eine entsprechende Überprüfung durch den Stiftungsrat und das Wissenschaftsministerium gefordert hatten. Diese hat ergeben, dass auf Basis der Senatsentscheidung eine Ernennung von Spoun und Keller jetzt erfolgen kann. Dieses Ergebnis wird auch durch eine Entscheidung des Lüneburger Verwaltungsgerichts gestützt. Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Volker Meyer-Guckel erhielt vom Gremium das Mandat, die Ernennung nach Ablauf einer Woche vorzunehmen.

Gleichzeitig beschloss der Stiftungsrat die Einrichtung einer Findungskommission. Sie soll nun einen Kandidaten suchen, der sich mit Keller die Position des hauptberuflichen Vizepräsidenten teilt. (1)
Eine Reaktion der Studenten aus dem Senat steht noch aus. In der Landeszeitung hieß es, man wolle auf dem eingeschlagenen Weg weitermachen und die Klage fortführen. (2) Wir dürfen gespannt sein.

(1) http://www.leuphana.de/intranet/aktuell/ansicht/datum/2011/08/25/stiftungsrat-ebnet-den-weg-fuer-spoun-und-keller.html
(2) LZ 26. Aug. 2011 Seite 5

Sonntag, 31. Juli 2011

Etappensieg für Keller?

Das verwaltungsgerichtliche Eilverfahren der Studenten aus dem Senat gegen die Wahl von Holm Keller ist beendet. Das berichtete gestern die Landeszeitung. Beide Seiten hätten das Verfahren für erledigt erklärt. Zahlen müssen die Studenten, denn sie hätten keinen Erfolg gehabt. In ihrem Bericht gibt die LZ Statements der jubelnden Leuphana Universität Lüneburg und der Studenten um Daniela Steinert wieder. In Kurzform:
Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff:
"Der Gerichtsbeschluss bestätigt die Auffassung der Universitätsleitung, dass es im Zusammenhang mit der Senatsentscheidung nicht zu Rechtsverstößen gekommen ist." laut LZ
Die Kläger:
- Weil der Stiftungsrat uns nicht zusagen wollte, die Amtsurkunde an Herrn Keller zunächst nicht zu übergeben und die Angelegenheit rechtlich zu prüfen, mussten wir einen Eilantrag bei Gericht einreichen.
- Die gute Nachricht: Die kurzfristigen Ziele des Eilantrags sind erreicht: Der Stiftungsrat musste nun zusagen, dass er sich am 25. August der Frage widmen wird, ob die Senatsentscheidung zu Holm Keller rechtmäßig ist und dass er im Anschluss an eine solche Prüfung die Amtsurkunde für eine bestimmte Zeit nicht übergeben wird – um weiteren Spielraum zu lassen, um mit einem weiteren Eilantrag gegen die Benennung vorgehen zu können. laut Webseite
Das Gericht begründet seine Entscheidung laut Hamburger Abendblatt damit, dass der Senat für die Besetzung der Stelle des Vizepräsidenten nur ein Vorschlagsrecht hat, der Stiftungsrat über die Besetzung der Stelle entscheidet. Wenn er will, könnte der Stiftungsrat unabhängig vom Vorschlag des Senats über die Stellenbesetzung entscheiden. Die Senatoren könnten nicht in die Befugnisse des Stiftungsrats eingreifen, scheitern deshalb und müssen die Verfahrenskosten zahlen.

Samstag, 9. Juli 2011

Spendensammlung für Klage gegen Keller

Die Senatoren von "Eine Uni für alle" sammeln seit Kurzem Spenden zur Finanzierung ihrer Klage gegen die Wiederwahl von Holm Keller. Das haben sie in einer eMail über Verteiler der Universität bekannt gegeben. Den Spendenaufruf kann man online auf den Seiten der Senatsliste nachlesen. Darin heißt es u.a.:
„Wir denken, dass die Ergebnisse dieses Verfahrens für die gesamte Hochschule und somit für alle ihre Mitglieder relevant und wichtig sind. Die Klage sollte demnach von so vielen Menschen wie möglich getragen werden. Wir freuen uns über jede finanzielle Unterstützung – unabhängig von der Höhe des Beitrags!“, fügt Daniela Steinert, studentische Senatorin, hinzu. „Alle Spenderinnen und Spender bleiben selbstverständlich anonym!“
Das genaue Spendenprozedere und die Kontodaten für Überweisungen können hier eingesehen werden. Wenn das Verfahren gewonnen wird oder Geld übrig bleibt, wird das zurücküberwiesen oder gespendet.
In einer Meldung von Freitag wird berichtet, dass bereits 3000 Euro zusammengekommen sein sollen. Von einer "sensationellen Unterstützung" sprechen die Senatoren. Weitere Spenden werden trotzdem erbeten, weil im schlimmsten Fall bis zu 10000 Euro benötigt werden.

LeuphanaWatch hofft, dass genug Geld zusammen kommt. Spenden für den wirklich guten Zweck!

Freitag, 17. Juni 2011

Generalabrechnung mit dem System Spoun

Im Mai entdeckte Die Zeit "Risse hinter schöner Fassade" an unserer Leuphana Universität Lüneburg. Seit gestern ist ein Riss nicht mehr zu übersehen: Die Studenten aus dem Senat haben ihre Klage gegen die Wiederwahl von Holm Keller begründet.

