Donnerstag, 23. Februar 2012

STUPA: Kurioser Kompromiss der Politiker

Am später Abend teilte der Vorsitz des Studentenparlaments der Leuphana Universität Lüneburg in einer "Kurz-Info" über die eMailverteiler das Ergebnis der heutigen Parlamentssitzung mit. Darin heißt es u.a.
Das AStA-Sprecherinnenkollektiv ist gewählt! Tanja (Name entfernt, LW), Sonja (Name entfernt, LW) und Kevin (Name entfernt, LW) sind eure neuen AStA Sprecher_innen.
Ein Presse-/Öffentlichkeitsreferat ist neu gegründet. Referenten sind Lennart (Name entfernt, LW), Natalie (Name entfernt, LW) und Björn (Name entfernt, LW). Wendet euch bei Interesse bitte an den AStA.
Den Parlamentariern ist es damit gelungen, die Pattsituation der vergangenen Wochen aufzulösen und einen dritten ASTA Sprecher zu wählen. Um diesen Durchbruch zu erzielen, scheint sich das Parlament bei der ganz großen Politik eine Lösung abgeschaut zu haben.

Was tun, wenn es zwei Kandidaten für nur ein Amt gibt und für keinen eine Mehrheit? Aus politischen Gründen kann auch niemand ganz leer ausgehen? Ein Kompromiss muss her und der lautet oftmals: gib beiden ein Amt und alle sind zufrieden. So scheint jetzt auch das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg verfahren zu haben.

Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, richtete das STUPA ein neues ASTA "Presse-/Öffentlichkeitsreferat" ein und wählte einen der beiden Kandidaten für das Sprecheramt als Referenten. Dieser zog daraufhin seine Bewerbung als ASTA Sprecher zurück, womit der Weg für den zweiten Bewerber frei wurde. Er wurde dann mit der nötigen Mehrheit als ASTA Sprecher eingesetzt (1).

Dieser offentlichtlich politisch motivierte Kompromiss hat nun eine kuriose Situation zur Folge: Es gibt ein neues Referat für den ASTA, über dessen Aufgaben man sich den Berichten zur Folge noch keine näheren Gedanken gemacht hat (1). 'Hauptsache einen neuen Referentenposten' mag man als Devise des Parlaments ableiten.

Dieser Eindruck verfestigt sich bei einer näheren Betrachtung der Zuständigkeiten für die Öffentlichkeitsarbeit und Pressekontakte in der Studentenschaft:
  • Bekanntermaßen machen die ASTA Sprecher Pressearbeit, wie den Medienberichten zu entnehmen ist.
  • Nach Aussagen der ASTA Webseite ist das Referat NOA für Öffentlichkeitsarbeit und PR zuständig
  • Im ASTA besteht eine bezahlte Stelle für Öffentlichkeitsarbeit (2).
  • Laut Webseite des Studentenparlaments gibt es einen Parlamentsausschuss für Öffentlichkeitsarbeit (3).
Hinzu kommt jetzt also ein "Presse-/Öffentlichkeitsreferat" ohne nähere Aufgabenbestimmung.

LeuphanaWatch meint: Liebe Parlamentarier, auffälliger kann man gar keinen Posten zur politischen Befriedung erfinden. Wie wäre es mit einem "Referenten ohne Geschäftsbereich" oder einem "Referenten für besondere Aufgaben"? Das wäre ehrlicher gewesen. Wenn wir in aller Bescheidenheit einen Hinweis zur Organisationsentwicklung geben dürfen. Normalerweise gibt es ein Standardvorgehen:
  1. Bestandsaufnahme
  2. Stärken-/Schwächenanalyse
  3. Planung einer sinnvollen Aufgabenverteilung
  4. Ggf. organisatorische Maßnahmen
Meist wird versucht, neue Mitarbeiter in bestehenden Abteilungen unterzubringen. Besonders gilt dies wohl, wenn nicht einmal die Aufgaben überlegt sind. Bei bislang vier zuständigen Stellen für Öffentlichkeitsarbeit und Presse dürfte eine Eingliederung wohl möglich sein. Wir geben zu: Im Fall einer organisatorischen Veränderung hätten wir eher eine Bündelung zur Erzeugung von Synergien erwartet als die Schaffung einer weiteren, fünften Zuständigkeit. Aber um eine sinnvolle Organisationsentwicklung ging es euch ja wohl nicht.

