Mittwoch, 7. Dezember 2011

Die Fachschaft BWL und ihre Wahlversprechen

Das Ergebnis dieser Wahlen steht noch nicht fest. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und den neuen Parlamentariern einiges ins Stammbuch zu schreiben. LeuphanaWatch blickt zurück auf die auslaufende Amtszeit des Parlaments.

Nach den vergangenen Wahlen im Mai waren die Mehrheitsverhältnisse im Studierendenparlament sehr besonders: es gab keine klare Mehrheit mehr für ein links-grünes Bündnis. Die Fachschaft BEM (BWL & Co.) war sehr stark und erhielt 7 von 16 Sitzen. Um die Arbeit der bei der gerade beendeten Wahl stark werbenden Fachschaft BEM (bzw. ihrer StuPa-Liste „3 Campi, eine Liste“) zu bewerten, lohnen genaue Blicke in die öffentlich zugänglichen Protokolle [1]. Aktuell machen die Bemühungen um das Mensa-Bistro Schlagzeilen, immer wieder fällt dabei auch das Schlagwort PlanB. Dabei wird leicht vergessen, dass es bereits vor Monaten einen Konzeptentwurf zu einem Café als studentischen Freiraum gab. Dabei hat „3 Campi, eine Liste“ derart geblockt, dass sich die Planungsgruppe kurzerhand auflöste, weil sie kein Interesse daran hatte, dass ihr Ehrenamt weiter mit Füßen getreten wird. Nach einer wenig aussagekräftigen Umfrage zu einer Weiternutzung der Räume in Gebäude 9 herrschte zunächst Stille - alle Menschen, die sich weiter hiermit beschäftigen wollten, waren verprellt und das StuPa war nicht bereit, ein weiteres Konzept hierfür auszuarbeiten. Nach mehrmaliger Vertagung beschloss das StuPa folgendes:
„Das Stupa möge beschließen, dass in den ehemaligen AStA Copy Räumen ein Café Betrieb und ein Aufenthaltsraum zur Durchführung von studentischen Projekten eingerichtet werden soll. Die Vorsitzenden informiere das Präsidium/ Gebäudemanagement hierüber. Zur Planung und Umsetzung der Neunutzung beauftragt das StuPa eine Projektgruppe."
„Das StuPa möge beschließen ,der Projektgruppe sofort 500 € aus den Rücklagen für die nächsten vier Wochen zu Verfügung zu stellen.“
Hierbei ist anzumerken, dass die Idee eines Cafés aus der Umfrage der Studierenden stammte und die Gelder für die Umsetzung bereits genehmigt wurden, bevor sich die Gruppe „PlanB“ zusammenfand. Dieser Beschluss rückt auch den Austausch der Schlösser von Gebäude 9 in ein neues Licht: Hat das StuPa versäumt, das Präsidium zu informieren, oder wusste dieses bereits von den Plänen der Studierenden und hat das Café in der Nacht vor der Eröffnung trotzdem verhindert? Was hat dies mit dem nun voran getriebenen Mensa-Bistro zu tun?

Auch folgendes verdient Aufmerksamkeit: Das Wahlversprechen von „3 Campi, eine Liste“ zur letzten Wahl des Studierendenparlaments war es, kontinuierlich anwesend zu sein. Die bisher öffentlichen Protokolle zeigen, dass diese Liste (7 Sitze im StuPa) in nur 62% der Fällen vollständig anwesend war, die Liste „QuattroFAK“ (7 Sitze im StuPa) in 87,5%, die Liste „Grüner und autofreier Campus“ (2 Sitze im StuPa) war in 100% der Sitzungen anwesend. Sowohl bei der konstituierenden und der sechsten Sitzung ist die Fachschaft BWL außerdem geschlossen gegangen und hat damit die StuPa-Sitzung zwangsweise beendet. Zitat aus dem Protokoll der konstituierenden Sitzung:
„Die Liste Fakultät Wirtschaft kündigt an, demnächst den Raum verlassen zu müssen.“ „Die Liste „Fakultät Wirtschaft – 3 Campi“ verlässt den Raum, damit ist das StuPa nicht mehr.“
Aus dem Protokoll der 6. ordentlichen Sitzung:
„Die Fachschaft hat gebeten, die Sitzung spätestens um 17:30 zu schließen, da sie um 18:00 einen Termin wahrnehmen muss.“
Dieser Termin ist vermutlich die Sitzung der Fachschaft BEM, welche ebenfalls Mittwochs stattfindet. Aufgrund dieses frühzeitigen Sitzungsendes wurden sechs Tagesordnungspunkte verschoben.