Auf 22 (in Worten: Zweiundzwanzig!) Seiten findet sich eine Generalabrechnung mit dem 'System Spoun' und den Entwicklungen der letzten Jahre an der Lüneburger Hochschule. LeuphanaWatch hat für euch in das Dokument von historischer Bedeutung reingelesen. Eine Übersicht:
  • In großer Ausführlichkeit wird der Fall Soziale Arbeit / Sozialpädagogik und die „Neuausrichtung“ noch einmal aufgerollt. Mit dem Hinweis auf die fehlende inhaltliche Begründung für die Schließung und das erschreckende Vorgehen der Führungsetage wird der Finger präzise und zielstrebig in alte Wunden gelegt. Das Zitat aus einem der Öffentlichkeit bislang unbekannten Dokument kann beinahe wasserdicht belegen, dass Präsident Spoun den betroffenen Studenten damals nicht die Wahrheit über die Zukunft ihres Studiengangs sagte.
  • Unter dem Stichwort "externe Berufungskommissionen" rechnen die Studenten mit den Neuberufungen der Leuphana Universität Lüneburg ab. Sie halten die Verfahren allesamt für unrechtmäßig. Prominentestes Beispiel: Stararchitekt Libeskind.
  • Etwas kurz kommt ein für alle Studenten sehr wichtiges Thema: Wie entsteht eine Prüfungsordnung und wer entscheidet über die Inhalte. Belegpunkte, Maluspunkte, Prüfungsflut - wer ist dafür verantwortlich?
  • Anschließend werden die Erkenntnisse aus den Beispielen zusammengeführt und zu einem Gesamtbild verdichtet. Der Präsident bekommt dabei sein Fett weg, es ist gar von einer "präsidialen Diktatur" die Rede. Spoun dürfte 'not amused' sein.
  • Abschließend wir der derzeitige Verfahrensstand zusammengefasst - mit interessanten neuen Details aus den Sitzungen.
Dieser Text ist mehr als ein Tritt vor's Schienbein, es ist die große Abrechnung. In Wertungsfragen streitbar, aber sehr lesenswert!

LeuphanaWatch meint: Jetzt kommt Grundsätzliches auf den Tisch. Es war auch an der Zeit. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber es wird stürmen - gewaltig.

Samstag, 11. Juni 2011

Eilmeldung: Senatoren klagen gegen Kellers Wiederwahl

Wie heute in der Nacht über die eMailverteiler der Universität bekannt gegeben wurde, klagen mehrere Senatoren gegen die umstrittene Wiederwahl von Vizepräsident Holm Keller. Die Liste "Eine Uni für alle" erläutert dazu:
Das skandalöse und undemokratische Verfahren um die Wiederbestellung des hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller an der Universität Lüneburg hat ein rechtliches Nachspiel. Mitglieder des Senats haben nun die Kanzlei Sellmann. Blume. Wiemann. aus Lüneburg beauftragt.
Die Kanzlei hat die Rechtsaufsicht eingeschaltet und Klage beim Verwaltungsgericht Lüneburg erhoben. Damit soll die Ernennung von Herrn Keller auf Basis des vorliegenden Senatsbeschlusses vom 06. Mai 2011 verhindert werden. Die Beschwerdeführer_innen halten den vom Senat beschlossenen präsidialen Vorschlag eines Teilzeitamtes für Vizepräsident Holm Keller für verfassungswidrig und beanstanden zahlreiche Rechtsverstöße im Vorfeld der Senatsentscheidung.
Details können auf den neuen Seiten der Senatoren nachgelesen werden. Dort kündigen die Studenten außerdem an, in Kürze detaillierter Auskunft zu geben.

Interessant ist: Eine Klage kostet potentiell viel Geld. Anscheinend gibt es aber genug Unterstützer:
Wir möchten uns hiermit ganz herzlich bei all denjenigen bedanken, die uns finanzielle Sicherheiten für diese juristischen Schritte zugesagt haben!
Außerdem bedanken wir uns bei unseren Mitstreiter_innen und bei den vielen Menschen, die uns inhaltlich den Rücken stärken!
LeuphanaWatch gratuliert zu dem mutigen Schritt der aufrechten Senatoren, wünscht viel Erfolg und wird am Thema dranbleiben. Es stehen heiße Diskussionen bevor.

Dienstag, 10. Mai 2011

Spoun schreibt an Leuphana

Der derzeitige Präsident der Leuphana Universität Lüneburg hat sich in einer eMail an seine Institution gewandt. Wir drucken das zeithistorische Dokument unverändert ab.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Studierende,

in den vergangenen Wochen ist sowohl in unserer Universität als auch in einer breiten Öffentlichkeit intensiv über die Frage einer Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten und des hauptberuflichen Vizepräsidenten diskutiert worden. Nach der Senatssitzung am 6. April sowie zwei Aussprachen des Senats am 13. und 27. April freut es mich außerordentlich, Ihnen nun mitteilen zu können, dass ein Vorschlag, zu dem für heute aus der Mitte des Senats zu einer Sitzung geladen wurde, eine Mehrheit gefunden hat.

Nachdem ich die Wahl für eine zweite Amtszeit als Präsident bereits im April angenommen hatte, haben die Senatorinnen und Senatoren heute entschieden, auch die Zusammenarbeit mit Vizepräsident Holm Keller über das Jahr 2012 hinaus fortzusetzen. Der Senat macht damit von seiner Möglichkeit Gebrauch, die Wiederwahl der hauptberuflichen Präsidiumsmitglieder ohne erneute Ausschreibung vorzunehmen. Gleichzeitig tritt der Senat ein für die Teilung der Stelle des hauptberuflichen Vizepräsidenten. Für die zweite Hälfte der Stelle soll eine Findungskommission eingerichtet werden.

Während des Wintersemesters konnte ich mit den Mitgliedern des Senats sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aller Statusgruppen wertvolle Gespräche zur bisherigen und zukünftigen Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg führen. Auf Grundlage dieser konstruktiven Gespräche hatte ich mich entschlossen, für eine Wiederbestellung gern zur Verfügung zu stehen. Gleichzeitig habe ich von Anfang an deutlich gemacht, dass die Fortsetzung meiner Arbeit in Lüneburg gewisse Arbeitsbedingungen erfordert, die aus meiner Sicht für die zukünftige Entwicklung der Leuphana Universität Lüneburg im Hinblick auf die vor uns liegenden weiterhin großen Herausforderungen und Projekte, die erfolgreiche Fortführung des eingeschlagenen Weges und die harte Konkurrenz durch andere Hochschulen unerlässlich erscheinen.

Zu diesen notwendigen Arbeitsbedingungen gehörte, dass auch Holm Keller als hauptamtlicher Vizepräsident für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht und entsprechend vom Senat bestellt wird. Der nun vom Senat bestätigte Vorschlag sieht vor, dass Holm Keller weiter als hauptberuflicher Vizepräsident für die Leuphana tätig sein, aber nur noch die Hälfte der Stelle ausfüllen wird. Er wird sich künftig auf Projekte der Universitätsentwicklung, insbesondere auf die Umsetzung der laufenden Großprojekte der Campusentwicklung und des Innovations-Inkubators konzentrieren. Ihm soll ab 2012 eine zweite Person als hauptberufliche Vizepräsidentin bzw. hauptberuflicher Vizepräsident zur Seite gestellt werden, die im Rahmen einer Findungskommission ausgewählt werden wird und sich auf die interne Entwicklung der Universität konzentrieren soll. Sie oder er wird die zweite Hälfte der Stelle ausfüllen und dem Präsidium ebenfalls nur zu 50 Prozent zur Verfügung stehen. Diese Lösung trägt sowohl den Erfordernissen der weiteren Universitätsentwicklung als auch den Wünschen des Senats Rechnung. Sie liegt dem Stiftungsrat nun zur Entscheidung vor.

