Dienstag, 6. September 2011

Senatoren klagen weiter

Eigentlich wollte der Stiftungsrat Vizepräsident Holm Keller in diesen Tagen für eine neue Amtszeit wiederbestellen. Daraus wird wohl erstmal nichts. Nicht nur, dass eine Wiederbestellung angesichts des im Raum stehenden Korruptionsverdachts ein fatales Zeichen mit gewaltigem Schadenspotential für den Ruf der Leuphana Universität Lüneburg wäre. Es dürften zusätzlich juristische Gründe dagegen sprechen.

Die Senatoren der Liste "eine uni für alle" haben erneut einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht. Entsprechende Informationen wurden per eMail verteilt und sind auf den Seiten der Studenten nachzulesen. In einer Pressemitteilung heißt es:
„Vor mehreren Monaten haben wir den Stiftungsrat und das Wissenschaftsministerium um rechtliche Prüfung unserer Bedenken gebeten. Jetzt haben uns Stiftungsrat und Wissenschaftsministerium ohne inhaltliche Begründung lediglich mitgeteilt, dass Herr Keller für eine weitere Amtszeit ernannt werden soll,“ so Senatorin Daniela Steinert. „Inhaltsleere Mitteilungen sind vollkommen fehl am Platz. Wir empfinden es als eine Frechheit, wie von Stiftungsrat und Ministerium mit unserem Anliegen umgegangen wird. Es handelt sich um einen Rechtsstreit mit Präzedenzfallcharakter für ganz Niedersachsen. Daher beschreiten wir zur Klärung erneut den Rechtsweg.“ Pressemitteilung
Die Senatoren hoffen, mit diesem erneuten Antrag Erfolg zu haben. Andernfalls wollen sie das Oberverwaltungsgericht anrufen.

Ein Zwischenstand über das rechtliche Vorgehen geben die Studenten ebenfalls und treten Gerüchten über immense Gerichtskosten entgegen:
An der Uni kursieren offenbar bewusst gestreute Falschinformationen über die bislang entstandenen Kosten. Aber keine Sorge, denn angebliche Kosten von 2.500, 5.000 oder gar 10.000 Euro entsprechen nicht der Realität.
Weitere Details lassen sich auf den Seiten der Senatsliste nachlesen.

Kommentare:

  1. Hut ab, das nenne ich wenigsten konsequent. Dann ist der Sachverhalt ein für alle Mal geklärt - so oder so. Dann gilt es Konsequenzen zu ziehen und man kann sich anschließend wieder auf Inhalte und Sachthemen konzentrieren. Weitsicht und weniger Egoismen hätten eine solche Eskalation und Konfrontation verhindern können, aber im Nachhinein ist man ja ohnehin immer schlauer. Da kann man sich von dem Gericht nur wünschen, dass es eine weise und gerechte Entscheidung trifft - und dies hoffentlich bald.

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  2. Mmh, laut Landeszeitung Seite 5 heute wird die Urkunde an Keller erstmal nicht übergeben.

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  3. Gut, dass es an der Uni Menschen gibt, die sich nicht alles blind glauben. Wenn Herr Keller dann mit großem Skandal zurücktreten muss, kann zumindest keiner sagen, es hätte keinen Widerstand gegen seine Arbeitsweise gegeben.

    Die ganze Uni ist drauf reingefallen? Nein, ein kleiner Hort kritischer Menschen leistete Widerstand.

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  4. Und was, wenn die Senatoren mit großem Skandal zurücktreten müssen?

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  5. Dann kehrt an dieser Uni endlich Ruhe ein . Hoffentlich werden diese noch parallel mit ihrer Abschlussarbeit fertig!

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  6. Die Abschlussarbeit könnte ja das folgende Thema behandeln: Warum deutsche Unis nicht vorankommen - eine Analyse der besten Blockadetaktiken für revolutionäre AStA-Vertreter, klagende Senatoren, konservative Professoren, ahnungslose Minister und eitle Oppositionspolitiker.

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  7. Die Abschlussarbeit könnte ja das folgende Thema behandeln: Warum deutsche Unis nicht vorankommen - eine Analyse narzistischer Persönlichkeitsstrukturen der Führungspersonen, entdemokratisierung der Gremien- und Entscheidungsstrukturen, Medienblendwerk sowie Nepotismus und Dilletantismus.

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  8. WOW - große Emotionen auf Leuphana Watch!

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