Stellungnahme des AStA der Universität Lüneburg zur aktuellen Hochschulpolitik in Niedersachsen
Studienfinanzierung
Immer mehr Kosten werden auf die Studierenden abgewälzt. Neben den Studiengebühren erlaubt die niedersächsische Politik den Universitäten Verwaltungskostenbeiträge zu erheben und die Unterfinanzierung der Studentenwerke sorgt dafür, dass diese den Studierenden ebenfalls tiefer in die Taschen greifen müssen. Der hohe finanzielle Druck sorgt für soziale Selektion und diskriminiert Studierende, welche aus finanziell benachteiligten Verhältnissen stammen. In Anbetracht der Tatsache, dass die allgemeinen Studiengebühren nur noch in Bayern und in Niedersachsen existieren, muss auch die politische Situation zu diesem Thema in diesen beiden Bundesländern neu bewertet werden. Wir fordern ein gebührenfreies Studium.
Hochschuldemokratie
Der AStA sieht das Modell der Stiftungsuniversität kritisch. Die Hoffnungen, dass sich die Universitäten durch private Gelder ein Stück weit selbst finanzieren könnten, hat sich nicht bewahrheitet. Gleichzeitig haben die Strukturen der Stiftungen zu einem Verlust an Demokratie durch eine Zentralisierung der Macht auf das Präsidium und zu einem Verlust an Kontrolle aufgrund der Intransparenz und der fehlenden universitären Anbindung von Stiftungsräten geführt. Hochschulen dürfen nicht der Spielball von privaten Interessen werden. Darüber hinaus sollte zumindest in jedem Stiftungsrat ein studentisches Mitglied vertreten sein. Vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur erwarten wir eine sinnvolle Kontrolle der Hochschulleitungen, die auch die Interessen der Studierenden berücksichtigt.
Die externen Berufungskommissionen haben darüber hinaus den Prasidien die Möglichkeit gegeben, in eines der wichtigsten Rechte der Fakultäten einzugreifen und den Studierenden bei Berufungen das Stimmrecht zu nehmen. Wir fordern studentisches Stimmrecht bei allen Berufungsverfahren und eine strenge Kontrolle der Anwendung von externen Berufungskommissionen. Diese dürfen nicht die Regel sein, sondern nur in Fällen eingesetzt werden, in denen Fakultäten ohne hausexterne Berufungsmöglichkeiten handlungsunfähig sind.
Die Möglichkeit, PräsidentInnen ohne Ausschreibung direkt wieder zu bestellen, schwächt die Position des Senats und bietet den wichtigsten hochschulpolitischen AmtsträgerInnen die Möglichkeit, sich einem Wahlkampf zu entziehen. Damit geht ein wichtiger politischer Abstimmungsprozess um die besten und gewünschten Konzepte für die Hochschule verloren. Wir fordern diese Möglichkeit wieder aus dem niedersächsischem Hochschulgesetz (NHG) zu streichen.
Die forcierte Öffnung der Universitäten für Drittmittel, auch aus der Wirtschaft, haben zu einem zunehmenden Einfluss privater Interessen geführt, der im Widerspruch zur Freiheit von Forschung und Lehre steht.
Zwangsexmatrikulationen
Zum Ende des vergangenen Semesters wurden zahlreiche Studierende zwangsexmatrikuliert, da ihre Studiengänge ausliefen. Aus Sicht des AStA sollten alle Studierende die Möglichkeit haben, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Nur weil Studierende längere Zeit im Ausland verbringen, Kinder betreuen, oder mehrere Urlaubssemester, darf ihnen nicht die Möglichkeit eines Abschlusses genommen werden. Dies ist kein altes Problem, denn auch in naher Zukunft sind weitere Studiengangsreformen zu erwarten, dadurch werden vermehrt auch Studiengänge auslaufen. Wir fordern das Recht, ein begonnenes Studium auch nach unbegrenzter Zeit beenden zu können, in das NHG aufzunehmen. Ebenso dürfen zukünftig keine Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Universität und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur geschlossen werden, die das endgültige Auslaufen von Studiengängen beinhalten.
Bachelor und Masterreformen
Die Schwierigkeiten des Bachelor-Master-Systems sind noch nicht erfolgversprechend angegangen. Die Mobilität der Studierenden konnte im Verhältnis zu den alten Abschlüssen bislang nicht erhöht werden. Die verschulten Systeme lassen an vielen Universitäten nur wenig Wahlmöglichkeiten. Des Weiteren ergeben sich oft Probleme mit dem Übergang zu Masterstudiengängen an anderen Universitäten. Wir fordern, den Reformprozess unter Einbeziehung der StudierendenvertreterInnen der AStA und der Landesastenkonferenz fortzusetzen. Bei Studiengängen, die nicht für das Modell geeignet sind, sollten andere Abschlüsse ernsthaft in Betracht gezogen werden (Bsp. Lehramt) und der vierjährige Bachelor muss flächendeckend diskutiert werden. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Masterplatzgarantie. Solange ein Masterplatz für eine Qualifizierung notwendig ist - und nicht, wie z.B. in den USA eine Vorstufe zur Promotion ist - muss jede Studierende einen Masterplatz erhalten.
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Freitag, 25. November 2011
ASTA zur Hochschulpolitik in Niedersachsen
Für diesen Blog arbeiten Menschen und denen geht manchmal eine Nachricht unbeachtet durch. So ist es uns mit einer grundlegenden Stellungnahme des ASTA geschehen, die wir zur Diskussion nachreichen. Der Inhalt ist nach wie vor aktuell.
Montag, 31. Oktober 2011
Ministerin Wanka stellt sich der Öffentlichkeit
Am Mittwoch kommt Ministerin Wanka an die Leuphana Universität Lüneburg. Bereits im Vorfeld ist das ihr vermutlich eher unangenehme Thema Studiengebühren auf dem Campus thematisiert worden (LeuphanaWatch berichtete). Wie der ASTA nun ankündigte, wird sich die Ministerin am 2.11. um 17:15 Uhr in Hörsaal 1 in einer öffentlichen Veranstaltung der Diskussion stellen.
Die Veranstaltung dürfte interessant bis hitzig werden, denn das Thema Studiengebühren wird sicherlich entschieden angesprochen werden. Der ASTA beteiligt sich derzeit an einer niedersachsenweiten Unterschriftenaktion zur Abschaffung der Gebühren, die neben Studenten in unserem Bundesland bald nur noch jene in Bayern zahlen müssen. Beinahe amüsant mutet es da an, wenn die Ministerin in einem Brief an alle Studienanfänger auf die guten Studienbedingungen in Niedersachsen und die (vermeintlich) maßgebliche Mitbestimmung der Studenten bei der Verwendung der Studiengebühren hinweist. (1) Andere Bundesländer schaffen ihre Studienbedingungen, ohne auf sozial unverträgliche Gebühren zurückzugreifen. Aber das verschweigt die Ministerin wohl im Wissen um die Wirkung dieser Tatsache.
Dem Vernehmen nach wird sich die Ministerin zusätzlich in einer gesonderten Veranstaltung mit den Senatoren zum Gedankenaustausch treffen. Themen gäbe es freilich auch dort genug.
(1) Brief der Ministerin an alle Studienanfänger zum Wintersemester 2011 / 2012, ohne Datum
Die Veranstaltung dürfte interessant bis hitzig werden, denn das Thema Studiengebühren wird sicherlich entschieden angesprochen werden. Der ASTA beteiligt sich derzeit an einer niedersachsenweiten Unterschriftenaktion zur Abschaffung der Gebühren, die neben Studenten in unserem Bundesland bald nur noch jene in Bayern zahlen müssen. Beinahe amüsant mutet es da an, wenn die Ministerin in einem Brief an alle Studienanfänger auf die guten Studienbedingungen in Niedersachsen und die (vermeintlich) maßgebliche Mitbestimmung der Studenten bei der Verwendung der Studiengebühren hinweist. (1) Andere Bundesländer schaffen ihre Studienbedingungen, ohne auf sozial unverträgliche Gebühren zurückzugreifen. Aber das verschweigt die Ministerin wohl im Wissen um die Wirkung dieser Tatsache.