Mit seiner Entscheidung bekräftigt der Senat den von der Universität eingeschlagenen Kurs einer grundlegenden Neuausrichtung, wie wir ihn in den letzten fünf Jahren in über 60 Senatssitzungen, zahlreichen Arbeitsgruppen, Berichten, Satzungen und Einzelleistungen konkretisiert und weiterentwickelt haben und wie er von den zuständigen Gremien getragen worden ist. Gemeinsam haben wir mit diesem Kurs eine erfolgreiche Entwicklung in Gang setzen können: Unser neues Studien- und Universitätsmodell mit College, Graduate School und Professional School wird vom Wissenschaftsrat als modellhaft für die weitere Entwicklung der Hochschullandschaft und des Bologna-Prozesses empfohlen. Mit einer deutlichen Steigerung der Landeszuweisungen gehen wir gestärkt in den sich zuspitzenden Wettbewerb der Hochschulen. Eine Profilierung in vier Wissenschaftsinitiativen und neuen Fakultäten stärkt das Forschungspotential unserer Universität. Die eingeworbenen Forschungsdrittmittel konnten bereits mehr als verdoppelt werden, die Anzahl der Publikationen hat sich verdreifacht. Die Universität hat heute über 20% mehr Beschäftigte als 2006 – beim wissenschaftlichen Personal beträgt die Steigerung sogar rund 25%. 35 Neuberufungen von Professorinnen und Professoren konnten seit 2008 bereits realisiert werden; mehr als 20 weitere Berufungsverfahren laufen derzeit, sieben neue Ausschreibungen befinden sich darüber hinaus in Vorbereitung. Hinzu kommen die weitreichenden Projekte des Innovations-Inkubators und der Campusentwicklung, mit denen wir in vielerlei Hinsicht Neuland betreten haben, um die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für innovative Lehr- und Forschungskontexte zu schaffen. Aufbauend auf diesen erfreulichen Entwicklungen wie auch auf den vielen Ideen, Initiativen und Potentialen aller Universitätsmitglieder haben wir damit – wie ich finde – eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für die nächsten Schritte.

Inhaltlich wie menschlich blicke ich vor diesem Hintergrund trotz oder gerade wegen aller Herausforderungen, die es zu meistern galt, bereits sehr dankbar auf die wahrscheinlich intensivsten Jahre meines bisherigen Lebenswegs zurück. Nicht immer waren wir sofort einer Meinung, das hat auch der Prozess der vergangenen Wochen gezeigt. Trotzdem haben wir gemeinsam bereits viel erreicht und uns immer auf einen für die Universität sinnvollen Weg verständigt. Die Leuphana Universität Lüneburg auf diesem Weg weiterzuentwickeln, ist mir daher nicht nur aus institutioneller, sondern auch aus ganz persönlicher Sicht alle nötigen Anstrengungen wert.

Diese gemeinsamen Anstrengungen werden auch in Zukunft nötig sein, denn die Gespräche der vergangenen Wochen haben mir auch verdeutlicht, dass wir in einzelnen Bereichen einen Verbesserungsbedarf haben, den wir nicht leugnen dürfen. So muss es uns gelingen, den Dialog über Ideen und Ziele der Universitätsentwicklung deutlich stärker zu führen, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einrichtungen, Gremien und Bereichen noch mehr zu intensivieren und die Systematik, Transparenz und Klarheit aller Prozesse voranzubringen. Für diese Ziele werde ich mich in der kommenden Zeit besonders einsetzen.

Darüber hinaus wird es darum gehen, schrittweise ein entspanntes, der Forschung und Lehre dienliches Zusammenspiel der seit dem letzten Semester eingerichteten vier Fakultäten, Schools und zentralen Dienste zu erreichen. Diesbezügliche Workshops mit den Dekanaten und den Schools haben bereits stattgefunden und sind auch in diesem Semester geplant. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass unsere Universität als akademische Gemeinschaft auf Augenhöhe noch weiter zusammenwächst, nicht nur durch gemeinsame Anlässe wie beispielsweise den Dies Academicus oder die Graduiertenfeiern. Auch der geplante Ausbau der Weiterqualifizierungsmöglichkeiten aller Mitarbeitenden in Wissenschaft und Verwaltung stellt eine wichtige Grundlage für diese Entwicklung dar.

Dass wir ebenfalls weitere Schritte zur Verbesserung der Lehre, der Entwicklung der Forschungskulturen und vielfältiger Transferaktivitäten in Berufspraxis und Zivilgesell-schaft erreichen müssen und wollen, ist unser eigener Anspruch und entspricht auch den an uns gerichteten Erwartungen. Dazu bieten die an so vielen Stellen vorhandenen Ideen und Initiativen, aber auch die im Rahmen der Neuausrichtung entstandene erfreuliche Außenwahrnehmung eine hervorragende Ausgangsbasis. Klar ist, dass die Aufgaben groß und die verschiedenen Ansprüche auch weiterhin hoch sind. Gemeinsam werden wir sie wie schon seit 2005 bewältigen.

Mein Dank gilt in besonderem Maße jenen unter Ihnen, die während der vergangenen vier Wochen den Mut bewiesen haben, sich hochschulintern klar zu äußern. Wenn Neues gewagt wird, findet sich immer leicht ein Anlass, um Kritik zu üben. Es ist dagegen nicht immer selbstverständlich, sich auch aktiv und positiv für eine Entwicklung einzusetzen und zu positionieren. Es ist dieser Mut, der auch mir die nötige Stärke gegeben hat, während der vergangenen Wochen zuzuhören und auch in schwierigen Situationen nach Kompromissen zu suchen. Ihr aktives Engagement bestärkt mich zusätzlich, gemeinsam mit allen Mitgliedern der Universität die nächsten Schritte für unsere Universität zu gehen.