Ein besonderer - und ausdrücklich anzumerkender - Fall findet sich in der dritten ordentlichen Sitzung. Hier taucht eine Person als Vertreter für die Liste „3 Campi [...]“ auf, die sich nicht einmal für die StuPa-Liste der Fachschaft BEM hat zur Wahl aufstellen lassen, somit auch kein Vertreter der Liste war und keinerlei Legitimation als studentische Vertretung besaß. Diese Person hat offensichtlich sogar mit abgestimmt, das gesamte StuPa scheint hier geschlafen zu haben. Ein derart dreistes Vorgehen dürfte den Fall eines Präzedenzfalls haben. Fällt es bei den Unmengen an Kandidaten und umworbenen Gremien gar nicht mehr auf, wer wann wo im Namen der Studierenden und der Liste BEM abstimmt?

Bei der letzten Vollversammlung am 30.11.2011 pries sich die Liste „3 Campi [...]“ außerdem mit den Worten an, sie sei im StuPa in jedem Ausschuss vertreten. Ein Blick in das Protokoll der zweiten Sitzung zeigt: Von acht konstituierten Ausschüssen waren Mitglieder dieser Liste in fünf Ausschüssen vertreten. Anders als die weitere große Liste „QuattroFAK“ stellte die 3-Campi-Liste auch in keinem Ausschuss die Mehrheit.

Ein Leckerbissen zum Schluss: Nachdem die Fachschaft BEM 900 Euro an Fahrt- und Tagungskosten für die Bundesfachschaftskonferenz WiSo ausgegeben hatten, versuchte sich die Fachschaft erst nach der Konferenz diese Kosten erstatten zu lassen. Es bleibt die Frage, weshalb die Fachschaft BEM mit einem Haushalt von beinahe 8300 Euro nicht mit ihren Geldern umgehen können und zusätzliche Mittel für Fahrten benötigten, während keine andere Fachgruppe oder Fachschaft im StuPa 2011 einen Antrag auf Erhöhung ihrer Töpfe gestellt (und schließlich auch noch selbst im StuPa beschlossen) hat.

LeuphanaWatch meint: Augen auf bei Wahlversprechen - jetzt und in Zukunft. Es ist doch bedauerlich, dass die Protokolle des Studierendenparlaments nicht mehr Inhalt hergeben, aber selbst das, was darin zu finden ist, dürfte doch an der ein oder anderen Stelle erschrecken.

[1] öffentlich zugängliche Protokolle zu finden unter: www.leuphana.de/stupa

Kommentare:

  1. Egal! Crepes - Chicks - Bäm!

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  2. Die Artikel von LeuphanaWatchBlog gehen immer nur in die eine Richtung gegen die Fachschaft. Warum werden nicht die anderen Parteien mal durchleuchtet?

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  3. In den Ausschüssen haben die Vertreter der Liste Wirtschaft aber einen großen Teil der Arbeit gemacht.

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  4. Sehr verehrter Schreiberling (vll ehemaliger Semesterticketbeauftragter?)
    Wenn sie mit "großen Teil der Arbeit" meinen, so gut wie niemals aufzutauchen und aus einer Liste mit gefühlten 800 Kandidaten nur zwei Leute abstellen können, die zumindest auftauchen, dann haben sie recht.
    Wenn sie allerdings unter "großen Teil der Arbeit" das verstehen, was man allgemein darunter versteht, dann muss ich sagen:
    zieh mal deinen Kopf aus dem Arsch und informier dich mal besser du Trottel
    Ein Mitglied der Fakultät BäM
    Buttergebäck änd Muffins!