Dem Vernehmen nach wird sich die Ministerin zusätzlich in einer gesonderten Veranstaltung mit den Senatoren zum Gedankenaustausch treffen. Themen gäbe es freilich auch dort genug.
(1) Brief der Ministerin an alle Studienanfänger zum Wintersemester 2011 / 2012, ohne Datum
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Dienstag, 25. Oktober 2011
Studentenzirkel Pro Studiengebühren
Auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg sind Flyer eines "Studentenzirkel Pro Studiengebühren" aufgetaucht. Darauf heißt es:
Universität Lüneburg über 30 Minuten lang durch die Verwendung sog. "Furzkissen" und durch donnernden Applaus an unpassenden Stellen kontinuierlich unterbrochen. Bei einem anderen Auftritt wurde ihm eine Torte aus Pferdemist überreicht. In einem Studiengebührenboykott versuchten auch zahlreiche Studenten aus Lüneburg die Einführung die Gebühren in Niedersachsen zu verhindern. Leider war ihr Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt. Danach folgten meist kleinere Aktionen.
Eine Thematisierung der Studiengebühren, die Forderung nach ihrer Abschaffung und einer ausgleichenden Erhöhung des Landeszuschusses ist beim Besuch der Ministerin sicherlich zu erwarten. Neben Niedersachsen hält nur noch Bayern an Studiengebühren fest. Alle anderen Bundesländer haben nie Studiengebühren erhoben, haben sie wieder abgeschafft oder haben bereits beschlossen, dies zu tun.
LeuphanaWatch meint: Es ist Zeit für Druck auf die Ministerin!
Wir fordern 5.000€ Studiengebühren pro Semester für unsere Uni, für unsere Ausbildung!LeuphanaWatch geht davon aus, dass es sich dabei um eine Satire handelt, um für den Besuch der Ministerin zu werben. Bereits in der Vergangenheit hatten Studenten mehrfach durch teils amüsante Aktionen auf das Thema Studiengebühren aufmerksam gemacht. Vor einigen Jahren wurde der Studiengebühren-Einführungsminister Lutz Stratmann bei einer Rede an der Leuphana
10 Gründe dafür:
1. Wir wollen und können uns eine gute Ausbildung leisten.
2. Bildungsferne Schichten bremsen den Lehrbetrieb.
3. Wissenschaft mit Wirtschaftskraft.
4. Privatunis faire Chancen geben - kein Fortschritt ohne privaten Wettbewerb.
5. Studenten sollen als Kunden der Universität wahrgenommen und entsprechend behandelt werden.
6. Avantgarde!
7. Politischen Einfluss durch Finanzkraft sichern.
8. Langzeitstudenten fernhalten.
9. Nicht jeder hat die Grundlagen zu studieren - Proletarier ins Handwerk.
10. ELITE!!!!!
Zeig Gesicht am 02.11. bei Ministerin Wanka!
5.000€ Ich zahle gern!
Eine Thematisierung der Studiengebühren, die Forderung nach ihrer Abschaffung und einer ausgleichenden Erhöhung des Landeszuschusses ist beim Besuch der Ministerin sicherlich zu erwarten. Neben Niedersachsen hält nur noch Bayern an Studiengebühren fest. Alle anderen Bundesländer haben nie Studiengebühren erhoben, haben sie wieder abgeschafft oder haben bereits beschlossen, dies zu tun.
LeuphanaWatch meint: Es ist Zeit für Druck auf die Ministerin!
Freitag, 7. Oktober 2011
Beste Startwoche aller Zeiten
Die Startwoche 2011 "Gesundheit!" der Leuphana Universität Lüneburg ist schon jetzt die beste Startwoche aller Zeiten. Die Organisatoren haben sich mächtig ins Zeug gelegt:
Ein gigantisches Zelt wurde auf der Mensawiese aufgebaut, angeliefert von vier mächtigen LKW, aufgebaut von Heerschaaren von Arbeitern, bewacht rund um die Uhr. Die LeuphanaUniversität Lüneburg hat wirklich keine Kosten für Euch gescheut. Dass nicht alle einen Sitzplatz fanden, war durchaus beabsichtigt. Es heizt die Stimmung an und schafft eine verschworene Gemeinschaft.
Damit alle wichtigen Personen trotzdem Sitzplätze finden konnten, gab es reservierte Bereiche. Honoratioren auf Stühlen ganz vorn und die Presse in der ersten Reihe. Für die Studienanfänger des Internats Marienau [1] (Elite = von der Universitätsleitung heftig umworben) waren sogar mehrere Reihen extra reserviert. So fanden alle wichtigen Personen trotz der offenbar beabsichtigten Knappheit sicher ihren Platz.
Als Starredner wurde der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel geholt. Der wirkte echt, als erden Namen die Marke Leuphana mit "Leuphania" nicht ganz im Sinne der Marketingabteilung aussprach. Eure Sympathien und Lacher hatte er auf seiner Seite. Damit der peinliche Vorfall eure Zukunft und das Uni-Marketing nicht belastet, wurde er aus dem offiziellen Video herausgeschnitten [2]. Sicher ist sicher.
Dass es sich schon jetzt um die beste Startwoche aller Zeiten handelt, ist maßgeblich dem ASTA zuzuschreiben. Seine Unterabteilung ("Referat") NOA hat die Startwoche Plus ins Leben gerufen. Gestern wurden bereits bei der Eröffnungsveranstaltung im Zelt unzählige Flyer an (fast) alle Erstsemester verteilt. Der ASTA schreibt:
Quelle: ASTA
[1] http://www.marienau.com/
[2] http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/startwoche-2011-erfolgsgeschichte.html
Ein gigantisches Zelt wurde auf der Mensawiese aufgebaut, angeliefert von vier mächtigen LKW, aufgebaut von Heerschaaren von Arbeitern, bewacht rund um die Uhr. Die Leuphana
Damit alle wichtigen Personen trotzdem Sitzplätze finden konnten, gab es reservierte Bereiche. Honoratioren auf Stühlen ganz vorn und die Presse in der ersten Reihe. Für die Studienanfänger des Internats Marienau [1] (Elite = von der Universitätsleitung heftig umworben) waren sogar mehrere Reihen extra reserviert. So fanden alle wichtigen Personen trotz der offenbar beabsichtigten Knappheit sicher ihren Platz.
Als Starredner wurde der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel geholt. Der wirkte echt, als er
Dass es sich schon jetzt um die beste Startwoche aller Zeiten handelt, ist maßgeblich dem ASTA zuzuschreiben. Seine Unterabteilung ("Referat") NOA hat die Startwoche Plus ins Leben gerufen. Gestern wurden bereits bei der Eröffnungsveranstaltung im Zelt unzählige Flyer an (fast) alle Erstsemester verteilt. Der ASTA schreibt:
Die Ergänzung zur Startwoche - die Startwoche plus! Recherchieren. Aufdecken. Gewinnen. Alle Studis sind teilnahmeberechtigt.LeuphanaWatch gratuliert NOA zu dieser großartigen Aktion und wird die Startwoche und Startwoche Plus intensiv begleiten.
"Ein besonders anfälliges Gebiet für Korruption ist das öffentliche Gesundheitswesen, weil es intransparent und komplex ist."