Abschließend möchte ich Ihnen auch im Namen von Herrn Keller nochmals sehr herzlich danken für Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung, Ihren Zuspruch, Ihre Geduld, aber auch für Ihre konstruktive Kritik, Ihre berechtigten Zweifel und die vielen Anregungen. Bei vielen von Ihnen gründet diese Unterstützung auf der Erwartung, dass sich die verdienten Erfolge unserer gemeinsamen Reformanstrengungen nach außen wie auch verstärkt nach innen nur dann einstellen können, wenn wir nicht in erneute Grundsatzdiskussionen eintreten, sondern die konkreten Fragestellungen, die sich bei der Umsetzung des eingeschlagenen Kurses stellen, in konstruktiver Zusammenarbeit und im gemeinsamen Dialog lösen. Diesen Erwartungen fühle ich mich verpflichtet.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Sascha Spoun

Samstag, 7. Mai 2011

Die Arroganz der Macht

Kommentar

Gestern schwieg LeuphanaWatch und gönnte Holm Keller seinen Phyrrussieg. Auch heute schenken wir ihm noch einmal großzügig die erste halbe Stunde des Tages. Keller darf Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg bleiben, wenn auch in Teilzeit. Zur Seite gestellt bekommt er einen zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten, der ebenfalls in Teilzeit eingestellt werden soll. Der soll sich um interne Universitätsangelegenheiten kümmern. [1]

Die Facebookgruppe Spoun4President feiert und hier auf LeuphanaWatch melden sich ebenfalls Unterstützer zu Wort. Das kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass gestern fast alle verloren haben.

Der ASTA und seine Freunde haben verloren, die Holm Keller umbedingt aus der Uni jagen wollten. Sie hatten noch einmal sämtliche Schandtaten von Keller in ihrer ASTA Zeitung 'The Holm Files' ausgebreitet. Sie forderten einen öffentlichen Prozess und eine Ausschreibung der Stelle. Noch vor kurzem riefen sie dazu auf, das Ergebnis des Senat vom 6.4. anzuerkennen - ohne Erfolg. Das befürchtete Flatrate-Wählen konnte nicht verhindert werden.

Verloren hat ebenfalls der Senat. In einem unwürdigen Schauspiel ließen sich die Senatoren wie an einem Ring in der Nase durch die Manege ziehen. Nach einem kurzen Aufbäumen Anfang April knickten letztlich zu viele ein. Es reichte dafür die Aussage, dass der Präsident es nur mit Keller machen wollte. Man sah sich offenbar außer Stande, diesem Sandkastengehabe etwas entgegen zu setzen. Von einer "Selbstaufgabe der akademischen Selbstverwaltung" spricht ein ehemaliger Präsident - zu Recht. Der Senat wird in Zukunft noch einen schlechteren Stand haben. Ein Hinweis auf den möglichen Rücktritt des Präsidenten wird als Disziplinierungsmaßnahme ausreichen.

Verloren hat die gesamte Universität. Kellers nächster Skandal wird ihr zu schaffen machen, denn niemand kann mehr behaupten, nicht gewarnt gewesen zu sein. Durch das wochenlange Hickhack um die Wiederwahl, diesen einmaligen Vorgang in der deutschen Hochschullandschaft, ist das Ansehen schwer getroffen. Rückgradtloses Abstimmungsverhalten der Senatsmitglieder tut sein Übriges. Die akademische Selbstverwaltung hat ihre Kapitulation unterzeichnet. Es kann doch niemand mehr verstehen, was dort hinter verschlossenen Türen vor sich gegangen ist.

Verloren hat auch Holm Keller. Er schaffte seine Wiederwahl nicht aus eigener Kraft und musste von seinem Freund Sascha gerettet werden. Es ist sonnenklar: Kaum jemand hält Keller für eine gute Besetzung des Amtes, man wählte ihn nur weil Sascha Spoun seine Zukunft daran knüpfte. Wie LeuphanaWatch erfuhr, drohte Spoun am gestrigen Tag erneut mit sofortigem Rücktritt und konnte nur dadurch Keller ins Ziel retten. [2] Dessen Gegner werden bei nächster Gelegenheit nun noch verbissener zuschlagen.

Keller ist trotz allem der einzige Gewinner. In der Vergangenheit war er selten am Campus und regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, er kümmere sich nicht um seine Kernaufgaben. Jetzt ist das kein Problem mehr. Für lästige Verwaltungsaufgaben bekommt er eine Aushilfe, die sich "Vizepräsident in 50% Teilzeit" nennen darf. [2] Wenn Keller wieder einmal nicht anwesend ist, kann er auf seine Teilzeitstelle verweisen. Nebenbei hat er noch mehr Zeit als zuvor, sich um seine ertragreichen Nebentätigkeiten zu kümmern. Und ob Keller in Zukunft nur noch 50% seines Gehalts verdienen wird, darf getrost bezweifelt werden. Niemand wird es überprüfen können, blieb doch die Höhe trotz durchsickernder Zahlen bislang offiziell geheim.

Als der größte Verlierer des (gestrigen) Tages wird jedoch Präsident Dr. Sascha Spoun in die Geschichtsbücher eingehen. Vordergründig hat er sich durchsetzen können: Er selbst wurde sofort wiederbestätigt und er verhalf auch Keller zur Wiederwahl. Sein Ziel hat er erreicht.

Es stellt sich allein die Frage nach dem Preis. In selbstherrlicher Art und Weise setzte er sich mit der Neuausrichtung gleich und befeuerte die Angst vor dem Untergang. Nur er - einem Messias gleich - könnte das abwenden, denn ohne ihn gäbe es die völlige Ungewissheit. Der Präsident schürte durch sein Verhalten die Angst, ja die blanke Panik, vor dem Wertverfall des Studienabschlusses, dem Wegfall des Arbeitsplatzes, dem Verlust der Universität als Ganzes. Er hätte dem entgegentreten können, aber er tat es nicht. Statt dessen nutzte er die Situation aus.

Spoun hat sein gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale geworfen - weil er es musste. Er nahm nach massivem Druck die Wahl am 27. April an, nur um eineinhalb Wochen später scheinbar erneut mit dem sofortigen Rücktritt zu drohen. Die Rücktrittsdrohung als taktisches Maneuver ist bekannt. Eine Wahl aus strategischen Gründen kurzzeitig anzunehmen und wenige Tage später wieder mit Rücktritt zu drohen zeugt von Schwäche oder einer unfassbaren Arroganz der Macht.

