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Samstag, 28. Januar 2012

Audimax-Zeitplan steht / Keller schweigt zu Parkhausschäden

Am vergangenen Dienstag berichtete der derzeitige Vizepräsident Holm Keller in der Veranstaltungsreihe "Leuphana auf dem Weg" über den aktuellen Stand der Campusentwicklung. Der ASTA fasst unter dem Titel "Nichts Neues zur Campusentwicklung" die Veranstaltung zusammen.

Zu bekannten Computergrafiken des geplanten Zentralgebäudes pries Keller noch einmal dessen Vorzüge. Neuigkeiten wusste er dabei nicht zu berichten. Bedeutsam ist allein ein Mitte Dezember 2011 bei der Hansestadt Lüneburg eingereichter Änderungsantrag zum Bauantrag. Dieser soll es ermöglichen, die Maschinenhalle vom Standort Volgershall in den Keller des Zentralgebäudes zu verlegen. Wie dies genau geschehen soll, ließ Keller offen. Des Weiteren stellte Keller den Fahrplan für die Bauarbeiten vor.
Der geplante Zeitplan sieht vor:
  • Erteilung Zuwendungsbescheide - steht unmittelbar bevor
  • Ausschreibung Rohbau - Februar 2012
  • Aushub Baugrube - März 2012
  • Beginn Rohbauarbeiten - Mai 2012
  • Richtfest Audimax - 11. Januar 2013
  • Fertigstellung - Herbst 2014
Quelle: ASTA
Zu Fragen nach dem Nachhaltigkeits- und Energiekonzept des Gebäudes konnte Keller keine Auskunft geben. Die auf Eis liegende Idee einer "Leuphana-Bahn" vom Bahnhof zur Leuphana Universität Lüneburg wird vorerst nicht realisiert werden können. Es bestehen große Hürden im Planungsrecht.

Bei Fragen zum Parkhaus (LeuphanaWatch berichtete) wich Keller aus, wie Sitzungsteilnehmer (1) und der ASTA berichten. Bis zur Eröffnung seien universitätsinterne Fragen zu klären. Auf die augenscheinlich vorhandenen massiven Baumängel ging Keller nicht ein. Entsprechende Nachfragen beantwortete er nicht. Veranstaltungsteilnehmer berichten, Keller habe wörtlich gesagt, das Parkhaus bei der Mensa sei "ganz gut" geworden (1).

Angesichts der öffentlich zugänglichen Bilder erstaunt diese Aussage. Neben den bebilderten Mängeln scheint es weitere erhebliche Probleme zu geben. Kommentatoren wiesen nach unserem Bericht zutreffend auf mehrere Risse in der Decke der Fahrradwerkstatt Konrad hin. Diese konnte das Team von LeuphanaWatch mittlerweile selbst in Augenschein nehmen. Darüber hinaus soll es, nach einem bislang unbestätigten Kommentar, in den Räumlichkeiten des Technikgebäudes bereits Schimmel geben.

LeuphanaWatch fragt: Wenn sie selbst keine Fehler gemacht hat, warum will die Leuphana Universität Lüneburg diese für alle sichtbaren Mängel nicht bestätigen? Warum schweigt Vizepräsident Holm Keller?

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Donnerstag, 17. November 2011

Volgershall: Waschmaschine fürs Audimax?

Die bisherige Finanzierung des Zentralgebäudes beinhaltete den Verkauf der Gebäude von Volgershall und Rotenbleicher Weg. Schon diese Planungen waren gemäß Bericht des Landesrechnungshofes nicht gesichert, ein geplanter Verkauf von Volgershall in der angegebenen Höhe unwahrscheinlich. Der Landesrechnungshof sollte Recht behalten: Weil sich Volgershall nicht vermieten lässt, springt kurzerhand die öffentliche Hand ein: das Jobcenter möchte sich dauerhaft einmieten. Dafür aber braucht es doppelte Finanzierung aus der öffentlichen Hand: Zum Einen muss die Universität 1,4 Mio. Euro in einen Umbau investieren, zum Anderen bezahlt das Jobcenter der Universität Miete - wirklich das "wirtschaftlichste Angebot", wie Landkreissprecherin Katrin Peters der Landeszeitung berichtete [1] oder ein Freundschaftsdienst für die Uni?