Quellen:
(1) LeuphanaWatch dankt für den wichtigen Hinweis.
(2) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.
(3) http://www.leuphana.de/stupa/ausschuesse.html

Montag, 20. Februar 2012

Heiko Franken bald Leuphana-Vizepräsident?

Im Mai endet die Amtszeit von Präsident Sascha Spoun und dem hauptamtlichen Vizepräsidenten Holm Keller. Während Spoun im vergangenen Jahr für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde, scheiterte Kellers Verlängerung zunächst (LeuphanaWatch berichtete). Nach einem unwürdigen Tauziehen sollte Keller als Vizepräsident in 50% Teilzeit wiederbestellt werden. Gegen diese Variante ist noch immer eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen anhängig, die Entscheidung steht noch aus. In jedem Fall ist im Mai ein hauptamtlicher Vizepräsident in 50% Teilzeit zu besetzen - oder aber es ist bei einem Sieg der Senatoren vor dem OVG erneut über die gesamte Vollzeitstelle abzustimmen. In jedem Fall wird neues Personal benötigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten häufen sich die Indizien, dass das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg den derzeitigen Geschäftsführer der Professional School, Heiko Franken, als neuen hauptamtlichen Vizepräsidenten aufbauen will.

Ein für die Öffentlichkeit sichtbares Indiz druckte die Lünepost am vergangenen Wochenende ab. In einem größtenteils wörtlich aus einer Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg (1) übernommenen Artikel zum Baubeginn des Audimax (2) darf sich neben Holm Keller auch Heiko Franken äußern:
Der Leiter der Professional School, Heiko Franken, ist zufrieden: "Ich habe ein gutes Gefühl." (2)
Es ist die einzige Ergänzung zur Pressemitteilung, welche die Lünepost vorgenommen hat. Inhaltlich hätte getrost auf sie verzichtet werden können, denn Neuigkeiten kann Heiko Franken nicht beitragen. Man könnte meinen, der Name hätte in der Öffentlichkeit platziert werden sollen. Denn warum kommt ausgerechnet der Geschäftsführer der Professional School zu Wort?

Auf der gleichen Seite berichtet die Zeitung über ein erstes Projekt des Innovationsinkubators, welches jetzt abgeschlossen wurde. Wie der Bereich Campusentwicklung gehört auch der Inkubator zum Aufgabenbereich von Holm Keller, dem hauptberuflichen Vizepräsidenten für "Innovations-Inkubator und Universitätsentwicklung" (3). An dieser Stelle ist fast das gleiche Spiel zu beobachten. Erneut wird Heiko Franken als Experte präsentiert:
So ist das erste abgeschlossene Inkubator-Projekt wohl als erfolgreich zu bezeichnen, wie auch Heiko Franken von der Professional School betont: "Hier wurden vier neue Arbeitsplätze geschaffen - mal sehen, wie es mit den anderen rund 50 Projekten weitergeht..." (4)
Dieses Mal wird Franken sogar mit Bild abgedruckt, darunter noch einmal das Zitat in leicht anderer Formulierung. Zum Projektteam gehört der Geschäftsführer der Professional School aber offensichtlich nicht (5). Auch in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg kommt er nicht vor (6). Trotzdem darf er im Artikel quasi die Rolle des eigentlich zuständigen Holm Keller übernehmen und die Gesamtsicht für den Inkubator vertreten.

Wie aus Uni-Kreisen zu hören ist, fällt Heiko Franken bereits seit längerem durch seine anscheinend ungewöhnlich häufige Präsenz bei allgemeinen Veranstaltungen auf, z.B. in der Reihe "Leuphana auf dem Weg". Hinter vorgehaltener Hand wird heftig über mögliche Motivationen diskutiert. Beobachter vermuten, es ginge bereits darum Gesicht zu zeigen und ein Image als "Kandidat des Hauses" aufzubauen (7).

