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Donnerstag, 28. April 2011

Spoun nimmt Wahl an und bleibt Präsident

Der Präsident scheint dieses Blog zu lesen. Wie die Facebookgruppe Spoun4President heute am späten Abend meldet, hat Sascha Spoun die Wahl angenommen und bleibt damit Präsident der Leuphana Universität Lüneburg. Sie schreibt:
Herr Spoun hat heute (im öffentlichen Teil der Senatssitzung) die Wahl zum Präsidenten unserer Universität angenommen. Darüber freuen wir uns sehr. Leider können die Senatoren nicht aus der weiteren Sitzung, die noch über 3 Stunden dauerte, berichten.
Die Information berichtet auch der NDR auf seiner Webseite. Einen solchen Schritt zur Lösung der kritischen Situation an der Universität hatte LeuphanaWatch Sascha Spoun bereits vor Tagen nahe gelegt.

Der Präsident soll seinen Schritt mit dem großen Vertrauen begründet haben, welches alle Gruppen an der Leuphana Universität Lüneburg ihm und dem Konzept der Neuausrichtung in den letzten Wochen entgegen gebracht hätten.

Zur Personalie Holm Keller liegen noch keine näheren Informationen vor. Der NDR meldet, dass dessen Wiederwahl erneut gescheitert sein soll, weitere Diskussionen sollen folgen.

Im öffentlichen Teil der Senatssitzung sollen Anwesende über weiteren massiven Druck auf Senatoren, aber auch andere Universitätsmitglieder berichtet haben. Studenten soll aufgrund ihrer Meinungsäußerung sogar von Lehrpersonal mit Konsequenzen gedroht worden sein. Trotz allem waren offenbar zahlreiche Besucher auf der Senatssitzung anwesend und haben ihr Interesse an genauen Informationen bekundet. Auch nach dieser Sitzung haben die Senatoren jedoch einen Maulkorb erhalten, wie Spoun4President berichtet.

LeuphanaWatch gratuliert Herrn Spoun zur Wiederwahl und fragt den neuen und alten Präsidenten: Wann werden denn nun endlich Informationen über die Wahl von Herrn Keller veröffentlicht?

Mittwoch, 20. April 2011

Suderburg ohne Leuphana

LeuphanaWatch hat den folgenden Beitrag per eMail erhalten und gibt ihn unverändert wieder.

Der Standort Suderburg gehörte ehemals zur Leuphana Universität Lüneburg. "Freiwillig" entschieden Professoren, Mitarbeiter und Studenten die Hochschule zu wechseln. An der Leuphana sahen sie keine Perspektive für sich, fürchteten die Schließung. Der traditionsreiche Standort mit internationalem Renomee wurde stiefmütterlich behandelt. Die Bewerberzahlen waren schlecht, die Ingenieursausbildung passte schlecht in das Leuphana Studienmodell. In der Außendarstellung der Leuphana waren die Wasserbauingenieure / Bachelor Ingenieurswissenschaften Bau/Wasser/Boden nicht wahrnehmbar. Ein Gesetz regelte schließlich den Abschied von der Leuphana Universität Lüneburg.

Seit Herbst 2009 gehört der Standort zur Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. [1] Damit ist der ehemalige Teil der Fachhochschule Nordostniedersachsen (FH NON) nach der erzwungenen Fusion mit der Universität Lüneburg wieder Teil einer Fachhochschule.

Und Suderburg blüht auf!

Büros werden renoviert, die Aula umgebaut und die Bibliothek verbessert. Nach der Schließung des Bachelors Sozialpädagogik in Lüneburg entdeckte die Ostfalia eine Marktlücke und gründete einen Studiengang Sozialpädagogik - in Suderburg! Ein Studiengang Handel & Logistik kam hinzu. Interdisziplinär ist es geworden auf dem schönen Campus, die Atmosphäre komplett anders. Früher dominierten männliche Ingenieure das Bild und schufen eine ganz eigene, coole Atmosphäre. Heute ist es bunter geworden, die Stimmung ist eine andere. Auf ihre neue Art ist sie hervorragend. Suderburg macht sich.

[1] http://www.ostfalia.de/cms/de/campus/sud/

Dienstag, 1. März 2011

Wider der Plastikwörter

Im Rahmen der Causa Guttenberg ist ein Imagefilm [1] bekannt geworden, in welchem der Verteidigungsminister einen kurzen Auftritt hat.

