Samstag, 11. Februar 2012

Rohrbruch im neuen Technikgebäude

Das kann doch gar nicht sein! In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereignete sich im neuen Technikgebäude der Leuphana Universität Lüneburg ein Rohrbruch, der die Fahrradwerkstatt Konrad flutete. Den gesamten gestrigen Tag über waren Mitarbeiter der Leuphana Universität Lüneburg mit der Schadensfeststellung und -aufnahme beschäftigt. Schuld war wohl ein Heizungsrohr, wie LeuphanaWatch in Erfahrung bringen konnte (1). Ob es sich um einen Frostschaden oder einen Montagefehler handelt, war bislang nicht zu erfahren.

Mit dieser neuerlichen Hiobsbotschaft kommt der Bau aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. LeuphanaWatch und Lokalpresse berichteten bereits über die erheblichen Baumängel am Parkhaus, welches den anderen Teil des neuen Gebäudes 28 bildet. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Überraschungen auf die Gebäudenutzer zukommen.

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Freitag, 10. Februar 2012

Uni hat zu wenig Parkplätze

Die Anwohner am Bockelsberg sind richtig sauer. Reihenweise werden ihre Parkplätze zugeparkt. Der Frust scheint groß und er entlädt sich zum Beispiel am LZ-Lesertelefon. Ein Anwohner beklagt sich:
Dann (abends bei Vamosveranstaltungen, LW) wird die ganze Straße komplett zugeparkt, obwohl die Parkplätze für Anwohner reserviert sind. [1]
Schon in Herbst hatten sich Anwohner der Scharnhorststraße beschwert. Studenten und Mitarbeiter der Leuphana Universität Lüneburg berichten, dass sie derzeit bis zu 20 Minuten auf der Suche nach einem Parkplatz über den Campus und durch die angrenzenden Straßen fahren müssen [2]. Relativ entspannt bleibt nur die Stadt, deren Pressesprecher gegenüber den Kollegen der LZ sagt:
Wir bitten um Verständnis, denn es ist schließlich Bauzeit. Aber so, wie sich die Autofahrer verhalten, ist das natürlich nicht gedacht. Wir appellieren an die Fahrer, sich an die ausgeschilderten Parkflächen zu halten. [1]
Diese Aussage dürfte Anwohnern und Autofahrern gleichzeitig den Wutschweiß auf die Stirn treiben. Immerhin wird die von der Stadt angesprochene "Bauzeit" noch bis mindestens Ende 2014 dauern und ausgeschilderte Parkflächen sind rar. Die Problematik dürfte also auf längere Zeit bestehen bleiben. Grund genug, der Frage nach ausreichend Parkplätzen nachzugehen.

Derzeit verfügt die Leuphana Universität Lüneburg am Campus über vier Parkplätze. Westlich hinter der Ladenzeile befindet sich ein Parkplatz, ein weiterer besteht an der Scharnhorststraße vor Gebäude 14. Beide Parkplätze kommen zusammen auf rund 300 Plätze. Viel zu wenig, um das hohe Verkehrsaufkommen einer Universität im ländlichen Raum zu bedienen. Eigentlich gibt es mehr Platz, aber der größte Parkplatz am Vamos ist bereits komplett zur Baustelle geworden und nicht mehr benutzbar. Das Parkhaus an der Mensa ist noch immer gesperrt. Nach dem Bericht auf LeuphanaWatch berichtete auch die LZ am 2. Februar über die dort augenscheinlich vorhandenen Bauschäden. Aus einer Präsentation, die Vizepräsident Holm Keller am 24. Januar bei einer Infoveranstaltung zeigte geht hervor, dass dort 229 Parkplätze vorhanden sind, die aber nicht genutzt werden können.

Das Ergebnis dieser beengten Parksituation ist offensichtlich. Überall auf dem Campus parken Autos, Anfang der Woche waren es um die Mittagszeit in den Wegen rund 200 PKW - ein Teil davon parkte in Feuerwehrzufahrten, auf durchgestrichenen Bereichen an Kreuzungen und auf Grünflächen. Hinzu kommen die Fahrzeuge, die auf den offiziellen Parkplätzen bei Gebäude 14 und hinter der Ladenzeile abgestellt waren [3]. Nicht abschätzbar sind alle PKW, die in den umliegenden Straßen parken. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um diese Situation als untragbar zu erkennen. Spätestens wenn die Vorlesungen im Sommersemester starten, dürfte vollends das Chaos ausbrechen.

