Montag, 29. August 2011

Vertraulich, geheim, Stiftungsrat

Eine Empörung

Es ist eine Frechheit! Der Stiftungsrat soll kontrollieren und steuert den Weg der Leuphana Universität Lüneburg wie kaum ein anderes Gremium. Er besteht aus Vertretern der Gesellschaft um die Vernetzung zwischen dieser und der Universität herzustellen. Und was tut dieses Gremium? Es tagt geheim und das nicht zum ersten Mal!

Was ist eigentlich mit diesen hohen Damen und Herren los? Haben sie sich auch nur einmal den Kopf zerbrochen, wie sie ihre Funktion wahrnehmen können? Vermutlich nicht. Ein Schlaglicht:

Die "Menschen aus der Gesellschaft" kommen vielleicht 2x im Jahr nach Lüneburg zum Stiftungsrat. Dann sollen sie entscheiden. Auf welcher Grundlage? Vermutlich gibt es (geheime) Sitzungsunterlagen, die der Präsident mit seinem Präsidium vorbereitet hat. Das ist gut und richtig. Aber es reicht nicht aus, denn wie soll eine Kontrolle stattfinden, wenn der zu Kontrollierende die Unterlagen dafür vorbereitet? In einer solchen Situation hilft nur eins: Vor einer Entscheidung muss die Opposition gehört werden, damit man deren Kritik überprüfen kann. Dies setzt voraus, dass der Kontakt zu den Stiftungsräten möglich ist und ihre Sitzungstermine und -themen bekannt sind. Wenn die Opposition nicht weiß, wann was beraten wird, kann sie dazu keine Meinungen vortragen. Wenn die Opposition ausfällt, ist eine Kontrolle nicht mehr möglich, da in einer mehrstündigen Sitzung mit unzähligen Themen kaum sämtliche Aspekte in ihrer gesamten Tiefe durchdrungen werden können.

Der Stiftungsrat an der Leuphana Universität Lüneburg hat versagt!

Er gibt weder seine Sitzungstermine im Vorfeld bekannt, noch veröffentlicht er die zentralen Themen der Beratungen. Es ist einfach unmöglich, sinnvoll kritische Punkte zu liefern - es sei denn, man schießt ins Blaue. Wer soll das leisten können? Wir alle müssen Module abreißen, Drittmittel einwerben, die Schreibtischablage abarbeiten. Unter den gegebenen Umständen kann niemand den Stiftungsrat mit den nötigen Informationen versorgen. Schuld daran sind die gegebenen Rahmenbedingungen - und das unkooperative und geheimniskrämerische Verhalten des Stiftungsrats. Der könnte den Informationsfluss erleichtern und tut es nicht. Kontrolle? So nicht. Verknüpfung mit der Gesellschaft? So nicht.

Sechs, setzen!

PS: Am Donnerstag letzter Woche hat der Stiftungsrat wieder getagt. Irgendwo hat die Leuphana Universität Lüneburg sogar etwas zu den Ergebnissen veröffentlicht. Wer findet es?

Kommentare:

  1. oh und wieder so ein artikel! alle sind ja so böse und das präsidium bereitet böse unterlagen vor. Wie können sie nur?

    Schreibt doch einfach jemandem ne mail oder ruft an wenn ihr fragen oder anmerkungen habt. aber derartige (direkte, persönliche und konstruktive) Kritik übt ihr ja nicht gerne aus.

    Geht doch einfach an eine andere Uni, bei der ihr nicht schon den Namen hasst!

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  2. holländischer Raser29. August 2011 um 18:24

    Angesichts deiner Emotionalität nehme ich mal an, dass dein Kommentar ernst gemeint ist und nicht die übliche berechnende Halbwahrheit mit der Verwirrung gestiftet werden soll.
    Aber:

    "[schreibt] ne mail oder ruft an wenn ihr fragen oder anmerkungen habt."

    Meinst du das ernst? Ich habe bei Nachfragen quasi nie relevante Informationen erhalten oder wurde in meiner Rolle als Fragesteller ernst genommen - auch Kritik (ja, konstruktive im Sinne von "das lief echt blöd, das hätte man besser kommunizieren müssen, schreiben sie doch noch einmal eine mail deswegen rum") verhallte immer ungehört.