- Transparancy international -
Andere spinnen die Fäden, ihr findet die Netze!
www.startwoche-plus.de
Recherchieren. Aufdecken. Gewinnen.
06. Oktober 2011 bis 21. Oktober 2011
Unter den ersten Plätzen werden Preise im Wert von 300,- Euro vergeben.
Viel Erfolg wünscht Euch, NOA
Quelle: ASTA
[1] http://www.marienau.com/
[2] http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/startwoche-2011-erfolgsgeschichte.html
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Samstag, 10. September 2011
Deutschland-Stipendium ein Flopp
An der Leuphana Universität Lüneburg floppt das von der Bundespolitik gepriesene "Deutschland-Stipendium". Das berichtet der NDR. Die Hochschule konnte nicht genug private Mittel aus der Wirtschaft als Kofinanzierung gewinnen, um die vollen Bundeszuschüsse abgreifen zu können.
Damit ist die LeuphanaUniversität Lüneburg in guter Gesellschaft. Viele Hochschulen nehmen an dem als "bürokratisches Monster" bezeichneten Stipendienprogramm gar nicht teil und ein Großteil der Teilnehmer konnte nicht ausreichend private Finanzmittel einwerben. Die beabsichtigte Förderung von rund 10% aller Studenten sei beim derzeitigen Finanzierungsmodell zwischen Bund und Wirtschaft unrealistisch, sagen Kenner. In diesem Jahr wird voraussichtlich selbst eine Quote von 0,45% nicht erreicht werden, berichtet der NDR weiter.
LeuphanaWatch meint: Liebe Landesregierung, einfach mal Studiengebühren abschaffen! Das ist einfach und unbürokratisch.
Damit ist die Leuphana
LeuphanaWatch meint: Liebe Landesregierung, einfach mal Studiengebühren abschaffen! Das ist einfach und unbürokratisch.
Donnerstag, 1. September 2011
Bibliothek hat länger offen
Die Bibliothek auf dem Campus an der Scharnhorststraße hat seit heute neue Öffnungszeiten. In einer eMail über mystudy wurde bekannt gegeben:
Universität Lüneburg ist die Erweiterung der Bibliotheksöffnungszeiten vermutlich noch die sinnvollste Lösung.
Von diesem Tag an [1.9.] ist die Bibliothek zusätzlich von Montag bis Freitag von 21 bis 23 Uhr und am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet – und zwar unabhängig davon, ob Vorlesungszeit ist oder nicht. Sie haben jetzt die Möglichkeit auch noch in den späten Abendstunden und an Sonntagen im Lesesaal oder Bibliotheksfoyer zu arbeiten und die Bestände der Bibliothek zu nutzen. Auch die Gruppenarbeitsräume sind geöffnet. Rechner, Scanner und Kopierer stehen Ihnen ebenfalls zur Verfügung.Eine schöne Sache und gut, dass das endlich möglich ist. Gibt es einen Haken? Ja, natürlich.
Das neue Angebot wird aus Ihren Studiengebühren finanziert, und wir reagieren damit auf zahlreiche Nachfragen nach einer entsprechenden Erweiterung. Natürlich hoffen wir, dass sich die Sache für alle lohnt – vorerst gelten die neuen Öffnungszeiten für eine Testphase von einem Jahr.Sollte die Bibliothek, das Herz der Universität, so massiv auf Studiengebühren aufbauen? Ist ihr Betrieb nicht Kernbestandteil einer Wissenschaftseinrichtung? Sicherlich sprechen viele Gründe dafür, den Einsatz von Studiengebühren zu kritisieren und ihre Abschaffung zu fordern. Von den vielen Verwendungszwecken an der Leuphana
Montag, 8. August 2011
LBS-Studenten auf 180: Leuphana, es reicht!
Die Studenten im 2. Semester LBS Sozialpädagogik sind sauer. Zu einer Klausur ist ihr Prüfer einfach nicht erschienen (Lünepost berichtete) und das war nicht das erste Problem in dieser Veranstaltung. Ein Betroffener berichtet:
Universität Lüneburg sei unerträglich. Die Verfasser enden mit einem Appell:
(1) Vielen Dank für die Informationen, die wir per eMail erhalten haben.
Im zweiten Semester ist die Vorlesung "Sozialpsychologie" vorgesehen. Als wir am ersten Termin, den 5.April, vergeblich auf einen Lehrbeauftragten warteten, bekamen wir auf Anfrage die Info, dass es noch keinen gäbe für diese Veranstaltung. Ohne uns vorher darüber in Kenntnis zu setzen! Die nächsten 2 Termine etwa mussten weiterhin ohne neue Infos ausfallen, bis man uns sagte, die Vorlesung würde im Mai und Juni in vier Blockseminaren (Mittwochs 14.15-19.45) stattfinden.Erst gab es keinen Dozenten, dann fand die Veranstaltung an anderen Terminen statt und schließlich fiel noch die Klausur aus. Über Lehraufträge gibt es viele Geschichten zu erzählen, aber schlimmer konnte es nicht kommen. Da hatten sich die LBS-Studenten leider geirrt:
Der erste Prüfungstermin, Dienstag der 19.7. um 14.15, stand seit langem fest und über QIS waren wir bereits angemeldet. Wie dem Zeitungsartikel zu entnehmen ist, war der Prüfer nicht auffindbar, wir setzten uns mit Prüfungsamt, Studiengangsleitung, etc in Verbindung, bis der Prüfer endlich auftauchte. Er schob die Schuld auf organisatorische Fehler, er habe nicht gewusst, dass er für das Erstellen der Klausur (und scheinbar auch das Beaufsichtigen) zuständig wäre. Nachdem er die Klausur zunächst auf 16 Uhr anstetzen wollte, um in der Zwischenzeit eine zu erstellen, machte uns das Prüfungsamt einen Strich durch die Rechnung, denn die Klausur müssten sie ja vorher einsehen. Davon habe der Prüfer auch nichts gewusst. Wir einigten uns also auf Donnerstag, den 28.7. für einen Ausweichtermin und gingen davon aus, dieser finde auch dementsprechend statt. (1)
Als der Prüfer am zweiten Termin, Donnerstag den 28.7., wieder ca 45min zu spät erschien und nur auf der Matte stand, nachdem ihn ein Kommilitone nach 15minütigem Warten anrief, hatten die meisten Studierenden die Schnauze voll. Die Entschuldigung des Prüfers war, dass er diesmal schlichtweg den Termin vergessen hat und nachdem er den Anruf erhielt, die Klausuren noch kopieren musste.In ihrem Brief (siehe 1. Kommentar) finden die Betroffenen deutliche Worte: Leuphana habe ein Organisationsproblem. Der zuständige Professor wurde durch einen Lehrauftrag ersetzt (LeuphanaWatch berichtete über dieses Phänomen), die Studenten fordern einen neuen Prof. Jeder könne Fehler machen, aber das stereotype Geloben von Besserung durch die Leuphana
Über dieses Ärgernis haben sich zwei Kommilitonen zusammengetan und einen Brief an die Verantwortlichern verfasst. (1)
Die Leuphana mit ihrem narzisstischen Wunsch in die Riege der Eliteuniversitäten aufgenommen zu werden, mit Hilfe eines opulenten Zentralgebäudes, als ein Symbol ihrer Qualität und Selbstgefälligkeit, erwirkt in uns nur Unverständnis. Die Qualität einer Universität lässt sich nicht daran bemessen, wie „zwielichtig“ Vizepräsidenten gehalten werden oder augenscheinlichen Nepotismus Einzug in den universitären Korpus nimmt. Erst wenn ein jeder Student, eine jede Studentin das Gefühl inne hat, dass die Universität sich gut um die studentischen Belange und Bedürfnisse kümmert, erst dann empfinden wir solch narzisstisches Getue, wie den Wunsch das Wort „Elite“ vor dem eigenem Namen führen zu können, als verdient. (Brief)
(1) Vielen Dank für die Informationen, die wir per eMail erhalten haben.