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  5. Also ich finde das ja gar nicht KONSTRUKTIV - nicht so wie das fleißige BÄM im Senat. Da haben sie das mit der Arbeit auch ernstgenommen: immer, wenn der Präsident schreit, den Arm in die Höhe.

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  6. BäM - Burgeoisie änd MonarchenInnen

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  7. Bäm - Bauern änd Mägde

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  8. Attackianer Riedmann7. Dezember 2011 um 21:36

    Mal ein bisschen kreativer bitte.
    Nennt man das eigentlich schon Mobbing?

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  9. Die Facebook-Fachschaft: Bitte Ädde Mich

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  10. Lasst bitte meine neue Fachschaft in Ruhe!

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  11. Es ist doch beachtlich, dass BEM erst PlanB verzögert und dann ein vermeintlich "eigenes" Bistro organisiert bzw. sich mit einer fremden Idee schmückt. Wo geht es da wirklich um die Studierenden?

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  12. Breaking News: Dani will die Uni bei gescheiterter Wiederwahl verklagen. Matze muss im Keller nach einer Begründung suchen.

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  13. Na, dann habens die Studis doch so gewollt!

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  14. Aufgrund der einseitigen Wahlwerbung auf dem Uwi-Listserver möchte Oli die Wahl anfechten. Dass sich der Bohlens aufs Semesterticket geschrieben hat, soll dabei keine Rolle spielen.

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  15. Es ist doch beachtlich, dass stellvertretende Senatoren der EUfA im Mai zurücktreten und sich dann als Mitglieder der Fakultät BÄM wieder als Kandidat für Imodium AKUT aufstellen lassen. Wo bleibt da die Zuverlassigkeit und Glaubwürdigkeit?

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  16. Attackianer Riedmann7. Dezember 2011 um 22:05

    Was isn das fürn Nullargument?

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  17. iiihhh, Menschen mit Erfahrung!

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  18. http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/wahlen/Wahl_WiSe_2011_12/2011-12-07_vorl_Festellung_Wahlergebnis.pdf

    oliver e. wird zwar stimmenkönig im stupa (kann trotzdem die verluste für 3 campi.... nicht verhindern), bekommt aber im eigenen studiengang - wo man ihn wohl besser kennt? - nicht mal nen fgv-sitz.... evtl. gilt eben doch, dass mit blenderei schneller stimmenfang möglich ist, aber im eigenen haus wissen sie, was sie an ihm (nicht) haben.

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  19. Auf dass das Senatsergebnis ähnlich gut ausfällt ;)

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  20. ja, 5 Sitze für die Fachschaft!

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  21. 3 Studiplätze + Spoun + Keller oder wie kommst du auf 5 beim Senat?

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  22. ach leute, bwl ist doch auch ein wichtiges studienfach, also gönnt den bwlern ein paar stimmen, sowohl fürs stupa als auch für den senat. und der olli ist auch ein netter kerl, wenn gleich er sicher viel organisiert und mitbestimmen möchte, manchen wirds da bestimmt zu viel.. ABER: solche leute brauchen wir genauso wie die kritiker des präsidiums.
    dass olli was drauf hat (genau wie ein paar top kandidaten von quaddrofak und co), ist denke ich bei objektiver sicht unbestritten.
    kurz: die mischung machts, und die wurde doch bei dieser wahl erreicht!
    was den senat angeht: da halte ich "leuphana gemeinsam gestalten" nun wirklich für die bessere alternative.

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  23. nur mal zur Klarstellung: Bei den FGV wahl hatte Oliver wohl offensichtlich aufgrund des Wahlverfahrens und der Übermacht des neuen Semesters keine Chance. Das wussten die aber auch vorher haben sie mir vorhin noch beim auszählen erzählt.