Man hört [2], die Universität möchte weitere externe Flächen anmieten - um Fernsehstudios für den Innovationsinkubator einzurichten. So fließen EU-Gelder aus dem Schwerpunkt "digitale Medien" in Mietfläche, während die Universität ihre eigenen Flächen nicht selbst nutzt, sondern weiter vermietet. Als Einnahmen kann die Universität dann Mieteinnahmen des Jobcenters verbuchen, während sie zweckgebundene EU-Mittel ausgibt. Sobald die anfänglichen Investitionen von 1,4 Mio. durch die Mieteinnahmen wieder hereingewirtschaftet werden konnten, können die Einnahmen direkt in die Uni, z.B. ins Zentralgebäude fließen. So gelingt es, EU-Mittel, die bis 2014 ausgegeben werden müssen, in öffentliche Einnahmen zu verwandeln, die auch nach 2014 noch in den Libeskindbau fließen können. Ob eine solche Umwidmung von Geldern im Sinne der EU ist, darf bezweifelt werden. Gibt es zu viel Geld im Inkubator, das bis 2014 nicht ausgegeben werden kann? Reichen die Gelder für den Libeskind-Bau nicht aus, so dass Keller Geld beiseite schafft? Ist der bisherige Plan, das Zentralgebäude bis zum 30. Oktober 2014 fertig zustellen, bereits jetzt unrealistisch und möchte Keller für die Zeit danach vorsorgen?
Ein anderer Verdacht liegt außerdem nahe: Würde Volgershall nicht vermietet, sondern stünde der Universität weiterhin als Fläche zur Verfügung, könnte Keller das Zentralgebäude nicht mehr damit rechtfertigen, dass die Universität Flächen benötigte und somit einen zusätzlichen Bau braucht.

LeuphanaWach denkt: Sollte hier irgendwann die EU vor der Tür stehen, wird es richtig ungemütlich - für das Land und für die Uni. Sollte Keller tatsächlich über diesen Weg EU-Gelder waschen, also von ihrer Zweckbindung lösen, hat diese Universität bald wirklich finanzielle Probleme - wenn sie nämlich Millionen von EU-Mitteln zurück bezahlen muss.

[1] Lüneburger Landeszeitung 12./13. November, S. 3
[2] LeuphanaWatch dankt für den Hinweis per Mail

Mittwoch, 20. April 2011

Suderburg ohne Leuphana

LeuphanaWatch hat den folgenden Beitrag per eMail erhalten und gibt ihn unverändert wieder.

Der Standort Suderburg gehörte ehemals zur Leuphana Universität Lüneburg. "Freiwillig" entschieden Professoren, Mitarbeiter und Studenten die Hochschule zu wechseln. An der Leuphana sahen sie keine Perspektive für sich, fürchteten die Schließung. Der traditionsreiche Standort mit internationalem Renomee wurde stiefmütterlich behandelt. Die Bewerberzahlen waren schlecht, die Ingenieursausbildung passte schlecht in das Leuphana Studienmodell. In der Außendarstellung der Leuphana waren die Wasserbauingenieure / Bachelor Ingenieurswissenschaften Bau/Wasser/Boden nicht wahrnehmbar. Ein Gesetz regelte schließlich den Abschied von der Leuphana Universität Lüneburg.

Seit Herbst 2009 gehört der Standort zur Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. [1] Damit ist der ehemalige Teil der Fachhochschule Nordostniedersachsen (FH NON) nach der erzwungenen Fusion mit der Universität Lüneburg wieder Teil einer Fachhochschule.

Und Suderburg blüht auf!

Büros werden renoviert, die Aula umgebaut und die Bibliothek verbessert. Nach der Schließung des Bachelors Sozialpädagogik in Lüneburg entdeckte die Ostfalia eine Marktlücke und gründete einen Studiengang Sozialpädagogik - in Suderburg! Ein Studiengang Handel & Logistik kam hinzu. Interdisziplinär ist es geworden auf dem schönen Campus, die Atmosphäre komplett anders. Früher dominierten männliche Ingenieure das Bild und schufen eine ganz eigene, coole Atmosphäre. Heute ist es bunter geworden, die Stimmung ist eine andere. Auf ihre neue Art ist sie hervorragend. Suderburg macht sich.

