Montag, 31. Januar 2011

Leuphana: 5,7 Mio Studiengebühren auf der Bank

Auf LeuphanaWatch wurde unser Bericht über die Möbel der Bibliothek kommentiert und uns erreichten mehrere eMails. Hier beispielhaft die eMail einer aufgebrachten Studentin, die wir ganz und unverändert (außer Layout) abdrucken:

Das ist ein Skandal! Die Leuphana hortet 5,7 Millionen Euro Studienbeiträge auf der Bank. 5,7 Mio € sind mehr Geld, als in einem Jahr von allen Studierenden an Beiträgen bezahlt werden. Die Uni rechnet alles schön, "baut einen Puffer auf".

Der AStA ist viel zu friedlich und sagt der LZ:
"Studenten haben ein Recht darauf, die von ihnen bezahlte Verbesserung der Lehre auch selbst mitzuerleben. Das geht nicht, wenn das Geld auf Konten gehortet wird. Außerdem würden wir es begrüßen, wenn in die Offenlegung der Studiengebührenverwendung einfließt, was mit den Zinsen passiert, die die Konten abwerfen", erklärt Sprecher Steffen Riemenschneider. LZ

Wo sind die großen Demos gegen diese Verarsche? Wann stürmen wir das Präsidium? Oder habt ihr alle die Hosen voll, wenn es "radikal" wird?

Samstag, 29. Januar 2011

Studiengebührenskandal in der Bibliothek? (ergänzt)

LeuphanaWatch erreichte über die Listserver der Universität folgende email, die hohe Wellen schlagen könnte:
Liebe Listservergemeinde,

vielleicht kommen euch folgende Produkte ja bekannt vor. Man munkelt die Umgestaltung wäre durch Studiengebühren finanziert. Also auf zu ebay, mit 2 Stühlen hat man das Semester wieder raus!

http://www.ambientedirect.com/de/fritz-hansen-nap-armlehnstuhl.html

http://www.adero.de/2198/Fritz-Hansen-Serie-3303-Sitzer-Sofa-Arne-Jacobsen

http://shop.ges-bo.de/louis-poulsen-collage-600-pendelleuchte-p-10242.html?campaign=froogle

Nur mal so zum Nachdenken....

Hinter den Links verbergen sich Stühle, Sofas und Lampen. Ganz offensichtlich sind es die gleichen Modelle wie im vor kurzem umgestalteten Bibliotheksfoyer. Die Preise der Stücke haben es in sich: mit über 300 Euro ist der Stuhl noch spotbillig im Vergleich zu der Lampe mit gut 1000 Euro. Den Vogel schießt das Sofa ab, welches ab 5851 Euro zu haben ist.

Die email spekuliert, dass die Anschaffungen aus Studiengebühren finanziert wurden. Auf den Studiengebührenseiten von mystudy steht nichts dazu, aber sie sind hoffnungslos veraltet. (1)

LeuphanaWatch denkt: Vielleicht fragt mal jemand in aufgebrachter Stimmung beim Präsidenten nach?

Link:
(1) https://mystudy.leuphana.de/studiengebuehren/show

Sonntag, 23. Januar 2011

"Leuphana" ist Unwort des Jahres

Unter mehr als 1000 Vorschlägen hat eine Jury das Unwort des Jahres 2010 gewählt. Es ist:
"alternativlos"
ARD
Da hätte die Jury auch "Leuphana" auswählen können! Alternativlos ist hier alles: Immer weiter Richtung Spoun-Keller, sonst sind die Lichter bald aus und wir gehen im Wettbewerb unter.

Stiftungsuni? Alternativlos!
Fusion mit der FH? Alternativlos!
Neuausrichtung mit neuem Studienmodell? Alternativlos!
Audimax? Alternativlos!

... und bald auch: Wiederwahl von Spoun und Keller? Alternativlos!

Das Problem mit der Alternativlosigkeit hat die Jury gut zusammengefasst:
Die Jury unter Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser wählte den Begriff (...) aus, wie der emeritierte Professor in Frankfurt am Main bekanntgab. "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe", sagte Schlosser zur Begründung. "Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken."

Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit der Griechenland-Hilfe genannte "alternativlos" war der meistgenannte Vorschlag. Die Floskel verwendeten Politiker auch für die Gesundheitsreform, das Bahnprojekt "Stuttgart 21" oder den Ausbau des Frankfurter Flughafens. ARD

Hätte doch mal jemand in Lüneburg nach Beispielen gefragt...

Freitag, 21. Januar 2011

Vollversammlung & neue ASTA-Sprecher

Der ASTA hat neue Sprecher und lädt gleich zu einer Vollversammlung zum Semesterende ein. Wir dokumentieren die Einladungsemail.

Liebe Studierende,

der AStA hat eine neue Legislaturperiode begonnen und lädt dich ein, die neuen AStA-Sprecher kennenzulernen, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und deiner politischen Vertretung deine Meinung zur Hochschulpolitik mitzugeben. Das Ganze findet im entspannten Rahmen einer studentischen Vollversammlung statt, die am 26. Januar um 12:00 Uhr in Hörsaal 2 stattfindet.

Also komm vorbei und mach mit, stell deine Fragen oder hör einfach nur zu und informiere dich über die aktuelle Lage und die Zukunft der Hochschulpolitik.

Auf der Vollversammlung haben wir folgende Tagesordnung vorgesehen:

TOP 1 Begrüßung Regularien
TOP 2 Mitteilungen und Anfragem
TOP 3 Vorstellung des neuen SprecherInnenkollektivs
TOP 4 Allgemeine Infos zur Hochschulpolitik
TOP 5 Raum für Fragen, Anregungen und Diskussion
TOP 6 Verschiedenes

Dein neues SprecherInnen-Kollektiv freut sich auf dich.
Steffen Riemenschneider, Mathias Ahrens und Julian Frey

LeuphanaWatch wünscht den Neuen viel Erfolg und viele Erfolge im Sinne der Studenten.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Mauer in der Mensa

Gestern stand in der Mensa eine Mauer. Die hintere Hälfte war für Besucher des Bachelor-Infotages abgetrennt, in der vorderen Hälfte konnte die Universität Platz nehmen. Mit anderen Worten formuliert: In einer angenehm leeren Mensa speisten die Studieninteressenten. Wie die Sardinen in der Dose stapelten sich hingegen Studenten, Mitarbeiter und Professoren. Ein Bild, was an die zweite und erste Klasse in den Zügen der Bahn erinnert. Hier drängt sich der Pöbel, dort logieren die finanzkräftigen Gäste. Aber hat die Elite von morgen so viel Geld?

Ganz abgesehen von dieser Diskriminierung der Universität stellt sich die Frage, wer sich eine solche Trennung hat einfallen lassen. Wer denkt über sowas nach?

Können Studieninteressierte nicht gemeinsam mit hier studierenden und arbeitenden Menschen mittagessen? Warum sollte man sie getrennt halten, wo sie doch sonst die beste Gelegenheit hätten, ungefilterte und ehrliche Informationen von Tischnachbarn einzuholen? Wollte die Uni ihnen einfach was Gutes tun? Fragen über Fragen...

Dienstag, 18. Januar 2011

Audimax-Entscheidung IV: Zentralgebäude

Im Dezember hat der Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg seine Entscheidung zur Campusentwicklung getroffen. LeuphanaWatch stellt sie vor. Heute: Zentralgebäude.

