Freitag, 10. Juni 2011

Abschlussfeier gefloppt

Hoffentlich war die Ende Mai stattgefundene Abschlussfeier der Leuphana Universität Lüneburg für die anwesenden Studenten ein schönes Erlebnis. Von der Beteiligung her kann sie nur als Flopp bezeichnet werden.

Im Vorfeld war LeuphanaWatch in einem Kommentar aufgefordert worden, über diese Verabschiedung "einiger hundert Studis" zu berichten. Tatsächlich kamen nur rund 140, wie die Landeszeitung am 31. Mai zu berichten wusste. Symbolisch mag die Verleihung des "Ehrensenator-Westermann-Preises" gewesen sein, der an einen Studenten verliehen wurde, der eine wirtschaftswissenschaftliche Abschlussarbeit mit Bestnote bestanden hatte. Leider fand die Verleihung in Abwesenheit statt.

Abwesenheit scheint die Devise des Abends gewesen zu sein, wenn man den Schilderungen eines Anwesenden glauben mag: Sogar der geplante Ball musste ausfallen! Hier seine Einschätzung, der es an grundsätzlicher Kritik nicht mangelt:
„Einige hundert Studies werden verabschiedet.“ Wenn man sich das Bild in der Landeszeitung anschaut, welches am Montag bzw. Dienstag zu sehen sein wird, dann sind es doch keine 150 Personen. Nach der Übergabe eines Glückwunschschreibens der Universität in einer teuren äußeren Hülle ohne weiteren Inhalt scheinen sich die meisten Menschen dann doch recht schnell aus dem Staub gemacht zu haben. Eine gemeinsame Feier fällt flach. Für den Ball hatten sich zu wenige Personen angemeldet. Sektgläser und Kuchen stehen noch im Hörsaalgang. Statt einer gemeinsamen universitätsweiten Feier gibt es überhaupt keine mehr. Das ganze ist zu einer Marketingveranstaltung degradiert, wo die Absolventen und ihre Eltern/Geschwister zu reinen Statisten verkommen. Ich empfehle zukünftig die Studierende schon in alphabetische Reihenfolge sich in die Reihen zu setzten. Zudem bei den Titeln der Abschlussarbeiten auf die Sprachfähigkeiten der Dekane Rücksicht zu nehmen.
Herr Spoun und die eher durch Abwesenheit glänzende Professoren aus dem Bereich Nachhaltigkeit haben sich hoffentlich die Worte zum Leuphanasemester des studentischen Redners sehr genau angehört. Die Begeisterung für Nachhaltigkeit war in jeder einzelnen Silbe zu hören;-)
Da die Graduiertenfeier fester Bestandteil der Neuausrichtung ist wird sich keiner trauen, hier zukünftig eine Nachsteuerung zu fordern.
LeuphanaWatch kommentiert: Sascha Spouns Konzept ist beliebter denn je!

Kommentare:

  1. Wenn fast nur Diplom und Magisterurkunden vergeben werden ist es kein Wunder, dass wenig Leute kommen -
    1) die meisten arbeiten schon und machen den Abschluss jetzt noch vor Ablauf der letzten Fristen
    2) viele ihrer Kommilitonen sind schon fertig, daher trifft man nicht seine Freunde auf der Veranstaltung
    3) Abschlussveranstaltungen sind in Deutschland neu, auch bei der Uni Bonn (die diese tollen Hüte an die Alumni verteilt) kommt kaum einer. Ist die Uni Bonn jetzt auch schlecht?

    Warten wir mal wie es bei der Veranstaltung im September/Oktober aussieht, da werden dann alle Bachelor/Master gemeinsam fertig.

    Warum seht ihr alles so pessimistisch?
    ...das Uni Konzept wird doch nicht daran gemessen wie viele Leute bei der Abschlussveranstaltung der letzten Diplomer da waren.