Als Unternehmensberater würde Heiko Franken jedenfalls gut zum Duo Spoun / Keller passen oder könnte Keller gar ersetzen. Seine langjährige Tätigkeit in herausragender Position bei der Boston Consulting Group würde in Ergänzung zum McKinsey-Manager Keller beide großen Unternehmensberatungen an die Leuphana Universität Lüneburg binden. Hinzu käme durch den ähnlichen beruflichen Background beider Personen eine vermutlich relativ unkomplizierte Zusammenarbeit. Das zeigte sich schon in der letzten Startwoche, wo Franken Teil des Lehrendenteams war, sein ehemaliger Arbeitgeber von zentraler Bedeutung (LeuphanaWatch berichtete). Möglicherweise könnte er die nächste Startwoche ganz von Keller übernehmen, der bei den Studenten nicht besonders gut ankam.

Sollte Heiko Franken Ambitionen als Vizepräsident hegen, ist darüber hinaus die Zeit auf seiner Seite. Nach einem Urteil des OVG in der Causa Keller wird in jedem Fall unabhängig vom Ausgang eine Stellenausschreibung nötig sein. Zeitlich wird das bis Mai sehr knapp, so dass sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen halten dürfte. Eine hausinterne Lösung bietet da vordergründig einen gewissen Charme. Ob sich die Leuphana Universität Lüneburg allerdings einen weiteren Unternehmensberater in der Leitungsebene installieren möchte, wird noch zu diskutieren sein.

LeuphanaWatch wird die Angelegenheit weiter im Auge behalten.

Quellen:
(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) "Audimax-Bau startet jetzt", Lünepost 18./19. Februar 2012, Seite 3
(3) http://www.leuphana.de/holm-keller.html
(4) "Neue Arbeitsplätze durch Uni-Inkubator", Lünepost 18./19. Februar, Seite 3
(5) http://www.leuphana.de/professional-school/wissenstransfer/forschung-entwicklung/im-inkubator/operations-excellence.html
(6) http://www.leuphana.de/aktuell/meldungen/ansicht/datum/2012/02/16/erstes-inkubator-projekt-erfolgreich-abgeschlossen.html
(7) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Sonntag, 19. Februar 2012

BaWü führt verfasste Studierendenschaft wieder ein

In Deutschland gibt es zwei Bundesländer, deren Hochschulgesetze keine verfasste Studierendenschaft, also keine offizielle Studierendenvertretung vorsehen. Es handelt sich um Bayern und Baden-Württemberg. Das hat zentrale Nachteile, insbesondere im Hinblick auf die Unabhängigkeit von der Hochschulleitung und die Möglichkeit, politische Forderungen aufzustellen. Ausführlich zu den Unterschieden äußert sich der AStA aus Freiburg.

Jetzt will die neue Landesregierung nach über 30 Jahren das Ruder herumreißen und das Hochschulgesetz ändern. Und alle Studierenden können den Gesetzentwurf online kommentieren. Unter wir-wollen-deinen-kopf.de sind Gesetzentwurf und die Möglichkeit zum Mitmachen verfügbar. Die unabhängigen Studierendenvertretungen informieren unter verfasste-studierendenschaft.de über den Prozess und ihre Positionen.

Wünschen wir den Studierenden in BaWü viel echte Mitbestimmung und ein gutes Hochschulgesetz!

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.

Samstag, 18. Februar 2012

Leuphana Veranstaltungsfachschaft - wer ist das?