Verantwortlich für die aktuelle Misere ist wieder einmal Holm Keller. Der Parkplatz am Vamos hätte nicht gesperrt werden dürfen, ohne ausreichend Ersatz zu präsentieren. Das ist auch rechtlich interessant: Die Leuphana Universität Lüneburg muss jederzeit eine festgelegte Anzahl von Plätzen nachweisen. Das berichten gut informierte Quellen. Nach LeuphanaWatch vorliegenden Informationen sind dies während der Bauphase rund 600. Diese Zahl unterschreitet die Leuphana Universität Lüneburg aktuell erheblich. Zusätzlich zu den rund 300 offiziellen Parkplätzen (Gebäude 14 und Ladenzeile) stehen nach einer Zählung bei idealer Beparkung theoretisch ca. 240 weitere Plätze in den Wegen des Campus zur Verfügung [3]. Das gilt aber nur, wenn alle Wege restlos zugeparkt werden. Tatsächlich liegt die Zahl der unterzubringenden Autos wohl deutlich geringer, weil keine Markierungen vorhanden sind. So bleiben zahlreiche Parklücken durch ungeschicktes Parken anderer zwangsläufig leer, weil sie für PKW zu klein sind.

Fazit: Die Leuphana Universität Lüneburg hat ein dickes Parkproblem. Es ist mehr als fraglich, ob die rechtlichen Verpflichtungen eingehalten sind. Vermutlich hätte der Vamos-Parkplatz gar nicht abgesperrt und aufgerissen werden dürfen, ohne dass das Parkhaus an der Mensa benutzbar ist. Eine Eröffnung ist aber gar nicht absehbar. Vizepräsident Holm Keller wird sich deshalb unangenehme Fragen gefallen lassen müssen und die Stadt Lüneburg ist aufgerufen, die Einhaltung der Vorschriften zu prüfen. Das ist sie den Anwohnern, Studenten, aber auch allen Autofahrern schuldig.

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.
[1] "Vamos-Nachbarn ärgern sich über Wildparker", LZ vom 8.2.12
[2] LeuphanaWatch dankt für die Hinweise.
[3] LeuphanaWatch dankt den fleißigen Zählern für ihre umfangreiche und detaillierte Erhebung!

Donnerstag, 9. Februar 2012

Hat sich Libeskind verrechnet?

Ups, hat sich Leuphana-Stararchitekt Daniel Libeskind da etwa verrechnet? Diese Frage stellen Süddeutsche Zeitung und Bild. Es geht um das Militärhistorische Museum in Dresden, dessen Umbau Libeskind maßgeblich gestaltete.
Quelle: Wikipedia, Copyright bei Kolossos

Libeskind ergänzte das alte Gebäude durch ein typisches Stilelement:
"Der dekonstruktivistische Entwurf sieht vor, das historische Gebäude mit einem keilförmigen Einbau zu ergänzen und zu spalten, durch den ein Drittel der Bausubstanz des Arsenals verloren geht. In der Form eines Keils hatten die britischen Bomberverbände am 13. Februar 1945 die Altstadt Dresdens angeflogen und vernichtet." (1)
Und damit der Symbolik nicht genug. In der Projektbeschreibung auf der Seite des Büros Libeskind heißt es über die Ausrichtung des Keils:
... while pointing towards the exact area where the fire bombing of Dresden began ... (2)
Dumm nur: Ein Mitarbeiter des sächsischen Landesbetriebes für Geobasisinformation hat nachgepeilt und Überraschendes festgestellt. Die Bild formuliert es so:
Das Ding zielt falsch! Es zeigt nämlich gar nicht, wie von Libeskind immer betont, auf das Zentrum der Bomben-Zerstörung vom 13. und 14. Februar 1945! ... Der Bau schielt etwa zwei Kilometer westlich an der zerstörten Altstadt vorbei. ... Und auf der Internetseite des Architekten steht: Der Keil zeige „exakt auf das Areal, wo die Bombardierung Dresdens begann“. AUCH FALSCH!(3)
Immerhin hat der sächsische Landesbetrieb versönliche Worte für den Architekten übrig. Die Symbolik stimme ja trotzdem. (3)

LeuphanaWatch meint: Solange die Statik stimmt...