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Dienstag, 26. Juli 2011
Leuphana-Semester: Lehrangebot II
LeuphanaWatch berichtete, dass zahlreiche Veranstaltungen im Leuphana-Semester von Lehrbeauftragten durchgeführt werden. Dies kann Probleme mit der Anbindung an das weitere Studium schaffen. Interessant ist, dass Lehraufträge sehr einfach aus Studiengebühren finanziert werden können. Das gilt auch für SHK-Verträge. Bei Professorenstellen ist das sehr viel schwieriger. Wie viele dieser Veranstaltungen im Leuphana-Semester sind also aus Studiengebühren finanziert? LeuphanaWatch hat das Senatspapier [1] gesichtet.
Im Modul "Wissenschaft macht Geschichte" werden 76 Seminare angeboten, von denen 62 externe Lehraufträge sind. Hinzu kommen 6 interne Lehraufträge von Dozenten, die über ihre Lehrverpflichtung hinaus diese Veranstaltungen gegen Geld anbieten. 68 Seminare oder 89,5% aller Veranstaltungen könnten also prinzipiell aus Studiengebühren finanziert sein.
Im Modul "Wissenschaft nutzt Methoden" sind in...
Wie viele dieser Veranstaltungen werden nun tatsächlich aus Studiengebühren finanziert? Darüber schweigt sich die Unterlage aus. Passiert das aus gutem Grund? Laut Gesetz dürfen Studiengebühren nur zur Ergänzung oder Vertiefung des erforderlichen Lehrangebots eingesetzt werden (§ 11 (2) Hochschulgesetz). Aber gibt es im Leuphana-Semester überhaupt ausreichend Lehrangebot, was vertieft oder ergänzt werden kann?
[1] http://www.leuphana.de/intranet/gremien/senat.html - 13.7.11 TOP 10
LeuphanaWatch dankt für den Hinweis auf dieses Thema.
Im Modul "Wissenschaft macht Geschichte" werden 76 Seminare angeboten, von denen 62 externe Lehraufträge sind. Hinzu kommen 6 interne Lehraufträge von Dozenten, die über ihre Lehrverpflichtung hinaus diese Veranstaltungen gegen Geld anbieten. 68 Seminare oder 89,5% aller Veranstaltungen könnten also prinzipiell aus Studiengebühren finanziert sein.
Im Modul "Wissenschaft nutzt Methoden" sind in...
- "Forschungsmethoden für alle" von 35 Seminaren 24 Lehraufträge. 68% aller Veranstaltungen könnten also aus Studiengebühren finanziert sein.
- "Statistik für alle" von 8 Dozenten-Tutorien 6 durch Lehraufträge organisiert. Das sind 75%, die aus Studiengebühren finanziert werden können.
- "Statistik für alle" 42 Tutorien von studentischen Hilfskräften (SHKs) angeleitet, die alle aus Studiengebühren finanziert werden können.
Wie viele dieser Veranstaltungen werden nun tatsächlich aus Studiengebühren finanziert? Darüber schweigt sich die Unterlage aus. Passiert das aus gutem Grund? Laut Gesetz dürfen Studiengebühren nur zur Ergänzung oder Vertiefung des erforderlichen Lehrangebots eingesetzt werden (§ 11 (2) Hochschulgesetz). Aber gibt es im Leuphana-Semester überhaupt ausreichend Lehrangebot, was vertieft oder ergänzt werden kann?
[1] http://www.leuphana.de/intranet/gremien/senat.html - 13.7.11 TOP 10
LeuphanaWatch dankt für den Hinweis auf dieses Thema.
Montag, 13. Juni 2011
Studentenjob: Prostituierte
Bunte Klatschmagazine reißen ab und an Witze darüber, dass man seine Studiengebühren am Leichtesten mit Prostitution verdienen könnte. Jetzt ist das Thema 'studentische Prostitution aus Geldnot' in seiner vollen Ernsthaftigkeit in den Fokus gerückt. Bundesweit berichten Medien wie die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel oder das Hamburger Abendblatt über eine neue Studie, derzurfolge jeder vierte Student sich vorstellen kann, für Geld Sex zu haben. In Berlin sind sogar 3,7% aller Studenten tatsächlich im Rotlichtmilieu beruflich aktiv.
Die Studie gewährt nur teilweise überraschende Einblicke:
LeuphanaWatch fragt: Wie viele unserer Kommilitonen an der LeuphanaUniversität Lüneburg verdienen so ihr bitter nötiges Geld, ohne dass wir das erahnen?
Die Studie gewährt nur teilweise überraschende Einblicke:
- Frauen und Männer sind etwa gleichstark in der Sexarbeit vertreten
- Es lassen sich keine signifikanten charakterlichen Unterschiede zu "normalen" Kommilitonen feststellen
- Die Gründe für die Prostitution sind unterschiedlich. Eine finanzielle Notsituation in Kombination mit einem hohen Stundenlohn im Sexgewerbe mag den Hauptgrund darstellen. Die 'Suche nach Abenteuern' und 'Spaß am Sex' wurden ebenfalls häufig genannt.
LeuphanaWatch fragt: Wie viele unserer Kommilitonen an der Leuphana
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Samstag, 28. Mai 2011
Bibliotheksmöbel doch billiger
Im Januar berichtete LeuphanaWatch über eine teure Möbelanschaffung in der Bibliothek. Es wurde spekuliert, dass die Einrichtungsgegenstände aus Studiengebühren finanziert wurden. Auf einer Senatssitzung hat ein Mitglied der "Senatsliste Wirtschaft" diesbezüglich nachgefragt:
LeuphanaWatch freut sich, dass jemand unsere Aufforderung zum Nachfragen ernstgenommen hat. Wir nehmen die Aussage des derzeitigen Präsidenten zur Kenntnis, dass das Blog keine zuverlässige Quelle darstellt. Wir korrigieren uns gern: Holm Keller wurde gar nicht wiedergewählt. Da waren wir wohl falsch informiert... ;)
(1) http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/senat/protokolle_materialien/110316/59_senat160311protokollGEN.pdf
Anfragen von Christopher Bohlens (Senatsvertreter der Liste Wirtschaft):
1. Laut dem anonymen Internetblog leuphanawatch wird berichtet, dass bei der Neugestaltung des Foyers der Bibliothek Stühle mit einem Stückpreis von ca. 300 Euro, eine Lampe zu ca. 1000 Euro und Sofas zu ca. 5800 Euro beschafft worden sind. Der anonyme Autor führt an, dass er die Preise durch eine Internet-Recherche herausgefunden hat.
a. Wie hoch waren die einzelnen Stückpreise tatsächlich?
b. Warum wurden explizit hochwertige und hochpreisige Designer-Güter beschafft?
c. Wurde ein Preis-/Leistungsvergleich im Vergleich zu einem größeren schwedischen Möbelhersteller vorgenommen?
d. Wurden diese Güter aus Studiengebühren bezahlt, z.B. durch die allgemeine Zuwendung von Studiengebühren an die Bibliothek?
P Spoun erläutert, dass der Internet Blog leuphanawatch keine zuverlässige Quelle darstelle. Bei der Beschaffung hat sich die Universität an die geltenden Beschaffungsgrundsätze gehalten und für alle Produkte zwischen 3 und 5 Vergleichsangebote eingeholt. Der Zuschlag erfolgte auf den wirtschaftlichsten Anbieter. Die Finanzierung erfolgte aus Baumitteln und nicht aus Studiengebühren. Darüber hinaus war die Anschaffung preiswerter als im Blog genannt (Armlehnenstuhl 213 € brutto; Sofa 3-Sitzer 4325 € brutto; Pendelleuchten 880 € brutto).