Das Zentralgebäude kommt! Daran lässt Leuphana keinen Zweifel:
Die Leuphana Universität Lüneburg wird den geplanten Libeskind-Bau auf ihrem zentralen Campus mit sofortiger Wirkung realisieren. Das beschloss der Stiftungsrat der Universität auf seiner Sitzung am 20. Dezember und folgte damit einem entsprechenden Vorschlag des Universitäts-Präsidiums. Für den Bau stehen Mittel in Höhe von 57,7 Millionen Euro zur Verfügung. (1)
Alle Skeptiker konnten sich also nicht durchsetzen. Die Leuphana Universität Lüneburg marschiert in die Zukunft und hat dafür die volle Rückendeckung des Oberbürgermeisters Mädge:
“Dieses klare Ergebnis des Verfahrens ist für Stadt und Landkreis Lüneburg ebenso wichtig wie für die Universität. Das Projekt hat große Bedeutung für die gesamte Region.“ (1)
Aber wohin marschiert Leuphana? Die Richtung schien klar:
Für die Errichtung ihres neuen Zentralgebäudes, eines Hotels und zusätzlicher Parkplatzflächen hatte die Universität bislang das Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) verfolgt. (1)
Eine klare Untertreibung! Vizepräsident Holm Keller betonte bei jeder Gelegenheit, dass ÖPP unschlagbar gut und ideal für Leuphana sei. Risiken beim Bau und Betrieb würden, soweit zulässig und wirtschaftlich angemessen auf den privaten Partner übertragen während die Liegenschaften im Eigentum der Universität bzw. der Stiftung verblieben (2). Da hatten die Skeptiker nichts zu lachen, denn der Bau bedeutete kein Risiko mehr für die Universität. Hätte man selbst gebaut, wäre das natürlich anders. ÖPP wurde als Allheilmittel gepriesen, Kritik eiskalt abgebügelt.

Jetzt hat der Stiftungsrat seine Entscheidung getroffen und siehe da:
Das ÖPP-Verfahren hat nun ergeben, dass die Realisierung der Baumaßnahme mit einem privaten Partner keine wirtschaftlichere Alternative darstellt. Die Universität wird den Libeskind-Bau deshalb in Eigenregie bauen und betreiben.

In seiner gestrigen Sitzung hatte sich der Stiftungsrat intensiv mit den Ergebnissen des Wettbewerblichen Dialogs beschäftigt. Er beauftragte das Universitäts-Präsidium, das ÖPP-Vergabeverfahren abzuschließen und den Neubau des Zentralgebäudes unmittelbar selbst in die Hand zu nehmen. (1)
Was für eine Klatsche für Keller! Es ist ja nicht nur so, dass nach mehreren Jahren nun genau das herauskommt, was kritische Geister schon lange wissen: ÖPP ist Mist! Die Lösung ist nicht wirtschaftlicher und offenbar würde die Universität auch noch in ihren Möglichkeiten beschränkt. Der Mc Kinsey-Manager Keller ist mit seinen neoliberalen Privatisierungsträumen auf dem (hoffentlich harten) Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

Flink und wandlungsfähig feiert Keller trotzdem, denn sein Zentralgebäude soll kommen. Wie und mit wem scheint da egal. Alles was die letzten Jahre das Beste für die Universität war, ist es jetzt eben doch nicht. Aber der jetzige Plan, der ist für die Leuphana der einzig wahre. Das sagt auch Volker Meyer-Guckel:
„Die Entscheidung des Stiftungsrates ist zukunftsweisend für die Universität.“ Die Pläne für das neue Gebäude seien soweit konkretisiert worden, dass sich mit einer Realisierung in Eigenregie kein ungebührliches Kostenrisiko verbinde. Für den künftigen Betrieb des Gebäudes stünden Landesmittel im erforderlichen Umfang zur Verfügung." (1)
"Und das sollen wir jetzt glauben?" möchte man ihm zurufen, "oder überlegt ihr euch das morgen doch nochmal anders?"

Es ist grotesk: Das Risiko, was von der Universität auf einen Privaten übertragen werden sollte, ist jetzt doch wieder bei der Leuphana. Aber es ist plötzlich so klein, dass das kein Problem mehr ist. Man braucht den Privaten gar nicht mehr. Vermutlich ist auch die Vermietung des Audimax so erfolgversprechend, dass man die Gewinne lieber selbst einstreicht, als die einem Privaten zu überlassen. Er kann es nur deshalb nicht wirtschaftlicher, weil er Millionengewinne einplant. Das Geschwätz vom wirtschaftlichen Risiko oder gar der fehlenden Wirtschaftlichkeit des Zentralgebäudes ist abwegig. Alles klar...

All jenen, die es schon immer besser wussten sei gesagt: Die politische Entscheidung ist gefallen, da kommt es auf harte Fakten nicht so genau. Was ist schon etwas langfristiges Risiko, wenn demnächst Wahlen zu gewinnen sind? Da kann der ASTA ruhig weiter meckern und eine Offenlegung aller Unterlagen fordern (3).

Wie gut, dass jetzt alles gut ist! LeuphanaWatch meint: Töörrööö!


Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2010/12/29/durchbruch-gelungen-leuphana-realisiert-libeskind-bau.html
(2) http://www.leuphana.de/campusentwicklung/projektentwicklung/oepp.html
(3) http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/pressemitteilungen/2010-12-21_PM_AStA_Lueneburg_Kehrtwende_bei_Campusentwicklung.pdf

Sonntag, 16. Januar 2011

Wo ist Stiftungsrätin Miriam Meckel?

Im Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg sitzen illustre Persönlichkeiten. Der Vorsitzende Volker Meyer-Guckel wurde schon von LeuphanaWatch vorgestellt. Neben ihm gehört auch Prof. Dr. Miriam Meckel dem Stiftungsrat an. Die Leuphana-Homepage sagt zu ihr:
Prof. Dr. Miriam Meckel, Professorin für Corporate Communication an der Universität St. Gallen, ehemalige Staatsekretärin für Europa, Internationales und Medien in Nordrhein-Westfalen [1]
Wikipedia weiß zu berichten, dass die Lebensgefährtin von Fernseh-Journalistin Anne Will ebenfalls journalistisch tätig war. Anschließend übernahm sie eine Professur in Münster und wechselte 2005 nach St. Gallen an die ehemalige Hochschule von Präsident Sascha Spoun [2]. Miriam Meckel veröffentlichte 2010 ein Buch, in dem sie ihre eigene Erfahrung mit dem Burnout-Syndrom darstellt. [3] Die Süddeutsche Zeitung attestierte ihr, sogar aus ihrem Burnout noch Kapital schlagen zu wollen [4].

Eine interessante Person wurde da ausgewählt, so viel ist klar. Aber was hält Meckel von den Entwicklungen der Leuphana Universität Lüneburg? Was sagt sie zur Großbaustelle Zentralgebäude? Freut sie sich über die vielen neuen Forschungsprojekte der Professoren? All diese Fragen müssen unbeantwortet bleiben. Der derzeitige Stiftungsrat ist seit dem Dezember 2008 im Amt und M.M. hat bislang noch an keiner Sitzung teilgenommen. Das geht aus Fotos auf der Homepage der Leuphana, Berichten in der Presse und dem oft gut informierten Buschfunk auf dem Campus hervor. Auch am 20. Dezember letzten Jahres war M.M. wieder nicht anwesend. Ob sie überhaupt schon einmal den Campus betreten hat?

Hinter vorgehaltener Hand heißt es, M.M. habe wichtigeres zu tun und daher wenig Zeit. Kein Wunder bei einem solchen Leben:
"Ein Leben zwischen St. Gallen in der Schweiz und Berlin, dazwischen müssen all die beruflichen Termine in München, Hamburg, Frankfurt untergebracht werden, ebenso wie die Reisen in die USA, nach Peking, Singapur, Dubai, Abu Dhabi, Istanbul, Moskau oder wo immer gerade ein Projektmeeting oder eine Konferenz stattfindet. (...) Ich musste mittwochs abends darüber nachdenken, welche Jeans ich wohl vierzehn Tage später auf einer Party in Berlin anziehen wollen würde und welche Schuhe zu dem grüngrauen Abendkleid passen könnten, das beim Botschaftsempfang am Vorabend erwartet würde." [4]
Vielleicht sollte sie eine Lesung auf dem Campus machen, dann würde sie diesen gleich einmal kennen lernen. Ob schon jemand unibuch oder das Kulturreferat deswegen angefragt hat?

Alternativ könnte man meinen: Wer nach der Hälfte seiner Amtszeit seinen Aufgaben noch nie nachkommen konnte, sollte sein Amt niederlegen und Platz für Menschen schaffen, die nicht nur auf dem Papier Stiftungsrat sind. Anscheinend hat sich M.M. mit dem Stiftungsratsposten etwas verhoben, frei nach dem Motto:
Mehr, immer mehr. Miriam Meckel kann nie genug bekommen. [4]

Quellen:
[1] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/stiftungsrat.html
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Miriam_Meckel
[3] http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,668109,00.html
[4] http://www.sueddeutsche.de/leben/miriam-meckel-frau-nimmersatt-und-ihr-burn-out-1.11141