Donnerstag, 28. April 2011

Kellers Unterstützer verlieren die Nerven

Der Vizepräsident der Leuphana Universität Lüneburg Holm Keller wurde auf der gestrigen Senatssitzung nicht gewählt. Das berichtet nun auch die Landeszeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Spekuliert wird jetzt, dass Keller sich seinen Posten mit einem zweiten hauptamtlichen Vizepräsidenten als Teilzeitlösung teilen könnte. Auch diesen Vorschlag soll der Senat abgelehnt haben.

Präsident Spoun hat hoch gepokert und mit seiner Zusage noch einmal sein ganzes politisches Gewicht in den Ring geworfen. Die Strategie, dass der Senat quasi zum Dank für Spouns Zusage Holm Keller doch noch durchwinken würde, ist offenbar gescheitert. Der Präsident hat die Stimmung augenscheinlich falsch eingeschätzt und steht nun mit leeren Händen da. Seine kolportierte Drohung, die Universität zu verlassen falls Keller nicht umgehend ernannt würde, ist nun nicht mehr denkbar. Herr Spoun hat sich selbst in eine Lage gebracht, in der guter Rat teuer ist.

Derweil steigt der Druck, endlich ein transparentes Verfahren zu beginnen und eine Findungskommission für Kellers Stelle einzurichten. Der ASTA hat dazu klar Position bezogen und eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese ist auf der Senatssitzung verlesen worden, wie Teilnehmer bestätigen. Dort hatten sich einige Studenten zunächst geweigert, den Raum für den vertraulichen Sitzungsteil zu verlassen und eine öffentliche Bekanntgabe des Abstimmungsergebnissen von Holm Keller gefordert.

Gleichzeitig fahren die Studenten in der Personalfrage Keller schwere Geschütze auf. Der ASTA hat eine Zeitung veröffentlicht, die mit dem Vizepräsidenten abrechnet und an seine Taten der letzten Jahre erinnert. LeuphanaWatch hatte bereits frühzeitig ein Sündenregister zusammengestellt.

Die Unterstützer von Holm Keller verlieren angesichts dieser für sie schwierigen Lage zunehmend die Nerven.

Die Landeszeitung berichtet, Professorin Stoltenberg sei gestern mit Kollegen zum Senat gekommen, "um Störaktionen zu verhindern" (1). Auf der Sitzung selbst soll sie durch mehrfache emotionale Zwischenrufe nach Redebeiträgen von Studenten aufgefallen sein. Anwesende waren entsetzt über das in ihren Augen unangemessene Auftreten (2).

Bereits vor der Sitzung war die Stimmung aufgeheizt, nachdem es anscheinend kurzzeitig Überlegungen und Versuche von sich im Eingangsbereich von Gebäude 10 aufhaltenden Personen gab, der kritischen Öffentlichkeit den Zugang zum Senat zu verweigern. Es wird berichtet, dass es sich dabei um Sympathisanten der Gruppe Spoun4President gehandelt haben soll. Letztlich konnten jedoch alle Interessierten den Senatsraum ungehindert erreichen (3).

Bereits gestern berichtete LeuphanaWatch, dass Studenten aufgrund ihrer Meinungsäußerungen von Lehrpersonal mit Konsequenzen gedroht worden sein soll. Heute erreichte uns ein Bericht, dass sich ein Professor der Universität in der Öffentlichkeit auf dem Campus lautstarke Auseinandersetzungen mit kritischen Studenten geliefert haben soll. Dabei soll es zu mehrfachen verbalen Ausfällen seitens des Professors gekommen sein (4).

LeuphanaWatch findet das beschämend und ruft alle Beteiligten dazu auf, zu einer sachlichen Diskussion zurück zu kehren. Wir fragen: Wann beendet Herr Keller diese Posse und akzeptiert das Votum des Senats?


Quellen:
(1) "Spoun punktet nicht mit dem Ja" in der Landeszeitung am 28. April 11 auf Seite 3
(2) Wir danken für den Erfahrungsbericht, den wir per eMail erhalten haben.
(3) LeuphanaWatch dankt für den detaillierten Hinweis in dieser Sache, den wir für authentisch halten, jedoch nicht verifizieren können.
(4) Die Information wurde uns per anonymer eMail zugestellt. Den Namen des Professors nennen wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Kommentare:

  1. Apropos "Unangemessenes Auftreten" - der Asta hat es leider nie geschafft sich deutlich von den Leuten zu distanzieren, die einfach nur Spaß am Rumpöbeln hatten. Man erinnere sich nur die ewig peinliche Mahnwache vor Gebäude 10.

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  2. Und in China ist gerade ein Sack Reis umgefallen!

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  3. @ Au WauWau:

    Schön, dass Du das berichtest. Möchtest Du auch inhaltlich etwas beitragen?

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  4. Herr Spoun steht nicht mit leeren Händen da: Er wollte sich nicht dem Wettbewerb stellen, was der Senat akzeptierte und ihn sogar verlängerte. Er nahm die Wahl an, wie man in der LZ lesen kann. Herr Spoun wird seinen sehr gut dotierten Posten behalten.

    Im Falle Keller hat er sich grob verschätzt. Die Entscheidungslage ist klar: Nun muss eine Findungskommission eingerichtet werden. Es gibt keine Pattsituation wie die LZ das immer wieder schreibt.

    Die Uni braucht Keller für Gebäude und Inkubator keinesfalls. Die Uni hat den Umzug geschafft, den Weg zur Stiftungsuniversität und die Fusion und das alles ohne Spoun und Keller.

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  5. Auch die Financial Times ist dran:
    http://www.ftd.de/wissen/leben/:fuehrungsduo-koch-und-kellner/60045268.html

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  6. Scheint eher so, dass die Anti-Keller-Achse Achsbruch erleidet?

    http://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg/news/artikel/keller-krimi-geht-weiter-naechster-wahlgang-fuer-vize/

    Good morning ASTA!

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  7. Schluss mit lustig30. April 2011 um 13:36

    Wir werden sehen. Noch nie(!) in der jüngeren Geschichte dieser Universität hat es eine Senatssitzung an einem Freitag gegeben. Vom Gremienmittwoch abzuweichen ist schon für sich genommen eine Unverschämtheit. Allein der Organisationsaufwand der nun nötig wird, um sämtliche Termine der Senatsmitglieder umzulegen macht der Kellerfraktion keine Freunde.

    Ich interpretiere den Versuch jetzt als Verzweifelungstat, um noch vor der Grundsteinlegung des Audimax pünktlich zum Kriegsende die Personalie Keller durchzubekommen. Man kennt sich ja aus mit Symbolik.

    Wenn sie sich da nicht täuschen: Ab nächsten Samstag könnte Freitag der 6. Mai 2011 als "Departure Friday" unseres Noch-VP Keller in die Lüneburger Universitätsgeschichte eingehen.

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  8. Hoffentlich kommt Keller durch...

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  9. ... und warum wünschst Du Dir das?

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  10. Spoun und Keller sind für die Neuausrichtung der Leuphana unverzichtbar und das hat scheinbar auch der Senat erkannt. Hoffe ich wie Anonym von 13:45!

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  11. Niemand ist unverzichtbar in einem Prozess, der im Dialog mit den Statusgruppen der Uni, in über 100 Dialogveranstaltungen und mit 3/4-Mehrheiten im Senat beschlossen wurde.

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