Der Grund hier hochwertige Möbel anzuschaffen lag nicht so sehr in dem Wunsch begründet Designermöbel zu erwerben, sondern in der Tatsache, dass diese Produkte wegen der hohen Beständigkeit ihrer Werkstoffe und der Verarbeitung eine erheblich längere Lebensdauer haben als die Möbel des angesprochenen schwedischen Möbelhauses. Es wird als nachhaltiger betrachtet hier gute Qualität mit einer langer Haltbarkeit anzuschaffen anstelle von Möbeln, die auf den ersten Blick vielleicht preiswerter erscheinen, aber auf längerer Sicht größere Abnutzungskosten haben und damit unwirtschaftlich sind. (1)
LeuphanaWatch freut sich, dass jemand unsere Aufforderung zum Nachfragen ernstgenommen hat. Wir nehmen die Aussage des derzeitigen Präsidenten zur Kenntnis, dass das Blog keine zuverlässige Quelle darstellt. Wir korrigieren uns gern: Holm Keller wurde gar nicht wiedergewählt. Da waren wir wohl falsch informiert... ;)
(1) http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/INTRANET/senat/protokolle_materialien/110316/59_senat160311protokollGEN.pdf
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Samstag, 14. Mai 2011
Hamburg spart bei Unis
Der Hamburger Senat will bei den Hochschulen in der Hansestadt sparen. Das berichtet Spiegel online.
Jährlich sollen mehr als 12 Mio. Euro zusätzlich eingespart werden. Zusammen mit den Sparvorgaben der Vorgängerregierung müssen nun voraussichtlich 32 Mio. Euro gekürzt werden. Das entspricht zwischen 6 und 10% der Hochschulhaushalte. Die Uni Hamburg hat berechnet, dass dies für sie einen Wegfall von 60 Professuren bzw. 30 kleineren und mittleren Fächern bedeuten würde. Nun ist eine heftige Kontroverse ausgebrochen.
Eine Verschlechterung des Angebots in Hamburg könnte Auswirkungen auf die LeuphanaUniversität Lüneburg haben. Bereits jetzt kommen rund ein Drittel ihrer Studenten aus Hamburg. In Zukunft könnten es mehr werden.
Noch sind die Kürzungen und ihr Umfang jedoch noch nicht ausgemacht. Fraglich ist nämlich auch, wie der Wegfall der Studiengebühren ausgeglichen werden soll. Diese bringen den Hamburger Hochschulen jährlich rund 9 Mio. Euro ein.
LeuphanaWatch wünscht den Hochschulen in der benachbarten Hansestadt viel Erfolg bei ihrem Kampf gegen Kürzungen.
Jährlich sollen mehr als 12 Mio. Euro zusätzlich eingespart werden. Zusammen mit den Sparvorgaben der Vorgängerregierung müssen nun voraussichtlich 32 Mio. Euro gekürzt werden. Das entspricht zwischen 6 und 10% der Hochschulhaushalte. Die Uni Hamburg hat berechnet, dass dies für sie einen Wegfall von 60 Professuren bzw. 30 kleineren und mittleren Fächern bedeuten würde. Nun ist eine heftige Kontroverse ausgebrochen.
Eine Verschlechterung des Angebots in Hamburg könnte Auswirkungen auf die Leuphana
Noch sind die Kürzungen und ihr Umfang jedoch noch nicht ausgemacht. Fraglich ist nämlich auch, wie der Wegfall der Studiengebühren ausgeglichen werden soll. Diese bringen den Hamburger Hochschulen jährlich rund 9 Mio. Euro ein.
LeuphanaWatch wünscht den Hochschulen in der benachbarten Hansestadt viel Erfolg bei ihrem Kampf gegen Kürzungen.
Montag, 14. März 2011
30 % mehr Studienanfänger?
Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz steigt die Anzahl der Studienberechtigten in Niedersachsen von 2010 auf 2011 von 44300 auf 67700 Menschen [1]. Dies entspricht einer Steigerung um 53 %. Diese Prognose wurde erstellt aufgrund der zu erwartenden doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen. Noch nicht berücksichtigt bei diesem Anstieg ist die Aussetzung der Wehrpflicht.
So fordert dann auch das CHE die Studienplätze in Niedersachsen massiv auszubauen:
Universität Lüneburg um gerade mal 30% einfach zu niedrig [3]. Hier liegt das Versagen jedoch eindeutig bei der Landesregierung, welche nicht rechtzeitig ausreichende Mittel den Universitäten zugewiesen hat. Kann ein derartiger Anstieg der Studierendenzahlen nicht nur über Lehrverpflichtungen und Erhöhung den Curricularnormwert aufgefangen werden. Falls die Qualität der Lehre gesichert werden soll müssten auch Stellen geschaffen werden.
LeuphanaWatch bleibt bei seiner Einschätzung: Das versagen des Politik muss die Jugend ausbaden. Wer nicht zu den Jahrgangsbesten zählt wird die Chance auf ein Studium gleich verwehrt. Den anderen drohen überfüllte Hörsäle, Veranstaltungen von 6:15 bis 21:45 Uhr und zusätzliche Wochenendkurse bzw. Blockseminare in dervorlesungsfreien Zeit. Dies jedoch innerhalb eines verschulten Bachelor/Mastersystems, in welchem durch Studiengebühren und begrenzter Bafög-Zeit der Druck auf den Einzelnen schon heute sehr hoch ist. Sind hier die nächsten Studierendenproteste nicht vorprogrammiert?
[1] http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2005/2005_10_01-Studienanfaenger-Absolventen-2020.pdf
[2] http://www.che.de/downloads/Laenderbericht_Niedersachsen_652.pdf
[3] http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/02/21/leuphana-steigert-studienanfaengerzahl-um-30-prozent.html
So fordert dann auch das CHE die Studienplätze in Niedersachsen massiv auszubauen:
Der Ausbau der Kapazitäten in Niedersachsen ist aus mehrerer Hinsicht dringend angeraten. Ein Grund ist, dass es gegenüber den betroffenen Studieninteressenten ungerecht wäre, lediglich die Jahrgangsbesten an die Hochschulen zu lassen. Weiter ist die Gesellschaft vor dem Hintergrund von demographischem Wandel und globalem Wettbewerb dringend auf möglichst viele gut ausgebildete Menschen angewiesen [2].Unter diesem Zusammenhang ist die angekündigte Erhöhung der Studienplätze an der Leuphana
LeuphanaWatch bleibt bei seiner Einschätzung: Das versagen des Politik muss die Jugend ausbaden. Wer nicht zu den Jahrgangsbesten zählt wird die Chance auf ein Studium gleich verwehrt. Den anderen drohen überfüllte Hörsäle, Veranstaltungen von 6:15 bis 21:45 Uhr und zusätzliche Wochenendkurse bzw. Blockseminare in der
[1] http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2005/2005_10_01-Studienanfaenger-Absolventen-2020.pdf
[2] http://www.che.de/downloads/Laenderbericht_Niedersachsen_652.pdf
[3] http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2011/02/21/leuphana-steigert-studienanfaengerzahl-um-30-prozent.html
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Samstag, 12. März 2011
Grundständige Lehre aus Studiengebühren
Leser von LeuphanaWatch haben uns auf folgenden Sachverhalt aufmerksam gemacht:
Zwei dem Methodenzentrum zugeordneten Juniorprofessoren, welche aus Studiengebühren bezahlt werden, sollen im Sommersemester 2011 grundständiger Lehre unterrichten. Henrik von Wehrden und Alexander Freund gestalten zusammen mit Hans-Rüdiger Pfister das gemeinsame Komplementärmodul im 2. Semester der Graduate School [1]. Dieses muss laut Prüfungsordnung vom ganzen Jahrgang, etwa 280 Studierenden, besucht werden.