Quellen:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Militärhistorisches_Museum_der_Bundeswehr#Umbau
(2) http://daniel-libeskind.com/projects/military-history-museum
(3) http://www.bild.de/regional/dresden/architekt/architekt-libeskind-und-sein-militaermuseum-22509714.bild.html

Montag, 6. Februar 2012

Lüneburger Tafelsilber sorgt für Verwechselung

Am Wochenende war auf der Leserbriefseite der Lüneburger Landeszeitung eine lustige Verwechselung zu entdecken. Etwas genauer hinschauen musste man dafür allerdings. Unter dem Titel Angst vor einer "Leupharmonie" äußerte ein Leserbriefschreiber Bedenken zum geplanten Zentralgebäude (umgangssprachl. "Audimax") der Leuphana Universität Lüneburg. Er wies auf den Kosten-Nutzenfaktor hin und erwähnte die Bauhausarchitektur als Beispiel für funktionsgerechtes Bauen. Weiter schreibt er:
Der "Star"-Architekt Libeskind kann wohl nur Dreiecke, Asymmetrien und schräge Wände. Dabei darf man sich noch glücklich schätzen, dass das Silbergeschenk Libeskinds an die Stadt Lüneburg anlässlich der Grundsteinlegung nicht das originalgetreue Modell des Zentralgebäudes darstellt. [1]
LeuphanaWatch berichtete anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax bereits über das Tafelsilber. Damals hieß es in der LZ:
Als Ersatz für das einst verscherbelte Ratssilber schenkt die Leuphana der Stadt ein neues Tafelsilber. "Das hat Daniel Libeskind für Lüneburg entworfen. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit der Universität für die Unterstützung, die Lüneburg der Hochschule gewährt hat", verkündete Vize-Präsident Holm Keller beim Empfang zur Grundsteinlegung des Zentralgebäudes im Fürstensaal des Rathauses. [2]
Schon wenig später wies ein Kommentator hier auf LeuphanaWatch darauf hin, dass das Tafelsilber keinesfalls ein Unikat sei. Zum damaligen Zeitpunkt konnte bei einem Wiener Auktionshaus ein augenscheinlich identisches Tafelsilber von Daniel Libeskind ersteigert werden (Bild).

Zur Bebilderung des eingangs zitierten Leserbriefs bildete nun die Landeszeitung in ihrer Wochenendausgabe das angesprochene Tafelsilber ab. Als Bildbeschreibung heißt es:
Das stilisierte Silbermodell des Leuphana-Zentralgebäudes. [1]
Eine lustige Verwechslung, denn das Tafelsilber wurde zwar anlässlich der Grundsteinlegung des Audimax enthüllt. Dass es aber das Zentralgebäude darstellen soll war bislang unbekannt. Vielleicht spukte der Redaktion noch ein Kommentar auf der mittlerweile nicht mehr abrufbaren Webseite der Landeszeitung im Kopf herum. Darin hieß es, das Tafelsilber sehe aus wie die "Uni nach einem Erdbeben".

Angesichts der ungewöhnlichen Architektur des Stararchitekten wird die Verwechselung des Tafelsilbers mit dem grundverschiedenen Audimax verzeibar sein. Für die Bebilderung zukünftiger Leserbriefe weist LeuphanaWatch die Kollegen der LZ auf eine andere Verwechselungsmöglichkeit hin. Das "Run Run Shaw Creative Media Center" der City University of Hong Kong wurde ebenfalls von Daniel Libeskind entworfen und sieht unserem Audimax auf den ersten Blick auch sehr ähnlich. Das gilt ebenfalls funktionell, denn es soll eine "Landschaft des Lichts" sein und zum Studieren einladen.

[1] Angst vor einer "Leupharmonie", Leserbrief in der LZ, 4./5.2.2012, Seite 16
[2] Leuphana dankt mit Silber, LZ, 9.5.2011, S. 4

Samstag, 4. Februar 2012

In eigener Sache

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die aktuellen Geschehnisse im Studentenparlament werden von einigen Kommentatoren vermehrt und wiederholt Vermutungen über die Betreiber von LeuphanaWatch geäußert. Hierzu stellen wir fest:

