Donnerstag, 25. August 2011

ASTA äußert sich zu Parkgebühren

Auf dem Campus der Leuphana Universität Lüneburg soll das Parken ab Oktober Geld kosten. Das hat das Präsidium beschlossen. Dazu äußert sich jetzt der ASTA in einer Stellungnahme.
Zu den Überlegungen einen Autoarmen Campus sowie ein Parkraumbewirtschaftungssystem an der Universität Lüneburg einzuführen hat die AStA-Sitzung am 17.08.2011 beraten und hat folgende Vorschläge einstimmig in einem Meinungsbild verabschiedet:

1. Wir begrüßen einen Autofreien, bzw. Autoarmen Campus. Den Autoverkehr abgesehen von mobilitätseingeschränkten Menschen und dem Lieferverkehr vom Universitätsgelände zu verbannen ist ein wichtiger Beitrag zu einem grünen, angenehmen Campus. Wir schlagen vor für den verbliebenen Verkehr Schrittgeschwindigkeit vorzuschreiben.
2. Die Einführung des Autoarmen Campus soll unabhängig von der Einführung eines Parkraumbewirtschaftungssystems passieren, um die Akzeptanz des Autoarmen Campus nicht zu verlieren. Darüber hinaus, weißt der AStA darauf hin, dass positive Anreizsysteme zu nachhaltiger Mobilität eher zu begrüßen sind als Gebühren. Dies erhöht die Akzeptanz von Umweltverträglichkeitsmaßnahmen.
3. Wir könnten uns vorstellen eine Parkraumbewirtschaftung bzw. Parkgebühren zu befürworten, wenn dabei gewisse ökologische, soziale und wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Damit das Ziel einer nachhaltigen Universität erreicht werden kann, ist es auch erforderlich „negative Anreize“ zu schaffen. Wir müssen jedoch zu bedenken geben, dass es diverse Universitätsmitglieder gibt, welche auf den motorisierten Individualverkehr angewiesen sind und für die Parkgebühren möglicherweise eine unverhältnismäßige Benachteiligung darstellen würden. Um das Ziel der nachhaltigen Mobilität zu erreichen, ohne soziale Härten zu schaffen, fordern wir folgende Faktoren einzubeziehen:
3.1. Ökologische Gesichtspunkte
3.1.1. Fahrzeugtypen: Nicht jedes Fahrzeug ist von der Umweltbelastung gleich schädlich. Als Zeichen zur Förderung nachhaltiger Mobilität sollten daher Elektro- sowie Hybridfahrzeuge von den Gebühren ausgenommen sein.
3.1.2. Grüner Campus: Die freiwerdenden Flächen auf denen zurzeit schwarz geparkt wird, müssen entsiegelt werden.
3.2. Wirtschaftliche Gesichtspunkte
3.2.1. Zweckbindung der Einkünfte: Die aus den Parkgebühren resultierenden Mittel sollen der weiteren Förderung der ökologischen und sozialen Universität zu gute kommen. Es darf nicht passieren, dass durch die Parkgebühren indirekte Baukosten des Zentralgebäudes (Bedarf an neuen Parkpaletten) auf die Universitätsmitglieder abgewälzt werden.
3.2.2. ÖPP/Privatisierung: Eine Einführung darf nicht auf die Privatisierung der Parkräume, bzw. auf eine so genannte öffentlich-private-Partnerschaft abzielen. Die Parkraumbewirtschaftung muss in den Händen der Universität bleiben.
3.3. Soziale Gesichtspunkte
3.3.1. Von den Gebühren müssen behinderte Menschen, Bewohner der Wohnheime am Campus, sowie die üblichen Härtefälle ausgenommen sein. Für Eltern muss der Satz zumindest verringert werden.
3.3.2. Menschen denen eine nicht zumutbare Verlängerung, von mehr als 45 Minuten, der Anfahrtszeit durch den ÖPNV, bzw. das Fahrrad entstehen würden, müssen die Gebühren verringert, bzw. aufgehoben werden.

Kommentare:

  1. @AStA: Positive Anreize schaffen: Der AStA kann ja jeden Tag alle Autos, welche nicht auf dem Campus parken, ein Tankgutschein für AStA-CO2-frei-Tanken unter die Windschutzscheibe legen. Oder jedem Beschäftigten 10 und jedem Studenten 5 Euros pro Monat ohne Auto auf dem Campus auszahlen.
    Wie stellt ihr euch den positive Anreize vor?

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  2. @Anonym: Hier einige Beispiele:
    *Bessere Busanbindung
    *Bessere Busabstimmung mit den Zügen
    *Semesterticket / Mitarbeiterfahrkarten
    *Fahrradverleihsystem
    *Überdachte Radstellplätze
    *Kostengünstige Fahrradwerkstätten
    *Frei zugängliche Luftpumpen
    *Fahrgemeinschaftsbörsen
    *Werbekampagnen für nachhaltige Mobilität
    *Aktionstage
    *Radanhängerverleih
    *etc.