LeuphanaWatch denkt:
Im Niedersächsischen Hochschulgesetz §11 II Satz 2 heißt es:
Die durch die Professoren angebotene Lehre ist nach RPO verpflichtend und daher weder ergänzend noch vertiefend. Hier wird mit Studiengebühren grundständige Lehre angeboten. Eine derartige Verwendung ist laut NHG ausdrücklich nicht gestattet. Ob die Universität bis zum Semesterstart noch ein gesetzeskonformes Lehrangebot aufstellen kann?
[1] vgl. http://mystudy.leuphana.de
[2] http://www.mwk.niedersachsen.de/download/51109
Zwei dem Methodenzentrum zugeordneten Juniorprofessoren, welche aus Studiengebühren bezahlt werden, sollen im Sommersemester 2011 grundständiger Lehre unterrichten. Henrik von Wehrden und Alexander Freund gestalten zusammen mit Hans-Rüdiger Pfister das gemeinsame Komplementärmodul im 2. Semester der Graduate School [1]. Dieses muss laut Prüfungsordnung vom ganzen Jahrgang, etwa 280 Studierenden, besucht werden.
LeuphanaWatch denkt:
Im Niedersächsischen Hochschulgesetz §11 II Satz 2 heißt es:
Sofern aus den Einnahmen zusätzliches Lehrpersonal finanziert wird, darf dieses nur zu solchen Lehraufgaben verpflichtet werden, die das für die Studiengänge erforderliche Lehrangebot ergänzen oder vertiefen. [2]
Die durch die Professoren angebotene Lehre ist nach RPO verpflichtend und daher weder ergänzend noch vertiefend. Hier wird mit Studiengebühren grundständige Lehre angeboten. Eine derartige Verwendung ist laut NHG ausdrücklich nicht gestattet. Ob die Universität bis zum Semesterstart noch ein gesetzeskonformes Lehrangebot aufstellen kann?
[1] vgl. http://mystudy.leuphana.de
[2] http://www.mwk.niedersachsen.de/download/51109
Donnerstag, 10. März 2011
Studiengebühren werden nicht gehortet
LeuphanaWatch berichtete darüber, dass die Leuphana 5,7 Millionen Studiengebühren auf der Bank liegen hat.
Jetzt hat in einem Brief an die Studierenden die LeuphanaUniversität Lüneburg hierzu Stellung genommen.
[1] http://www.leuphana.de/zentren/methodenzentrum.html
Jetzt hat in einem Brief an die Studierenden die Leuphana
Die angeführten 5,77 Millionen Euro sind keineswegs ungenutzte und gehortete Mittel, sondern wurden und werden stets bewusst und umfassend für die Verbesserung der Lehre eingesetzt. So ergibt sich für das Ende des Haushaltsjahres 2010 (31.12.2010) der folgende Überblick über die Verwendung der Studienbeiträge seit ihrer Einführung:Eines der begonnenen Projekte ist etwa das Methodenzentrum [1], in welchem insgesamt 5 Juniorprofessoren zur Verbesserung der Lehre beitragen sollen.
- rd.21,4 Millionen Euro sind insgesamt eingegangen
- davon sind rd.16,4 Millionen Euro ausgegeben
- weitere rd. 3,5 Millionen Euro sind durch bereits begonnene Projekte gebunden.
- Es ergibt sich ein Rest von rd.1,5 Millionen Euro, von denen wiederum rd. 914.000 Euro bereits für neue Projekte verplant sind.
Über die Verwendung aller Studienbeitragsmittel berät eine Studienbeitragskommission. Diese achtköpfige Kommission ist paritätisch mit studentischen und nicht-studentischen Mitgliedern besetzt. Alle Mitglieder sind gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den zentralen Studienkommissionen des Colleges und der Graduate School.LeuphanaWatch sieht es kritisch, dass Kommissionen eigenständig weitere Kommissionen einsetzen, welche nach der Grundordnung nicht vorgesehen sind.
Diese Dokumentation der Verwendung von Studienbeiträgen zeigt auch, dass die Mittel nicht (wie an verschiedenen anderen Universitäten) für Baumaßnahmen eingesetzt werden. Stattdessen liegt der Fokus der Mittelverwendung bewusst auf der Verbesserung der Lehre (…)Wobei in Lüneburg es zu oft vorgekommen ist, dass es überhaupt keine ausreichende grundständige Lehre gab, welche verbessert werden konnte. In wie weit durch Studiengebühren nicht selbige finanziert wird ist eine der offen gebliebenen Fragen.
[1] http://www.leuphana.de/zentren/methodenzentrum.html
Dienstag, 1. März 2011
NRW hat Studiengebühren abgeschafft!
Aus einer Email des Studierendenparlaments, die uns über die email-Verteiler der Universität erreichte:
Es gibt ab sofort keine Studiengebühren mehr - in Nordrhein-Westfalen (s.u.).Der email angehängt ist eine Pressemitteilung des ASTA aus Hannover, die sich auf die Situation in Niedersachsen bezieht.
Dies dürfte vor allem den (studentischen) Protesten im Rahmen der Bildungsstreiks zu verdanken sein.
Wer etwas ähnliches in Niedersachsen erreichen will, ist herzlich eingeladen, sich an der Studiengbühren-AG des AStA-NOA-Referates zu beteiligen. Termine usw. auf der AStA-Homepage oder unter NOA@asta-lueneburg.de
Es lohnt sich sicherlich, immerhin hat Nds. die höchsten Studiengebühren sowie die wenigsten Härtefall- und Ausnahmeregeln, kurzum die asozialste Hochschulpolitik.
Übrigens soll die Lehre in Niedersachsen ab diesem Wintersemester (im Rahmen des doppelten Abijahrganges und Wehrpflicht-Aussetzung) Montags bis Samstag bis 22.00 gehen, sowie mit Blockseminaren in den Semester"ferien" (Quelle: Landeshochschulkonferenz).
Heissa, das wird "lustig" !
schönen gruß,
Caspar,
Mitglied im Studierendenparlament der Uni Lüneburg
Bildungsproteste erfolgreich - Studiengebühren abgeschafft!LeuphanaWatch meint: Noch ein Grund mehr, die Studiengebühren zurückzufordern!
Am heutigen Donnerstag den 24.02.2011 dürfen eine halbe Million Studierende und Millionen SympathisantInnen jubeln. Nach langem Hin und Her hat es die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfallen mit Hilfe von DIE LINKE endlich geschafft, das Kapitel allgemeine Studiengebühren endgültig zu beenden. Diesen Erfolg verdanken die jungen Menschen dem Protest und Widerstand hunderttausender Menschen, vor allem im Rahmen des Bildungsstreiks, sowie dem ständig aufrecht erhaltenen außerparlamentarischen Druck auf die Politik.
Die Hamburgerin Nadine Berger, Geschäftsführerin des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS), sagte zu dem heutigen Tag: „Die Kämpfe gegen Studiengebühren zeigen vor allem, dass sich Widerstand gegen soziale Ungerechtigkeit lohnt!“
Nach Hessen und dem Saarland fällt mit NRW nun die größte Bastion der marktideologischen Gebührenbefürworter_Innen. Die neu gewählte Regierung in Hamburg hat angekündigt, ebenfalls allgemeine Studiengebühren abzuschaffen. Der bundesweite Trend ist eindeutig, eine Gebührenregierung nach der anderen wird abgesetzt.