    Das schafft sehr viel Frust und, zugegeben, irgendwann hört man dann auch auf zu Fragen.

    Und, wenn dein Gemüt abgeklungen ist: Hast du auch einen inhaltlichen Kommentar zu dem Vorwurf, dass das wichtigste Gremium der Uni nur zwei mal im Jahr tagt, es sehr schlecht kommuniziert wird, nichts über Inhalt, Tagesordnung oder Sitzungsunterlagen bekannt gegeben wird, es nur sehr einseitig informiert wird?

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  3. Hier fehlt es wohl an demokratischem Grundverständnis. Grundlage für Demokratie ist auch immer Transparenz! Transparenz ist verbunden mit freier Information, Partizipation und Rechenschaft im Sinne einer offenen Kommunikation zwischen den Akteuren. Damit verbunden ist die Forderung nach Verwaltungstransparenz und der Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips.

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  4. Im NHG findet sich nur zweimal das Wörtchen "demokratisch", aber nicht weder im Zusammenhang mit Präsidium noch mit Stiftungsrat und schon gar nicht mit AStA oder Senat. Aus diesem Grund beabsichtigt mein Vorschreiber wieder nichts anderes, als inhaltleere, illusorische und unrealistische Forderungen aufzubauen, die sich mit keiner Silbe der einschlägigen Rechtsvorschriften deckt, woraus aber die angebliche Opposition ihr angebliches Recht auf Information ableitet. Das ist einfältig, dumm und anmassend. Nichts anderes (die Aussage "übliche berechnende Halbwahrheit mit der Verwirrung gestiftet werden soll" trifft auch für die "Opposition" zu). Hier haben sich Studenten, Verzeihung Studierende, Lehrkräfte und Professoren versammelt, die mit ihrer wertvollen Zeit nichts anderes anzufangen wissen.
    Wie geistig arm muss ein solcher Mensch sein, der immer nur gegen alles sein kann.

    Ein Blick auf die sogenannte Opposotion vermittelt den Eindruck, dass sich hier im Biotop Lüneburg ein Haufen gefunden und zusammen getan hat, der mit der Realität nicht klarkommt. Da will man sich von außen nicht stören lassen und pflegt jetzt seine offenen Wunden. Schuld sind immer nur die Anderen, niemals man selber.

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  5. Wie entlarvend ist denn dieser Kommentar. Als könnte aus dem NHG abgeleitet werden, dass das die demokratischen Grundprinzipien jeweils explizit genannt werden müssten, ansonsten hätte man einen Freifahrtschein??? Noch ist die Leuphana keine privatwirtschaftliche Aktiengesellschaft, mit Vorstand und Aufsichtsrat.
    Eigentlich leider, denn dort sind die Transparenzpflichten wesentlich Umfangreicher geregelt als an der Leuphana. Bei einer AG gibt es immerhin einen Jahresabschluss und entsprechende Prüfungen und Rechenschaftsberichte in der Hauptversammlung mit klaren Verantwortlichkeiten für den Aufsichtsrat. Offenbar ist auch für die Leuphana ein KonTraG notwendig!

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  6. @ 06:52: Entschuldige, aber dein Kommentar suggeriert hinsichtlich des Demokratiebegriffs einen falschen Eindruck. Zwar ist das Wort selbst nicht oft verwendet, aber im NHG haben einige Grundprinzipien (noch) Bestand, die ganz klar darauf abzielen. Es ist unstrittig, dass seit Jahren die Tendenz zur Entdemokratisierung der Hochschulen geht. Das ist unabhängig von der jeweiligen Landesregierung. Aber einige Restbestände demokratischer Normen gibt es noch. Beispiele zu den von dir genannten Gremien:

    - AStA: § 20 Abs. 2 S. 2 NHG:
    "Das Wahlrecht zu den Organen der Studierendenschaft wird in freier, gleicher und geheimer Wahl ausgeübt." --> Die freie, gleiche und geheime Wahl ist der zentrale Vorgang der Demokratie, auch wenn das Wort selbst nicht genannt ist. Das betrifft in Lüneburg direkt alle FGVs und das StuPa. Der AStA wird vom Parlament gewählt, so wie es bei der Bundesregierung durch den Bundestag der Fall ist. Ist das undemokratisch?