Wir sind kein Sprachrohr des ASTA oder einzelner Listen aus dem Studentenparlament. Hinter diesem Watchblog steht eine Gruppe von Menschen, die über ihr Studium oder anderweitig mit der Universität verbunden ist. Darüber hinaus werden von unserer Seite jegliche Vermutungen über beteiligte Gruppierungen oder Personen nicht kommentiert.
Die Betreiber dieses Watchblogs für die Leuphana Universität Lüneburg möchten anonym bleiben. Sie halten dies für notwendig, um ihr Studium oder ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Es erscheint unserem Team nur im Schutz der Anonymität möglich, auf die Fehlentwicklungen und Probleme hinzuweisen. Dies bedauern wir.
LeuphanaWatch ist sich der Probleme bewusst, die sich aus einer anonymen Diskussion ergeben können. Dennoch halten wir es für richtig, eine Debatte über die Leuphana Universität Lüneburg zu ermöglichen. Andernorts findet diese in unseren Augen nicht in ausreichendem Maße statt. Dies ist aufgrund der strukturellen Entwicklungen auch kaum mehr möglich. Die ausgezeichneten Zugriffszahlen sehen wir als Indikator für den hohen Diskussions- und Informationsbedarf. Das Team von LeuphanaWatch sieht darin eine Bestätigung der von uns verfolgten Linie.

Weiterhin wird teilweise der Vorwurf erhoben, LeuphanaWatch würde einseitig Position beziehen und einige Akteure bevorzugt behandeln. Dazu möchten wir festhalten:

Dieses Blog hat zu keiner Zeit von sich behauptet, eine neutrale Position einzunehmen. Im Gegenteil sehen wir es als unsere Aufgabe, einen kritischen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und ihre Protagonisten zu werfen. Dies beinhaltet eine Grundhaltung, die von einem wachen und unabhängigen Geist geprägt ist. Selbstverständlich beobachtet dieser Watchblog jene Akteure genauer, welche derzeit in Gestaltungsverantwortung sind oder die eingeschlagene Richtung der Leuphana Universität Lüneburg unterstützen. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch all jene in den Fokus unserer Arbeit geraten können, die sich derzeit als Kritiker und Mahner in der Opposition zur vorherrschenden Richtung sehen.

Aus gegebenem Anlass weisen wir auf Folgendes hin:
Wer...
  • dazu aufruft, sich an der Diskussion auf LeuphanaWatch nicht zu beteiligen,
  • uns keine Informationen oder Beiträge zukommen lässt,
  • juristische Schritte gegen uns ins Gespräch zu bringen versucht und
  • eine Diskussion durch die Verweigerung von Argumenten zu verhindern sucht,
sollte sich nicht über eine mangelnde Präsenz der eigenen Weltsicht ärgern. Es ist lediglich folgerichtig, dass die Diskussion dann anderweitig geprägt wird. LeuphanaWatch betont, dass bislang alle eingereichten Beiträge (teilweise gekürzt oder überarbeitet) veröffentlicht wurden.

Das Team von LeuphanaWatch weist erneut auf die Möglichkeit hin, uns Hinweise oder Beiträge zukommen zu lassen. Ausdrücklich erwünscht sind auch Äußerungen zu all jenen Themenfeldern, Akteuren und Meinungen, welche von uns derzeit weniger abgebildet werden. Wir bitten daher darum, die für Kritik an einer "einseitigen Positionierung" aufgebrachte Energie in kreative Mitarbeit umzuwandeln.

Donnerstag, 2. Februar 2012

STUPA: Lichtblick von Eklats überschattet

Sollte ein Watchblog für die Leuphana Universität Lüneburg so ausführlich über das Studentenparlament berichten? Seit Jahresbeginn dominiert das Thema unsere Beiträge und Kommentare. Wir finden: Ja, dass sollte es! Im vergangenen Frühjahr nahm die Auseinandersetzung um die Wiederwahl von Vizepräsident Holm Keller breiten Platz ein. Die aktuellen Auseinandersetzungen im Studentenparlament sind für die Zukunft von ähnlich gewichtiger Bedeutung.

Wie LeuphanaWatch berichtete, stehen sich zwei Blöcke gegenüber. Die politisch präsidiumsnahen Listen der Fachschaft BEM und des grünen autofreien Campus liefern sich einen heftigen politischen Stellvertreterkrieg mit der eher kritisch eingestellten Liste QuattroFAK und die Satireliste Leuphana. In mehreren Marathonsitzungen ist es mittlerweile gelungen, das Amt des Personalreferenten für den ASTA und einen der drei ASTA Sprecher zu besetzen. Die weiteren beiden ASTA Sprecherposten und das Amt des Finanzreferenten waren bis heute weiterhin offen.