Die Universität Bayreuth selbst hat ihn inzwischen vom Netz genommen. Allerdings nicht, da in dem Film Aussagen fallen, wie dass die Lehre von „jungen und motivierte Professoren“ gehalten werde oder die Universität „jung und aufstrebend“ sei. „Das Plus, welches wir hier produzieren“ sei gefragt. „Es gibt eine Vielzahl von Veranstaltungen, wo Studierende potenzielle Arbeitgeber kennen lernen können“. Sondern, da der bekannteste Absolvent sich als ein Betrüger [2] erwiesen hat, dem die Universität aufgesessen sei.
Mit diesen Aussagen erinnert der Imagefilm unweigerlich an einen Anderen: Leuphana 21 [3].

Dieser hatte auf dem Campus in Lüneburg einige Diskussionen ausgelöst [4].
Die Plastikwörter gleichen sich in den beiden Filmen. Doch wenn sich die unbekannten Studierenden in Lüneburg sorgen machten, dass ihre Universität sich zu einer unternehmerische Universität wandeln könnte scheint dieser Wandel in Bayreuth schon längst erfolgt. Scheint man sich in Bayreuth als Aufsichtsratsmitglied eines wichtigen Sponsors ja eine „summa cum laude“ erkaufen zu können [5].

Nach dem auch an der Leuphana Universität Lüneburg Wirtschaftsrecht studiert werden kann liegt es im Auge des Betrachters, welche der beiden Universitäten den besseren Ruf hat.

[1] http://www.youtube.com/watch?v=AQzwQA0PRHA
[2] http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA&feature=related
[3] http://www.youtube.com/watch?v=43vhUC5_1xA
[4] http://www.zeit.de/campus/online/2007/47/leuphana-satire
[5] http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doktortitel-fuer-den-uni-sponsor/3878432.html

Montag, 3. Januar 2011

Zwischenbilanz: Leuphana auf dem Weg

Die Leuphana Universität Lüneburg ist auf dem Weg (LeuphanaWatch berichtete). Eine Zwischenbilanz:

Die Auftaktveranstaltung mit Präsident Spoun war gut besucht, auch wenn Hörsaal 4 nicht komplett gefüllt war. Gezeigt wurde eine Werbepräsentation, in der die Errungenschaften der letzten Jahre betont und vor der grauen Vorzeit hervorgehoben wurden. Die Region Lüneburg wurde als Wissenschaftswüste dargestellt, es gibt keine außeruniversitäre Forschung weit und breit. Die ehemalige GKSS in Geesthacht wurde da mal eben unterschlagen, die Metropolregion Hamburg schien weit weg. Ob diese Veranstaltung Werbung sei fragten wir und können jetzt selbst antworten: Der Wahlkampf für die nächste Präsidentenwahl hat begonnen.

Aus dem Publikum gab es erstaunlich kritische Fragen. Ein Herr von der Stadt fragte zum Innovationsinkubator, ein Alumni wünschte sich mehr Engagement der Leuphana für ihre Alumni. Eine Sozialpädagigin sprach noch einmal die Schließung der Sozialpädagogik an und fragte, wie das zu regionaler Verantwortung passt. Mehrere Studenten baten Herrn Spoun und einen kritischen Blick zurück und Aussagen dazu, was nicht optimal gelaufen sei. Der wahlkämpfende Spoun wich den Fragen geschickt aus. Direkt nach seinem größten Fehler antwortete er, er habe zu wenig Urlaub gemacht.

In der Folgeveranstaltung stellte der Dekan der Fakultät Nachhaltigkeit diese vor. Professor Ruck berichtete unter anderem über Forschungsprojekte, lobte das von ihm energieoptimierte Zentralgebäude. Unterstützt wurde er bei der Veranstaltungen von einigen Kollegen aus der Fakultät. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es nur wenige Fragen, denn es waren lediglich eine Hand voll interessierte Personen gekommen. Trotzdem war der Hörsaal gut gefüllt. Vizepräsident Oermann hatte eine seiner zeitgleich stattfindenden Veranstaltungen ausfallen lassen und die Studenten statt dessen zu "Leuphana auf dem Weg" zwangsverpflichtet. Aus diesen Reihen kam dann auch die interessante Frage, ob sich die Fakultät auf ein Verständnis von Nachhaltigkeit geeinigt habe. Teilnehmer berichteten, dass die Antwort des Dekans äußerst vage und oberflächlich blieb. Vielleicht waren nicht nur die Studenten froh, dass es danach vorbei war.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Das Diplom ist in Meck.-Pomm. zurück