    - Senat: § 41 NHG:
    Die Wahl erfolgt nach Gruppen, ein demokratisches Wahlverfahren ist also nur innerhalb der Statusgruppen (Studierende, Profs, WiMis, MTV) möglich. Deshalb findet in der Tat keine gleiche Wahl statt, da die Stimme einer ProfessorIn mehr Gewicht hat als von Studis. Frei und geheim sollte die Wahl trotzdem sein. Es ist auch vollkommen richtig, dass dem Senat grundlegende parlamentarische Rechte im Laufe der letzten Jahre vom Gesetzgeber genommen wurden. Er hat bspw. kein Haushaltsrecht mehr usw. Rudimentäre Ansätze sind jedoch noch vorhanden. Die gilt es zu verteidigen und nach und nach den verloren gegangenen Einfluss zurück zu gewinnen. Das hat auch viel mit dem Selbstverständnis der SenatorInnen zu tun.
    Wenn hier kommentiert wird, dass der Senat gar kein demokratisches Gremium sei, dann ist das zwar durchaus zutreffend, aber als Konsequenz die Füße stillzuhalten sicher der falsche Weg. Falsche Entwicklungen müssen zurückgedrängt und rückgängig gemacht werden. Wenn die entsprechende Erkenntnis vorliegt, dann heißt es kämpfen. Oder wollen wir eine undemokratische Hochschule akzeptieren?

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  7. Social Work lives - No. 6 dies30. August 2011 um 10:43

    Ihr BWLer könnt keine 3 Meter weiter denken. Ein Gesetz schafft Demokratie ab. Ihr sagt 'OK, daran müssen wir uns jetzt halten. Ab sofort wirtschaften wir eben in einer Diktatur. Da locken genauso Profite.' Geht's noch? Ein scheiß Gesetz gehört abgeschafft und dafür gehört gekämpft.

    Ihr gestaltet die Zivilgesellschaft des 21. Jhds. Ja ne, is klar.

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  8. Fundamental ist das richtig, und auch eine Empörung wert, wenn ein Gesetz die Demokratie einschränkt - aber in der gegebenen Realität sind auch kurzfristig und pragmatisch Veränderungen notwendig. Alles zu seiner Zeit; es müssen die Mehrheiten die Notwendigkeit der Veränderungen auch erkennen und mittragen. Dein Beitrag hilft uns „wachzurütteln“. Veränderung beginnt an mehreren Stellen in unterschiedlichen Formen.

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  9. Wann ist eine demokratische Mitbestimmung angebracht und wann nicht?
    Ich denke eine Universität muss sich mehr in die Richtung eines flexiblen Entscheidungssubjektes bewegen. Nehmen wir allein diese ständigen Querelen auf dieser Seite als Grundlage. Da wird dann schnell deutlich, dass eine Entscheidungsfindung immer in einem Kompromiss enden muss. Blöd nur, wenn die Linken und konservativen Kompromisse finden müssen, das ist in der Regel meistens utopisch. Also braucht es klare hierachische Strukturen um Entscheidungen treffen zu können. Die Leuphana hat nun mal das Präsidium, welches es grade hat und dieses trifft die Entscheidungen. Es ist vollkommen legitim von der Opposition dagegen vorzugehen, aber momentan hat die Opposition kein Mitspracherecht und wird es wohl auch in den nächsten Jahren nicht erwerben. Die Opposition muss nicht versuchen Dinge rückgängig zu machen, sie hätte bereits bei der ersten Wahl von Spoun diese erfolgreich verhindern müssen...

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  10. Und was für ein transparenter, offener, druckloser Prozess die zweite Wahl doch war - bzw. die beiden zweiten Wahlen.