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  2. @Anonym 16:37
    Was sind das für lächerliche Ausreden?
    Der studentische Festredner war wohl damit auch kein Bachelor und studiert jetzt auch nicht im Master? In Leuphana werden Bachelor und Master nur zum Herbst fertig? Im Frühjahr sind es nur Absolventen auf Diplom und Magister?



    Absolventenfeiern sind in Lüneburg nichts Neues. Fast alle Studienabschlüsse hatten sie, Lehramt war die größte Ausnahme. Überall wurde anders gefeiert. Bei den einen wurde es mehr von der Fachschaft, mal vom Fachbereich oder vom Alumniverein organisiert.
    Jetzt gibt es zwei zentralistische Graduiertenfeiern im Jahr. Statt einer spezifischen Ansprache für den jeweiligen Fachbereich wird noch einmal betont, dass nach der Universität jetzt das gelernte in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts hineingetragen werden soll: Die Nachhaltigkeit und das humboldtsche Bildungsideal. Was diese Schlagworte für den einzelnen Fachbereich bedeuten bleibt, wie insgesamt in Leuphana, unbekannt.

    Die Presse freut sich über eine zentrale Feier. Sie muss nur noch einmal kommen und kann dann einmal berichten, welche tolle Leistung die Leuphana für die Region geleistet hat, dass viele „erfolgreich“ das Studium absolviert haben. Die Feier ist pressegerecht.

    Sie ist zum zweiten Mal durchgeführt worden und war ein Reinfall. Nur dadurch, dass Master- und Bachelorabsolventen zusammen genommen wurde konnte die Peinlichkeit übertüncht werden. Herr Spoun und sein Freund Keller mögen ein Studienmodel, eine Neuausrichtung etc. verordnen können. Doch sie können keine Kultur anordnen. Sie können nicht verordnen, wie wir und mit wem wir feiern werden.

    Mal sehen, ob sie bis zum Herbst hin was lernen.

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  3. Moin,

    ich war Absolvent bei dieser Feier. Es war nicht das gewünschte Highlight, wie im letzten Herbst, aber daraus wird man wohl gelernt haben. Im Herbst wird es bestimmt wieder eine gro0e Veranstaltung mit Ball werden. Es war halt ein Versuch, der nach hinten los gegangen ist. Das kommt im Leben durchaus mal vor. Kein Grund zur Klage.

    @ Die anwesende Person: Wenn man die Worte des Absolventenredners zitiert, soll man es auch richtig tun und nicht nur das hören, was man will! Man konnte definitiv Humor dabei heraus hören. es war auch so gemeint.

    Diese "Propaganda" die hier mal wieder betrieben wird, ist mal wieder vollkommen niveaulos.

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  4. Ich war bei der Abschlussfeier nicht dabei, wundere mich aber nicht über geringen Zuspruch. Warum sollte man im Jahr zwei Abschlussfeiern machen? Wenn es einen Termin gibt, sind mit großer Sicherheit auch meine FreundInnen da. Bei so einem merkwürdigen Frühjahrstermin muss ich erstmal schauen, wer überhaupt hingeht.

    Richtig schade finde ich aber den Verlust an Fachkultur. Früher hatte jede Abschlussfeier ihren ganz eigenen Charakter, je nach Studiengang. Es waren überschaubare Größen, es gab schönes Programm u.a. Jetzt ist alles ein Einheitsbrei (wenn es gerade nicht mangels Beteiligung ausfällt).

    "Einheit in Vielfalt" ist das Motto der EU. "Gemeinsamkeit durch gleichmachen" sagt Leuphana. Schade.

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  5. Früher hatte auch das Lehramt eine schöne Abschlussfeier, von Studierenden organisiert, mit tollen Beiträgen der Studierenden (Reden, Musik, ...).
    Da war Identifikation möglich.

    Bei einem Vertreter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft wie Herrn L. ist dies kaum möglich.

    Feiern sind allerdings wichtig, daher wird man vielleicht einen anderen Weg finden müssen.

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