Das neue Hochschulgesetz von Mecklenburg-Vorpommern erlaubt es den Universitäten wieder, Diplome zu verleihen. Wer einen Masterabschluss geschafft hat, kann ein Diplomzeugnis erhalten [1]. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, lobt die Entscheidung:
"Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer solchen Regelung kein Außenseiter, sondern gehört damit zur Avantgarde im europäischen Hochschulraum." [1]
Die führenden Technischen Hochschulen (TU9) begrüßen den Schritt ebenfalls (LeuphanaWatch berichtete) und wollen auch in anderen Bundesländern zurück zum Diplom. In Sachsen werden jetzt sogar neue Diplomstudiengänge eingerichtet [1]. Die haben dann nicht nur den Titel, sondern auch die Inhalte.

Wird Leuphana nachziehen?


Quellen:
[1] http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/diplom103.html

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Zeitschleife II: Dumme Studenten

Im März 2007 wurde in einem Interview berichtet:
Insgesamt sind aber zu wenige kluge, ambitionierte Abiturienten auf die Idee verfallen, nach Lüneburg zu gehen. Deshalb arbeiten Spoun und Keller nicht nur an dem neuen Studienprogramm, sondern auch am Image.
FAZ
Nach der Veröffentlichung sorgte der Bericht der FAZ für großen Trubel, Alumni sahen sich verleumdet und Studierende beleidigt. Trotzdem blieben Sascha Spoun und Holm Keller bei ihrer Kernaussage, auch wenn sie etwas anders formuliert wurde. Sie zogen ihre Schlüsse aus der Lage und handelten umgehend.

An der Selbstdarstellung wurde heftig poliert, mit neuem Namen, neuer Homepage, neuem Anspruchsdenken und neuen Vokabeln ein deutlicher Akzent gesetzt. Das Image der Leuphana Universität Lüneburg hat sich verändert. Ob diese Veränderung in die gewünschte Richtung ging, wird vom Führungsduo natürlich bejaht, ist allerdings nicht unumstritten.

Auch das Studium wurde verändert. Ein gemeinsames erstes Semester, genannt "Leuphana Semester", wurde eingeführt. Es soll die unterschiedliche Schulbildung ausgleichen und das nachholen, was die Schulen nicht mehr leisten: eine Studienbefähigung sicherstellen. So etwas gab es früher nicht und das gemeinsame Semester wird von vielen Akteuren als Innovation gefeiert. Auch viele Studierende begrüßen das gemeinsame Lernen.

Aus dem Blickwinkel der zitierten Aussage könnte das Konzept des Leuphana-Semesters jedoch auch irritieren. Kluge und ambitionierte Abiturienten (m/w) sind das Ziel und angeboten wird ein Programm mit dem Grundgedanken, mangelnde Qualifikationen nachzubessern. Haben sich Spoun und Keller also damit abgefunden, dass die klugen und ambitionierten Schulabgänger (m/w) ausbleiben und der Leuphana die kalte Schulter zeigen?

Wohl kaum, denn der Widerspruch lässt sich einfach lösen: Manche Aussagen gehören auf den Müllhaufen der Geschichte, zum Beispiel die der dummen Studierenden in Lüneburg. Sie waren es weder 2007 noch sind sie es heute. Aber ist die heutige Generation, von Leuphana angelockt, schlauer und ambitionierter als ihre Vorgänger (m/w)?

Es ist vermutlich wie all die Jahre vorher: Es gibt Licht und Schatten.