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  11. Ja völlig easy… , da haben S. und H.1/2 die öffentlich rechtliche (nicht die geschlossen private Anstalt ehem. Ö. Rechts ) als „flexibles Entscheidungssubjekt“ definiert. Welch‘ ein Quatsch!
    Damit sind hierarchische Entscheidungsstrukturen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag legitimiert. Welch‘ ein Quatsch! Noch ist die ehem. Universität Lüneburg eine öffentlich-rechtliche Stiftung. Da sind selbst S. und H.1/2 der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig. Und die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger werden das Verhalten der Präsidiumsmitglieder ebenfalls aufmerksam beobachten. Ob sich S. und H 1/2. weiter entwickeln oder im Biotop als „Versuchshaubenlerchen“ politisch oder juristisch geschleift werden? Nicht einmal die Geschichtsbücher werden es notieren….

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  12. Was macht eigentlich der Prozess? Was macht die Verwendung der Bürgschaften und Spendengelder? Gibt es hier Transparenz? Wird hier Rechenschaft gelegt und die Verwendung nachgewiesen? Fragen über Fragen?

    Wenn ich einen Prozess wegen einer unsinnigen Rechtsauffassung verloren hätte und dann noch dafür zahlen müsste, würde ich anschließend die Klappe halten anstatt Gott und die Welt zu verdammen und die unsinnige Rechtsauffassung weiter in die Welt zu posaunen.

    Wo wurde in Lüneburg die Hochschuldemokratie und Mitbestimmung abgeschafft? Kann das jemand beweisen? Wurden Wahlen unterbunden. Wurde der Senat verhaftet und in geheimen Kerkern untern Gebäude 10 gequält und gefoltert? Wurden unliebsame Senatsmitglieder erschossen? Werden Selbstverwaltungsgremien verfolgt? Welche Rolle spielt der Vertreter der Senats im Stiftungsrat - ist er ein bezahlter Spion?

    Wenn die Hochschulöffentlichkeit in Lüneburg nicht in der Lage ist, Transparenz und Rechenschaft einzufordern und durchzusetzen, dann macht sie etwas verkehrt. Dann hat sie nichts anderes als S. und H. verdient.
    Warum macht der Senat nicht seinen Einfluß über seinen Vertreter im Stiftungsrat geltend? Über dieses Bindeglied ließe sich Information, Mitbestimmung und Transparenz herstellen?

    Oder geht es darum, dass niemand in Senta, Präsidium und Stiftungsrat die wirren Ideen von Steiner, Fabian und Co. für voll nimmt und sie deswegen nicht mitspielen lässt? Geht es darum, dass Steinert, Fabian und Co. statt ihres Studiums an der Leuphana die Weltrevolution planen und umsetzen wollen?
    Dann weiterhin viel Spaß und hoffentlich bald willkommen im richtigen Leben.

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  13. @6:53: 100 Punkte, Steinert und Co nimmt zum Glück ja schon lange keiner mehr ernst

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  14. @ 10:21: Wunschdenken?!