An der Leuphana Universität Lüneburg hat eine sogenannte "Leuphana Veranstaltungsfachschaft" Flyer für die Konferenzwochenabschlussparty verteilt. Diese soll am 1. März in der Garage stattfinden. Ab der Uni soll es einen Busshuttle geben. Auf dem Flyer heißt es weiter:
1. Event von Studenten für Studenten
Handelt es sich um einen Scherzflyer? Man könnte es fast meinen. Natürlich weiß jeder, dass es regelmäßig von Studenten organisierte Veranstaltungen und Partys gibt. Vom "1. Event" zu sprechen wirkt leicht absurd. Vielleicht ist die Flyerbeschriftung aber gar nicht wörtlich gemeint, sondern soll im Sinne einer Rangfolge verstanden werden. "Wir sind die Besten" wäre vielleicht treffender, leicht ironisiert formuliert gewesen. Oder man meint, dass es die erste Veranstaltung dieser offensichtlich neuen Gruppierung ist.

Wer ist aber diese "Leuphana-Veranstaltungsfachschaft"?

Vor Jahren wurde bereits eine "Leuphana-Studierendenschaft" ausgerufen. Die Gruppe hatte sich als Studentenvertretung aufgespielt und nach eigenen Angaben enge Kontakte zum Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg gepflegt. (unsere Vorgänger von LeuphaNO! berichteten). Die Gruppierung hatten seinerzeit ASTA und Studentenparlament schnell in ihre Schranken verwiesen. Wer heute die genannte Webadresse http://www.leuphana-studierendenschaft.de eingibt, findet sich auf der Seite des ASTA wieder.

Ist demnach eine "Leuphana-Veranstaltungsfachschaft" der Frontalangriff auf die offiziellen Fachschaften? Dem ist wohl nicht so. Auf Facebook schreibt die Gruppe über sich:
Hallo liebe Studenten und Studentinnin der Leuphana Universität Lüneburg!
Ihr fragt euch bestimmt wer wir sind, für wen und was wir da sind und was wir vorhaben? Wir sind 3 Studenten der Leuphana Universität und stammen auch alle Ursprünglich aus Lüneburg. Eine KuWi, ein BWL er und eine Wirtschaftsrechtlerin, wir möchten aber aufgrund der Privatsphäre anonym bleiben.
Unser vorhaben ist es, Partys und Events an den verschiedensten und ausgefallensten Orten Lüneburgs zu veranstalten, von STUDENTEN für STUDENTEN der Leuphana Universität!
Wir sind keine Fachschaft für spezielle Studiengänge oder für die Studiengänge, die wir zurzeit studieren, sondern die Party und Veranstaltungsfachschaft für alle Studenten an der Leuphana. Jeder darf sich angesprochen fühlen und zu unseren kommenden Feten zahlreich erscheinen!
Unsere Ziele sind es, den müden Studenten-Alltag ein bisschen zu versüßen, indem wir euch die passenden Partys bieten. Natürlich wissen gerade wir als Studenten, wie es sich lebt und unsere Preise werden immer mehr als Studentenfreundlich sein! Für die richtige Qualität auf unseren Partys sorgen wir mit guten Locations in der Umgebung (natürlich für alle erreichbar oder inklusive busshuttle-service) und DJs mit Referenzen. Lasst euch überraschen und lasst uns zusammen die Zeit als Studenten genießen!
Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig lebt, reicht es aus! (1)
Drei Personen also, die Party machen wollen. In diesem Zusammenhang stellen sich zwei Fragen:
  1. Ist die jetzt angekündigte Konferenzwochenabschlussparty eigentlich offiziell? 
  2. Verdienen die Veranstaltungsfachschaftler mit ihren Veranstaltungen Geld oder machen sie es ehrenamtlich?
Zur ersten Frage ist zumindest so viel klar: Im Programm der Konferenzwoche gibt es auf eine Party jedenfalls keinen Hinweis. (2) Die Antwort auf die zweite Frage steht vorerst noch aus.

LeuphanaWatch findet: In jedem Fall ist die Flyeraktion eine geschickte Anknüpfung an die Konferenzwoche. Die bunten Blättchen wirken so, als habe sie ein Vorbereitungsteam erstellt. Dass es anscheinend nichts Offizielles ist, merkt man erst später. Respekt! Allerdings sollte die Veranstaltungsfachschaft im eigenen Interesse klarstellen, ob sie eigene finanzielle Interessen mit den von ihr organisierten Partys verfolgt. Das wäre schade bei der sonst guten Idee. Nicht zuletzt müssten der ASTA und das Studentenparlament bei finanziellen Interessen wohl zum Schutz des Begriffes "Fachschaft" einschreiten.