Spoun zwang die gesamte Universität grundlos in eine Zerreißprobe und richtete damit schweren Flurschaden an. Das Verhalten des Präsidenten ist beschämend und peinlich. Das Wohl der Universität scheint egal, Hauptsache mit dem Kopf durch die Wand. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, die Situation zu entschärfen. Spoun hat es nicht getan. Statt dessen steht er als derjenige da, der es ohne Holm Keller nicht kann. Sein Studienmodell scheint die Universität nicht gut aufzustellen, denn ohne Kellers Netzwerke ist sie nicht überlebensfähig. Wie sonst kann das Verhalten des Präsidenten gedeutet werden? Damit schmälert Spoun überflüssigerweise das Erreichte und seine eigene Leistung. Er befeuert die Bedenken all jener, die von einer großen Blase sprechen, die irgendwann platzen wird.

Für den Moment hat Sascha Spoun sich durchgesetzt. Mittel- und langfristig könnte ihn das noch teuer zu stehen kommen. Sascha Spoun und Holm Keller sind angeschlagener denn je.


[1] http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/05/06/spoun-und-keller-bleiben-im-amt.html
[2] Wir danken für den Hinweis.

Freitag, 6. Mai 2011

Keller wiedergewählt

Holm Keller, der hauptamtliche Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg wurde auf der heutigen Senatssitzung wiedergewählt. (1) Zwölf Senatoren stimmten für ihn, sieben dagegen. (2)

LeuphanaWatch gönnt Holm Keller seinen Phyrrussieg und wird zur Feier des Tages bis morgen schweigen.


Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/05/06/spoun-und-keller-bleiben-im-amt.html
(2) http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/leuphana149.html

Donnerstag, 5. Mai 2011

Alt-Präsident meldet sich zu Wort

Der ehemalige Präsident der Universität Lüneburg hat sich in einem offenen Brief an die Senatoren gewandt. Das eindrucksvolle Dokument wurde über eMailverteiler verschickt. Wir geben es unkommentiert wieder, denn der Inhalt spricht für sich selbst.

Offener Brief an die Mitglieder des Senats der Universität Lüneburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit wachsender Besorgnis sehe ich die Vorgänge zwischen der Hochschulleitung und dem Senat seit jenem Senatsvotum vom 6. April.

Die meisten von Ihnen kennen mich nicht. Ich bin Alt-Rektor und Emeritus dieser Universität und habe – zusammen mit anderen - viele Jahre für die nachhaltige (!) Entwicklung und Stabilisierung der Hochschule gearbeitet (und auch gekämpft). Auch wenn man sich aus den Querelen der Nachfolgenden heraushalten sollte, sehe ich mich nun doch veranlassst, den Senat direkt anzusprechen, statt einen Leserbrief zu schreiben, weil es m.E. um mehr geht als um eine (wenn auch nicht irgend eine) interne Personalie, die nur die sichtbare Spitze eines Eisberges sein dürfte.

Es ist eigentlich nicht zu fassen, wie die Hochschulleitung mit dem Senat umgeht, was sie der Institution zumutet und in welcher Weise Verfahren missachtet, ja verachtet, werden. Unglaubwürdigkeit ist die Folge. Aus meiner Sicht mangelt es der Hochschulleitung an Respekt für die ihr anvertraute Hochschule. Ich kann mir im Grunde kaum vorstellen, dass ein Senat diese Art des Umgangs hinnehmen könnte, selbst diejenigen nicht, die die Neuausrichtung mittragen. Hier zeigt sich aber auch, was passieren kann, wenn ein System so strukturiert wird, dass Machtausübung faktisch ohne Kontrolle möglich ist, wie das hier der Fall ist. „Checks and balances“, das Ursystem von Gewaltenteilung, ein europäisches Erbe der politischen Aufklärung, wird hier, nicht erst seit April 2011, außer Kraft gesetzt. Das ist nicht die humanistische Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts - "Prunksätze des Zeitgeistes" (Ludwig Marcuse) - , sondern das Gegenteil davon. (Vertreten denn am Ende nur noch die Studentenvertreter die Prinzipien akademischer Freiheit und legitimierter Verfahren?)

Gerade die Mitglieder einer wissenschaftlichen Hochschule, die doch dem kritischen Geist verpflichtet sind (ja, das sind sie, denn davon lebt letztlich die Universität), gerade sie müssten doch die grundsätzliche Bedeutung dessen sehen, was hier geschieht. Wenn der Senat am Freitag so abstimmen sollte, wie die Hochschulleitung es sich wünscht, käme das in meinen Augen einer Selbstaufgabe der akademischen Selbstverwaltung gleich. Und außerdem: Den Geist der Universität macht nicht ein Gebäude aus, sondern die Haltung und das Tun derer, die dort Wissenschaft betreiben, lehren und studieren – und die Träger der akademischen Selbstverwaltung sind.

Nun tun Sie, was Sie in ihrer Verantwortung für die Universität für richtig halten – möge es das Richtige sein.

In diesem Sinne grüßt Sie

Helmut de Rudder,

den Sie getrost für einen Ewig-Gestrigen halten mögen.

Sonntag, 1. Mai 2011

Zufällige Mehrheiten im Senat?

Die Wahl des Präsidiums ist ins Sommersemester verschoben worden um zufällige Mehrheiten im Senat zu verhindern. Eine derart wichtige Entscheidung dürfe nicht durch zufällige Mehrheiten getroffen werden.

Für diese Woche ist am Freitag um 12:00 Uhr zur nächsten Senatssitzung eingeladen worden. Ab 12:15 Uhr finden ganz normal Lehrveranstaltungen statt. Andere haben freitags überhaupt keine Termine auf dem Campus und kommen zu dieser Zeit ihrer außeruniversitären Verpflichtungen nach. Wer hier Reiseanträge zu Konferenzen, etc. gestellt hat können wir natürlich nicht recherchieren.

Sehr viel einfacher ist es jedoch festzustellen, dass zwei Senatoren Lehrveranstaltungen haben. Prof. Pierangelo Maset hat das Seminar „Kunstvermittlung: Theorie und Praxis“. Prof. Dieter Riebesehl hat 12 parallele Tutorien für „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler“. Vermutlich ist er hier abkömmlich, hält keines der Tutorien persönlich.