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  15. Doch, die 100 Punkte sind schon gut verdient. Ganz spannende Beobachtung eigentlich. Es hat nicht viel mit Demokratie zu tun (dass Demokratie nicht unbedingt die Positionen von kleinen Minderheiten stärkt, ist eine andere Frage... Demokratie heißt auch, dass man die Entscheidungen einer Mehrheit mitträgt, auch wenn einem nicht alles gefällt).
    Im Kern liegt es auch daran, dass Spoun und Keller fundamentale Auffassungen davon haben, wie eine Universität aussehen soll als Steinert, Fabian und Heybl. Wenn Spoun aber Mehrheiten findet, bleibt den dreien nur der Gang zum Gericht. Recht undemokratisch das ganze. Die können wiederum anders argumentieren und sehen "ihre" Vorstellung einer Universität zerstört. Diese Vorstellung ist berechtigt und lobenswert, aber vollkommen realitätsfern. Die realitätsnahe Spoun-Vorstellung einer Universität funktioniert allerdings nicht mit den gegenwärtigen studentischen Vertretern. Sie basiert auf dem, was Spoun in St. Gallen und anderswo kennengelernt hat. Dort konnte er auch Transparenz und Partizipation ganz anders durchhalten, weil dort unter Profs, Studis und Mitarbeitern großes Vertrauen herrschte. Dieses Vertrauen ist hier schon häufig verletzt worden. Was ist denn passiert, wenn Spoun die Studenten in vertrauliche Vorhaben eingeweiht hat? Wenig später konnte man die Inhalte der vertraulichen Dokumente oder Gespräche doch hier auf einer Webseite nachlesen. Warum dringen denn aus dem Senat ständig vertrauliche Informationen? Die Uni Lüneburg ist noch nicht reif für Vertrauen und partizipative Entscheidungsprozesse, muss sich ein Spound da denken. Ganz im Gegenteil müssen aufgrund dieses fehlenden Vertrauens dann Geheimsitzungen durchgeführt werden, damit die Uni überhaupt irgendwie arbeitsfähig bleibt. Damit kommen wir aber an eine Henne- und Ei-Frage. Wie kann es denn nun geschafft werden, dass mehr Transparenz und Vertrauen und Partizipation hergestellt wird? Garantiert nicht dadurch, dass Studis die Uni verklagen (und diese Klage auch noch von Professoren und Senatsmitgliedern finanziert wird). Spoun hat es nun wirklich versucht, der Mann hat graue Haare bekommen (na gut, die sieht man nicht), weil ja andauernd mit irgendwelchen studentischen Senatoren oder intriganten Professoren spricht um sie einzubinden. Wenn man bösartig wäre, könnte man sagen, die Studis dieser Uni haben kaum etwas erreicht, weil ihre Vertreter durch extrem konfrontatives Verhalten allen Dialog zerstören. Zum Glück ist die Studi-Situation in Lüneburg deutlich besser als an den meisten anderen deutschen Unis (z.B. zahlenmäßiges Betreuungsverhältnis Profs/Studis, z.B. die Reform des Prüfungsamts, wo jetzt noch nicht alles perfekt ist, aber deutlich besser läuft als in den vergangenen Jahren. Daran haben auch viele Studis einen Anteil, weil sie in den entsprechenden Gremien mitgearbeitet haben).

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  16. Ein Nachtrag zum obigen Text:

    Geradezu pervers ist es, dass der AStA auf seiner Webseite Tipps gibt, wie man die Uni verklagen kann. Es geht dabei um das Erklagen eines Studienplatzes. Absolut abartig! Die Aussage, die dahinter steckt ist: Wir als AStA stellen uns gegen die Universität, ihre Gremien und Entscheidungen und glauben, dass die Universität nicht die richtigen Leute aufnimmt. Wir als AStA stellen uns gegen eine Verbesserung des Betreuungsverhältnis. Wir als AStA stehen für schlechtere Studienbedingungen durch überfüllte Hörsäle und Seminare. Wir als AStA stehen für eine Kultur des Gegeneinanders und des Verklagens. Studierende, die von der Uni abgelehnt wurden und sich dann über Klage einen Platz erschleichen, werden garantiert später nicht für eine Kultur des Vertrauens und der gegenseitigen Wertschätzung stehen. So setzt sich die oben genannte Henne-und-Ei-Problematik fort. So wird diese Universität jedenfalls nicht vorankommen. Wenn dem AStA daran gelegen ist, mehr Studierende aufzunehmen, wäre es guter erster Schritt, sich gemeinsam mit der gesamten Uni dafür einzusetzen, dass mehr bezahlte Studienplätze geschaffen werden. Riemenschneider, Grulke und Frey stellen sich mit diesem Aufruf gegen ihre Universität, wollen ihr Schaden zufügen! Das ist dreckig und absolut dumm von ihnen! Vielleicht kommen sie ja von selbst drauf, diesen Aufruf möglichst schnell wieder zu entfernen und sich stattdessen damit zu beschäftigen, wie in Lüneburg ausfinanzierte Studienplätze geschaffen werden können oder wie die Qualität des Studiums für die schon eingeschriebenen Studierenden verbessert werden kann.