Quellen:
(1) http://www.facebook.com/events/175284735914131/#!/profile.php?id=100003405767688&v=info
(2) http://www.leuphana.de/konferenzwoche-2012.html

Freitag, 17. Februar 2012

Neues vom Audimax, aber keine Antworten

Die Leuphana Universität Lüneburg hat auf ihrer Webseite "Leuphana beginnt Libeskindbau" Neuigkeiten vom Zentralgebäude bekannt gegeben. Genaugenommen hat der Bau jedoch gar nicht begonnen, sondern soll das erst im März tun. Die Leuphana Universität Lüneburg schreibt:
Die Bauarbeiten für das neue Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg nach einem Entwurf des renommierten Architekten Daniel Libeskind können starten. Die Universität hat heute den Auftrag für das Ausheben der Baugrube vergeben. Mit den Arbeiten soll bereits im März begonnen werden. Zuvor waren die noch ausstehenden Zuwendungsbescheide des Landes eingegangen. Mit ihnen bewilligt das Land Niedersachsen die Fördermittel der Europäischen Union und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Nun folgt eine europaweite Ausschreibung für den Rohbau.

Zunächst wird auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern das Erdreich teilweise bis zu sieben Meter tief entfernt. Dann folgt das durchschnittlich 60 Zentimeter dicke Fundament. Das Richtfest für den Gebäudeteil „Audimax“, die Veranstaltungshalle mit rund 1.200 Sitzplätzen, ist für den 11. Januar 2013 vorgesehen. Das neue Zentralgebäude soll bis Ende des Jahres 2014 fertiggestellt sein. Holm Keller, hauptberuflicher Vizepräsident der Universität, zeigt sich zufrieden: „Mit dem Vorliegen der Zuwendungsbescheide haben wir jetzt die Grundlage für die Vergabe des ersten Bauauftrages bekommen und sofort gehandelt.“ Der Zeitplan für den Bau werde eingehalten, sagte Keller am Mittwoch. (1)
Die Aussagen sind mehr als interessant. Wir fragen uns:
  • Warum gibt es schon ein genaues Datum für das Richtfest, aber keins für den Baubeginn? Wie seriös ist das?
  • Wird es mehrere Richtfeste geben? Warum gibt es ein Richtfest für den Audimaxteil, noch bevor das gesamte Gebäude Richtfest feiern kann? Liegt das daran, dass am 20. Januar Landtagswahlen sind? (2) 
  • Welcher Zeitplan für den Bau soll eingehalten werden? 2011 ist doch schon vorbei.
Auch der ASTA hat noch Fragen:
(...) Die Universitätsleitung produziert mit ihrer Pressemitteilung also wieder mal eine Erfolgsmeldung, ohne auf die tatsächlichen noch im Raum stehenden Fragen einzugehen. Neben der nach wie vor unsicheren Finanzierung, der zweifelhaften Zweckmäßigkeit des Gebäudes, dem ausstehenden Bericht des Landesrechnungshofes, sowie der Überprüfung durch OLAF (das Europäische Amt für Betrugs-Bekämpfung) und einigen anderen Fragen wäre ganz akut zu klären, wie es um den Biergarten des Vamos steht und, viel wichtiger, wie das Planungsteam um Holm Keller die nötigen Stellplätze während der Bauphase nachweisen will, wenn doch die neue Parkpalette scheinbar bereits wieder baufällig und nicht nutzbar ist. Auch stellt sich nach wie vor die Frage, wie sehr die Bauarbeiten die Forschung und Lehre auf dem Campus beeinflussen werden. Schließlich ist eine Großbaustelle keine besonders wünschenswerte Nachbarin. (3)
LeuphanaWatch fragt sich: Könnte bitte erstmal jemand ein benutzbares Parkhaus hinbekommen?