Zum Wintersemester 2011/2012 werden nur noch in vier von 16 Bundesländern allgemeine Studiengebühren verlangt. Da in Hamburg die Abschaffung ebenfalls fest steht, gibt es demnächst nur noch drei Bundesländer mit unsozial wirkenden allgemeinen Studiengebühren. Niedersachsen ist eins davon, und zudem jenes mit den höchsten Gebühren.
„Die Schwarz-Gelbe Regierung führt ignorant einen Kurs fort, der bestehende Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft verschärft und regiert so weiterhin an den Menschen vorbei. Wir fordern die Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen.“, so Kristian Kröger, Sozialreferent des AStA der Universität Hannover.
Samstag, 19. Februar 2011
Studiengebühren zurückfordern?
LeuphanaWatch berichtete darüber, dass die Leuphana 5,7 Millionen Studiengebühren auf der Bank liegen hat. Eine Studentin hatte sich beschwert, dass der ASTA viel zu friedlich ist. Der liest anscheinend hier mit und rät jetzt allen Studenten, ihr Geld zurück zu fordern.
Die Erklärung des ASTA dafür ist einfach:
Damit alles einfach ist, hat der ASTA ein Formular vorbereitet, das nur ausgefüllt werden muss. Wer es ausfüllt und abgibt braucht keine Nachteile zu fürchten. Im schlimmsten Fall lehnt die LeuphanaUniversität Lüneburg den Antrag ab.
Die Erklärung des ASTA dafür ist einfach:
Unsere Uni hortet Deine Studiengebühren auf ihren Konten statt sie für die Verbesserung der Lehre auszugeben. Dabei handelt es sich nicht um Peanuts sondern um satte 5,77 Millionen Euro die, nach Angaben der Landesregierung vom 16.11.2010, bei der HSH Nordbank [Nord/LB, Anmerkung LeuphanaWatch] lagen (Stichtag 1. Juli 2010). Diese Summe übersteigt die Einnahmen aus Studiengebühren von zwei Semestern.Rückendeckung erhält der ASTA von den Lüneburger Jusos und Linken. Das berichtet die Landeszeitung (Seite 5, Intranet der Universität).
Wir fordern Dich daher auf Dein Geld zurückzufordern, da es offenbar nicht für deine Lehre verwendet wird. (...) Jeder Antrag ist auch ein Statement gegen die Erhebung von Studiengebühren und die derzeitige Form ihrer Verwendung.
Damit alles einfach ist, hat der ASTA ein Formular vorbereitet, das nur ausgefüllt werden muss. Wer es ausfüllt und abgibt braucht keine Nachteile zu fürchten. Im schlimmsten Fall lehnt die Leuphana
Montag, 31. Januar 2011
Leuphana: 5,7 Mio Studiengebühren auf der Bank
Auf LeuphanaWatch wurde unser Bericht über die Möbel der Bibliothek kommentiert und uns erreichten mehrere eMails. Hier beispielhaft die eMail einer aufgebrachten Studentin, die wir ganz und unverändert (außer Layout) abdrucken:
Das ist ein Skandal! Die Leuphana hortet 5,7 Millionen Euro Studienbeiträge auf der Bank. 5,7 Mio € sind mehr Geld, als in einem Jahr von allen Studierenden an Beiträgen bezahlt werden. Die Uni rechnet alles schön, "baut einen Puffer auf".
Der AStA ist viel zu friedlich und sagt der LZ:
Wo sind die großen Demos gegen diese Verarsche? Wann stürmen wir das Präsidium? Oder habt ihr alle die Hosen voll, wenn es "radikal" wird?
Das ist ein Skandal! Die Leuphana hortet 5,7 Millionen Euro Studienbeiträge auf der Bank. 5,7 Mio € sind mehr Geld, als in einem Jahr von allen Studierenden an Beiträgen bezahlt werden. Die Uni rechnet alles schön, "baut einen Puffer auf".
Der AStA ist viel zu friedlich und sagt der LZ:
"Studenten haben ein Recht darauf, die von ihnen bezahlte Verbesserung der Lehre auch selbst mitzuerleben. Das geht nicht, wenn das Geld auf Konten gehortet wird. Außerdem würden wir es begrüßen, wenn in die Offenlegung der Studiengebührenverwendung einfließt, was mit den Zinsen passiert, die die Konten abwerfen", erklärt Sprecher Steffen Riemenschneider. LZ
Wo sind die großen Demos gegen diese Verarsche? Wann stürmen wir das Präsidium? Oder habt ihr alle die Hosen voll, wenn es "radikal" wird?
Samstag, 29. Januar 2011
Studiengebührenskandal in der Bibliothek? (ergänzt)
LeuphanaWatch erreichte über die Listserver der Universität folgende email, die hohe Wellen schlagen könnte:
Hinter den Links verbergen sich Stühle, Sofas und Lampen. Ganz offensichtlich sind es die gleichen Modelle wie im vor kurzem umgestalteten Bibliotheksfoyer. Die Preise der Stücke haben es in sich: mit über 300 Euro ist der Stuhl noch spotbillig im Vergleich zu der Lampe mit gut 1000 Euro. Den Vogel schießt das Sofa ab, welches ab 5851 Euro zu haben ist.
Die email spekuliert, dass die Anschaffungen aus Studiengebühren finanziert wurden. Auf den Studiengebührenseiten von mystudy steht nichts dazu, aber sie sind hoffnungslos veraltet. (1)
LeuphanaWatch denkt: Vielleicht fragt mal jemand in aufgebrachter Stimmung beim Präsidenten nach?
Link:
(1) https://mystudy.leuphana.de/studiengebuehren/show
Liebe Listservergemeinde,
vielleicht kommen euch folgende Produkte ja bekannt vor. Man munkelt die Umgestaltung wäre durch Studiengebühren finanziert. Also auf zu ebay, mit 2 Stühlen hat man das Semester wieder raus!
http://www.ambientedirect.com/de/fritz-hansen-nap-armlehnstuhl.html
http://www.adero.de/2198/Fritz-Hansen-Serie-3303-Sitzer-Sofa-Arne-Jacobsen
http://shop.ges-bo.de/louis-poulsen-collage-600-pendelleuchte-p-10242.html?campaign=froogle
Nur mal so zum Nachdenken....
Hinter den Links verbergen sich Stühle, Sofas und Lampen. Ganz offensichtlich sind es die gleichen Modelle wie im vor kurzem umgestalteten Bibliotheksfoyer. Die Preise der Stücke haben es in sich: mit über 300 Euro ist der Stuhl noch spotbillig im Vergleich zu der Lampe mit gut 1000 Euro. Den Vogel schießt das Sofa ab, welches ab 5851 Euro zu haben ist.
Die email spekuliert, dass die Anschaffungen aus Studiengebühren finanziert wurden. Auf den Studiengebührenseiten von mystudy steht nichts dazu, aber sie sind hoffnungslos veraltet. (1)
LeuphanaWatch denkt: Vielleicht fragt mal jemand in aufgebrachter Stimmung beim Präsidenten nach?
Link:
(1) https://mystudy.leuphana.de/studiengebuehren/show
Freitag, 29. Oktober 2010
Das Leuphana-Studienmodell gibt sich auf
Ein gutes Betreuungsverhältnis will Leuphana, sie hat kleine Lerngruppen statt Massenseminare. Auch in großen Vorlesungen besteht immer die Möglichkeit, den Dozenten etwas zu fragen, weil eine rein passive Berieselung als "nicht zielführend" angesehen wird.
Jetzt ist Schluss damit. Das Leuphana-Studienmodell gibt sich selbst auf!
Im Modul "Wissenschaft hat Geschichte" des Leuphana-Semesters gibt es jeden Freitag eine Vorlesung. Während Mathe oder Statistik oder Verantwortung jeweils doppelt angeboten werden, ist das bei Geschichte anders.