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  24. Es wird gar nicht bestritten, dass BWL wichtig ist. BWL hat wie jedes der anderen Studienfächer seine Daseinsberechtigung. Viele reiben sich nur an der politischen Meinung, die durch die Fachschaft BÄM als organisiert vertreten wird, welche pauschalisiert in Richtung FDP/CDU geht bzw. "präsidiumsfreundlich" ist. Natürlich braucht es Leute die sich engagieren, das ist auch wichtig. Olli ist sicherlich ein netter Kerl, unahängig davon vertritt er jedoch einen politischen Standpunkt, welchen man offen kritisieren bzw. befürworten sollte. Da die Person relativ aktiv ist, muss unpersönliche Kritik einfach ertragen werden.
    In einem pluralistischen politischen System ist es natürlich wichtig, dass es einen "Kampf der Meinungen" gibt, weshalb jede nicht gegen das Grundgesetz verstoßende Meinung einen wichtigen Prozess zur politischen Willensbildung beiträgt.
    Eine (meiner Meinung nach) relativ gute Mischung wurde fürs StuPa erreicht, auch wenn eine höhere Wahlbeteiligung ein bessere Repräsentation ergeben würde.

    Zum Senat lässt sich sagen, dass das Ergebnis möglichst 2:1 ausgehen sollte, damit jede der beiden sehr stark konträren Listen sich im Senat einbringen kann. Wer 2, und wer 1 Platz bekommen sollte, entscheidet jeder wieder subjektiv anders. Ich bin jedoch der Meinung, dass AKUT die bessere Alternative ist, da die bisherigen Senatoren Matze und Dani definitiv durch eine objektiv starke Bearbeitung der Senatsthemen auffallen und meiner Meinung nach die Kompetenz bei der Liste höher ist und ich das Gefühl habe, dass die Liste1 aus Imagegründen eine gewisse Ängstlichkeit besitzt, was dazu führt, dass unangenehme Wahrheiten oder zweifelhafte Geschehnisse im Senat eher nicht angesprochen werden.

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  25. Sagt mal das wird ja langsam zum Kindergarten hier. Cyber-Mobbing geht gar nicht!

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  26. ja, es wäre in jedem Fall wünschenswert, wenn mehr als eine Liste im Senat vertreten wäre. Verwundert bin ich über die Wahlbeteiligung, denn ich kann mich nicht an ein Jahr erinnern, in dem politisch mehr los gewesen, der Wahlkampf stärker gewesen ist. Was muss noch passieren und was müssen die antretenden Studis noch machen, um mehr Studierende zu erreichen?
    Ich kann mich hinsichtlich des Senats auch nicht an eine Amtszeit erinnern, in der es mehr kontinuierliche Kommunikation der Senatsinhalte gegeben hat. Zugegeben auf bestimmte Themen zentriert und demnach vielleicht inhaltlich zu wenig, aber mensch kann ja auch keinen fulltime-job draus machen.

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  27. Naja, die Wahlbeteiligung ist doch gar nicht so schlimm. Ich denke ein paar Prozent sind drauf gegangen, weil alle zum Campus mussten.

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  28. war die wahlbeteiligung eigentlich besser als im hörsaalgang gewählt werden konnte damals?

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  29. Wir bitten darum, zu etwas mehr Ernsthaftigkeit zu finden. Die Kommentarzahl ist in der letzten Zeit erfreulich gestiegen. Das sollte sich bitte auch positiv auf die inhaltliche und argumentative Dichte der Beiträge auswirken. Gegen einzelne provokative Kommentare oder Aussagen ist nichts einzuwenden, aber es handelt sich um ein ernsthaftes Thema. Wichtige Beiträge sollten nicht in einer Flut von saloppen Aussagen untergehen.

    Danke für euer/ihr Verstndnis.

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  30. Die Wahlbeteiligung in den Bachelorstudiengängen ist aber wirklich überdurchschnittlich gut!

    Besonders beeindruckend: Anscheinend schlagen die Kuwis die Uwis um 8% Wahlbeteiligung. Was war denn da bei den sonst so politischen Uwis los?

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