Auf der heutigen Sitzung, die bereits am Abend endete, konnte nun überraschend eine zweite ASTA Sprecherin gewählt werden. Die mit knapper Mehrheit gewählte Kandidatin hatte zuvor angekündigt, für einen weiteren Wahlgang auf folgenden Sitzungen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Zu den Listen QuattroFAK und Liste Leuphana muss sich trotz der festgefahrenen Fronten mindestens eine Stimme aus den Reihen der Gegenseite gesellt haben. Das berichten gut informierte Quellen aus dem Umfeld des STUPA. (1) Trotz dieses Lichtblicks muss bereits jetzt festgestellt werden, dass durch das kontinuierliche Flatratewählen der Reputation der Kandidaten ein Bärendienst erwiesen wurde. Diese starten bereits geschwächt in ihre Amtszeit. Das gilt umso mehr, als eine Diskussion über die politischen Ziele der Kandidaten erneut nicht erfolgt sein soll. Offenbar scheint allein die Zugehörigkeit zu einem der beiden Lager ausschlaggebend zu sein.

Überschattet wurde die Sitzung von mehreren Eklats. Wie Sitzungsteilnehmer berichten, soll es zum heftigen Streit zwischen Abgeordneten der Liste 3 Campi (Fachschaft BEM) und Aktiven des PlanB gekommen sein. Eine weitere Auseinandersetzung erfolgte zwischen Parlamentariern des grünen und autofreien Campus und dem kommissarisch amtierenden Finanzreferenten des ASTA. Nach einer Äußerung der Parlamentarier soll der Finanzreferent angekündigt haben, im Falle der Wahl des ASTA Sprecherkandidaten der grünen autofreien Liste seine kommissarische Tätigkeit mit sofortiger Wirkung einzustellen. Eine Zusammenarbeit sei nach den gefallenen Aussagen nicht mehr möglich. (2) Nach wie vor ist es dem Parlament nicht gelungen, für das seit Monaten kommissarisch verwaltete Finanzreferat einen Nachfolger zu wählen. Eine Arbeitsniederlegung des derzeitigen Finanzreferenten hätte somit den unmittelbaren Stillstand sämtlicher Finanzaktivitäten der Studentenschaft zur Folge.

Das giftige Klima der Sitzung scheint darüber hinaus wilde Blüten getrieben zu haben. So haben Palamentarier der Fachschaftsliste BEM gegenüber anwesenden Gästen Worte geäußert, welche von mehreren anwesenden Personen als sehr unfreundlich empfunden wurden.

[An dieser Stelle hatte LeuphanaWatch über die Aussage eines Parlamentariers der Fachschaft BEM berichtet. Der Zitierte sah darin eine nicht näher dargelegte "Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte" und setzte eine Frist zur Entfernung. Unserer expliziten Aufforderung kam er nicht nach, zur inhaltlichen Richtigkeit des veröffentlichten Zitats Stellung zu nehmen. Dennoch haben wir entschieden, als Geste des guten Willens auf die Bitte um Entfernung der benannten Textpassage einzugehen.
LeuphanaWatch, 17. Februar 2012]


Wie es angesichts der vergifteten Atmosphäre gelingen soll, einen dritten ASTA Sprecher zu wählen, bleibt vorerst das Geheimnis der Parlamentarier.

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.
(2) LeuphanaWatch dankt für die zu diesen Ereignissen eingegangenen Berichte.

Dienstag, 31. Januar 2012

Hat STUPA gestörtes Verhältnis zum Souverän?

Schon morgen wird das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg erneut tagen. Wie LeuphanaWatch berichtete, ringen die Parlamentarier um die Besetzung des ASTA Finanzreferenten und der Sprecher. Der Inhalt unserer Eilmeldung wurde mittlerweile vom Studentenparlament auf einem knapp gehaltenen Aushang im Erdgeschoss von Gebäude 9 in den zentralen Punkten bestätigt. Ausführlichere Informationen wurden nicht verbreitet.

Nicht nur dieses Vorgehen wirft die Frage auf, ob Teile des STUPA ein gestörtes Verhältnis zum Souverän, den Wählern, haben. Im Umfeld des Parlaments wird mit großer Sorge eine Tendenz zur Abkapselung von der interessierten Öffentlichkeit gesehen.