In Hörsaal 2 läuft alles wie gewohnt. Allerdings ist auch Hörsaal 1 mit Studenten gefüllt, die die Vorlesung per Videostream verfolgen dürfen. Sie zahlen 500 Euro Studienbeiträge und bekommen nicht einmal einen Dozenten zu sehen. Statt dessen dürfen sie auf eine Leinwand starren und sich ihre Fragen selbst beantworten. Ist das die Qualität, die die Leuphana verspricht?
Vielleicht rechnet die Universität damit, dass nach den ersten Wochen sowieso kaum mehr ein Student zur Geschichtsvorlesung kommt. Das ist ein guter Erfahrungswert der letzten Jahre, als kaum mehr 30 Studenten im gähnend leeren Hörsaal 2 der Veranstaltung lauschten. Für die Universität ist das peinlich, da der Dozent zweimal hintereinander vor einem leeren Hörsaal sprechen muss. Wird jetzt also die Blamage begrenzt und kaschiert? Auf jeden Fall spart Leuphana hier auf Kosten der Betroffenen, die mit einem Videostream sicher nicht auf den Geschichts-Geschmack kommen. Auf der Homepage wurde etwas anderes versprochen.
"Freiheit ist nicht die Freiheit zu versagen" meint Herr Spoun. Richtig! Wenn das Geschichtsmodul so schlecht bei den Studenten ankommt, scheint dort etwas grundlegend falsch zu laufen. Nach vier Jahren wäre es an der Zeit, sich einmal an die eigene Nase zu packen! Entweder ist die Veranstaltung einfach langweilig und überflüssig? Oder die Arbeitsbelastung ist insgesamt so hoch, dass die Studenten sie dankbar ausfallen lassen?
In jedem Fall: Aufgeben gilt nicht.
Jetzt ist Schluss damit. Das Leuphana-Studienmodell gibt sich selbst auf!
Im Modul "Wissenschaft hat Geschichte" des Leuphana-Semesters gibt es jeden Freitag eine Vorlesung. Während Mathe oder Statistik oder Verantwortung jeweils doppelt angeboten werden, ist das bei Geschichte anders.
In Hörsaal 2 läuft alles wie gewohnt. Allerdings ist auch Hörsaal 1 mit Studenten gefüllt, die die Vorlesung per Videostream verfolgen dürfen. Sie zahlen 500 Euro Studienbeiträge und bekommen nicht einmal einen Dozenten zu sehen. Statt dessen dürfen sie auf eine Leinwand starren und sich ihre Fragen selbst beantworten. Ist das die Qualität, die die Leuphana verspricht?
Vielleicht rechnet die Universität damit, dass nach den ersten Wochen sowieso kaum mehr ein Student zur Geschichtsvorlesung kommt. Das ist ein guter Erfahrungswert der letzten Jahre, als kaum mehr 30 Studenten im gähnend leeren Hörsaal 2 der Veranstaltung lauschten. Für die Universität ist das peinlich, da der Dozent zweimal hintereinander vor einem leeren Hörsaal sprechen muss. Wird jetzt also die Blamage begrenzt und kaschiert? Auf jeden Fall spart Leuphana hier auf Kosten der Betroffenen, die mit einem Videostream sicher nicht auf den Geschichts-Geschmack kommen. Auf der Homepage wurde etwas anderes versprochen.
"Freiheit ist nicht die Freiheit zu versagen" meint Herr Spoun. Richtig! Wenn das Geschichtsmodul so schlecht bei den Studenten ankommt, scheint dort etwas grundlegend falsch zu laufen. Nach vier Jahren wäre es an der Zeit, sich einmal an die eigene Nase zu packen! Entweder ist die Veranstaltung einfach langweilig und überflüssig? Oder die Arbeitsbelastung ist insgesamt so hoch, dass die Studenten sie dankbar ausfallen lassen?
In jedem Fall: Aufgeben gilt nicht.
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Leuphana Semester,
Sascha Spoun,
Studiengebühren
Dienstag, 18. Mai 2010
Studiengebühren und ihre Verwendung
In Niedersachsen dürfen Studiengebühren nur zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Grundständige Lehre darf hingegen nicht finanziert werden. Jetzt ist es eine Auslegungssache, was grundständig ist und ab wann eine Verbesserung stattfindet. Führt etwa das Beheizen von Hörsälen zu einer Verbesserung der Lehre? Ganz ohne Frage können Studierende in einem beheizten Raum besser lernen als in einem unbeheizten. Aus diesem Grund fand eine bayerische Hochschule es als gerechtfertigt, selbige mit Studiengebühren zu bezahlen. Nun konnte sehr schnell festgestellt werden, dass auch schon in Vergangenheit die Hörsäle beheizt wurden. In diesem Fall also die Lehre nicht verbessert wurde. Vielmehr wurden Kosten, welche früher aus allgemeinen Haushaltsmitteln bezahlt wurden, auf Studiengebühren übertragen. Falls Vergleichmöglichkeiten vorhanden sind zwischen früher und heute kann eine Zweckentfremdung sehr einfach festgestellt werden.
Doch wie sieht es aus, wenn ein völlig neues Studienmodell aufgebaut wird? Es gar kein Vergleich zu einer Zeit vor Studiengebühren gibt? Könnte da nicht ein Studienmodell konzipiert werden, welches minimale Kosten in der grundständige Lehre verursacht? Hingegen im ganz großen Maße durch Studiengebühren verbessert werden könnte? Kann hier dann noch von einer Zweckentfremdung von Studiengebühren gesprochen werden? Aus rechtlicher Sicht natürlich nicht!
Wie sieht es an derLeuphana Universität Lüneburg aus?
Im Leuphana Semester, das erste gemeinsame Semester aller Studierende, ist die Logik folgende: Als grundständige Lehre wird eine Vorlesung mit einem Dozenten für alle 1200 Studierende angeboten. Diese Lehre wird dann dadurch verbessert, dass die Veranstaltung in etwa 40 Seminare je 30 Personen aufgeteilt wird. Die notwendigen 39 weiteren Dozenten können jetzt aus Studiengebühren bezahlt werden. Das ist rechtlich einwandfrei. Ein Vergleich in die Vergangenheit, ob denn früher schon die Veranstaltung aus 40 Seminaren bestand, ist leider nicht möglich. Es liegt jetzt im Auge des Betrachters, ob hier Studiengebühren zweckentfremdet werden.
Doch wie sieht es aus, wenn ein völlig neues Studienmodell aufgebaut wird? Es gar kein Vergleich zu einer Zeit vor Studiengebühren gibt? Könnte da nicht ein Studienmodell konzipiert werden, welches minimale Kosten in der grundständige Lehre verursacht? Hingegen im ganz großen Maße durch Studiengebühren verbessert werden könnte? Kann hier dann noch von einer Zweckentfremdung von Studiengebühren gesprochen werden? Aus rechtlicher Sicht natürlich nicht!
Wie sieht es an der
Im Leuphana Semester, das erste gemeinsame Semester aller Studierende, ist die Logik folgende: Als grundständige Lehre wird eine Vorlesung mit einem Dozenten für alle 1200 Studierende angeboten. Diese Lehre wird dann dadurch verbessert, dass die Veranstaltung in etwa 40 Seminare je 30 Personen aufgeteilt wird. Die notwendigen 39 weiteren Dozenten können jetzt aus Studiengebühren bezahlt werden. Das ist rechtlich einwandfrei. Ein Vergleich in die Vergangenheit, ob denn früher schon die Veranstaltung aus 40 Seminaren bestand, ist leider nicht möglich. Es liegt jetzt im Auge des Betrachters, ob hier Studiengebühren zweckentfremdet werden.
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