Nachdem Herr Maset als Verfechter einer Findungskommission bekannt ist muss die Frage gestellt werden, ob dieser Zeitpunkt bewusst gewählt wurde? Bzw. ob eine Senatssitzung ein guter Grund ist, ein Seminar zu verschieben.

Sollte die Sitzung jedoch länger wie zwei Stunden dauern verändern sich die Mehrheitsverhältnisse wieder: Frau Landwehr und Herr Rieckmann haben ab 14:15 Uhr jeweils eine Veranstaltung.

Herr Rieckmann hingegen hatte sich öffentlich für eine sofortige Wiederwahl des Präsidiums eingesetzt. Da ist verständlich, dass der sonst übliche Uhrzeit ab 14:30 Uhr nicht gewählt wurde. Würde doch eine sichere Stimme möglicherweise fehlen.

Donnerstag, 28. April 2011

Kellers Unterstützer verlieren die Nerven

Der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg Holm Keller wurde auf der gestrigen Senatssitzung nicht gewählt. Das berichtet nun auch die Landeszeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Spekuliert wird jetzt, dass Keller sich seinen Posten mit einem zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten als Teilzeitlösung teilen könnte. Auch diesen Vorschlag soll der Senat abgelehnt haben.

Präsident Spoun hat hoch gepokert und mit seiner Zusage noch einmal sein ganzes politisches Gewicht in den Ring geworfen. Die Strategie, dass der Senat quasi zum Dank für Spouns Zusage Holm Keller doch noch durchwinken würde, ist offenbar gescheitert. Der Präsident hat die Stimmung augenscheinlich falsch eingeschätzt und steht nun mit leeren Händen da. Seine kolportierte Drohung, die Universität zu verlassen falls Keller nicht umgehend ernannt würde, ist nun nicht mehr denkbar. Herr Spoun hat sich selbst in eine Lage gebracht, in der guter Rat teuer ist.

Derweil steigt der Druck, endlich ein transparentes Verfahren zu beginnen und eine Findungskommission für Kellers Stelle einzurichten. Der ASTA hat dazu klar Position bezogen und eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese ist auf der Senatssitzung verlesen worden, wie Teilnehmer bestätigen. Dort hatten sich einige Studenten zunächst geweigert, den Raum für den vertraulichen Sitzungsteil zu verlassen und eine öffentliche Bekanntgabe des Abstimmungsergebnissen von Holm Keller gefordert.

Gleichzeitig fahren die Studenten in der Personalfrage Keller schwere Geschütze auf. Der ASTA hat eine Zeitung veröffentlicht, die mit dem Vizepräsidenten abrechnet und an seine Taten der letzten Jahre erinnert. LeuphanaWatch hatte bereits frühzeitig ein Sündenregister zusammengestellt.

Die Unterstützer von Holm Keller verlieren angesichts dieser für sie schwierigen Lage zunehmend die Nerven.

Die Landeszeitung berichtet, Professorin Stoltenberg sei gestern mit Kollegen zum Senat gekommen, "um Störaktionen zu verhindern" (1). Auf der Sitzung selbst soll sie durch mehrfache emotionale Zwischenrufe nach Redebeiträgen von Studenten aufgefallen sein. Anwesende waren entsetzt über das in ihren Augen unangemessene Auftreten (2).

Bereits vor der Sitzung war die Stimmung aufgeheizt, nachdem es anscheinend kurzzeitig Überlegungen und Versuche von sich im Eingangsbereich von Gebäude 10 aufhaltenden Personen gab, der kritischen Öffentlichkeit den Zugang zum Senat zu verweigern. Es wird berichtet, dass es sich dabei um Sympathisanten der Gruppe Spoun4President gehandelt haben soll. Letztlich konnten jedoch alle Interessierten den Senatsraum ungehindert erreichen (3).

Bereits gestern berichtete LeuphanaWatch, dass Studenten aufgrund ihrer Meinungsäußerungen von Lehrpersonal mit Konsequenzen gedroht worden sein soll. Heute erreichte uns ein Bericht, dass sich ein Professor der Universität in der Öffentlichkeit auf dem Campus lautstarke Auseinandersetzungen mit kritischen Studenten geliefert haben soll. Dabei soll es zu mehrfachen verbalen Ausfällen seitens des Professors gekommen sein (4).

LeuphanaWatch findet das beschämend und ruft alle Beteiligten dazu auf, zu einer sachlichen Diskussion zurück zu kehren. Wir fragen: Wann beendet Herr Keller diese Posse und akzeptiert das Votum des Senats?


Quellen:
(1) "Spoun punktet nicht mit dem Ja" in der Landeszeitung am 28. April 11 auf Seite 3
(2) Wir danken für den Erfahrungsbericht, den wir per eMail erhalten haben.
(3) LeuphanaWatch dankt für den detaillierten Hinweis in dieser Sache, den wir für authentisch halten, jedoch nicht verifizieren können.
(4) Die Information wurde uns per anonymer eMail zugestellt. Den Namen des Professors nennen wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Spoun nimmt Wahl an und bleibt Präsident

Der Präsident scheint dieses Blog zu lesen. Wie die Facebookgruppe Spoun4President heute am späten Abend meldet, hat Sascha Spoun die Wahl angenommen und bleibt damit Präsident der Leuphana Universität Lüneburg. Sie schreibt:
Herr Spoun hat heute (im öffentlichen Teil der Senatssitzung) die Wahl zum Präsidenten unserer Universität angenommen. Darüber freuen wir uns sehr. Leider können die Senatoren nicht aus der weiteren Sitzung, die noch über 3 Stunden dauerte, berichten.
Die Information berichtet auch der NDR auf seiner Webseite. Einen solchen Schritt zur Lösung der kritischen Situation an der Universität hatte LeuphanaWatch Sascha Spoun bereits vor Tagen nahe gelegt.

Der Präsident soll seinen Schritt mit dem großen Vertrauen begründet haben, welches alle Gruppen an der Leuphana Universität Lüneburg ihm und dem Konzept der Neuausrichtung in den letzten Wochen entgegen gebracht hätten.

Zur Personalie Holm Keller liegen noch keine näheren Informationen vor. Der NDR meldet, dass dessen Wiederwahl erneut gescheitert sein soll, weitere Diskussionen sollen folgen.