In der Rubrik Zeitschleife beleuchtet LeuphanaWatch ältere Aussagen der Universitätsleitung im Licht der aktuellen Entwicklungen.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Zeitschleife I: Schließungsdebatte

Im März 2007 wurde Vizepräsident Keller in einem Interview wiedergegeben:
Unterfinanzierung und eine permanente Schließungsdebatte lähmten die Arbeit an der Institution.
FAZ
Eine permanente Schließungsdebatte ist also Bremsklotz einer zukunftsweisenden Entwicklung, Motivationshemmnis oder einfach ein Problem. Tatsächlich gab es immer wieder Schließungsbefürchtungen an der Universität und in der Region. Die Umwandlung in eine Stiftungsuniversität und die Fusion der Universität mit der FH Nord-Ost-Niedersachsen wurden damit begründet. Angst ist ein schlechter Ratgeber, insoweit muss man der Aussage in der FAZ zustimmen. LeuphanaWatch bekennt freimütig:

In diesem Punkt sind wir mit Keller einer Meinung! Angst ist doof!

Seit 2007 ist die Neuausrichtung der Leuphana Universität Lüneburg fortgeschritten und das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Schließungsdebatte. Die Notwendigkeit dieser Neuausrichtung wurde mit der sonst drohenden Niederlage der Universität im Wettbewerb begründet, die eine Schließung perspektivisch als logische Konsequenz mit sich bringen würde. Um der Existenzangst zu entgehen, hieß es "volle Kraft voraus", die Neuausrichtung wurde als Lebensversicherung angepriesen. Von einer Lähmung der Arbeit konnte keine Rede sein, kaum eine Universität in Deutschland hat in so kurzer Zeit so gravierende Veränderungen durchlebt und erstaunlich gut bewältigt. Angst also als Antrieb? Es scheint so.

Die fortschreitende Neuausrichtung wird überregional beachtet und auch in der Landesregierung gelobt. Ist das der endgültige Abschied von der Existenzangst? Mitnichten!

Sollte das Zentralgebäude scheitern, heißt es nun, wäre eine Schließung der Universität 2020 nicht ausgeschlossen, wenn aufgrund des demographischen Wandels eine Universität zu viel in Niedersachsen vorhanden wäre. Die logische Konsequenz daraus lautet also, dass das Zentralgebäude umbedingt gebaut werden muss. Es soll eine Art Lebensversicherung darstellen, genau wie die Neuausrichtung oder die Stiftungsuniversität oder die Fusion mit der Uni oder oder oder.

Statt wie versprochen angstfrei leben zu können, begleitet die Existenzangst die Angehörigen der Leuphana auf Schritt und Tritt. Ungewollt ist das nicht, denn wer Angst hat, begehrt nicht auf. Die Lähmung der Universität ist vor allem eine Lähmung kritischer Geister und unangenehmer Fragen. Immer wenn es heikel wird und die Unterstützung für das Präsidium schwindet, steht die Zukunft der Universität auf dem Spiel. Kritik wird zum Schweigen gebracht, denn die Alternative ist immer der universitäre Tod. Die Manager der Macht haben sich die Angst geschickt zu nutze gemacht.

Sie versteckt sich im Wettbewerb, in dem wir alle bestehen müssen. Die Stärken werden ausgebaut, die Schwachen müssen leider gehen. Wer nicht leiden will, strengt sich an. Wer im Wettbewerb nicht unterliegen will, gibt alles, aus Angst, seine Existenz zu verlieren. "Angst macht Beine" heißt es, aber sie geht auch auf's Herz. Ein Leben unter Angst ist ungesund, für die Menschen wie für ihre Universität.


In der Rubrik Zeitschleife beleuchtet LeuphanaWatch ältere Aussagen der Universitätsleitung im Licht der aktuellen Entwicklungen.

Samstag, 20. November 2010

Die Leuphana schlägt zurück

Die Kritik ist immer lauter geworden in den letzten Wochen und Monaten. Nicht wenige haben bereits hinter vorgehaltener Hand Wetten abgeschlossen, dass es bald mit dem bisherigen savoir vivre zuende geht.

