Mittwoch, 20. April 2011

Suderburg ohne Leuphana

LeuphanaWatch hat den folgenden Beitrag per eMail erhalten und gibt ihn unverändert wieder.

Der Standort Suderburg gehörte ehemals zur Leuphana Universität Lüneburg. "Freiwillig" entschieden Professoren, Mitarbeiter und Studenten die Hochschule zu wechseln. An der Leuphana sahen sie keine Perspektive für sich, fürchteten die Schließung. Der traditionsreiche Standort mit internationalem Renomee wurde stiefmütterlich behandelt. Die Bewerberzahlen waren schlecht, die Ingenieursausbildung passte schlecht in das Leuphana Studienmodell. In der Außendarstellung der Leuphana waren die Wasserbauingenieure / Bachelor Ingenieurswissenschaften Bau/Wasser/Boden nicht wahrnehmbar. Ein Gesetz regelte schließlich den Abschied von der Leuphana Universität Lüneburg.

Seit Herbst 2009 gehört der Standort zur Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. [1] Damit ist der ehemalige Teil der Fachhochschule Nordostniedersachsen (FH NON) nach der erzwungenen Fusion mit der Universität Lüneburg wieder Teil einer Fachhochschule.

Und Suderburg blüht auf!

Büros werden renoviert, die Aula umgebaut und die Bibliothek verbessert. Nach der Schließung des Bachelors Sozialpädagogik in Lüneburg entdeckte die Ostfalia eine Marktlücke und gründete einen Studiengang Sozialpädagogik - in Suderburg! Ein Studiengang Handel & Logistik kam hinzu. Interdisziplinär ist es geworden auf dem schönen Campus, die Atmosphäre komplett anders. Früher dominierten männliche Ingenieure das Bild und schufen eine ganz eigene, coole Atmosphäre. Heute ist es bunter geworden, die Stimmung ist eine andere. Auf ihre neue Art ist sie hervorragend. Suderburg macht sich.

[1] http://www.ostfalia.de/cms/de/campus/sud/

Kommentare:

  1. Da kann man doch sagen: eine tolle Entwicklung. Statt Teil einer Uni zu sein, in dessen Profil man nicht passt, hat die Uni Suderburg nun Ihren eigenen Platz gefunden. Leuphana glücklich, Suderburg glücklich, alle glücklich!

    AntwortenLöschen
  2. Ja, sehe ich auch so. Freue mich für Suderburg!

    AntwortenLöschen
  3. Ich freue mich auch für Suderburg. Was kann man ihnen mehr wünschen?

    Andererseits ist das ein Armutszeugnis für Leuphana. Wie viele Jahre hat es diese Unileitung nicht geschafft, sich vernünftig um den Standort zu kümmern? Es lag wohl wirklich am Leuphanamodell, das einfach zu Suderburg nicht gepasst hat - bzw. nicht passen sollte. Ich mache klar den Vorwurf, dass man die Studiengänge einfach nicht haben wollte, denn sonst hätte man sich kümmern können.

    AntwortenLöschen
  4. Ja, der Standort ist in die Freiheit entlassen worden. Die Stellen sind aber in Leuphana geblieben. Jetzt baut das Land dort neue Sozialpädagogikstellen auf und in Lüneburg hat man immer noch Sozialpädagogikstellen, obwohl es hier gar keine Sozialpädagogik mehr gibt. Da würde doch mal interessieren, wofür die mal genutzt werden sollen, wenn die letzten Rauschebärte in Kürze pensioniert sein werden.

    AntwortenLöschen
  5. Dann war es doch eine gute Entscheidung für alle Beteiligten! Super!

    AntwortenLöschen
  6. wo ist denn bitte suderburg...?

    AntwortenLöschen
  7. Suderburg liegt etwa 50 km südlich von Lüneburg.

    "Dann war es doch eine gute Entscheidung für alle Beteiligten!"

    Naja, es wäre ganz nett gewesen, an einer Uni, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, den Standort zu halten, der das breiteste Netzwerk in Schwellen- und Entwicklungsländern und die höchste Rate von Austauschstudierenden hat(te).
    Und es war auch keine Entscheidung - der Standort Suderburg hat sich in Hannover über die Mißachtung beschwert, woraufhin die Landesregierung in Mißachtung der Stiftngsautonomie den Standort per Dekret neu zugeordnet hat.

    => An den anonymen Kommentator vom 24.4.,22.03 Uhr: die freiwerdenden Professorenstellen der Sozialpädagogik werden, genau wie alle anderen freiwerdenden Lehrstühle, mit neuer fachlicher Zuordnung neu berufen - irgendwoher müssen ja die ganzen Planstellen kommen, mit deren Besetzung sich die Uni gerade brüstet.
    Unterm Strich wächst die Uni netto um ca. 5 Lehrstühle (das Methodenzentrum usw. mal rausgerechnet, das ist ja zum großen Teil aus Studiengebühren gezahlt).

    AntwortenLöschen