[1] http://www.ostfalia.de/cms/de/campus/sud/

Sonntag, 6. Februar 2011

Serviceangebote bei sinkenden Studierendenzahlen

Universitäten leben im Wechsel zwischen der vorlesungsfreier Zeit und der Vorlesungszeit. Die Anzahl der Studierenden, welche den Campus besuchen, schwankt beachtlich. Dies hat selbstverständlich auch Auswirkung auf die Nachfrage an Serviceangebote auf dem Campus. Auf diese schwankende Nachfrage wird dann auch mit einem wechselnden Angebot reagiert. Die Öffnungszeiten schwanken mit. Viele Serviceangebote zählen die dreiwöchige Prüfungsphase noch zur Vorlesungszeit. Für andere findet der Wechsel an diesem Wochenende statt. Diesjähriger Vorreiter war jedoch das Studentenwerk Braunschweig. Die Abendmensa wurde schon Mitte letzter Woche geschlossen:
Die Abendmensa ist vom 3. Februar bis einschließlich 1. April geschlossen. [1]
Insbesondere auf Grund der sinkenden Studierendenzahlen ist die Nachfrage zur Abendmensa so gering, dass eine Aufrechterhaltung des Betriebs hoch defizitär wäre. Da stellt sich die Frage, ob es zukünftig überhaupt noch eine Abendmensa geben kann? Sinken doch die Studierendenzahlen weiter [2]. Erst die geplante Konzentration aller Studierenden auf dem Campus Scharnhorststraße nach der Errichtung des Zentralgebäudes könnte auf diesem Standort zu einer Verbesserung führen. Der defizitäre Betrieb einer Mensa in Volgershall kann dann endlich eingestellt werden. Ob dies ein Trost für all jene Mitarbeiter ist, welche die mangelnde Auswahl von Essensangeboten in der vorlesungsfreien Zeit jetzt schon beklagen?

[1] http://www.sw-bs.de/lueneburg/essen/speiseplaene/mensa-campus-kommende-woche
[2] http://leuphanawatch.blogspot.com/2010/12/leuphana-auf-wachstumskurs.html

Sonntag, 1. August 2010

Zeitenwende: Der Dipl.-Ing. kehrt zurück

Leuphana als Trendsetter? Nicht umbedingt. Wie jetzt bekannt wurde, führen neun TUs den altbekannten Studienabschluss Dipl.-Ing. für Ingenieure wieder ein. Wer fünf Jahre studiere, solle den bewährten Abschluss wieder tragen dürfen (1).

Und es sind nicht irgendwelche Unis, sondern laut Focus die führenden Technischen Universitäten der Bundesrepublik (2). Die sog. "TU9" umfassen die RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruhe Institute of Technology, TU München sowie die Universität Stuttgart (3). Vorbildhaft hat z.B. der Senat der RWTH Aachen eine Resolution verabschiedet, die von den Studenten erarbeitet wurde und vom ASTA unterstützt wird (4).
Der akademische Grad des Diplom-Ingenieurs genieße im Ausland einen hervorragenden Ruf, auf den man nicht verzichten dürfe, sagte [der designierte Rektor der TU Dresden] Hans Müller-Steinhagen dem "Focus". Diese Ansicht teilt auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan: Es sei ein Zeichen von Selbstbewusstsein, neben dem internationalen Master-Abschluss auch den Titel des Diplom-Ingenieurs zu vergeben, erklärte die Christdemokratin. (1)
Aber damit nicht genug: Die neun TUs wollen offenbar auch in anderen Fächern die Rückkehr zum Diplom prüfen. Begründet wird das so einfach wie schlüssig:
Entscheidend sei, ob der traditionelle Abschluss den Absolventen Vorteile verschaffe. Als künftiges, bundesweites Modell regte der designierte Rektor an, fünfjährige Diplom-Studiengänge parallel zum Bachelor-Master-Studium anzubieten. Er zeigte sich überzeugt, dass dann der größte Teil der Studierenden das Diplom wählen würde. (1)
An der Leuphana Universität Lüneburg wäre es wohl kaum anders. Insbesondere die Ingenieure aus Volgershall dürften sich über einen Dipl.-Ing. sehr freuen.

Ob Sascha Spoun seinen Kurs korrigieren wird und in Hannover auf die Wiedereinführung der alten Abschlüsse drängen wird? Die Lüneburger Bachelor-/Master-Ingenieure dürften gegen einen Diplomingenieur aus Braunschweig jedenfalls schlechte Karten haben. Jetzt muss Spoun Mut zeigen und sich der Initiative anschließen. Auch wenn er nicht der Erste und Einzige ist.

Aber ob ein Dipl.-Ing. im Leuphana-Modell überhaupt denkbar ist? Die (unsinnige) Aufteilung zwischen College und Graduate School wäre auf jeden Fall auf einem Schlag dahin.


Quellen:
(1) http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,8095476,00.html
(2) http://www.focus.de/wissen/campus/technische-hochschulen-rueckkehr-zum-diplom_aid_536704.html
(3) http://www.tu9.de/
(4) http://www.rwth-aachen.de/aw/main/deutsch/Themen/Einrichtungen/Verwaltung/dezernat/Pressemitteilungen_der_RWTH/_/~bdhm/Aachener_Erklaerung_zum_Bologna_Prozess/