Weit gefehlt? Jetzt schlägt die Leuphana zurück mit einer beispiellosen "Informations"-Reihe. "Leuphana auf dem Weg" titelt man staatstragend und plant bis ins nächste Frühjahr hinein zahlreiche Veranstaltungen.
Die Veranstaltungen im Überblick:

07.12.2010
Leuphana auf dem Weg – Innenansichten einer Universität in Bewegung
Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, Präsident

15.12.2010
Zukunftschancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Gesellschaft – Die Wissenschaftsinitiative der Fakultät Nachhaltigkeit
Prof. Dr. Wolfgang Ruck, Professor für Umweltchemie und Dekan der Fakultät Nachhaltigkeit

11.01.2010
Bildung durch Wissenschaft – Das Leuphana College
Prof. Dr. Dr. Nils Ole Oermann, Professor für Nachhaltigkeitsethik und Vizepräsident College

18.01.2010
Unternehmerisches Denken und Handeln – Die Wissenschaftsinitiative für Management and Entrepreneurship der Fakultät Wirtschaft
Prof. Dr. Thomas Wein, Professor für Volkswirtschaftslehre und Dekan der Fakultät Wirtschaft

26.01.2010
Wissenschaft und Praxis im Verbund – Die Leuphana Graduate School
Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel, Professor für vergleichende Politikwissenschaft und Vizepräsident Graduate School & Internationalisierung

01.02.2010
Erkenntnis und Anwendung – Forschung an Zukunftsaufgaben
Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Professor für Nachhaltigkeitsmanagement und Beauftragter des Präsidiums für Forschung

Veranstaltungsbeginn: jeweils 18 Uhr
Veranstaltungsort: Leuphana Universität Lüneburg, Hörsaal 4, Scharnhorststraße 1, 21335 Lüneburg

Quelle: http://www.leuphana.de/aktuell/termine/ansicht/datum/2010/12/07/veranstaltungsreihe-leuphana-auf-dem-weg.html
Wir dürfen gespannt sein, welche Geschichten in diesem Jahr zum besten gegeben werden. Oder handelt es sich gar um einen ernsthaften Versuch, mit Studenten, Mitarbeitern und Bürgern ins Gespräch zu kommen?

Was meinen Sie?

P.S.: Falls Sie sich gefragt haben, wann es denn endlich Informationen zum Libeskindbau gibt, dürfen Sie sich noch etwas gedulden. Irgendwann im nächsten Sommersemester ist es dann (vielleicht) soweit.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Auf den Punkt gebracht

LeuphanaWatch erreichte eine Email, die wir gern veröffentlichen. Danke für den Hinweis, Sie sprechen vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Herzen.
-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Auf den Punkt gebracht
Datum: Sun, 17 Okt 2010 14:51:58
Von: xxxxxxxxxxxxxxxxxx
An: leuphanawatch@googlemail.com

Die neuen Studenten bringen das Problem der Universität auf den Punkt. Ihrem Film ist nichts hinzuzufügen.

http://www.youtube.com/watch?v=Yw4_PyADnoE

Montag, 2. August 2010

Meyer-Guckel macht sich beliebt

Der Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg hat einen neuen Vorsitzenden: Dr. Volker Meyer-Guckel [1]. Er ist ein wahrer Überflieger, kam gerade erst neu in den Stiftungsrat. In Sachen Universität hat er aber bereits einiges auf dem Kerbholz. Meyer-Guckel ist stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, einem großen Lobbyverband der Wirtschaft, die in die deutsche Bildungslandschaft drängt. LeuphanaWatch stellte Meyer-Guckel und den Stifterverband bereits vor [2].

Ganz im Sinne eines Überflieders legte er gleich einen Blitzstart hin. Auf seiner ersten Stiftungsratssitzung wurde er Vorsitzender, organisierte das 'GO' für das Zentralgebäude und beriet über zahlreiche Berufungsverfahren [1]. Und nach der langen Sitzung trat er auch noch gleich an die Presse, bejubelte den Leuphana-Reformprozess und stieß die Studentenvertretung vor den Kopf. Er hielt dem AStA vor, auf der Grundlage von "Missverständnissen" zu handeln [3]. Der hatte sich schon im Vorfeld beschwert, dass der Stiftungsrat nicht einmal zu einem Gespräch bereit war [4].

Die Studentenvertretung hatte schon vor der Sitzung offenbar genug:
Wir treten nicht länger als Bittsteller auf, demonstrieren oder schreiben Briefe, die ungelesen in den Papierkorb wandern. An demokratischem Schein sind wir nicht interessiert. [5]
In so einer Situation von "Missverständnissen" zu sprechen, könnte für Volker M.-G. schnell nach hinten losgehen. Die Studentenvertreter sind, umgehenden Gerüchten zur Folge, wegen der Presseäußerungen außer sich vor Wut. Bislang äußerte sich aber noch niemand. Wären nicht alle Prüfungen vorbei und die Sommerpause hätte begonnen, es wäre beinahe zu ruhig für diese aufgeheizte Situation.

