Samstag, 5. März 2011

Leuphana Konferenzwoche geht containern

Ey Leute, ich schlag den KONFERENZ KUHRIER auf und denk ej geil, da is was zum Containern drin. Djamil entdeckt als Sprechbubbles Fotostory Containern auf Seite 6.
"Schon wieder Hunger und mal wieder kein Geld..."

"Mal sehen was der gute Container so her gibt."

"BÄM! Heute gibts Mähre für lau."
Ihr seid total flach. Lustich is anders! Mensch containert nicht einfach weil kein Geld. Mensch containert aus Überzeugung im Kampf gegen Konsumterror und Wegwerfgesellschaft. Was mehr Tiefe und Hintergrund bitte, wenns euch schlau um Nachhaltigkeit geht.

Viva la revolution!

Soviel zu Klischees. Vermutlich habt ihr genau so einen Text und Sprachstil von Containerern und -innen erwartet. So einfach und platt ist das Leben nicht. Denkt mal darüber nach...

LeuphanaWatch dankt für den Beitrag, den wir per eMail erhalten haben.

Kommentare:

  1. Müll anderer Leute essen ist wirklich ein toller Kampf gegen Konsumterror und Wegwerfgesellschaft. Was ist das bitte für eine Überzeugung?

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  2. Wenn Lebensmittel die noch gut sind aus Müllbehältern genommen und gegessen werden, statt sich welche zu kaufen, konsumiert weniger. Ist selbstverständlich nicht als Modell auf die ganze Gesellschaft übertragbar, kann aber Baustein einer nachhaltige(re)n Gesellschaft sein.
    Ganz einfache Kiste, man muss nur halt kurz nachdenken.

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  3. Lebensmittel, die noch gut sind, werden von Personen, die sie kaufen, gegessen. Im Müll wühlen kann darum auch kein Baustein einer nachhaltigen Entwicklung sein. Diese Überzeugung gegen angeblichen Konsumterror, was immer das auch sein soll, verdirbt doch letztlich nur den eigenen Magen. Ob davon die Welt besser wird?

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  4. Informier dich drüber statt weiter dumme Klischees in deinem Kopf zu haben.

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  5. GesellschaftsEssen6. März 2011 um 16:17

    "Mehr als 50% der Produzierten Lebensmittel landen im Müll"

    Schau dir mal diese ARD-Doku an, ob dein Bild von der Wegwerfgesellschaft passt:

    http://www.youtube.com/watch?v=rfOj4UWf408

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  6. Containern ist eine sehr politische Angelegenheit, gerade hier bei uns in Lüneburg. Da werden gern einmal unbequeme Zeitgenossen Ziel des (politisch motivierten?) Übereifers der Staatsanwaltschaft.

    Mehr zu lesen gibt es dazu z.B. hier:
    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=na&dig=2011%2F01%2F12%2Fa0013&cHash=89337974e2

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  7. Na dann lest mal fein weiter in der TAZ:

    "Brüning und Gevert kennen die Leute, die über den Parkplatz kommen und am Hintereingang nach Resten fragen oder die Container durchsuchen. "Es kommen immer öfter solche Leute wie die, die man auf dem Alexanderplatz trifft", erzählt Gevert. "Sie tragen völlig zerrissene Kleidung. Und sie haben wirklich Hunger. Dann kann ich das Essen doch nicht einfach so wegschmeißen." Batti und seine Freunde kennen solche Leute nicht. Man redet nicht darüber, warum man gekommen ist, wenn man sich beim "Containern" trifft, meint er. Sie gehören nicht dazu, zu der Szene, in der das Essen "gesammelt" und dann verteilt wird. Zu Gevert und Brüning an die Tür kommen sie trotzdem: Die, die wirklich darauf angewiesen sind, sich ihr Essen aus dem Müll zu holen. Die, die mit gesenktem Blick um Essen bitten und am liebsten nicht gesehen werden würden. Und sie werden mehr, sagt Gevert."

    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/10/10/a0225


    Letztlich fresst ihr mit euren pseudokritischen Allüren den wirklich Bedürftigen das Abendbrot weg. Den Konzernen ist egal, ob ein paar Pseudo-Revoluzzer wie ihr ihren Bio-Yoghurt lieber nach Ablauf des MHD essen als davor - die produzieren weiter. Containern ist asozial und trifft nur diejenigen, denen es deutlich schlechter geht als euch gestopften Biogänsen.

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  8. Ach so ist das, jetzt habe ich es verstanden. Ich dachte für einen Moment es gäbe mehr als nur schwarz und weiß. Schön dass du mich diesbezüglich aufgeklärt hast.

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  9. Eigentlich ist das nicht Protest gegen Konsum, sondern Protest gegen das MHD bzw. gegen andere Standards, die wir zum Glück in reichen Ländern haben.

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  10. Ist das Essen oder kann das weg? Es gibt eine Menge Lebensmittel, die weggeschmissen werden, ohne das Bedenken beim Verzehr angebracht wären. Hierunter fallen insbesondre Backwaren, die häufig bereits nach dem ersten Tag aus dem Verkehr gezogen werden - und das nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie zum einen nicht mehr "frisch" schmecken und zum anderen den neuen Backwaren keine Konkurrenz machen sollen. Aus Hamburg weiß ich, dass viele Einzelhändler ihre Ware der Hamburger Tafel spenden und die dann diverse soziale Einrichtungen beliefert. Da ich selbst auf einem Bauspielplatz gearbeitet habe, der von der Hamburger Tafel beliefert wurde, kann ich euch sagen, dass die Lebensmittel ok waren. Klar ist auch mal ein Salatkopf dabei, den man wegschmeisst.. so what?! Das die Idee des Containern mit drei Bildchen leider völlig unbeleuchtet blieb und als Witz beiseite geschoben wurde, finde ich schade.
    Da ich hier irgendwie das Gefühl bekomme, ein paar von euch würden sich beim Gedanken allein die Nasen zuhalten. Containern kann auch in Absprache mit Tankstellen etc. ganz hygienisch ablaufen: Lebensmittel rein in die Tüte, abgesprochener Platz, abholen, fertig...
    Ob Containern Konsumkritik oder Schnorrerei oder Spaß mit Leuten oder Mach-ich-heut-mal ist, bleibt eine Frage der Wahrnehmung, von der es ja zum Glück über 6 Millarden auf dieser Welt gibt.

    Bon appetit!

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  11. Zitat oben: "mehr Tiefe und Hintergrund bitte".... das würde euch auch gut tun!

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  12. Ich finde es schon ekelhaft, wie schnell Supermärkte da sind. Ich habe auch mal in einem gearbeitet. Sogar nur leicht verbeulte Dosen werden weggeschmissen. Damals fand ich es einfach nur politisch nicht in Ordnung. Heute dreht sich mir bei sowas nochmal doppelt der Magen um. Ich könnte kotzen, wenn meine Nachbarn jeden Apfel mit einer Delle oder jedes Brot vom Vortag wegschmeissen, während ich oftmals einfach nur deshalb containern muss, weil ich zu wenig Geld habe. Zum Beispiel diesen Monat: Noch 10 Euro, dann ist das Geld diesen Monat zu Ende. Und dann werden auch noch von den Supermärkten, z.B. Lidl oder Penny, die Mülltonnen eingeschlossen. Es ist einfach nur respektlos Gott und der Welt gegenüber, jedes Lebensmittel wegzuschmeissen. Und asozial, sie nicht Menschen zu geben, die sie gerne essen würden.

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