Im öffentlichen Teil der Senatssitzung sollen Anwesende über weiteren massiven Druck auf Senatoren, aber auch andere Universitätsmitglieder berichtet haben. Studenten soll aufgrund ihrer Meinungsäußerung sogar von Lehrpersonal mit Konsequenzen gedroht worden sein. Trotz allem waren offenbar zahlreiche Besucher auf der Senatssitzung anwesend und haben ihr Interesse an genauen Informationen bekundet. Auch nach dieser Sitzung haben die Senatoren jedoch einen Maulkorb erhalten, wie Spoun4President berichtet.

LeuphanaWatch gratuliert Herrn Spoun zur Wiederwahl und fragt den neuen und alten Präsidenten: Wann werden denn nun endlich Informationen über die Wahl von Herrn Keller veröffentlicht?

Montag, 25. April 2011

Entscheidung im Senat am Mittwoch?

Offenbar wird der Senat am Mittwoch die Abstimmung über Vizepräsident Holm Keller wiederholen. Die Studenten aus dem Senat informieren auf der ASTA Seite ausführlich über die aktuelle Lage.

Besonders brisant:
Der Präsident der TU Braunschweig, hat - obwohl eine sofortige Wiederbestellung sehr aussichtsreich war - von sich aus erklärt, eine offene Ausschreibung seiner Stelle vorzuziehen. Weil er ein starker Präsident sein möchte, der sich der Konkurrenz des Ausschreibungsprozesses stellen möchte und der aus Überzeugung gewählt werden will.
Jeder denke sich seinen Teil dazu angesichts der aktuellen Posse an der Leuphana Universität Lüneburg. Wir forderten bereits, Sascha Spoun möge die brisante Lage endlich entschärfen.

Während dessen muss die Facebook-Kampagne Spoun4President einen Dämpfer einstecken. Die Zahl ihrer Unterstützer ist rückläufig und stagniert mittlerweile bei rund 1250. Auf dem Campus sind ihre Plakate kaum noch zu entdecken und auch in der Presse gab es Schelte. Von einer "bizarren Kampagne" spricht die Financial Times in einem Artikel, der ursprünglich mit "Der Schöne und das Biest" betitelt war. [1] In der Printausgabe zierte ein Bild von Holm Keller den Text, der sich mit einem Schild "Ich stehe hinter Spoun" ablichten lies. [2]

Die Studenten aus dem Senat rufen dazu nun auf, sich am Mittwoch um 14 Uhr vor Gebäude 10 einzufinden. Dort soll es aktuelle Informationen geben. Anschließend wird um Unterstützung für die Studenten im Senat gebeten - die Sitzung beginnt öffentlich, Besucher sind willkommen.

[1] http://www.ftd.de/wissen/leben/:fuehrungsduo-in-not-lueneburger-studenten-kaempfen-fuer-ihren-praesidenten/60039893.html
[2] http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/pressestelle/pressespiegel/2011ps/Pressespiegel_2011-04-14_04-15.pdf (Seite 5)

Donnerstag, 14. April 2011

Spoun riskiert Blamage

Das Hickhack um die Leitung der Leuphana Universität Lüneburg geht weiter. Auf der gestrigen Senatssitzung scheiterten zwei Senatoren der Studenten mit ihren Anträgen, die Einrichtung einer Findungskommission für den hauptamtlichen Vizepräsidenten einzurichten. Dies ist notwendig, da Holm Keller auf der Sitzung in der letzten Woche mit seinem Versuch scheiterte, direkt ohne Ausschreibung gewählt zu werden. Die geheime Abstimmung über die Aufnahme des Tagesordnungspunkts - vor bzw. nach der geheimen Beratung des Senats mit dem Präsidenten ging für den Präsidenten gut aus. Jeweils 12 Senatoren lehnten den Antrag ab, 7 waren dafür - das berichten Zuschauer der öffentlichen Sitzung.

Der Senat scheint damit seine Meinung geändert zu haben. Soll der massive Druck des Präsidenten doch noch Erfolg haben? Spoun hatte gedroht, trotz seiner sofortigen Wiederwahl die Universität zu verlassen - sollte nicht auch sein unbeliebter Vizepräsident und Freund Holm Keller sofort und bedingungslos gewählt werden. Dafür bedarf es einer weiteren Abstimmung, denn der Senat hat bereits entschieden.

Der ASTA bezeichnet das nun geplante Vorgehen als Flatrate-Wählen bis das Ergebnis stimmt. Gestern wurde vor der Senatssitzung eine "Jubeldemo" veranstaltet. Dort war die Facebook-Gruppe Spoun4President ebenfalls vertreten, jedoch mit deutlich weniger Teilnehmern. Bei den Studenten scheinen die Mehrheitsverhältnisse klar. Facebook-Likes sind eben nicht alles, wie schon die Causa Guttenberg zeigte.

Nächste Woche geht die Auseinandersetzung im Senat weiter. Über das Ergebnis der Sitzung gestern herrscht Stillschweigen - wie schon zur Sitzung in der letzten Woche. An der Universität wird die Diskussion weitergehen. Darf Keller doch weitermachen?
Bild: ASTA

Sascha Spoun riskiert eine Blamage für die Universität oder ihn selbst. Entweder wird die Entscheidung des Senats geändert, es ist von "Berlusconisierung" die Rede - oder Spoun geht. Man könnte das als beleidigte Leberwurst interpretieren oder gleich die Fähigkeit für das Präsidentenamt absprechen. Wäre er ein guter Präsident, dem die Leuphana Universität Lüneburg am Herzen liegt, würde er die jetzige Hängepartie sofort beenden. Das kann er sehr einfach...

LeuphanaWatch fragt: Prof (HSG) Dr. Sascha Spoun, nehmen Sie die Wahl jetzt an - oder nicht?

Montag, 11. April 2011

Die Facebook-Unterstützer

Wer erinnert sich heute noch an die Facebook-Unterstützer von zu Guttenberg? An die 500.000 sollen es gewesen sein. Bei den dezentralen Solidaritätskundgebungen sind, abgesehen von der fränkischen Heimat, nur ein paar hundert Menschen auf die Straße gegangen. Doch die schweigende Mehrheit stand selbstverständlich nach wie vor hinter zu Guttenberg. Noch beschämender war jedoch, dass viele der Teilnehmer offensichtlich sich eher über den Plagiator belustigten.

