Samstag, 5. November 2011

Absolventenjahrbuch absurd

Erstmals soll es in diesem Jahr ein Absolventenjahrbuch an der Leuphana Universität Lüneburg geben. Alle Absolventen können sich darin eintragen und ein Teil davon werden. Das Marketing schildert die Vorteile wie folgt:
Ihre Vorteile auf einen Blick:
- Sie haben eine schöne Erinnerung an die Studienzeit
- Sie präsentieren sich frühzeitig attraktiven Arbeitgebern
- Sie erreichen hochinteressante, potenzielle Arbeitgeber aus allen Branchen und Bereichen
- Das Absolventenbuch ermöglicht es Ihnen, mit Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben
- Sie nutzen eine effiziente Ergänzung zu kostenintensiven Initiativ-Bewerbungen [1]
Moment, Initiativ-Bewerbung und Präsentation bei Arbeitgebern? Eine interessante Aussage. Die Marketingabteilung führt aus:
Sie erhalten so nicht nur ein Jahrbuch ihres Abschlusssemesters, sondern können auch einen effizienten Bewerbungskanal für Ihre berufliche Zukunft nutzen, der von immer mehr Unternehmen und Organisationen zum gezielten Recruiting von Berufseinsteigerinnen und -einsteigern genutzt wird. [1]
Immer mehr Unternehmen nutzen also das Jahrbuch zum Recruiting. Eine erstaunliche Aussage, wo dieses doch erstmalig erscheint. Aber sicherlich ist das nur missverständlich formuliert und im Allgemeinen bei Jahrbüchern so. Klar, dass die Fachschaft BWL bei so viel Arbeitsmarktorientierung jubelt und das Jahrbuch gleich empfiehlt. [2] Jetzt bitten wir nur noch um die Beantwortung einer Frage: Als Absolvent im Bereich Lehramt GHR und LBS nutzt mir das was?

[1] http://www.leuphana.de/alumniportal/veranstaltungen/graduiertenfeier/absolventenbuch-2011.html
[2] http://www.leuphana.de/fsfb2.html
LeuphanaWatch dankt für den Hinweis und die treffliche Frageformulierung.

Kommentare:

  1. Das Absolventenjahrbuch muss ja nicht direkt allen Studierenden etwas bringen, nur weil eine Aktion der Uni für eine Gruppe gut ist heißt das nicht, dass das für andere Gruppen schlecht ist.

    Und zwei Punkte sind zumindest indirekt nett auch für Lehramtsstudis:
    - Sie haben eine schöne Erinnerung an die Studienzeit
    - Das Absolventenbuch ermöglicht es Ihnen, mit Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben

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  2. Auf jeden Fall hat der Allumniverein auch finanziell was davon, hier ein Auszug aus den AGBs:

    §8 (2) Durch Absendung der ausgefüllten Eingabemaske und Zustimmung zur Teilnahme am Absolventenbuch erklärt sich der Absolvent mit der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung seiner Daten ausschließlich zu dem in § 1 genannten Zweck einverstanden. Dazu gehört die Weitergabe dieser Daten an Unternehmen und
    Organisationen zum Zwecke der Personalrekrutierung sowie der kommerziellen Verwertung.

    Wunderbar dann bekommt man ganz viele tolle Jobangebote direkt nach Hause...

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  3. Hast du etwas gegen Jobangebote, Herr Fuchs?

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  4. Ich hab was dagegen, wenn irgendwelche Leute meine Daten verkaufen und ich nicht kontrollieren kann wohin. Ich hab auch keine Lust, dass mein E-Mail-Postfach von irgendwelchen Zeitarbeitsfirmen mit unseriösen Angeboten geflutet wird. Daher kommt für mich das Absolventenbuch nicht infrage. Als nette Errinnerung, ähnlich wie ein Abbi-Jahrgangsbuch, könnte ich mir soetwas durchaus gut vorstellen. Dann aber auch mit netten ehrlichen Texten und Fotos meiner Kommilitonen und nicht mit gestellten aufgebügelten Bewerbungsfotos und Businesslebensläufen.

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  5. Tja, da hat wohl jemand Angst, dass noch mehr Pseudo-Elite-Studium-Absolventen in Hartz IV landen. Ab nach Volgershall, dem zukünftigen Zwischenlager für schwer vermittelbare Leupahanten - dort gibt es Arbeitsagentur-/Inkubator- und sonstige Marketingräume... zum Schaffen von Pseudo-Jobs in strukturschwachen Regionen mit Hilfe von EU Mitteln ;-)

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  6. Danke für den letzten Kommentar Steffen R. !!!

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