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  17. Puh, da hast Du aber Dampf abgelassen. Immerhin hast Du recht strukturiert und durchaus sinnvoll argumentiert. Nicht, dass ich deine Meinung teilen würde, aber deine Beiträge sind besser als das, was man sonst hier meist von der Pro-Spoun-Fraktion liest. Was jetzt wiederum der Einklageratgeber des AStA damit zu tun hat, erschließt sich mir jedoch nicht. Irgendwie hat das damit nichts zu tun. 1) Bietet so ziemlich jeder AStA in Deutschland eine entsprechende Beratung an und 2) ist es ein offenes Geheimnis, dass die Universität ihre Studienplatzkapazität teils bewusst kleinrechnet. Ich möchte jetzt nicht mit dem Finger zeigen, aber es gibt Major / Studiengänge, wo die offizielle Platzzahl beinahe 50% unter dem Wert liegt, der sich errechnen ließe. Angesichts der Vielzahl von jungen Menschen, die derzeit einen Studienplatz (verzweifelt) suchen, darf man auch von derzeitigen Studierenden erwarten, dass sie etwas Rücksicht darauf nehmen. Ob ein Tutorium nun 20 oder 25 Menschen umfasst, dürfte relativ schnurtz sein.

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  18. Wer sich einklagt, der nutzt ja nur das ihm/ihr zustehende Recht. Neben demokratischen Prinzipien gelten doch noch Recht und Gesetz – auch an der Leuphana. Die Leuphana sucht doch clevere Studierende. Diese Möglichkeit zu finden und zu nutzen ist doch besser als jeder Eignungstest. Anstatt den Studierenden und den Gerichten den „schwarzen Peter“ zuzuschieben sollten eben rechtlich sichere Kriterien für die Studienplatzvergabe und Studienplatzbemessung genutzt werden und diese Unzulänglichkeiten sollten nicht den Studierenden oder Gerichten angelastet werden.

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  19. Eines zeigt sich hier deutlich: Es ist die kontroverse Diskussion an die Leuphana zurückgekehrt. Ob es sich hier um ein Biotop von Krawallmachern handelt, darf bezweifelt werden. Nach meiner Einschätzung haben Spoun und Keller die breite Vertrauensbasis innerhalb der Leuphana verloren. Allein das Agieren im Hinblick auf die Verlängerung der hauptamtlichen Vizepräsidentenstelle hat selbst bei konservativen und leuphanatreuen Gemütern Kopfschütteln ausgelöst. Es wurde klar, dass sich das Präsidium durch machtpolitisches Agieren durchsetzt. (dies zeigt auch hier die Debatte um die Rolle des Stiftungsrats). Eine breite Vertrauensbasis und eine breite Hausmacht innerhalb der Leuphana kann ich nicht mehr erkennen. Ansonsten müsste man nicht mit „Geheimabkommen“, „geheimen Sitzungen“, Marginalisierung von Opposition oder anderen Dingen, die früher schon Machiavelli dem Fürsten zum Machterhalt vorgeschlagen hat.
    Kann machtpolitische Agieren in einer demokratisch verfassten Universität nachthaltig sein? Kann man sich ohne Vertrauensbasis - alleine auf Macht fußend - erfolgreich als Präsidium positionieren? Spätestens wenn Hannover kalte Füße bekommt und die Problematik erkennt, wird es spannend. Ein weiterer Feldversuch in Lüneburg mit offenem Ausgang.

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  20. Der Einklageratgeber und die Rechtsberatung ist ein von vielen Studierenden geforderter Service, den der AStA-Servicebetrieb Bürodienst betreut und umsetzt um hilfesuchenden (werdenden) Studis weiterzuhelfen. Es kommen immer wieder Anfragen und Hilfegesuche bezüglich dieses Themas von Bewerbern sämtlicher Fachrichtungen, egal ob Lehramt, Uwi, BWL oder Kuwi. Diesen Service gibt es schon seit vielen Jahren und an diversen anderen Unis und ist kein Rachefeldzug der momentanen Sprecher.

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  21. Stimmt - den jur. Service gibt es an fast allen anderen Unis. Nur das Leuphana Konzept eben nicht. Dieses Konzept schafft künstliche Kleingruppen und öffnet damit Tür und Tor für das sich Einklagen, da alle Berechnungen der Studiengänge entsprechend mehr oder weniger schwer nachvollziehbare Berechnungsgrundlagen aufweisen. Entsprechend ist nachvollziehbar, dass dann so heftig reagiert wird, wenn das Leuphana Konzept (neben den schon diskutieren unflexiblen Wechselmöglichkeiten an andere Unis und beschränkte Zugangsmöglichkeit zu Masterstudiengängen an renommierten Unis in Deutschland) jetzt auch noch juristische Macken im Hinblick auf die Möglichkeit des sich Einklagens aufweist. Willkommen in der Realität.