Spoun 4 President

Gestern hat ein sich selbst als „eine Gruppe von Studierenden“ bezeichnender Personenkreis anonym über alle offene studentische Listserver die Aufforderung verschickt, eine Facebook Seite zu liken. Die Gruppe hatte zu diesem Zeitpunkt schon über 250 Personen, welche durch einen einzigen Mausklick gezeigt haben, dass sie diese Gruppe mögen. 36 Stunden später ist die Anzahl auf beachtliche 416 Personen angeschwollen. LeuphanaWatch findet, dass diese Anzahl jedoch viel zu gering ist und fordert seine Leser auf, sich dieser Aktion anzuschließen. Zusammen könnem wir sicherlich 1000 Likes erreichen.

Was will Spoun 4 President?
• am Mittwoch, den 06.04.11: Abstimmung im Senat, laut LZ fehlt für Holm Keller und damit für das Weitermachen von Sascha Spoun als Präsident EINE Stimme
• diese Woche Mittwoch (13.04, 17:00 Uhr) gibt es eine nicht öffentliche (außerordentliche) Senatssitzung
• nächste Woche Mittwoch (20.04. 14:30 Uhr) gibt es wieder eine Senatssitzung, laut LZ könnte hier evtl. neu abgestimmt werden, wenn ein Senatsmitglied dies beantragen würde [1]
Nach der Aufzählung obiger Punkte wird der Hinweis gegeben, wer die Senatoren sind, damit selbige „dazu aufgefordert werden alles Notwendige dafür zu tun, dass Herr Spoun und also auch Herr Keller unsere Präsidenten bleiben“[1].

Einzelne Anrufe oder E-Mails werden die Senatoren sicherlich nicht beeindrucken. Deswegen fordert LeuphanaWatch den Personenkreis auf am kommenden Mittwoch, 40 Minuten vor der Senatssitzung, sich zahlreich vor Gebäude 10 zu versammeln. Eine „Jubeldemo“ für unseren Präsidenten war schon lange notwendig. LeuphanaWatch freut sich dann über Sprüche wie: „Präsident auf Lebenszeit“ oder „Sascha, ich will ein Kind von Dir“.

Auf der Straße zeigt sich, wessen Geist auf der Scharnhorst Kaserne noch überwiegt. Der Personenkreis, welcher eine Wahl wiederholen möchte, da ihm das Ergebnis nicht gefällt. Oder jener, welcher für die Anerkennung demokratischer Prozesse und die Einrichtung der notwendigen Findungskommission sind.

Fanden Leser vor kurzem noch, dass der demokratische Geist schon seit Jahren an diesem Standort vorhanden ist, muss jetzt erkannt werden, dass die Überwindung von totalitärem Gedankengut auch an dieser Universität nach wie vor aktuell ist. Die Demokratie ist mit Blut erkämpft worden. Heute ist es wieder Zeit, sie zu verteidigen - die Werte zu bewahren. Spoun ist die Lösung!


[1] http://www.facebook.com/note.php?note_id=201909083174360

Samstag, 9. April 2011

Spoun gewählt, Keller nicht - und jetzt?

Es ist raus: Sascha Spoun wurde knapp vom Senat wiedergewählt. Sein hauptamtlicher Vizepräsident Holm Keller nicht! Wie die Landeszeitung berichtet, fehlte Keller zur direkten Wiederwahl eine Stimme. Im Senat sei sachlich diskutiert worden, es seien keine alten Rechnungen beglichen worden. (1)

Online wird - mit schwankendem Niveau - auf den Seiten der Landeszeitung und hier auf LeuphanaWatch heftig diskutiert. Dabei geht es selten um Inhalte, sondern meist um stumpfe Polemik. Spärliche Informationen kommen von den Studenten im Senat, die sich auf der ASTA Webseite zu Wort gemeldet haben.

Über die Gründe für Kellers Misserfolg wird dagegen in der Presse spekuliert:
War das Scheitern gewollt? Oder gab es einen Abstimmungs-Unfall, der gar nicht beabsichtigt war? Sollte ein maues, aber positives Ergebnis als Schuss vor den Bug dienen? War Spouns Druck im Vorfeld kontraproduktiv?
(...) Mancher Senator mag die Chance gesehen haben, in Zukunft den durchaus akzeptierten Spoun ohne den ungeliebten Keller zu bekommen.(1)
Sogar die LZ erkennt, dass Keller nicht zufällig im Fokus der Kritik steht. Er sei derjenige, der sich die Hände schmutzig mache. Der ASTA nennt Keller gar einen "Totalausfall" als Kanzler. (1) Dazu gab es hier im Blog eine lesenswerte Auseinandersetzung.

Warum Holm Keller letztlich keine Mehrheit bekommen hat bleibt aufgrund der nichtöffentlichen Debatte vermutlich im Verborgenen. Wir spekulieren über andere Gründe:
Kellers Sündenregister lässt sich beliebig fortsetzen.

Wie geht es jetzt weiter?

Sascha Spoun hat dem Vernehmen nach seinen Verbleib an der Leuphana Universität Lüneburg an die Wiederwahl von Holm Keller geknüpft. (1) Nun ist Spoun selbst im Amt bestätigt, müsste aber trotzdem gehen, wenn das Ergebnis der Kellerabstimmung Bestand hat - es sei denn, er würde seine Meinung ändern.

LeuphanaWatch meint: Spoun sollte den Sandkasten verlassen und sich einen neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten suchen, mit dem der Senat leben kann. Es kann nicht sein, dass er nur mit einer Person arbeiten kann und sonst sein Leuphana Projekt, an dem angeblich sein ganzes Herzblut hängt, verlässt. Es geht um ein Arbeitsverhältnis und nicht um eine persönliche Freundschaft!

Der Präsident scheint anders zu denken: Als Reaktion auf das Wahlergebnis Kellers wurde nach LZ-Informationen eine erneute Senatssitzung für den nächsten Mittwoch anberaumt. (1) Über den Sinn dieser Sitzung gibt es Spekulationen. Die LZ deutet an:
Am kommenden Mittwoch trifft sich der Senat zu einer Aussprache, eine Woche später könnte er in der nächsten regulären Sitzung erneut abstimmen - falls ein Mitglied das beantragt. (1)
Will Spoun versuchen, einfach solange über Keller abzustimmen, bis das Ergebnis stimmt?

(1) http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/die-kritik-zielt-auf-keller/