Wie zu hören ist, werden große Teile der Sitzungen des Studentenparlaments unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Dabei sollen diese grundsätzlich hochschulöffentlich stattfinden [1]. Andererseits kann bei Personalentscheidungen die Öffentlichkeit mit einer 2/3 Mehrheit ausgeschlossen werden [1]. Allerdings bezweifeln gut informierte Kreise, dass es in den nicht öffentlichen Sitzungsteilen ausschließlich um Personalangelegenheiten geht. Viel mehr soll es in größerem Umfang um die Frage des weiteren Vorgehens und den Umgang mit der eingetretenen Pattsituation gehen. Diese Themen könnten die Parlamentarier öffentlich diskutieren und sollten es auch tun.

Solche öffentliche Diskussionen böten die Gelegenheit für Besucher, durch eigene Wortbeiträge und Anträge neue Perspektiven aufzuzeigen. Dabei haben sie ein starkes Pfund im Rücken, denn die Studierendenschaftssatzung sichert allen Studenten ein Rede- und Antragsrecht im Parlament zu [2]. Von diesen Rechten sollen auf der letzten Sitzung mehrere Personen Gebrauch gemacht haben. Dies geschah aber zum offensichtlichen Missfallen einiger Parlamentarier, die darin eine Beleidigung und Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Parlaments gesehen haben sollen. Der Antrag eines Studenten auf der Sitzung am letzten Donnerstag wurde dem Vernehmen nach als "Frechheit" bezeichnet. Heftige Worte sollen gefallen sein [3].

Grundsätzlich scheint die interessierte Öffentlichkeit Teilen des Parlaments ein Dorn im Auge zu sein. Bereits seit längerer Zeit verbitten sich Parlamentarier oder Personen aus ihrem engeren Umfeld eine "Einflussnahme" von außen. Auch auf LeuphanaWatch beziehen Kommentatoren immer wieder in diese Richtung Stellung. Vielleicht ist es im diesem Zusammenhang erklärlich, dass mit der letzten Überarbeitung der Geschäftsordnung die Vorgaben für die Protokollierung der Sitzungen geändert wurden. Seit Ende des letzten Jahres ist nur noch ein Ergebnisprotokoll anzufertigen [4]. Damit müssen die Redebeiträge der einzelnen Abgeordneten und Listen nicht mehr protokolliert werden. Für die Öffentlichkeit und alle Wähler ist damit nicht nachvollziehbar, welche Parlamentarier welche inhaltliche Position vertreten. Die Arbeit des Studentenparlaments wird undurchsichtiger. Eine Kontrolle durch die Öffentlichkeit ist kaum mehr möglich. Hinzu kommt, dass seit Oktober 2011 überhaupt keine Protokolle mehr veröffentlicht worden sind [5].

Diese an den aufgezeigten Beispielen ablesbare Tendenz zur Entfremdung mit der eigenen Basis, dem Souverän, muss überraschen. Wie kann es sein, dass offenbar der Souverän und die öffentliche Diskussion der Parlamentsentscheidungen und -debatten als zu verhinderndes Übel wahrgenommen werden? Das wirft demokratietheoretische Fragen auf, sollten die Parlamentarier ihr Verhalten nicht grundlegend ändern. Grund genug hätten sie; zumindest die Liste QuattroFAK weist in ihrem Wahlprogramm auf die Notwendigkeit von "mehr Transparenz" hin [6]. Derzeit bewegen sich auch ihre Abgeordneten in die entgegen gesetzte Richtung.

Quellen:
[1] § 6 Absatz 1 der Satzung der Studierendenschaft der Leuphana Universität Lüneburg; abzurufen unter http://www.asta-lueneburg.de/materialien/downloads/
[2] § 3 Absatz 2 und 3 der Satzung der Studierendenschaft der Leuphana Universität Lüneburg; abzurufen unter http://www.asta-lueneburg.de/materialien/downloads/
[3] LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.
[4] § 16 Absatz 1 der Geschäftsordnung des Studierendenparlaments; abzurufen unter http://www.asta-lueneburg.de/materialien/downloads/
[5] Zu überprüfen hier: http://www.leuphana.de/stupa/protokolle.html
[6] Auskunft gibt Wahlzeitung Seite 7, abzurufen unter http://www.asta-lueneburg.de/fileadmin/images/wahlen/Wahl_WiSe_2011_12/Wahlzeitung-_Wandzeitung-online.pdf