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  22. Elefantenrüsselfisch1. September 2011 um 23:46

    @ Anonym 13:58 und 14:10

    Vertrauen und das Henne-und-Ei-Problem!

    Ich kann dem nicht ganz folgen. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus. Ich hatte bei Spoun und Keller selten das Gefühl, dass der Vertrauensaufbau ihre oberste Maxime war. Zugegebenermassen haben Profs, Studis und Mitarbeitern der Universität ihnen dafür auch niemals eine Basis geboten. Spoun hat sich redlich bemüht, die Universitätsangehörigen von seinem Kurs zu überzeugen und auf seine Seite zu bekommen. Aber Überzeugungsarbeit allein reicht nicht. Vor allem dann, wenn mühsam mit der Hand aufgebautes, Keller mit dem Hintern wieder eingereißt.

    Möglicherweise hat Spoun diesen Zustand selbst erkannt, weil anderst kann ich mir seinen Kurs vor dem Senatstermin zur Abstimmung über die Wiederwahl nicht erklären. Mit der Verknüpfung seines eigenen Schicksals an die Wiederwahl von Keller, hat er nicht nur Kopfschütteln erzeugt, sondern den Extremmeinungen, die man sowieso niemals erreichen kann, viel Platz geboten.
    Maset, Steinert, Fabian und Co. geht es nicht um eine bessere Universität, sondern um ihren persönlichen Seelenfrieden. Die bekämpfen die Universitätleitung selbst auf die Gefahr des eigenen Untergangs. Hauptsache man hat am Ende recht behalten. Dass die Verhältnisse hierbei nicht stimmen, ist nach aussen für jeden sichtbar. Aber die Universität ist zu sehr aufgerieben, als dass ein Wort des Präsidenten zu einem Ende des unsäglichen Konflikts führen könnte.
    Die Universität verliert stattdessen viel Energie, die sie eigentlich viel besser für die Verbesserung und Weiterentwicklung von Forschung und Lehre einsetzen könnte. In Wirklichkeit tanzen die Mäuse weiter auf den Tisch und Spoun meint Glasperlen zu verteilen, und denkt er bekommt Gold dafür. Das bekommt er aber nicht.

    Den Demokratieapologeten sei gesagt, dass das höchste Prinzip der Universität, das der Freiheit von Forschung und Lehre ist. Ob die Freiheit von Forschung und Lehr durch mehr Autonomie oder durch mehr Demokratie befördert wird, ist ein offener Streit seit Jahrzehnten. Wer mehr Demokratie einfordert, sollte immer bedenken, dass die Demokratie am Ende auch mehr Bürokratie bedeutet. Ob dass dann wieder sinnvoll ist für Forschung und Lehre, soll jeder für sich selbst beurteilen.

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  23. Da hat der geheim tagende Stiftungsrat offensichtlich seine Hausaufgaben nicht gemacht und damit auch die Ministerin beschädigt. Ob das ohne Folgen bleibt? „Das Wissenschaftsministerium hätte sich im Stiftungsrat der Universität dafür einsetzen müssen, auf den Sponsoring-Vertrag - so wörtlich - "schon zur Vermeidung eines bösen Anscheins" zu verzichten. Die Kritik richtet sich sowohl gegen die Universität als auch gegen das Wissenschaftsministerium.“ http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/leuphana201.html

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  24. Dass der Stiftungsrat nicht von sich aus seine Sitzung ankündigt, mag zwar legal sein, es ist aber m.E. illegitim.

    Zum einen soll der SR die Verbindung zwischen Universität und Gesellschaft herstellen (siehe Begründung zur damaligen NHG-Novelle, Landtagsdrucksache Nr. suchtsdochselberraus), woraus sich (vgl. Habermas) eine gewisse Öffentlichkeitspflicht ableiten ließe.
    Zum anderen hat der Stiftungsrat bereits mehfach! zugesagt, seine Sitzungen nicht als geheimes Tabakcolloquium abzuhalten, sondern die Hochschulöffentlichkeit zumindest über Termin und Themen zu informieren, beispielsweise indem der Mittelbaurat oder das Studierendenparlament informiert werden.