Meyer-Guckel übrigens hat den Campus gar nicht erst betreten. Der Stiftungsrat tagte im 4*-Hotel Bergström am Stintmarkt.


Quellen:
[1] http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2010/07/16/stiftungsrat-staerkt-leuphana-praesidium.html
[2] http://leuphanawatch.blogspot.com/2010/05/wer-ist-eigentlich-dr-volker-meyer.html
[3] Landeszeitung 17./18.7. Reformprozess reizt neuen Vorsitzenden (Seite 3)
[4] http://www.asta-lueneburg.de/home0/singlenews00/?tx_ttnews%5BpS%5D=1279286471&tx_ttnews%5Btt_news%5D=992&tx_ttnews%5BbackPid%5D=243&cHash=7d634442e0
[5] http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/Politikreferat/Aktionen_WS/Fuenf_Thesen_fuer_den_Stiftungsrat.pdf

Sonntag, 1. August 2010

Zeitenwende: Der Dipl.-Ing. kehrt zurück

Leuphana als Trendsetter? Nicht umbedingt. Wie jetzt bekannt wurde, führen neun TUs den altbekannten Studienabschluss Dipl.-Ing. für Ingenieure wieder ein. Wer fünf Jahre studiere, solle den bewährten Abschluss wieder tragen dürfen (1).

Und es sind nicht irgendwelche Unis, sondern laut Focus die führenden Technischen Universitäten der Bundesrepublik (2). Die sog. "TU9" umfassen die RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruhe Institute of Technology, TU München sowie die Universität Stuttgart (3). Vorbildhaft hat z.B. der Senat der RWTH Aachen eine Resolution verabschiedet, die von den Studenten erarbeitet wurde und vom ASTA unterstützt wird (4).
Der akademische Grad des Diplom-Ingenieurs genieße im Ausland einen hervorragenden Ruf, auf den man nicht verzichten dürfe, sagte [der designierte Rektor der TU Dresden] Hans Müller-Steinhagen dem "Focus". Diese Ansicht teilt auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan: Es sei ein Zeichen von Selbstbewusstsein, neben dem internationalen Master-Abschluss auch den Titel des Diplom-Ingenieurs zu vergeben, erklärte die Christdemokratin. (1)
Aber damit nicht genug: Die neun TUs wollen offenbar auch in anderen Fächern die Rückkehr zum Diplom prüfen. Begründet wird das so einfach wie schlüssig:
Entscheidend sei, ob der traditionelle Abschluss den Absolventen Vorteile verschaffe. Als künftiges, bundesweites Modell regte der designierte Rektor an, fünfjährige Diplom-Studiengänge parallel zum Bachelor-Master-Studium anzubieten. Er zeigte sich überzeugt, dass dann der größte Teil der Studierenden das Diplom wählen würde. (1)
An der Leuphana Universität Lüneburg wäre es wohl kaum anders. Insbesondere die Ingenieure aus Volgershall dürften sich über einen Dipl.-Ing. sehr freuen.

Ob Sascha Spoun seinen Kurs korrigieren wird und in Hannover auf die Wiedereinführung der alten Abschlüsse drängen wird? Die Lüneburger Bachelor-/Master-Ingenieure dürften gegen einen Diplomingenieur aus Braunschweig jedenfalls schlechte Karten haben. Jetzt muss Spoun Mut zeigen und sich der Initiative anschließen. Auch wenn er nicht der Erste und Einzige ist.

Aber ob ein Dipl.-Ing. im Leuphana-Modell überhaupt denkbar ist? Die (unsinnige) Aufteilung zwischen College und Graduate School wäre auf jeden Fall auf einem Schlag dahin.