(1) http://www.leuphana.de/aktuell/archiv-startseiten-news/zulassungsbescheid-libeskind-bau.html
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Niedersachsen_2013
(3) http://www.asta-lueneburg.de/home/singlenews1/?tx_ttnews[tt_news]=1175&tx_ttnews[backPid]=240&cHash=a5067b74c9

Donnerstag, 16. Februar 2012

Probleme beim Master an einer anderen Uni?

Dem ASTA sind Probleme von Studenten zu Ohren gekommen, die an anderen Universitäten ihren Master beginnen wollen. Teilweise reicht der Leuphana Bachelor scheinbar nicht aus, um dort studieren zu dürfen. Nun bittet die Gruppe NOA um Informationen von Betroffenen:
Uns kam zu Ohren, dass Bachelor-Absolventinnen und Bachelor-Absolventen der Leuphana an einigen anderen Hochschulen nach ihrem Gehen nicht unerhebliche Nachteile erleiden. Von Nacharbeiten und wiederholten Semestern war auf überregionalen Studierendentreffen die Rede. Betroffen sollen unter Anderem Mathe-Module sein, wo hier nicht ausreichend CPs erzielt werden.
Wir finden, dass endlich etwas passieren muss. Leider teilen sich die Betroffenen nur dem AStA vor Ort mit, der nichts für sie tun kann und nicht dem in Lüneburg. Deshalb ist bis jetzt nichts passiert. Viele erfahren erst an der anderen Hochschule davon, dass der Lüneburger Abschluss nicht denselben Stellenwert hat.

An dieser Stelle ein Aufruf: Wer Menschen kennt, die an anderen Hochschulen ihren Master machen und vorher in Lüneburg ware und von so etwas berichten, melde sich bitte.
Wir möchten der Sache nachgehen und versuchen, darauf aufmerksam zu machen. Ziel soll eine Veränderung dieser Situation sein. [1]
LeuphanaWatch findet die Initiative gut. Nur wenn die genauen Problempunkte näher bekannt sind lässt sich daran etwas ändern.

[1] eMail vom 13. Februar über die eMailverteiler der Leuphana Universität Lüneburg.

Dienstag, 14. Februar 2012

Verfassungsgericht: Professoren-Grundgehalt zu niedrig

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das Grundgehalt von Professoren in der W-Besoldung zu niedrig ist. Teilweise verdienen ältere und verbeamtete Lehrer mehr als Professoren an Hochschulen. Das sei Aufgaben und Position von Professoren nicht angemessen. Auch die Leistungsbesoldung insgesamt muss nachgebessert werden.
Mögliche Leistungszulagen halten die Richter zwar weiter für zulässig. Bei der Frage nach einer angemessenen Alimentation seien Zulagen aber nur zu berücksichtigen, wenn die Kriterien hinreichend bestimmt sind und Professoren "unter klar definierten, vorhersehbaren und erfüllbaren Voraussetzungen einen einklagbaren Rechtsanspruch auf die Gewährung von Leistungsbezügen" hätten. Spiegel online
Der Deutsche Hochschulverband sieht sich in seiner Linie als Vertretung der Professoren an deutschen Hochschulen bestätigt. Er sieht in dem Urteil einen Meilenstein für das deutsche Wissenschaftssystem.

Mehr und detaillierte Informationen zu diesem auch für die Leuphana Universität Lüneburg wichtigen Thema:
"Deutschlands Professoren müssen mehr verdienen" - Spiegel online
"Jetzt beginnt das große Rechnen" - Spiegel online
"Meilenstein für deutsches Wissenschaftssystem" - Deutscher Hochschulverband
"Professoren verdienen nicht genug" - tagesschau.de
"Mehr Geld für Professoren" - heute.de

LeuphanaWatch möchte einen Aspekt ergänzen: Je mehr Professoren von ihren Leistungsbezügen abhängig sind, desto leichter fällt dem Dienstherren die potenzielle Einflussnahme auf unliebsame Personen.