Freitag, 17. Juni 2011

Generalabrechnung mit dem System Spoun

Im Mai entdeckte Die Zeit "Risse hinter schöner Fassade" an unserer Leuphana Universität Lüneburg. Seit gestern ist ein Riss nicht mehr zu übersehen: Die Studenten aus dem Senat haben ihre Klage gegen die Wiederwahl von Holm Keller begründet.

Auf 22 (in Worten: Zweiundzwanzig!) Seiten findet sich eine Generalabrechnung mit dem 'System Spoun' und den Entwicklungen der letzten Jahre an der Lüneburger Hochschule. LeuphanaWatch hat für euch in das Dokument von historischer Bedeutung reingelesen. Eine Übersicht:
  • In großer Ausführlichkeit wird der Fall Soziale Arbeit / Sozialpädagogik und die „Neuausrichtung“ noch einmal aufgerollt. Mit dem Hinweis auf die fehlende inhaltliche Begründung für die Schließung und das erschreckende Vorgehen der Führungsetage wird der Finger präzise und zielstrebig in alte Wunden gelegt. Das Zitat aus einem der Öffentlichkeit bislang unbekannten Dokument kann beinahe wasserdicht belegen, dass Präsident Spoun den betroffenen Studenten damals nicht die Wahrheit über die Zukunft ihres Studiengangs sagte.
  • Unter dem Stichwort "externe Berufungskommissionen" rechnen die Studenten mit den Neuberufungen der Leuphana Universität Lüneburg ab. Sie halten die Verfahren allesamt für unrechtmäßig. Prominentestes Beispiel: Stararchitekt Libeskind.
  • Etwas kurz kommt ein für alle Studenten sehr wichtiges Thema: Wie entsteht eine Prüfungsordnung und wer entscheidet über die Inhalte. Belegpunkte, Maluspunkte, Prüfungsflut - wer ist dafür verantwortlich?
  • Anschließend werden die Erkenntnisse aus den Beispielen zusammengeführt und zu einem Gesamtbild verdichtet. Der Präsident bekommt dabei sein Fett weg, es ist gar von einer "präsidialen Diktatur" die Rede. Spoun dürfte 'not amused' sein.
  • Abschließend wir der derzeitige Verfahrensstand zusammengefasst - mit interessanten neuen Details aus den Sitzungen.
Dieser Text ist mehr als ein Tritt vor's Schienbein, es ist die große Abrechnung. In Wertungsfragen streitbar, aber sehr lesenswert!

LeuphanaWatch meint: Jetzt kommt Grundsätzliches auf den Tisch. Es war auch an der Zeit. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber es wird stürmen - gewaltig.

Kommentare:

  1. Anti Feminist_In23. Juni 2011 um 08:22

    Wenn nicht immer diese verdammte inkonsequente heuchlerisch-feministische Schreib- und Ausdrucksweise wäre, würde es sogar richtig Spaß machen, sich politisch zu engagieren.

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  2. "Studenten im Senat", soso. Herr Daniel Steinert, übernehmen Sie!

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  3. Der ASTA macht halt keine Alternativ-Vorschläge wie man mit dem drohenden Wegfall der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Uni (wie 2001), dem steigenden Konkurrenzkampf zwischen den Unis (Exzellenzinitative des Bundes, etc.), der verrückten Idee einer Fusion einer FH und einer Uni und schlechten Forschungsleistungen umgehen soll. Dann gehts das mit dem kritisieren der Unistrategie natürlich leichter..

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  4. Es kann nicht sein, dass es einer Enteignung eines Professors gleich kommt, wenn er statt in der einen, in einer anderen Fakultät an der Leuphana unterrichtet. Bekommt man für gleiche Leistung in unterschiedlichen Fakultäten doch unterschiedlich viel Leistungsprämie. Wenn Leuphana sich für den bundesweiten Wettbewerb wappnen will müssen auch die Gelder für die Fakultäten nach Leistungskriterien verteilt werden statt nur nach Köpfen. Es muss als Prof weiterhin ein Anreiz sein, in einer leistungsstarken Fakultät zu lehren und zu forschen statt einer leistungsschwachen zugeordnet zu sein.

    Wettbewerb nicht nur bei der Auswahl der politischen Ämter sondern auch bei den Geldzuweisungen.

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  5. Das klingt unlogisch. Wenn die Universität nach Köpfen verteilt, ist es doch egel, in welcher Fakultät man lehrt. Man würde doch überall das gleiche bekommen.
    Wie verteilt die Universität denn jetzt? Und um welche Fakultät geht es hier eigentlich?

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