    Das der SR eine wohlausgewogene Entscheidung fällen kann, wird halt erschwert, wenn sie nicht alle relevanten Stakeholder zumindest anhören. Und ja, der SR wird über das Präsidium org. angebunden mit Infos versorgt - aber das ist nicht dasselbe wie eine direkte Ansprechbarkeit des SR für verschiedene Interessensgruppen.
    Mal abgesehen davon, das es ohne Information über Zeitpunkt und Inhalte des SR-Treffens recht schwer fällt, Stellung zu beziehen, unabhängig davon, ob diese direkt oder über die Hochschulleitung&Verwaltung weitergereicht wird.

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  25. @Elefantenrüsselfisch:

    "Spoun hat sich redlich bemüht, die Universitätsangehörigen von seinem Kurs zu überzeugen und auf seine Seite zu bekommen. Aber Überzeugungsarbeit allein reicht nicht."

    Das stimmt. Herr Prof. Spoun hat sich in der Tat redlichund mit viel Aufwand bemüht. Aber das reichte (bei mir) nicht, denn es gab ein ganz grundlegendes Problem:
    Ich habe seine Argumente nicht geteilt. Ich halte die Prämissen, mit der Hr. Spoun die Notwendigkeit und Grundidee der Ausrichtung begründet hat, für unzutreffend.
    Ich halte die Grundideen der Neuausrichtung für suboptimal, und konfliktär mit den Aufgaben einer (öffentlichen) Hochschule.
    Und deswegen bin ich so kritisch.
    Nicht, "weil früher alles besser war".
    Nicht, weil ich gegen "Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung" bin.
    Nicht, weil ich grundsätzlich etwas gegen das Komplimentärstudium, Projektseminare oder Forschungsschwerpunkte habe.
    Sondern weil ich eben doch eine bessere Universität haben will, aber die von Herrn Spoun benannte Argumentation für die vorgelegte Reform nicht teile.

    Politik wird nicht automatisch richtiger, wenn man sie "den Bürgern richtig erklärt"...

    Falls jemand nachlesen will, was ich meine: die Grundlegende Konzeption und Begründung für die Leuphanisierung findet sich im "Senatsentscheid über die Neuausrichtung", ganz konkret auf den ersten 6,7 Folien der Powerpoint-Präsentation, die als Enschlussvorlage diente (siehe Intranet, Senatsprotokolle aus dem SS 2006).

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  26. Elefantenrüsselfisch2. September 2011 um 23:29

    Hallo Herr Heybl,

    schön, dass es sie noch gibt. Was macht der Abschluss?

    Aber nun zum Ernst und zum Thema. Ihrer Ablehnung scheint ideologischer Natur zu sein, weil außer dem üblichen linksideologischem Blabla kommen keine stichhaltigen Argumente bzw. eine handfeste Gegenposition. Für linke Hochschulpolitiker scheint alles, was nicht ihrer Meinung entspricht, grundsätzlich schlecht zu sein. Dabei merken sie nicht, dass in ihrer Argumentation auf den aus heutiger Sicht fragwürdigen Thesen von Wolgang Nitsch aus den 60er Jahren stehen geblieben sind. Die Transformation der Gesellschaft scheint an den Anhängern der linken Hochschulideologie vollkommen vorbei gegangen zu sein.
    Das Neuausrichtungsmodell von Spoun enthält in hervorragender Weise die Ansätze, die für eine Rückkehr zum humboldtschen Bildungsideal unabdingbar sind. Wer das in Frage stellt, ist entweder Verfechter eines unter sozialistischer Ägide geschaffenen Dünnbrettstudiums oder ist einzig und allein an einer Aktivistenkarriere interessiert. Mit Vernunft und Verstand hat das wenig zu tun.
    Was man aber gerechterweise sagen muss, ist, dass die Universität Lüneburg nicht der richtige Ort für das Neuausrichtungsmodell war.
    Eine Neuausrichtung mit Studenten, die es bei allem Wohlwollen nach 20 Semestern immer noch nicht von der Universität geschafft haben, ist einfach nicht umsetzbar.

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