Quellen:
(1) http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,8095476,00.html
(2) http://www.focus.de/wissen/campus/technische-hochschulen-rueckkehr-zum-diplom_aid_536704.html
(3) http://www.tu9.de/
(4) http://www.rwth-aachen.de/aw/main/deutsch/Themen/Einrichtungen/Verwaltung/dezernat/Pressemitteilungen_der_RWTH/_/~bdhm/Aachener_Erklaerung_zum_Bologna_Prozess/

Mittwoch, 21. Juli 2010

Heterogenität

Die Forschungsinitiative Bildungsforschung hat sich als Forschungsschwerpunkt der Umgang mit Heterogenität auf die Fahnen geschrieben [1]. Hierbei unterscheidet sie die Heterogenität Lehrenden wie die der Lernenden. Auch wird betont, dass es heterogene Lebenswelten gibt. Quasi wir Menschen wohl alle Individuen sind. Eine hoffentlich nicht ganz so überraschende Erkenntnis innerhalb der Bildungswissenschaften. Hier hört die Heterogenität jedoch noch nicht auf. Auch auf der Systemebene Schule gibt es Heterogenität. Nicht nur, dass es nach normativen Grundsätzen in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Schulsysteme gibt, welche nach einem Regierungswechsel auch jeweils geändert werden müssen. Jede einzelne Schule folgt einer eigenen Pfadabhängigkeit, hat ein eigenes gewachsenes Schulklima in der Schüler- und Lehrerschaft.
Dass Heterogenität heute noch ein Forschungsfeld ist, zu welchem es zu wenig Aussagen für die Lehrerbildung gibt mag verwundern. Insbesondere, falls durch diesen Schwerpunkt ein Alleinstellungsmerkmal für die Leuphana erarbeitet werden soll. Sollte ein homogenes Menschenbild nicht nur an anderen Universitäten längst überwunden sein sondern ist es in anderen Wissenschaften schon immer gewesen. Etwa wird in der Nationalökonomie von komparativen Kostenvorteilen und unterschiedliche Präferenzen einzelner Individuen oder ganzer Menschengruppen ausgegangen. In der ökonomischen Lebenswelt scheinen die Menschen schon immer heterogen gewesen zu sein. Der Umgang mit Heterogenität beschreibt sicherlich allgemein die Herausforderung, welche pädagogische Berufe gegenüber technischen Berufen wie etwa einem Werkzeugmacher hat. Jedoch wird damit sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Universitäten erarbeitet.
Sollte dies jedoch der tatsächliche Forschungsschwerpunkt sein könnte man erwarten, dass hierzu mindestens eine W3-Eckprofessur eingerichtet werden würde. Diese Professur würde dann ganz am Anfang berufen werden. Um diese Eckprofessur herum würden dann weitere, hierzu passende Personen berufen werden. Ganz anders ist das Vorgehen in dieser Wissenschaftsinitiative. In Bereich Psychologie wie Bildungswissenschaften wird jeweils eine W3-Professur benannt. Um diese werden dann zwei weitere W1/2 Professuren gelegt. In den Bildungswissenschaften lautet der Titel der Eck-Professur „Allgemeine Erziehungswissenschaft.“ Speziell zu Heterogenität soll hingegen nur eine W1/2 Stelle reichen. Zu Letzteren wird dann erst gar nicht für Probevorträge eingeladen. Nach einem Protokoll der Fakultätsübergreifenden Kommission Lehrerbildung (FKL) soll diese Professur nun als Verhandlungsmasse für andere Verfahren verwendet werden. Ein tatsächlicher Forschungsschwerpunkt würde anders behandelt werden!
So scheint es, dass die neuen Professuren mehr nach den Anforderungen der Akkreditierungsagentur besetzt werden. Hier die zukünftige Lehrer selbst weiter in einem verschulten System ausgebildet werden. Die Studierende in Kohorten nach der Semesteranzahl zusammengefasst und als eine homogene Masse behandelt werden. Die Menschen sollen sich an ein System anpassen. Wer dies besonders gut kann hat dann was gelernt.
Und die Wissenschaftsinitiative Bildungsforschung? Diese sollte, spätestens wenn die aktuellen Berufungen vorbei sind, in Klausur gehen und nach den eigenen komparativen Kostenvorteilen suchen. Sonst werden sie, trotz derzeitigen politischen Zusagen, in wenigen Jahren wieder in Frage gestellt. Durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Bewertungen reichen nicht mehr zum Überleben. Die wettbewerbliche Auslese findet inzwischen auch auf der Systemebene statt.

[1] http://www.leuphana.de/w-initiativen/bildung/forschung.html