    Einiges davon haben wir bzw. die Uni bereits umgesetzt, aber es gibt noch einiges, was man mehr machen kann.

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  3. einigen Punkten kann ich zustimmen. Aber was für ein bürokratisches Monster soll für die Nutzung des Parkhauses geschaffen werden? Die ganzen bedingungen zu überprüfen, Nachweise einzufordern, etc... - dafür bräuchte man ja fast einen eigenen Mitarbeiter, was die Parkpreise insgesamt wieder verteuern würde :-)

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  4. @01:39: das sind ja gute Argumente, mit sowas brauchst du ASTA Leuten nicht kommen. Das verstehen die nicht(oder wollen sie nicht verstehen).
    Anstatt, das der ASTA mal seinen Job macht, mischt er sich wieder in Dinge ein die er eh nicht beinflussen kann und lässt sich dafür von uns allen mit 700 € im Monat bezahlen. (Achja, davon könntet ihr über 400 Studierenden einen Parkplatz zahlen.

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  5. @Anonym 07:49
    Diese Argumente verstehen wir nicht nur, wir benutzen eben diese sogar in Diskussionen ;-)
    Dass ein bürokratisches Monster geschaffen wird welches am Ende mehr kostet als die Parkgebühren ist durchaus eine Gefahr, die wir sehen.
    Dennoch muss bei der Einführung von Gebühren gewährleistet werden, dass sie keine sozial schwächeren unverhältnismäßig treffen. Es müssen sowieso Arbeitsplätze für die Betreuung der Parkhäuser geschaffen werden (spätestens wenn es von einem Privaten übernommen wird) und es ist ohnehin geplant verschiedene Preise anzubieten. Ein so großer Mehraufwand ist das Angebot der günstigeren bzw. kostenfreien Parkplätze da auch nicht.

    Und die Einmischung ist in diesem Fall eindeutig in unserem Aufgabenprofil: Vertretung der Interessen von Studierenden die Parkgebühren zahlen werden, der Einsatz für einen Autoarmen Campus (oder ist dieser in deinen Augen auch doof weil der Asta dafür ist? ;-) ) sowie die Unterstützung des Nachhaltigen Leitbildes durch Regulierung des Autoverkehrs.

    Und wie immer: Komm doch gerne mal in den Asta und trag deine Kritik und / oder Vorschläge direkt vor, es ist etwas mühsam in irgendwelchen Blogs auf der Kommentarseite zu diskutieren.
    Ich gehe dabei natürlich davon aus, dass du mit deinen Kommentaren nur konstruktive Verbesserung der Hochschule (und das Wahre Schöne Gute) im Sinn hast, bin über den Mangel an inhaltlichen Punkten jedoch etwas irritiert.
    Aber diese Irritation ist sicherlich unbegründet, komm doch mit einem tollen Vorschlag vorbei, ich bin sicher wir kriegen ihn gemeinsam umgesetzt wenn er im Sinne der Studis ist.

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  6. @01:39: Die Anzahl der gebührenbefreiten Personen ist nicht besonders hoch. Für unser Semesterticket haben wir etwa 10 Härtefälle im Semester. Natürlich kämen hier einige mehr zusammen, aber der zusätzliche Arbeitsaufwand wenn ohnehin die Karten (die Uni plant Chipkarten o.Ä.) ausgegeben werden ist vertretbar. Seitens einiger anderer Universitätsmitglieder, welche an dem Prozess beteiligt waren haben wir sehr positive Rückmeldung auf die Stellungnahme bekommen.

    @07:49: "Anstatt, das der ASTA mal seinen Job macht, mischt er sich wieder in Dinge ein die er eh nicht beinflussen kann..." Die Hochschulleitung hat uns um Beteiligung gebeten. Und ich bin der Meinung dies fällt durchaus in den Bereich einer politischen Interessenvertretung. Aber ich höre mir dazu gerne Deine Meinung an.

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  7. Habe ich es richtig verstanden, dass ich die 5 Euro im Monat auch zahlen muss, wenn ich nur 2 Mal im Monat das Auto brauche? Ich jetzt also nicht verbrauchsabhängig zahle. Sondern, um die Parkgebühren auch wirklich zu nützen, am besten 20 Mal im Monat mit dem Auto zur Uni komme. Dann senke ich meine Parkkosten von 2,50 Euro auf 0,25 Euro pro Tag. Na, dann werde ich wohl zukünftig häufiger mit dem Auto kommen.

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  8. Wie kommen die Studierenden in der 30-minütigen Pause vom Campus nach Volgershall wenn das Autofahren nicht mehr erwünscht ist?

    Genau genommen sind alle Studierenden und Mitarbeiter mit Veranstaltungen sowohl in Volgershall als auch am Hauptcampus "Härtefälle".

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  9. Ich finde es einfach nur dumm einen Parkplatz einzurichten der Geld kosten! Wir bezahlen schon horende Studiengebühren,die mir schon überall fehlen und nun soll ich auch noch Parkgebühren bezahlen? Ihr tickt doch nicht mehr richtig!

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